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Danke, dass Sie gekommen sind, sich mit Ihrem Fleiß und Ihrer Kraft für unser Land eingesetzt haben, und danke, dass Sie geblieben sind.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Anlässlich „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“, 28.03.11, Hannover

TV-Tipps des Tages

25.11.2011 – Ausländer, Türken, Terror, Afghanistan, Nahen Osten, Neonazi

TV-Tipps des Tages sind: Meine Bude… Zweiteilige Dokumentation von Werner Kubny, Per Schnell und Günter Bäcker; Der Junge Mir: Zehn Jahre in Afghanistan; The Way of War – Tag der Vergeltung; Kontrovers – Das Politikmagazin: Rechter Terror: Neue Spuren im Heilbronner Polizistenmord; Cosmo TV: Der braune Sumpf

Meine Bude…
Dokumentation – Zweiteilige Dokumentation von Werner Kubny, Per Schnell und Günter Bäcker

Die Bude, das Büdchen, der Kiosk – das ist ein wesentlicher Bestandteil des Alltags in Nordrhein-Westfalen. Mehr als die Hälfte aller bundesdeutschen Buden befinden sich im Ruhrpott, ein guter Teil der übrigen Kioske im Rheinland. Mit diesen Trinkhallen verbindet sich pralle Sozial- und Alltagsgeschichte. Sie sind das letzte Stück „living history“ aus dem Industriezeitalter, früher waren die Pächter der Buden häufig Arbeitsinvaliden, heute sind es oft Türken, Italiener oder Griechen mit und ohne deutschen Pass; auffallend viele attraktive Kioske werden von Frauen geführt.

Die Trinkhalle ist kommunikatives und soziales Zentrum in einem Stadtteil, generationenübergreifend; hier erfährt man alles wirklich Wissenswerte aus der nächsten Umgebung und hier kann man schnell und unkompliziert Teil einer ganz besonderen Gemeinschaft werden. Viele Kinder dürfen „anne Bude“, „am Büdchen“ zum ersten Mal allein einkaufen – meist die gemischte bunte Tüte -, Pendler trinken dort morgens ihren ersten Kaffee oder nach Feierabend das erste Bier, Handwerker treffen sich hier in der Pause und Rentner tauschen hier die Erinnerungen an große Zeiten aus. Und das ist längst nicht alles…

Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Werner Kubny hat zusammen mit Per Schnell und Günter Bäcker aus der Vielzahl der Buden und Büdchen einige besonders originelle ausgewählt und die Besitzer und Besucher mit der Kamera beobachtet.

In der zweiten Folge stehen die Buden im Ruhrgebiet im Mittelpunkt. Hier gibt es so viele und so viele, die hoch geschätzt werden, dass es mittlerweile sogar eine „Kiosk-Wallfahrt“ gibt! Lioba Albus stellt ihre Lieblingsbude und deren Besitzerin vor, Frank Goosen eine der typischsten Wurstbuden im Revier. Wir lernen Michael Mangelmans in Mülheim kennen, der aus einem verrufenen Säufertreff eine quirlende Nachbarschaftszentrale gemacht hat, Renate Feugmann auf dem Wattenscheider Markt, deren Stammkunden sich um sie sorgen, sobald sie mal ihre Bude verlässt, und Almuth Boyen, bei der langjährige Stammkunden sogar ein Mittagessen nach Hause gebracht bekommen, wenn es ihnen nicht gut geht. Und sie alle sagen: „Meine Bude ist mein Hobby und meine Kunden sind meine Freunde.“ Und man ahnt, wie gut es ist, dass es diese kleinen Inseln voller Herz und Heimat immer noch gibt. 20:15-21:00 • WDR

Der Junge Mir
Zehn Jahre in Afghanistan – Als Achtjähriger lief der fröhliche und unbeschwerte Junge Mir dem renommierten Filmemacher Phil Grabsky in Afghanistan vor die Kamera.

Seit 2001, als Filmemacher Phil Grabsky den neugierigen Mir – der Name bedeutet „Frieden“ und „Welt“ auf Russisch – zufällig traf, hat sich Afghanistan sehr verändert. So sind in Kabul die Wracks von abgeschossenen Flugzeugen inzwischen verschwunden, die Ruinen an den Straßen von Apartmenthäusern und Shopping-Malls, neuen Hotels und schicken Restaurants ersetzt. Vieles ist aber auch gleich geblieben. Gewalt terrorisiert nach wie vor den Alltag.

