Der am 3. Februar 2008 1 verübte Brandanschlag in Ludwigshafen, bei dem neun türkischstämmige Bewohner ums Leben gekommen waren, soll neu aufgerollt werden. Im Zuge der Ermittlungen zur Zwickauer Terrorgruppe erhärtet sich zunehmend der Verdacht, dass der Brand doch von einem Rechtsextremisten gelegt wurde. Von Behörden und Politikern wurde damals ein ausländerfeindlicher Hintergrund schnell ausgeschlossen.
Nicht anders fielen auch die Ermittlungsergebnisse bei zehn Brandstiftungen zwischen dem 3. September 2006 und dem 3. September 2011 2 in Völklingen aus. Im Zentrum der Stadt wurden Wohngebäude, in denen vor allem türkischstämmige Einwanderer, aber auch Araber und Schwarzafrikaner lebten, in Brand gesteckt. Jetzt sollen auch diese Fälle neu aufgerollt werden, weil bei näherem Hinsehen auch hier der Verdacht naheliegt, dass diese Taten von Rassisten verübt wurden.
Allen diese Fälle haben gemeinsam, dass erst nach Medienberichten Sicherheitsbehörden sich gezwungen sehen, nun doch weitere Ermittlungen einzuleiten. Wieso sie einen fremdenfeindlichen Hintergrund zuvor ausgeschlossen haben, bleibt ihr Geheiminis. Möglicherweise haben sie den allgemeinen Konsens auch einfach nur falsch verstanden. „So etwas darf sich nicht wiederholen“ meint, dass solche Taten sich nicht wiederholen dürfen und nicht, dass man solche Taten unter den Teppich kehrt.
Was alles unter dem Teppich liegt, möchte ich – trotzt innererer Zerrissenheit – gar nicht wissen.