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TV-Tipps des Tages

14.01.2012 – Migranten, Europa, Jugend, Terror, Norwegen, Marokko, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Gesichter Europas; alpha-Campus DOKU: Geballte Wut – Werden Jugendliche immer brutaler? Fes – Labyrinth und Paradies; Codename Hunter: Sechsteilige norwegische Serie 2008

VONÜmit Küçük

DATUM14. Januar 2012

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Gesichter Europas
Neuer Schick am alten Hafen. Marseille auf dem Weg zur Hochglanzmetropole. Mit Reportagen von Günter Liehr und Alexander Musik. Am Mikrofon: Simonetta Dibbern

Die Hafenstadt Marseille, lange verrufen als verarmt und kriminell, will ihr schlechtes Image loswerden und baut für die Zukunft. Seit die zweitgrößte Stadt Frankreichs dank dem Schnellzug TGV nur noch drei Stunden von Paris entfernt ist, leisten sich immer mehr wohlhabende Hauptstädter einen Zweitwohnsitz am Mittelmeer. Das alte Panier-Viertel und die Straßen und Boulevards um den alten Hafen sind längst saniert.

Ein staatlich gefördertes Großprojekt namens Euroméditerranée verfolgt das Ziel, brachliegende Zonen in blühende Stadtlandschaften zu verwandeln und Marseille eine neue Rolle als Mittelmeermetropole zuzuweisen. Die Vorbereitungen für die Kulturhauptstadt Europas 2013 laufen auf Hochtouren. Die Euphorie über die Großbaustelle Marseille wird freilich nicht von allen geteilt, denn mit dem Umbau der Stadt sind die Immobilienpreise explodiert und bereits viele der alteingesessenen Einwohner, Arbeiter und Immigranten, aus dem Stadtzentrum vertrieben worden. 11:05-12:00 • Deutschlandfunk

alpha-Campus DOKU
Dokumentation – Geballte Wut – Werden Jugendliche immer brutaler? – „Gewaltexzesse…pure Aggression…Brutalo-Kids…“ Immer häufiger kursieren in den Medien Meldungen über junge Gewalttäter. Neun von zehn erwachsenen Deutschen waren 2010 in einer Umfrage der Meinung, dass die Jugendgewalt zugenommen hat.

Berichte über U-Bahn-Schläger im Teenageralter scheinen den Eindruck zu bestätigen: Die Hemmschwelle ist niedriger geworden; der Kopf ist bevorzugtes Ziel von Schlägen und Tritten und auch wenn das Opfer schon hilflos am Boden liegt, ist das für den Angreifer oft kein Grund, aufzuhören. Doch die polizeiliche Kriminalstatistik überrascht. Sie verzeichnet bei der Gewaltkriminalität Jugendlicher 2010 einen Rückgang um 9,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gefährliche und schwere Körperverletzung sind sogar um 10,8 Prozent zurückgegangen.

Campus Doku fragt also nach bei Wissenschaftlern und Praktikern: Werden Jugendliche tatsächlich immer brutaler? Oder beeinflussen die Bilder der Überwachungskameras unsere Wahrnehmung?

Endstation Knast – Zu spät für ein gewaltfreies Leben?

Die Lebenslauf des 21jährigen Max hört sich an wie der vieler anderer im Jugendstrafvollzug: Die Eltern kamen aus dem Ausland hierher, sprachen nicht gut Deutsch, Max hatte in der Schule Probleme. Seine Eltern haben viel gestritten, als er zwölf war, ließen sie sich scheiden. Max war fast nur noch auf der Straße, „schauen, wie man Geld macht“. Bei den Älteren in der Clique wollte er sich beweisen, indem er trank und zuschlug. Seit er 14 war, nahm er regelmäßig Drogen. In der 7. Klasse flog er von der Schule – kein Abschluss, keine Ausbildung. Max‘ Schlägereien führten zu Anzeigen wegen Körperverletzung und schließlich zur ersten Haftstrafe.