Opiumlords beherrschen mit ihren privaten Armeen den Süden und Osten. Den Norden durchdringen wieder verstärkt die Taliban. Und trotz internationaler Überwachung gibt es Selbstmordattentate, Entführungen und tödliche Angriffe.

Der Dokumentarfilm beginnt im Jahr 2002, kurz nach dem Ende des Taliban-Regimes. Mir und seine Familie hatten sich damals in eine Höhle neben den zerstörten Buddhas von Bamiyan gerettet. Nach einem Jahr konnten sie wieder in ihr Dorf in einem Wüstengebiet im Norden Afghanistans zurückkehren. Der neunjährige Mir bewegt sich voller Lebenslust unbeschwert zwischen all den Problemen der Erwachsenen. Mit zunehmendem Alter verliert er diese Unbekümmertheit.

In der Schule, die mit internationaler Hilfe errichtet wurde, strengt er sich an, denn er möchte Lehrer werden. Er wird zerrissen vom Anspruch der Familie für den Lebensunterhalt zu sorgen und seinen eigenen Wünschen für die Zukunft. Als Teenager werden ihm dann Motorräder und der Spaß mit Freunden wichtiger. Er möchte nun nicht mehr Präsident von Afghanistan oder Lehrer werden, es genügt ihm, nicht im Kampf zu fallen.

Filmemacher Phil Grabsky fragt, was sich in dieser Dekade in Afghanistan geändert hat. Was haben der Einsatz der USA und der Nato-Alliierten dem Land gebracht? Wird Mir als Opiumbauer oder Soldat enden? Und kann der fatale Kreislauf aus Krieg und Opium je unterbrochen werden?

Hintergrundinformationen:
„Der Junge Mir“ ist das Porträt einer Familie in Afghanistan voller Härte und Bitterkeit, aber auch voller Humor und Zärtlichkeit von dem britischen Filmemacher Phil Grabsky, der für seinen Film „The Boy who Plays on the Buddhas of Bamiyan“ über das erste Jahr seiner Bekanntschaft mit Mir zahlreiche internationale Preise gewonnen hat. 22:40-00:10 • arte

The Way of War – Tag der Vergeltung
Spielfilm – Der Elitesoldat David Wolfe – verkörpert von Oscar-Preisträger Cuba Gooding jr – wird mit zwei Kameraden auf eine streng geheime Mission in den Nahen Osten geschickt. Das Vorhaben gelingt, doch nur Wolfe kommt mit dem Leben davon.

Am Silvesterabend tritt der amerikanische Verteidigungsminister vor die Mikrofone im Weißen Haus und verkündet eine vermeintliche Erfolgsmeldung: Drei Soldaten, die bei ihrem Einsatz ums Leben kamen, sei es gelungen, im Nahen Osten den Top-Terroristen „Ace of Spades“ unschädlich zu machen. Die Botschaft ist klar und eindeutig: Hier handele es sich um einen weiteren Schritt, aber nicht um das Ende im Kampf gegen den Terror. Doch unmittelbar nach seiner Ansprache erfährt der Minister, dass einer der beteiligten US-Elitesoldaten überlebt hat und sich auf dem Weg nach Washington befindet. Dieser Mann ist David Wolfe und sein Wissen könnte der Regierung enormen Schaden zufügen. Daher soll er unter allen Umständen gefasst und ausgeschaltet werden. Doch Wolfe, der während seiner militärischen Ausbildung zur eiskalten Kampfmaschine gemacht wurde, verfolgt ganz eigene Ziele. Als er verzweifelt feststellen muss, dass seine zukünftige Frau Sophia vom Geheimdienst ermordet wurde, sinnt der desillusionierte Soldat auf Rache, während er noch einmal die dramatischen Bilder der jüngsten Vergangenheit vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt. Bei einer gewaltsamen Konfrontation mit den ihn verfolgenden Bundesagenten kommt ihm dann der alternde Ladenbesitzer Mac zu Hilfe und versteckt Wolfe in seiner Wohnung. Mac weiß nicht, wen er vor sich hat, doch er ahnt, dass dieser Unbekannte in großer Gefahr schwebt und eine persönliche Mission zu erfüllen hat. Er lässt seine Kontakte spielen und arrangiert ein konspiratives Treffen in dem illegalen Box-Club „Underground“. Hier trifft Wolfe schließlich auf seinen größten Gegenspieler und die wahren Hintergründe eines auf höchster Ebene eingefädelten Militärkomplotts kommen ans Licht.

