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TV-Tipps des Tages

17.01.2012 – Muhammad Ali, Islam, Asyl, Georgien, Ausländer, Abschiebung

TV-Tipps des Tages sind: Die sieben Leben des… Muhammad Ali; Wir Kinder aus der Leopoldsgasse; Kein Ort: Der tschetschenische Journalist Ali wartet mit seiner Familie in Polen auf eine Entscheidung über seinen Asylantrag; Ramsan und seine Brüder

VONÜmit Küçük

DATUM17. Januar 2012

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Die sieben Leben des…
Muhammad Ali, der als Cassius Marcellus Clay Jr. am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky, geboren wurde, gilt als der größte Schwergewichtsboxer aller Zeiten und als herausragender Athlet des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1999 wurde er vom Internationalen Olympischen Komitee zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt. Auch außerhalb des Boxrings sorgte Ali für Schlagzeilen. So lehnte er öffentlich den Vietnamkrieg ab und unterstützte die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner in den 1960er Jahren.

Die DISCOVERY HD-Dokumentation „Muhammad Ali“ zeichnet ein intimes und faszinierendes Portrait eines der berühmtesten Sportler des 20.

Jahrhunderts. Familienmitglieder, Freunde, Mitstreiter und sogar ehemalige Feinde kommen zu Wort. Kombiniert mit historischem Material wird diese Dokumentation zu einem packenden, emotionalen und überraschenden Erlebnis.

Clay wurde 1942 als erster von zwei Söhnen geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seine Eltern benannten ihren Sohn nach dem Politiker und Gegner der Sklaverei Cassius Marcellus Clay. Mit dem Boxtraining begann der zwölfjährige Clay 1954 aus Wut über den Diebstahl seines Fahrrades – er hoffte, den Dieb dadurch bestrafen zu können, wenn er ihn erwischte. Innerhalb weniger Jahre konnte Clay sämtliche nationalen Amateurtitel erringen. Bei den Olympischen Spielen 1960 gewann er in Rom die olympische Goldmedaille im Halbschwergewicht. Als er feststellte, dass ein Wrestler namens Gorgeous George größeres Aufsehen bei Presse und Zuschauern erzielte als er, kopierte Clay den Stil von George und trat von nun als Großmaul Clay auf. 1964 bekam Clay die Chance auf einen Weltmeisterschaftskampf gegen Sonny Liston. Er gewann unerwartet und überragend. Im weiteren Verlauf des Jahres änderte er seinen Namen in Muhammad Ali und trat zum Islam über.

Mitte der 1960er Jahre war Ali auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Er traf die Beatles und Elvis Presley und verteidigte seinen Titel unter anderem gegen Ex-Weltmeister Floyd Patterson und den deutschen Europameister Karl Mildenberger. Im April 1967 wurde Ali der Titel aberkannt, nachdem er sich geweigert hatte, den Wehrdienst anzutreten. Er wurde zu fünf Jahren Gefängnis und 10.000 US-Dollar Strafe verurteilt, blieb aber gegen Kaution auf freiem Fuß. Später wurde das Urteil aufgehoben, aber er erhielt keine Boxlizenz mehr. Sein Reisepass wurde ihm entzogen und so musste er drei Jahre inaktiv bleiben.

