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[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

27.11.2011 – Braune Sumpf, Neonazi, Terror, Türken, Jerusalem, Rassismus, Somalia

TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV: Der braune Sumpf und die rechte Spur in NRW; „Gott will es!“ Gottfried von Bouillon und der Erste Kreuzzug; Oliviero Toscani – Bilderwut; Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen; One Day in Europe; Somalia ? Das vergessene Land

VONÜmit Küçük

DATUM27. November 2011

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Cosmo TV
Der braune Sumpf – Moderation Till Nassif – Themen: Die rechte Spur in NRW – Taten, die heute der NSU zugeordnet werden; Die verletzte türkische Seele – ein zweites Solingen; Die Angst in Dortmund – Eine Familie wird von Neo-Nazis aus der Stadt gemobbt; Studiogast: Andreas Speit, Autor

Ein ganzes Land wundert und fragt sich – warum wurde der rechte Terror unterschätzt? Dabei warnen seit Jahren Sozialarbeiter, Opferstelle und engagierte Menschen vor zunehmender rechter Gesinnung und Gewalt – nicht nur in Ost-Deutschland. Auch Cosmo TV berichtet seit Jahren über offene und versteckte Gewalt von rechts.

Jetzt wird bekannt: Zumeist Türken waren über Jahre im Fadenkreuz der Neo-Nazis Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Der Staat konnte das nicht verhindern, konnte nicht schützen. Je mehr Details ans Tageslicht kommen, desto deutlicher wird das Versagen der Verfassungsschützer. 07:30-08:00 • SWR BW, SWR RP, SWR SR

„Gott will es!“
Gottfried von Bouillon und der Erste Kreuzzug – Macht- und beutegieriger mittelalterlicher Haudegen oder wackerer Kreuzritter, Verfechter des Christentums und erster König Jerusalems – wer war Gottfried von Bouillon wirklich? Die Filmemacher folgen den Spuren der Kreuzfahrerlegende.

Am 18. Juli 1100 stirbt Gottfried von Bouillon in Jerusalem. Vier Jahre zuvor war der Reichsfürst Niederlothringens dem Aufruf von Papst Urban II. gefolgt und hatte seine Mannen in den Ersten Kreuzzug geführt. Von seinem Herzogtum aus durchquert sein Heer, der Donau folgend, Deutschland. Hier kommt es vermutlich zu einem Pogrom an der jüdischen Bevölkerung von Worms und Regensburg. Über Ungarn und den Balkan zieht der Tross weiter bis zum Bosporus. In Konstantinopel trifft er mit den anderen Kreuzfahrern aus der Provence und der Normandie zusammen. Von dort aus kämpft sich Gottfried nach Palästina durch.

Der Erste Kreuzzug ist der einzige, der Jerusalem tatsächlich erreicht. Die Eroberung der Heiligen Stadt geht mit einem unvergleichlichen Blutbad einher, das sich über Jahrhunderte in das kollektive Gedächtnis der muslimischen Völker eingräbt. Am Tag nach dem Massaker soll Gottfried zum „König von Jerusalem“ ernannt werden. Er lehnt jedoch ab. Als weltlicher Vertreter der päpstlichen Macht nimmt er den Titel „Beschützer des Heiligen Grabes“ an.

Aber wer war Gottfried von Bouillon wirklich? Die Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Figur wirft unzählige Fragen auf: Warum steht heute noch in den Schulbüchern, dass er der erste König Jerusalems war? Warum wird für ihn ein falscher Geburtsort angegeben? Ist es möglich, dass sich französischsprachige Verfechter eines einheitlichen Belgiens heute noch in aller Legitimität auf den Kreuzfahrer berufen? Welche Rolle spielte dieser „belgische“ Held für die christlich-abendländische Vorstellungswelt vom Mittelalter bis in die Gegenwart? Und wie erscheinen die Kreuzzüge – und die Figur Gottfrieds von Bouillon – im kollektiven Gedächtnis von Türken und Arabern? Die Dokumentation sucht nach Antworten.

Hintergrundinformationen:
Die Filmemacher Nathalie Fritz und Jacques Martin folgen bei ihren Ermittlungen den Spuren der Kreuzfahrerlegende und bedeutenden Figur der christlich-abendländischen Vorstellungswelt in Form eines Roadmovies von Boulogne nach Jerusalem. Sie gehen dem Mythos genauer auf den Grund, fördern wahre Begebenheiten zutage und deuten die Wirkung der Figur Gottfried von Bouillon bis in die heutige Zeit. 15:35-16:35 • arte

Oliviero Toscani – Bilderwut
Dokumentarfilm – Er hat Themen wie Aids, Flüchtlingselend oder Rassismus in die Werbung geholt. Die Anzeigen und Plakate haben weltweit heftigste Proteste ausgelöst, viele sind verboten worden. Der Film porträtiert den heute 68-jährigen Italiener.

