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TV-Tipps des Tages

22.11.2011 – Asien, Dritte Reich, Terror, NPD, Neonazi, Muslime, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Asiens Länder, Asiens Lieder; Geheimnisse des „Dritten Reichs“; Report Mainz: Die NPD und der Terror: Parteifunktionäre mischten im gewalttätigen „Thüringer Heimatschutz“ mit; Das Wartezimmer zum Himmel:

VONÜmit Küçük

DATUM22. November 2011

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Asiens Länder, Asiens Lieder
2/3, Die Stimme der Steppe – Charakteristisch für Zentralasien ist die Wüste. Im kargen Ozean aus Sand lebt auch Maria mit ihrem Sohn, 25 Kilometer von der nächsten Stadt und 70 Kilometer vom nächsten Brunnen entfernt.

Die beiden bieten Essen, Unterkunft und Ausflüge für Wüstentouristen an. Während die Touristen mit Sohn Alisher die Wüste erkunden, bereitet Maria das Abendessen für sie vor. Maria singt dabei ein Scherzlied von Frauen, die auf ihre geliebten Männer warten. In Usbekistan gibt es zahlreiche „Lapar“ genannte Volkslieder. Es gibt keine ausgeprägte Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen, doch kümmern sich meistens die Männer um die Kamele und holen Wasser. Während ihr Sohn mit den Kamelen unterwegs ist, muss Maria alle Hausarbeiten erledigen, dazu gehört auch das Sammeln von Brennholz. Für Pausen bleibt keine Zeit. Durch lautes Singen vertreibt sie ihre Einsamkeit in der weiten Wüste.

Nukus ist die Hauptstadt der Autonomen Teilrepublik Karakalpakstan im Westen Usbekistans. Die traditionellen Musiker in Usbekistan heißen „Bakshis“. Sie spielen Instrumente aus Stein, Holz und Pferdehufen. Wenn das karakalpakstanische Lied „Karazorga“ gespielt wird, meint man, eine Gruppe rennender Pferde zu hören. Hochzeiten zählen in Usbekistan zu den größten Ereignissen. Während die Männer sich versammeln, um sich vorzubereiten, sorgen die Frauen für das Essen. Die Tanten der Braut singen ein Lied, mit dem sie dem Brautpaar ein langes gemeinsames Leben wünschen, und die Bakshis beginnen zu spielen. Vielleicht sind es die Musik und der Tanz, die den Usbeken die Kraft geben, das Leben in der heißen Wüste zu ertragen.

Der Yssykköl-See in Kirgistan ist die Oase Zentralasiens. Er liegt 1.600 Meter über dem Meeresspiegel, ist 60 Kilometer breit und 180 Kilometer lang und nach dem Titicacasee in Südamerika der zweitgrößte Gebirgssee der Welt. Händler, die auf der Seidenstraße unterwegs waren, sollen hier gerne Rast eingelegt haben. Inzwischen wohnen hier kaum noch Menschen. Die Nomaden sind in die Steppe gezogen. Sie züchten Pferde und spielen das traditionelle Zupfinstrument Komuz, mit dem alle Kirgisen vertraut sind. Dazu singen sie ein Lied über wunderschöne Vögel, die am Yssykköl leben und ihn nicht verlassen können.

Die kirgisische Stadt Naryn liegt mehr als 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Auch hier spielen die Kirgisen auf der Komuz, deren Klänge an die Musik der Mongolei, Chinas und Usbekistans erinnern und Bilder von Wind und Wasserfällen heraufbeschwören. Die Komuz ist das typische Instrument Kirgistans. Erfunden wurde es von Nomaden in der Mongolei und es verbreitete sich bis nach China. Land und Städte Zentralasiens mögen karg erscheinen, doch in den Liedern der Region ist die Natur immer fruchtbar und schön. Die Musik macht das Leben erträglich und spendet Hoffnung.

