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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

TV-Tipps des Tages

13.11.2011 – Migranten, Hinduismus, Religion, Gastarbeiter, Türken, Hitler, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: west.art Talk: Die Parallelklasse – haben Migranten wirklich keine Chance; Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen; Ankunft München Gleis 11: Gastarbeiter und ihre Geschichten; Geheimnisse des „Dritten Reichs“: 2. Hitler und das Geld

VONÜmit Küçük

DATUM13. November 2011

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west.art Talk
Die Parallelklasse – haben Migranten wirklich keine Chance?

Vor 50 Jahren kamen die ersten türkischen Arbeiter zum Geldverdienen nach Deutschland. Heute leben hier Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Doch sind aus den „Gastarbeitern“ von einst wirklich gleichberechtigte Mitbürger geworden? „Nein“, behaupten die Autoren zweier soeben erschienener Bücher. Denn noch immer seien Zuwanderer und ihre Nachkommen benachteiligt. Ihr Fazit: Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen, gerade anlässlich seines Jubiläums mit einem Staatsakt gefeiert, war keineswegs der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Im Gegenteil!

Tatsächlich klafft vor allem im Bereich der Bildung eine enorme Lücke zwischen Zuwanderern und Deutschen ohne ausländische Wurzeln. Während rund 15 Prozent der Migranten keinen Schulabschluss haben, sind es im Rest der Bevölkerung nur zwei Prozent. Selbst die jungen Leute der zweiten und dritten Generation, hier geboren und groß geworden, haben deutlich geringere Chancen auf schulischen und beruflichen Erfolg. Besonders alarmierend: Der Anteil derjenigen, die keine Berufsausbildung haben, ist unter jungen Türken in den letzten Jahren sogar gestiegen. Woran liegen diese Unterschiede? An Herkunft, Status, Milieu? Was ist aus dem hehren Ziel der Chancengleichheit geworden? Schottet sich die deutsche Mehrheitsgesellschaft ab? Und wie lassen sich die Hürden überwinden? Darüber diskutiert Holger Noltze am 13. November live im WDR-Foyer mit seinen Gästen:

Muammer Akin
„Wir sind für alle Kinder offen“, betont der Leiter der privaten Bil-Schule in Stuttgart, die von deutsch-türkischen Eltern als Alternative zum staatlichen Bildungsangebot gegründet wurde.

Patrick Bauer
Was ist eigentlich aus meinen alten Klassenkameraden geworden? Bei der Suche nach seinen früheren Mitschülern erkennt der Journalist: Die Chancengleichheit ist eine Chimäre.

Serap Cileli
„Ich kämpfe gegen Zwangsehe und Ehrenmord.“ Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich die Frauenrechtlerin für Integration und gegen die Tolerierung von Menschenrechtsverletzungen bei muslimischen Einwanderern.

Mehmet Daimagüler
Die Integrationsbereitschaft der Türken scheitert an der fehlenden Integrationsoffenheit der Deutschen, meint der Jurist und Volkswirt. In seinem Buch „Kein schönes Land in dieser Zeit“ rechnet er mit seiner deutschen Heimat ab.

Sema Meray
Den Konflikt zwischen Integration und Tradition kennt die Schauspielerin und Autorin aus ihrer eigenen Familie. Er ist auch das Thema ihres Theaterstücks „Wegen der Ehre“. 11:00-12:25 • WDR

Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen
5/6, Der Hinduismus – Architektur und Kunst waren schon immer Ausdruck spiritueller Sehnsüchte: Megalithe, Moscheen, Tempel, Kathedralen und andere Meisterwerke entstanden und entstehen noch immer in allen Religionen.

Die sechsteilige Dokumentarreihe zeigt die kulturellen Errungenschaften der großen Weltreligion – vom Heidentum, über den Judaismus, das Christentum, den Islam, den Hinduismus bis zum Buddhismus. 19:30-19:55 • BR-alpha

Ankunft München Gleis 11
Gastarbeiter und ihre Geschichten – Sie kamen aus Italien, Griechenland, der Türkei oder Jugoslawien. Eigentlich hatten die so genannten Gastarbeiter wenig gemeinsam. Doch ein Bild haben sie alle im Kopf: das Gleis 11 und den Tiefbunker im Münchner Hauptbahnhof.

