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Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Deutsche Presse

22.10.2011 – Deutsch-Türkische Anwerbevertrag, Migranten, NPD, Türkei, PKK, Gaddafi

Deutsch-Türkische Anwerbevertrag: „Man könnte von einer Auswandererelite sprechen“; Türkei erinnert mit Zugfahrt an 50 Jahre Migration; Bischof Williamson gibt Juden Schuld an Jesus‘ Tod; Irak: Obama zieht Truppen noch 2011 ab; Gaddafis Witwe fordert UNO-Untersuchung; Türkei und Iran gehen gemeinsam gegen PKK Terroristen vor

Die Themen des Tages sind:

Der deutsch-türkische Anwerbevertrag wird am 31. Oktober fünfzig Jahre alt. Türkische Arbeitskräfte wurden aber doch schon vorher nach Deutschland geholt?

Mit einem Sonderzug von Istanbul nach München will die Türkei in der nächsten Woche an die vor 50 Jahren begonnene Migration nach Deutschland erinnern.

Ein Rechtsextremer kämpft für Toleranz: NPD-Chef Voigt wollte Urlaub in einem Luxushotel machen, bekam aber wegen seiner politischen Ansichten Hausverbot erteilt. Nun klagt er vor dem Bundesgerichtshof auf Gleichbehandlung.

Ein Befangenheitsantrag gegen Verfassungsrichter Udo Di Fabio wegen seiner politischen Äußerungen im Vorfeld des Verfahrens zum Euro-Rettungsschirm ist abgelehnt worden.

Bischof Williamson von der Piusbrüderschaft hat die Juden als Mörder Jesus bezeichnet. Die Konferenz Europäischer Rabbiner spricht von einer „Hassrede“.

In der Debatte über den Staatstrojaner werde abermals den Strafverfolgungsbehörden „in Bausch und Bogen misstraut, kritisiert der amtierende Generalbundesanwalt Griesbaum in der F.A.Z.

Silvana Koch-Mehrin kämpft weiter um ihren Doktorgrad: Schriftlich begründete sie gegenüber der Uni Heidelberg, warum sie gegen den Titelentzug Widerspruch eingelegt hatte.

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat den vollständigen Abzug der amerikanischen Truppen bis zum Ende des Jahres angekündigt. „Amerikas Krieg im Irak wird beendet sein“, sagte er im Weißen Haus.

Seit fast einem halben Jahrhundert zieht Eta eine Blutspur durch die Geschichte Spaniens. Nun haben die baskischen Fanatiker der Gewalt abgeschworen – ihr Fanatismus leuchtete zuletzt fast niemandem mehr ein.

In Misrata und Sirte ist die Freude über Gaddafis Tod groß. Aber die Anhänger des Gewaltherrschers könnten schon bald zurückkommen und Rache üben.

Einen Tag nach dem Tod des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi verzögern Unklarheiten über die Umstände seines Ablebens seine Beisetzung.

Die türkische Armee hat 22 Bataillone aufgeboten, um die PKK Terroristen im Norden Iraks anzugreifen. Der Einmarsch ist mit der kurdischen Autonomieregierung abgesprochen.

Die Türkei und der Iran haben ein gemeinsames Vorgehen gegen kurdische Separatisten der PKK angekündigt. Der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi reiste am Freitag unerwartet nach Ankara, wo er sich mit seinem Kollegen Ahmet Davutoglu traf.

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UN will Tod von Gaddafi aufklären

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3 Kommentare
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  1. politik.de sagt:

    Diese Woche jährt sich das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei zum fünfzigsten Mal. Aus diesem Anlass wollen wir diese Woche auf die Anwerbeverträge zurückblicken. Politik.de gibt durch ein Dossier, Interviews und Portraits einen Überblick über das Thema.

  2. Pragmatikerin sagt:

    Gerne werden beim Thema Anwerbeabkommen einige Dinge weggelassen oder einfach bewusst verschwiegen oder doch schön geredet.

    Derzeit werden die Türkischen Gastarbeiter mittlerweile als Grund für unser Wirtschaftwunder dargestellt.

    Das Wirtschaftswunder Deutschland begann bereits in den 50er Jahren, lange vor diesem Abkommen. Bereits 1966 bestand eine Rezession in Deutschland. Wir sprechen hier also von einem Zeitraum von knapp 5 Jahren. Geplant war auch nur ein Aufenthalt von 2 Jahren. Nach diesen 2 Jahren sollte ein Wechsel stattfinden.

    Da sich die Türkei Nationalisten, so muss ich die AKP leider derzeit nennen, gerne als Retter und „Trümmerfrau“ Deutschlands aufspielt, stelle ich die damalige Situation mal mit ein wenig mehr Hintergrundwissen dar.

    Jedem sollte die Kubakrise Anfang der 60er Jahre ein Begriff sein. Während dieser Zeit versuchten die Russen Atomraketen in Kuba zu stationieren. Damit die USA einen ähnlich strategisch guten Platz erhält um ihre Raketen zu positionieren, drängte man Europa, speziell die BRD dazu, die Türkei an Europa anzugliedern.

    Die hohe Arbeitslosenrate in der Türkei führte zu massiven Einwanderungen in die BRD. Diese Arbeitskräfte sollten nach Beendigung der Arbeit (2 Jahre) in Deutschland mit ihrem hier erlangten Fachwissen später der Türkei von Nutzen sein.

    Ich würde gerne mal den Nutzen erwähnen, den die Türkei von diesem Anwerbeabkommen hatte und hat.

    – Devisen fließen ins Land
    – Arbeitslosenrate enorm gesunken. ( Man stelle sich heute mal vor, 5 % derer die von Hartz 4 leben wandern jedes Jahr aus der BRD aus. Die positiven Aspekte wären wohl jedem hier klar)

    Dies war also kein einseitiges Geschäft.

    Die Folgekosten für uns heute sind fast untragbar.

    Hier im Anschluss noch zwei Zitate von zwei ehrlichen Politikern, welche die Tragweite bereits damals kannten.

    Helmut Schmidt: „Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze“! Die Zeit, 5. Februar 1982. „

    Die Grenze der Belastbarkeit Deutschlands durch Zuwanderung ist überschritten“. Otto Schily (SPD), Bundesinnenminister, in einem Interview Tagesspiegel, 15. November 1998

    = Heinz Kühn: „Ich wäre glücklich, wenn heute eine Million Türken wieder zurückgingen in ihre Heimat“! Der SPD-Politiker Heinz Kühn, erster Ausländerbeauftragter der Bundesregierung und zuvor langjähriger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, 1980 in einem Interview (Quelle: NZ, Nr. 8 – 14.2.92, S. 6

    Pragmatikerin

  3. AHA sagt:

    Tja, für eine kurze Zeit war es ein Geschäft das Beiden was brachte. Das ist aber schon lange vorbei. Jetzt überwiegt die Belastung und deswegen wird das Thema auch immer eines bleiben.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/integration/gastarbeiter-die-kunst-des-missverstehens-11502703.html



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