Hintergrundinformationen:
Die musikalische Reise durch sechs Länder Zentralasiens führt von den weiten Steppen der Mongolei bis an die Schwarzmeerküste in Georgien. Die dreiteilige Dokumentationsreihe entdeckt dabei Asiens Identität in seinen Liedern. Sie beginnt in der Mongolei und führt entlang der alten Seidenstraße nach China. Schließlich präsentiert sie verschiedene Städte in Georgien und in der Türkei. ARTE zeigt die dreiteilige Reihe von Montag, den 21. November, bis Mittwoch, den 23. November, jeden Abend gegen 18.10 Uhr.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der Reihe stehen die zentralasiatischen Länder Usbekistan und Kirgistan, deren Musik und Lieder erzählen von Wind, Sternen und der erbarmungslosen Wüste. 18:15-19:00 • arte

Geheimnisse des „Dritten Reichs“
Dokumentation (Kultur – 3. Reich (1933-1945)) – Film von Christian Frey – Seine Legende währte weit länger als das System, dem er lange treu ergeben diente: Erwin Rommel. Auf dem Höhepunkt seiner Erfolge ersetzte sein Ruf, so schien es, ganze Divisionen. Zu verdanken hatte er seine kometengleiche Karriere seinen Fähigkeiten – und seinem Förderer Adolf Hitler. Dann kamen die Niederlagen. Und am Ende das Zerwürfnis. Rommel – „Hitlers Lieblingsgeneral“ oder ein Mann, der am Ende sogar den Tyrannenmord guthieß?

Wie viele führende Offiziere verschloss auch er zunächst die Augen vor dem wachsenden Terror der Nationalsozialisten. Unter Führung ihrer Generalität war die Wehrmacht vom ersten Tag an ein verlässliches Instrument des Vernichtungs-krieges. Rommel hatte in dieser Hinsicht Glück: Er kämpfte vor allem in Afrika und nicht im Osten: Mit Kriegsverbrechen ist er nie ernsthaft in Verbindung gebracht worden, im Gegenteil. Wie kaum ein zweiter General hat er nachweislich verbrecherische Befehle unterbunden. Im Spannungsfeld zwischen Gehorsam und Gewissen, Verdrängung und Protest zog sich Rommel lange ganz auf seine militärische Funktion zurück. Bis in den Sommer 1944. Da brach er mit seinem Gönner Hitler. War er auch dafür, den Diktator zu beseitigen? Dafür liefert „Rommel – Mythos und Wahrheit“ neue Hinweise. Sicher ist: Erwin Rommel wusste genug von der Verschwörung, um dafür mit dem Leben zu bezahlen. 20:15-21:00 • ZDF

Report Mainz
Politikmagazin – Geplante Themen: Die NPD und der Terror: Parteifunktionäre mischten im gewalttätigen „Thüringer Heimatschutz“ mit. Die Rückkehr der Streubomben: Deutschland knickt beim Verbot der geächteten Waffen ein. Partei in Panik: Die FDP-Führung befürchtet eine Niederlage beim Mitgliederentscheid über den Euro. – Lisas Welt: Mutti ist die Beste! 21:45-22:15 • Das Erste (ARD)

Das Wartezimmer zum Himmel
Reportage – Mordopfer, Totgeburten, weibliche und männliche Leichen – das sind die Kunden von Taslims Beerdigungsinstitut in London. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind Muslime und müssen nach islamischer Tradition so schnell wie möglich beerdigt werden, am besten innerhalb von 24 Stunden.

Vater, Tochter und Sohn Taslim sind rund um die Uhr erreichbar. Trotz des ständigen Zeitdrucks sind sie meist gut gelaunt und mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humors gesegnet. Um bis zu 25 Tote pro Woche kümmert sich das Familienunternehmen. Dabei geht es nicht nur um Beerdigungen innerhalb Großbritanniens, sondern auch darum, möglichst schnell einen Flug nach Asien oder Afrika zu organisieren oder eingefrorene Leichen rechtzeitig zur Bestattung wieder aufzutauen. Stress und Chaos pur.

‚Taslims Funerals‘ wurde 1950 als erstes muslimisches Beerdigungsinstitut in England gegründet und gehört noch heute zu den wenigen, die sich um die Toten gemäß dem islamischen Glauben kümmern.

‚Das Wartezimmer zum Himmel‘ gibt einen seltenen, intimen Einblick in die Welt einer religiösen Minderheit in London. Der preisgekrönte Autor Heenan Bhatti führt die Zuschauer in die unbekannte Welt des Todes. Eine Welt, vor der viele Angst haben und mit der die meisten nichts zu tun haben wollen. Der Film überschreitet die Schwelle und lädt zum Mitweinen, aber auch zum Lachen ein. 22:00-22:30 • WDR

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