Wer erinnert sich nicht an das großformatige Werbeplakat mit dem blutdurchtränkten T-Shirt eines kosovarischen Soldaten mit dem grünen Button von United Colors of Benetton links unten im Bild? Oder an die weiß gekleidete Nonne, die einen schwarz gekleideten Priester küsst, den ausgemergelten jungen Mann, gezeichnet von der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids, sowie das magersüchtige Modell, das für eine italienische Modemarke wirbt?

Krieg, Zölibat, Krankheit und Magersucht – Reizthemen in Bilder gefasst, die auf der ganzen Welt heftig diskutiert wurden. Sie alle stammen von Oliviero Toscani, dem Vorreiter gezielter Antiwerbung. Seine aggressive, politisch inkorrekte Werbefotografie verursachte ästhetische wie inhaltliche Aufschreie.

Der Film porträtiert den heute 68-jährigen Italiener. Er zeigt den vom Bauhaus beeinflussten Künstler, dessen Karriere mit Modeshootings für Firmen wie Fiorucci und Armani begann. Und den Privatmann, der sich 2001 mit Benetton überworfen hat und seitdem auf eigene Faust Werbekampagnen jenseits des Mainstreams initiiert, die immer wieder für heiße Diskussionen sorgen. Die Sendung blickt auf Toscanis Leben und schaut ihm bei der Entstehung aktueller Arbeiten über die Schulter.

Ein Film von Peter Scharf und Katja Duregger. 16:35-17:20 • arte

Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen
6/6, Der Buddhismus – Architektur und Kunst waren schon immer Ausdruck spiritueller Sehnsüchte: Megalithe, Moscheen, Tempel, Kathedralen und andere Meisterwerke entstanden und entstehen noch immer in allen Religionen. Die sechsteilige Dokumentarreihe zeigt die kulturellen Errungenschaften der großen Weltreligion – vom Heidentum, über den Judaismus, das Christentum, den Islam, den Hinduismus bis zum Buddhismus. 19:30-19:55 • BR-alpha

One Day in Europe
Fernsehfilm (Gesellschaftskomödie – Gesellschaft allgemein) – Es ist der Tag des Champions League-Finales zwischen Galatasaray Istanbul und Deportivo La Coruña: In Moskau strömen die Fans in den Farben ihrer Mannschaften ins Olympiastadion, überall in Europa versammeln sich die Fußballbegeisterten vor den Fernsehern. Währenddessen wird die englische Kunsthändlerin Kate in einem Moskauer Hinterhof überfallen. Koffer, Handy, Karten – alles weg. Ein Glück, dass die patente Rentnerin Elena den Vorfall beobachtet hat und Kate zu sich in die Wohnung bittet. Keine spricht die Sprache der anderen – aber sie verstehen sich blendend. Währenddessen kümmert sich der Berliner Student Rokko in Istanbul um die abschließende Reisefinanzierung seiner Türkei-Tour. Wozu hat man eine Versicherung? Doch der perfekt schwäbelnde Taxifahrer Celal, den Rokko nach einem vorgetäuschten Überfall im Stadtteil Kumkapi wild gestikulierend zu Hilfe ruft, erweist sich als empfindliche Störung des perfekten Plans. Währenddessen ist der ungarische Geschichtslehrer Gabor am Ende seines langen Pilgerwegs angelangt, der Kathedrale von Santiago de Compostela. Ausgerechnet hier, im Angesicht der Puerta Santa, wird ihm die Digitalkamera gestohlen, in der alle Stationen der Pilgerreise dokumentiert sind. Währenddessen läuft es in Berlin gar nicht gut für das französische Straßenkünstlerpaar Claude und Rachida. Die Begeisterung des Publikums ist zwar groß, die Einnahmen aber sind spärlich. Claude sieht sich gezwungen, zum Äußersten zu greifen. Wo aber kann man sich in Berlin so glaubwürdig überfallen lassen, dass die Versicherung auch zahlt? Sendelänge 87 Minuten 20:15-21:40 • ZDFkultur



Somalia ? Das vergessene Land

Somalia steht als einsames Beispiel für den ,,failed state“, den gescheiterten Staat. Somalia, das vergessene, verborgene Land – eine sogenannte ,,No-Go-Zone“ für Ausländer weißer Hautfarbe. Film von Jörg Brase 22:30-23:15 • PHOENIX

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