Erst 1970 durfte Ali wieder in den Ring steigen. Nach zwei Aufbaukämpfen stellte er sich Joe Frazier. Im so genannten „Kampf des Jahrhunderts“ zweier ungeschlagener Weltmeister brachte ihm Frazier am 8. März 1971 seine erste Niederlage bei. Ali musste nun von vorne anfangen und sich erst wieder das Recht auf einen neuen WM-Kampf verdienen, indem er alle anderen potentiellen Gegner schlug. Weltmeister war inzwischen George Foreman, Olympiasieger von 1968. Er war in 40 Profikämpfen ungeschlagen. Ähnlich wie vor 10 Jahren gegen Liston war Ali der Außenseiter, diesmal zudem mit 32 Jahren der Ältere. Im Kampf selbst, der schließlich am 30. Oktober 1974 in Kinshasa stattfand, überraschte Ali Gegner und Publikum, wie auch seine eigenen Trainer und Betreuer, durch seine Taktik. Ali gewann den Rumble in the Dschungle Kampf und hatte damit den Titel, den man ihm sieben Jahre zuvor letztlich aus politischen Gründen aberkannt hatte, zurück gewonnen. Am 15. September 1978 gewann er ein drittes und letztes Mal einen Weltmeisterschaftstitel und brach damit Floyd Pattersons Rekord. Nach diesem Sieg trat der 36-Jährige Ali vom Boxsport zurück. 13:15-14:00 • PHOENIX

Wir Kinder aus der Leopoldsgasse
Ein Fernseh-Feuilleton von Martin Polasek – Alte Zinshäuser, ein paar Geschäfte, eine Kirche. Auf den ersten Blick ein Grätzel wie viele andere in Wien. Auf den zweiten Blick fallen die Kinder auf, in der Leopoldsgasse, im zweiten Wiener Bezirk.

Sie kommen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, gehören unterschiedlichen Religionen an, gehen in unterschiedliche Schulen. Bis vor kurzem trafen sich viele dieser Kinder im „Zuckerlg´schäftle“ von Frau Angermann. Jetzt ist der Rollbalken für immer geschlossen und die Ladenbesitzerin denkt wehmütig an die vielen strahlenden Kinderaugen. Ausgehend von der noch existierenden Fassade des ehemaligen Zuckerlladens befinden sich im Umkreis von 200m etliche Bildungseinrichtungen und religiöse Stätten wie das katholische Schulzentrum St. Elisabeth, eine Sonderschule für Schwerstbehinderte mit musisch-kreativem Schwerpunkt, die älteste jüdische orthodoxe Talmud Thora-Schule, die „Augartenschule“, eine öffentliche Kooperative Mittelschule, eine Moschee der Islamischen Glaubensgemeinschaft und die katholische Pfarrkirche zum heiligen Leopold.

Die Sendung geht der Frage nach, inwieweit sich eine so multikulturelle Nachbarschaft im Zusammenleben der Kinder auswirkt. Im Vordergrund stehen dabei ihre Sichtweisen, ihre Wünsche und ihr Umgang mit eigener und fremder Kultur. Angesichts der hier vorhandenen Bildungsstätten, die neben Wissen auch streng religiöse Werte vermitteln, versucht Regisseur Martin Polasek zu erfahren, wie sehr sich die Jugend für andere Religionen interessiert und ob dies zu mehr Verständnis und Toleranz gegenüber Andersgläubigen führt. 19:30-20:15 • BR-alpha

Kein Ort
Dokumentarfilm (Dokumentarsendung/Feature – Spielfilm – Zeitgeschichte allgemein) – Dokumentarfilm von Kerstin Nickig, Deutschland/Polen 2009

Der tschetschenische Journalist Ali wartet mit seiner Familie in Polen auf eine Entscheidung über seinen Asylantrag. Er ist in seiner Heimat gefoltert worden und kann nicht zurück. Eine Entscheidung aber wird immer wieder verzögert. Tamara und Ali haben es bis Wien geschafft, doch nun sind sie von einer Abschiebung bedroht. Sie befürchten, dass ihre behinderte Tochter eine Ausweisung oder gar die Rückführung nicht verkraften würde. Schon einmal sind sie abgeholt worden, konnten der Abschiebung jedoch noch entgehen. Wacha, ein ehemaliger tschetschenischer Untergrundoffizier, der eine Exekution knapp überlebte, ist ebenfalls in Wien und inzwischen mit einer Österreicherin verheiratet. Er kämpft um seinen Sohn, der aus der russischen Armee desertiert und in Litauen aufgegriffen worden ist, wo ihm ebenfalls die Abschiebung droht. Urslan schließlich ist auf der Flucht von Schleppern betrogen worden und lebt illegal mit seiner Familie in der Ukraine, wo ihm der Aufenthalt verwehrt wird. Nun sucht er einen Weg, die EU-Grenze zu überwinden.