Dieser Ort war Dreh- und Angelpunkt für ein wichtiges, aber oft wenig beachtetes Kapitel der deutschen Geschichte: die Anwerbung der Gastarbeiter seit 1955. Mehr als zwei Millionen wollten sich eine bessere finanzielle Basis für das Leben in der Heimat erarbeiten und wieder zurückkehren. Doch im Laufe der Jahre wurden aus vielen der „Gäste“ Bürger. Heute blicken sie auf ein arbeitsreiches Leben bei Siemens oder BMW, beim Bau der U-Bahn oder des Olympiastadions, in Textil- oder Fischdosenfabriken zurück. Ohne diese Gastarbeiter wäre das deutsche Wirtschaftswunder so nicht möglich gewesen.

„Wir dachten, wir bleiben nur ein Jahr“, erinnert sich Hüseyin Demirkol an die Trennung von seinen drei Töchtern. Dass er in Deutschland bleiben würde, ahnte er damals ebenso wenig wie Nicolo Pau, der sich nur eine Ducati verdienen wollte, als er 1960 als junger Mann aus Sardinien nach München kam. Oder die Griechin Anna Lackner, die einen Deutschen heiratete, die beiden gemeinsamen Kinder dann aber alleine großzog. Milena Brecelj aus Slowenien suchte neue Herausforderungen und traf fern ihres Heimatlandes ihren slowenischen Ehemann Vero.

In dem Film „Ankunft München Gleis 11“ erzählen diese vier Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Generation, welche Träume sie mitbrachten, wie es ihnen anfangs in Deutschland erging und warum sie blieben. Der frühere Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel und der ehemalige Arbeitsvermittler Hans-Jörg Eckhardt ergänzen die Erinnerungen aus deutscher Perspektive. 22:45-23:30 • BR

Geheimnisse des „Dritten Reichs“
Dokumentation (Kultur – 3. Reich (1933-1945)) – ZDF-History – Film von Alexander Berkel und Stefan Brauburger – Die von Hitler selbst gestrickte Legende vom asketischen, opferbereiten, selbstlosen „Führer“ im Dienste seines Volkes, der sogar auf sein Gehalt als Reichskanzler verzichtet habe, ist so langlebig wie falsch. Der NS-Agitator verfügte viel früher und umfassender über Geldquellen, als noch lange nach dem Ende der NS-Zeit angenommen. Er hatte mächtige Gönner, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Ohne Korruption, Willkür und mächtige verheimlichte Geldgeber wäre Hitlers Weg zur Macht nicht vorstellbar gewesen. Heute lässt sich nachweisen, wie ungeniert sich Hitler bediente und bedient wurde. Als er 1945 Selbstmord beging, war er ein schwerreicher Mann. Schon zu Beginn seiner „Karriere“ verfügte Hitler über genügend Einkünfte – wohlhabende Spender aus der Industrie finanzierten ihn heimlich. Als er an der Macht war, schien der Geldstrom kein Ende mehr zu nehmen: Acht Millionen Reichsmark flossen als Tantiemen für sein Buch „Mein Kampf“ – das Machwerk wurde vom Staat als Geschenk an alle Neuvermählten überreicht. Anteile am Verkauf von Briefmarken mit Hitlers Porträt, Einnahmen von Fotos, auf denen er abgebildet war, Erbschaften von Parteigenossen – all das floss in die Taschen des Reichskanzlers und „Reichspräsidenten“, der zudem ab 1934 für beide Ämter Vergütungen kassierte. Schon früh wurde er auch aus dem Ausland unterstützt – etwa von Henry Ford, der seit 1922 spendete. Später überwiesen auf Geheiß des US-Industriellen die deutschen Ford-Werke jährlich 50 000 Mark als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto. Zahlreiche deutsche Großunternehmen, die mit Zuwendungen die Gunst des Diktators erkaufen wollten, bemühten sich nach dem Krieg, kompromittierende Spuren zu verwischen. Doch gerade die „Adolf Hitler-Spende der deutschen Industrie“ brachte zwischen 1933 und 1945 insgesamt 700 Millionen Reichsmark in einen Fonds, der zur „persönlichen Verfügung des Führers“ stand. Daraus stammten die 100 Millionen Mark, mit denen Hitler das „Führergebiet Obersalzberg“ ausbauen ließ, noch einmal 100 Millionen flossen zudem in den Aufbau einer Kunstsammlung für das geplante „Führer-Museum“, das in seiner Heimatstadt Linz entstehen sollte. Wer gehörte alles zu den Spendern? Für welche Zwecke nutzte der Diktator sein Geld? Und wo ist sein Vermögen nach dem Krieg geblieben?

Die Dokumentation zeigt, wie Hitlers Reich zu einem kaum entwirrbaren System von Korruption und Bereicherung geriet, in dem auch Parteigänger und führende Militärs eingebunden waren. 23:30-00:15 • ZDF

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