Mittlerweile ist er zum dritten Mal in Haft und sitzt nun seit einem Jahr in der JVA Neuburg-Herrenwörth ein. Deren Insassen sind alle nach Jugendstrafrecht verurteilt. Anders als beim Erwachsenenstrafrecht zählt hier der Erziehungsgedanke. Die Täter sollen nicht nur bestraft werden, sondern vor allem lernen, straf- und gewaltfrei durchs Leben zu kommen. In der JVA Neuburg-Herrenwörth gibt es Therapieplätze speziell für jugendliche Gewalttäter. Max soll lernen, über sich, die Familie, die eigenen Taten zu sprechen – das fällt ihm wie den meisten schwer. Noch schwerer fällt es Max, sich für seine Gewalttaten wirklich verantwortlich zu fühlen und sich in die Situation seiner Opfer hineinzuversetzen. Viele der jungen Gewalttäter haben außerdem ein Männlichkeitsideal, bei dem es darauf ankommt, stark und hart zu sein.

Psychologin Martina Thiel, die mit den jungen Gewalttätern arbeitet, stellt, nach Durchsicht der Gerichtsakten der letzten Jahre, eine höhere Brutalität fest. Wie erfolgreich das Therapieprogramm in der JVA ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Aber sie findet bei einigen Tätern die Motivation, sich zu ändern – eine Voraussetzung für die Teilnahme an der Therapie. 12:00-12:30 • BR-alpha

Fes – Labyrinth und Paradies
Marokko – Aus der Reihe „Schätze der Welt – Erbe der Menschheit“ – Wer heute die Altstadt von Fes betritt, fühlt sich in die Zeit der Geschichten aus 1001 Nacht zurückversetzt. Hinter dem Blauen Tor liegt eine eigene Welt, mit fremden Farben und Gerüchen.

In den engen und verwinkelten Gassen ist der Fremde immer in Gefahr sich zu verirren.

Handwerk und Handel machten Fes zu einer blühenden Stadt. Der Reichtum versteckte sich hinter unscheinbaren Fassaden. Bis heute ist Fes die kulturelle und geistige Hauptstadt Marokkos. So viele Moscheen und Koranschulen wie Fès hat keine andere Stadt im Land.

Der Film führt zu Orten des Glaubens und zu Palästen mit unvorstellbarem Luxus. Er folgt dem Wohlstand bis an den Ort seiner Entstehung, in das stinkende, lärmerfüllte Viertel der Gerber. 22:30-22:45 • EinsExtra

Codename Hunter
Folge 3 – Sechsteilige norwegische Serie 2008. Die Osloer Polizei erschießt in einer U-Bahn-Haltestelle einen vermeintlichen Selbstmord-Attentäter. Dann aber wird an der Leiche keine Bombe gefunden. Ein gefundenes Fressen für die Presse.

Doch wer ist der Tote? Was hatte er vor? Was bedeuten die Hinweise auf den norwegischen Diplomaten und Unterhändler Øystein Sæther? Und was weiß die hartnäckige und engagierte Journalistin Sigrid Evjen, die offensichtlich mehr mit dem Toten verbindet als nur das Interesse für ihre Cover-Story?

Die Spuren werfen so mysteriöse Fragen auf, dass der auf Terrorismus spezialisierte Polizist Ulrik Berg die Sondereinheit Hunter unter der Leitung von Dan Wester und Bjørn Rønningen reaktiviert. Auch die Undercover-Agentin Gisela, die nach dem letzten großen Einsatz von Hunter das Land verlassen und untertauchen musste, wird auf merkwürdige Weise in den Fall hinein gezogen.

Die Spezialeinheit verfolgt eine immer komplexer werdende Spur, die von einem norwegischen Prostituierten-Ring über schwedische Kriegsgewinnler, Waffenhändler und höchste politische Kreise bis hin zu Friedensverhandlungen in Südafrika führt. 23:30-00:30 • WDR

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