Der Dokumentarfilm „Kein Ort“ zeigt den Kreislauf von Flucht, Asylsuche und Abschiebung und damit die Ausweglosigkeit der Asylregelungen und der Flüchtlingspolitik der EU. Die Autorin Kerstin Nickig begleitet die Protagonisten in verschiedenen Phasen des Asylverfahrens und stellt diesen Beobachtungen Aussagen von Grenzbeamten gegenüber, die die Flüchtlinge gemäß strikten Regeln behandeln. Stets auf Augenhöhe mit den Porträtierten gelingt es ihr, die Perspektive derjenigen zu vermitteln, die in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ihre unsichere Heimat verlassen haben und erkennen, dass sie mit ihrem Schicksal und ihren Ängsten keine Beachtung finden. Kerstin Nickig hat sich bereits in „Lieber Muslim“ (2005), ihrem Abschlussfilm an der Filmschule in Lodz, mit der Situation der Tschetschenen befasst. „Kein Ort“ ist ihr erster langer Dokumentarfilm. 20:15-21:50 • ZDFkultur

Ramsan und seine Brüder
Dokumentarfilm (Dokumentarsendung/Feature – Spielfilm – Kindheit/Jugend) – Dokumentarfilm von Natia Arabuli, Deutschland 2006 – Im Nordosten Georgiens, an der Grenze zu Tschetschenien, liegt in den Ausläufern des Kaukasus das Pankissi-Tal. Das schwer zugängliche Gebiet wird größtenteils von Kisten, einer muslimischen Bevölkerungsgruppe, bewohnt. In den letzten Jahren haben sich zudem viele tschetschenische Flüchtlinge hier angesiedelt, unter ihnen auch der zwölfjährige Ramsan Magamaew mit seiner Mutter und seinen drei Brüdern. Seit sechs Jahren lebt die Familie in dem Dorf Duissi in zwei Zimmern. Seinen in Grosny zurückgebliebenen Vater hat Ramsan nach dem Krieg nicht mehr gesehen. Da Frau Magamaew den Lebensunterhalt der Familie bei einer Hilfsorganisation bestreitet, sind die Kinder tagsüber auf sich allein gestellt. Ramsan trägt die Verantwortung für seine Geschwister: Er kocht, putzt, spielt mit ihnen – unter der strengen mütterlichen Anweisung, sich nicht weit vom Haus zu entfernen. Das Leben Ramsans verläuft ruhig und unspektakulär. Es ist eine Zeit des Wartens in der Hoffnung, einmal nach Tschetschenien zurückzukehren und den Vater wieder zu sehen. Aber das Pankissi-Tal ist auch zu einer vorläufigen Heimat geworden.

„Ramsan und seine Brüder“ entstand unter äußerst schwierigen Drehbedingungen. Die Bewohner des abgelegenen Pankissi-Tals sind verschlossen und sehr skeptisch gegenüber den Medien. Dennoch gelang es der Filmemacherin Natia Arabuli, die selbst aus den Bergen des Kaukasus stammt, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und Ramsan und seine Familie in ihrem Alltag zu begleiten. Arabuli wurde 1967 in Tschuba, Georgien, geboren. Nach abgeschlossenem Philologie-Studium und anschließender Lehrtätigkeit, studierte sie von 1997 bis 2002 Fernsehregie in Tbilissi. Während dieser Zeit realisierte sie mehrere kurze Dokumentarfilme. Ihre Regieausbildung vervollständigte sie durch ein Aufbaustudium an der Bayerischen Akademie für Fernsehen. 2004 kehrte sie nach Tbilissi zurück und gründete eine eigene Produktionsfirma, parallel dazu arbeitet sie als Dozentin an der Universität. 23:15-23:45 • ZDFkultur

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