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Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

TV-Tipps des Tages

04.11.2011 – Türkei, Zypern, Gastarbeiter, Muslime, Somalien, Integration, Römer

TV-Tipps des Tages sind: Reisewege Römerstraßen; Inseln des Mittelmeeres – Zypern; ZDF-History: Die Türken kommen! – Als Gastarbeiter in Deutschland; Mit Stahlrössern durch die Türkei; Cosmo TV extra: 50 Jahre Heimat in DeutschTürkland

VONÜmit Küçük

DATUM4. November 2011

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Reisewege Römerstraßen
3/4, Auf vergessenen Wegen durch den Balkan – Die Via Militaris – Von der Türkei durch Bulgarien.

Ausgehend von der bedeutendsten West-Ost-Achse Via Egnatia unternahmen die Römer Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus unter Kaiser Trajan Anstrengungen ihr Reich nach Norden hin zu erweitern.

Sie unterzogen das heutige Bulgarien einer sorgfältigen Territorialplanung, betrieben die Revitalisierung bestimmter Ballungszentren, gründeten neue Handelsplätze, vor allem aber schufen sie eine Infrastruktur durch Straßenbau. Unseren Reisewegen folgen der Via Militaris von Edirne über Plodiv und Sofia an die Donau. 11:00-11:45 • BR-alpha

Inseln des Mittelmeeres – Zypern
„Der Gedanke an die Teilung meiner Heimat hat schon immer meine künstlerische Arbeit beeinflusst“, erklärt Larkos Larkou. Der 35-Jährige ist Musiker und beschäftigt sich mit traditioneller zyprischer Musik.

Nach Öffnung der Demarkationslinie im Jahr 2003 gründete er die gemischtzyprische Band „Kyprogenia“. Für den griechischen Zyprer ist die Musik ein Weg mit der Teilung seiner Heimat umzugehen. Seit 1974 ist die drittgrößte Insel des Mittelmeeres geteilt in einen griechischen Süd- und einen türkisch besetzten Nordteil. Die Folgen der Invasion, bei der die türkische Armee mehr als ein Drittel der Insel besetzte, sind immer noch spürbar. Jeder dritte Zyprer wurde damals zum Flüchtling im eigenen Land. Viele hoffen bis heute auf die Rückkehr in ihre alte Heimat. Als Geburtsstätte der Liebesgöttin Aphrodite hielt Zypern Eingang in die großen Mythen der Antike. Südlich der Türkei gelegen, bildet sie seit jeher den Brückenkopf zwischen Orient und Okzident. Daher wurde die Insel über Jahrtausende von Eroberern stark begehrt. Griechen, Römer, Byzantiner, Kreuzfahrer und Osmanen bis zu den Briten – alle haben ihre Spuren hinterlassen. Eindrückliche Beispiele dafür sind die Ruinenstadt Koúrion, die Selimiye-Moschee in Nikosia – einst eine gotische Kathedrale – oder die Kreuzritterfestung Kantára, die am Eingang der Halbinsel Karpaz auf einem Berggipfel thront.

Daneben bietet Zypern auch eine beeindruckende Naturkulisse: zerklüftete Küstenabschnitte mit grandiosen Klippen, Sandbuchten und malerische Häfen. Auf den grünen Berghängen des Tróodos wächst seit Jahrtausenden Wein und machte Zypern als ersten kommerziellen Weinproduzent bekannt. Mehr als 300 Sonnentage pro Jahr bieten dafür optimale Bedingungen.

Wie aber gestaltet sich der Alltag der Menschen in Nord und Süd? Wie leben die Zyprer ihre Kultur und Tradition, wie gehen sie mit der jahrtausendealten Geschichte um, die immer wieder sichtbar ist?