Hintergrundinformationen:
Wer hat ein Interesse daran, dass Kriege geführt werden, und welches Interesse könnte dies sein? Im Gewand eines dramatischen Actionthrillers stellt der Film Fragen über den Sinn und Zweck kriegerischer Handlungen im Dienste einer demokratischen Grundordnung und beschäftigt sich mit den Auswirkungen, die gezielte Tötungsmissionen auf das daran beteiligte Personal haben. Um dieser Thematik auf den Grund zu gehen, benutzt Regisseur John Carter eine Rückblendenstruktur, bei der sich die Motive der gegnerischen Seite nur schrittweise erschließen, was dem Erzählton eine hohe Intensität verleiht – und für atemlose Spannung sorgt. Oscar-Preisträger Cuba Gooding jr. („Jerry Maguire – Spiel des Lebens“, „Boyz n the Hood – Jungs im Viertel“) läuft in seiner Rolle des einsamen, seiner Ideale beraubten Kämpfers zur Hochform auf. 00:00-01:25 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

Kontrovers – Das Politikmagazin
Themen: Radarkontrollen: Viele Fehler bei Bußgeldbescheiden; Städtische Kliniken: Krankenhaus-Ärzte schlagen Alarm; Gegen den Wind: Bürger ziehen bei Energiewende nicht mit; Rechter Terror: Neue Spuren im Heilbronner Polizistenmord; Wahnsinn: Willkür, Widersinn, Wurstigkeit; Nachschlag: Was sonst noch geschah…

Radarkontrollen: Viele Fehler bei Bußgeldbescheiden
Strafe für Raser muss sein! Doch was, wenn falsch gemessen wird? Bußgeldbescheide sind voller Fehler, sagt eine aktuelle Blitzer-Studie. Kontrovers über eine unglaubliche Behördenschlamperei.

Städtische Kliniken: Krankenhaus-Ärzte schlagen Alarm
Seit Jahren schreiben die städtischen Kliniken in München rote Zahlen. Mit immer neuen Sparmaßnahmen soll die Wirtschaftlichkeit verbessert werden. Das hat schwerwiegenden Folgen. Ärzte berichten: Leib und Leben der Patienten ist gefährdet!

Gegen den Wind: Bürger ziehen bei Energiewende nicht mit
Bisher kommen gerade mal 0,6 Prozent des bayerischen Stroms aus Windenergie. Mit der Energiewende soll dieser Anteil auf bis zu zehn Prozent steigen. Neue Windräder werden in ganz Bayern geplant – doch vielerorts formiert sich Widerstand.

Rechter Terror: Neue Spuren im Heilbronner Polizistenmord
Die Mörder der Heilbronner Polizistin kannten ihr Opfer nicht, so die Ermittler. Bei dieser Darstellung blieben die Behörden auch nach der Enttarnung der Zwickauer Terrorzelle. Bis jetzt. Kontrovers mit neuen Erkenntnissen.

Wahnsinn: Willkür, Widersinn, Wurstigkeit
Windige Geschäftemacher oder kommunikationsgestörte Call Center, sture Bürokraten und uneinsichtige Behörden: Der Wahnsinn lauert immer und überall. Und unser Wahnsinn-Team ist ihm für Sie auf der Spur!

Nachschlag: Was sonst noch geschah…
Nicht nur die großen Geschichten sind es wert, erzählt zu werden. Manchmal sind es auch die kleinen am Rande. Über verirrte und verwirrte Politiker, über erstaunliche Auftritte und unglaubliche Fehltritte. Unser Nachschlag mit den Highlights der Woche! 00:30-01:00 • EinsExtra

Cosmo TV
Der braune Sumpf – Moderation Till Nassif . Themen: Die rechte Spur in NRW – Taten, die heute der NSU zugeordnet werden; Die verletzte türkische Seele – ein zweites Solingen; Die Angst in Dortmund – Eine Familie wird von Neo-Nazis aus der Stadt gemobbt; Studiogast: Andreas Speit, Autor

Ein ganzes Land wundert und fragt sich – warum wurde der rechte Terror unterschätzt? Dabei warnen seit Jahren Sozialarbeiter, Opferstelle und engagierte Menschen vor zunehmender rechter Gesinnung und Gewalt – nicht nur in Ost-Deutschland. Auch Cosmo TV berichtet seit Jahren über offene und versteckte Gewalt von rechts.

Jetzt wird bekannt: Zumeist Türken waren über Jahre im Fadenkreuz der Neo-Nazis Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Der Staat konnte das nicht verhindern, konnte nicht schützen. Je mehr Details ans Tageslicht kommen, desto deutlicher wird das Versagen der Verfassungsschützer. 02:25-03:00 • EinsExtra

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