Der Film porträtiert den Musiker Larkos Larkou und begleitet ihn in sein Heimatdorf im türkisch besetzten Norden. Das Team trifft den türkischen Fotografen Mehmet Sik, der mit seinen Fotos seit über 50 Jahren zyprische Geschichte dokumentiert. Nicht zuletzt zeigt der Film die Arbeit von Herodotos Herodotou, der in der Kulturlandschaft des Tróodos-Gebirge Wein keltert. Darüber hinaus gibt der Film Einblicke in die zyprische Küche. Im nordzyprischen Dorf Büyükkonuk sind hausgemachte Röhrennudeln eine besondere Spezialität. Im Süden stellt Loula Ioannou seit fast 30 Jahren den traditionellen Haloumi her, Zyperns gastronomisches Aushängeschild. 15:15-16:00 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

ZDF-History: Die Türken kommen! – Als Gastarbeiter in Deutschland
Dokumentation (Kultur – Zeitgeschichte von 1945-1989). Mit Guido Knopp. 17:45-18:30 • 3sat

Mit Stahlrössern durch die Türkei
Die Ufer des Bosporus in Istanbul trennen und verbinden Europa mit dem Orient. Von hier aus führen die Gleise der alten Bagdadbahn gen Osten: 1900 Kilometer lang geht es durch Anatolien bis zum Vansee, dem größten See der Türkei.

Er ist etwa sieben Mal so groß wie der Bodensee und wird mit einer Eisenbahnfähre überquert. Auch in der Westtürkei liegt am Aufstieg zum anatolischen Hochland ein einzigartiger Schienenweg: Der Film zeigt, wie der Kara Tren, der „Schwarze Zug“, sie nach acht Jahren zum ersten Mal wieder befahren hat. Gezogen von der restaurierten Dampflok 5 6548, genossen die Passagiere das Abenteuer in Güterwaggons. 20:15-21:00 • HR

Cosmo TV extra
50 Jahre Heimat in DeutschTürkland – Themen: Ein Zuhause für den Glauben; Der Diskotänzer; Der muslimische Sommelier; Die Gastarbeiterinnen; Wirtschaftsfaktor Türken

Ein Zuhause für den Glauben
Jahrzehnte haben die eingewanderten Muslime davon geträumt, in einem schönen Gotteshaus zu beten. Viele Jahre war ihr Ort für den Glauben eine karge Hinterhofmoschee. Die Merkez Moschee in Duisburg war für die türkischen Muslime ein Meilenstein, eine erste schöne und repräsentative Moschee. Auch in Köln sollen die türkischen Muslime bald ein eigenes Gotteshaus haben, auf das sie stolz sein können.

Der Diskotänzer
In den siebziger Jahren ist Selcuk Buacan ein junger Mann. Er lebt mit seinen türkischen Eltern in Köln. Der Vater arbeitet bei Ford am Fließband, macht Überschichten soviel wie möglich. Er ist ein richtiger Malocher, will sparen und in der Türkei ein Haus bauen. Selcuk Buacan will etwas ganz anderes.

Der muslimische Sommelier
Für einen gläubigen Muslim gilt: Das Konsumieren von Alkohol ist ein absolutes Tabu. Was aber, wenn der größte Traum eines jungen Muslims ist, Sommelier zu werden, Weine zu testen? Darf er das dann überhaupt?

Die Gastarbeiterinnen
Gastarbeiter in der ersten Generation – unser Bild sieht oft genug so aus: der Mann kam und hat Frauen und Kinder nachgeholt. Von den vielen Frauen, die sich selbstständig aus der Türkei auf den Weg gemacht haben, um hier zu arbeiten, ist kaum die Rede. Auch wenn sie geheiratet haben und Kinder kamen, blieben die meisten von ihnen im Job. * Wirtschaftsfaktor Türken
Den türkischen Dönermann oder Handyverkäufer um die Ecke kennt jeder. Aber türkische Unternehmer sind in Deutschland längst nicht mehr nur auf Mikro-Unternehmen fixiert. 02:35-03:05 • EinsExtra

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