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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Interkulturelle Öffnung der Schule

Heterogenität und Mehrsprachigkeit sind die Regel, nicht die Ausnahme!

Kreativität, Kraft, Wissen und den Mut ein Leben lang lernen zu wollen, spielen eine besondere Rolle in der Entwicklung eines jungen Menschen zum Erwachsenensein. Welche Rolle spielt Migrationsbiographie in diesem Prozess?

VONAntonietta Patrizia Zeoli

 Heterogenität und Mehrsprachigkeit sind die Regel, nicht die Ausnahme!
Dr. Antonietta P. Zeoli, 1973, Dr. Phil., Studiendirektorin, Lehrbeauftragte an der Ruhr Universität Bochum Schulforschung / Schulpädagogik. Habilitandin Universität Bremen. Arbeitsschwerpunkte: Diversity Management Strategien im öffentlichen Dienst sowie die interkulturelle Ausrichtung öffentlicher Institutionen

DATUM18. Oktober 2011

KOMMENTARE17

RESSORTAktuell, Gesellschaft, Meinung

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What is true of race, gender, and religion is equally true of other aspects of identity. We are all members of different communities for different purposes at different times. Our tendency to define others by reference to any one particular characteristic can be problematic1

Die Debatte zur interkulturellen Öffnung von Schule, Unterricht und Lehrerkollegien wird von Begriffen wie: Multikulturalismus, Integration, Inklusion und im günstigsten Fall von Super Diversity2 getragen. Welche Zielgruppe ist eigentlich gemeint? Nach Schätzungen der International Organisation für Migration leben weltweit knapp 200 Millionen Migrantinnen und Migranten nicht im Geburtsland. Dies sind gut drei Prozent der Weltbevölkerung. Globalisierung, Klimawandel und wirtschaftliche Disparitäten werden zukünftig Aus- bzw. Zuwanderung verstärken. In den Schätzungen ist noch nicht die durch die Migrationserfahrung der Eltern geprägte Generation junger Menschen berücksichtigt. Wo vor zwanzig Jahren mit „Kontakte zu ausländischen Firmen“ der Austausch von Gütern und ökonomische Transaktionen gemeint war, prägen heute menschliche Mobilität und moderne Kommunikationstechnologie die internationalen Großkonzerne. Diese Entwicklung homogenisierender Gesellschaftsmuster historisch gewachsener Nationalstaaten in patriarchal angelegten kulturphilosophischen Diskursen sind in ihrer Anlage zur Beschreibung einer vielfach heterogenen gesellschaftlichen Realität nicht anwendbar. Der Umgang mit einer offenen dynamischen Gesellschaft stellt den Zustand der Demokratie vor Herausforderungen und auf die Nagelprobe.

„Interkulturelle Öffnung einer Schule beinhaltet nicht nur die Einstellung von Lehrkräften mit Zuwanderungsgeschichte, sondern muss ein Bekenntnis aller schulischen Akteure sein, das sich zur Entfaltung der Nachhaltigkeit im Schulkonzept, in der Personalentwicklung, in den Kerncurricula und Partizipation der Elternschaft widerspiegelt.“

Menschen können weder nach dem Muster des Multikulturalismus der 80er und 90er Jahre nach Herkunft, Ethnizität oder Religion gruppiert werden, noch kann auf Basis dieses Paradigmas gleichberechtigte Teilhabe von Minderheiten gefordert werden. Ein fehlerhafter Analogieschluss, der durch, zum Beispiel, die Unterstellung identischer Zuwanderungserfahrungen argumentativ nicht tragbarer wird. „Wir befinden uns geistig immer noch im 19. Jahrhundert“, so der Publizist und Migrationsforscher Mark Terkessidis.3 Im Kontext von Zuwanderung wird allzu oft keinerlei Unterscheidung getroffen zwischen jenen

  • die kommen wollen („Ich kam als Mathematik Studentin aus Rumänien nach Deutschland. Die Liebe zu meinem deutschen Mann hat nach 20 Jahren Ehe dieses Land zu meiner Heimat und die unserer Kinder gemacht.“ Roswita Weber, 51),
  • die kommen sollen („Seit zwei Jahren lebe ich in Deutschland. Bayer suchte Chemieingenieure und es war ein leichtes aus England überzusiedeln.“ Aaron Schneider, 32),
  • die kommen müssen („Die lebensgefährliche Bootspassage von Tunesien habe ich aus Liebe zu meinen Kindern, Angst vor dem Terror im Dorf und aus reiner Verzweiflung gewagt.“ Mehdi Tammar, 26),
  • die kommen dürfen („Ich habe mir immer vorgestellt, in einem anderen Land als Portugal zu leben. Haben einfach geschaut, wo es für mich am einfachsten wäre, Fuß zu fassen. Ich bin schon lange kein Portugiese mehr, sondern Europäer.“ Manuel Ramelhe, 42).

Darin erschöpft sich die Differenz noch lange nicht:

  • die als „Gastarbeiter“ kamen und geblieben sind („Mich begrüßte ein deutscher Arzt am Frankfurter Bahnhof mit einer Zahnuntersuchung. Ich hatte einen Pappkoffer mit dabei. Nun leben ich seit über 30 Jahren in Deutschland, mein neues zuhause.“ Vincenzo Bafundi, 72)
  • die Kinder der sogenannten „Gastarbeiter Generation“ („Ich bin eine griechische Deutsche und noch nie zu Gast in Deutschland gewesen. Obwohl Düsseldorf mein zuhause ist, fühle ich mich mit Griechenland verbunden.“ (Eleana Vaja, 27)
  • die Pendel – Migranten („Im Winter kommen wir mit den Kinder nach Deutschland. Albanien hat uns nichts zu bieten. Dann arbeiten wir für eine Zeit, wo es etwas zu tun gibt und bleiben, wo man uns haben möchte oder wohl eher duldet. Dann ziehen wir weiter. Die Familie ist es nicht anders gewohnt.“ (Gjon Kastrioti, 42)
  • die deutsche Bildungselite mit Migrationshintergrund. („Meinen Facharzt mache ich noch in Deutschland. In einem Jahr wandern meine Familie und ich nach Istanbul aus. Es ist sicher spannend, sich im Land seiner Eltern einmal umzuschauen. Geboren und aufgewachsen bin ich und meine portugiesischstämmige Frau in Deutschland. Ich bin mit der kurdischen Tradition und der türkischen Sprache in Deutschland erzogen worden.“ Murat Tonk, 37)

Spätestens seit Beginn der Anwerbung haben wir im deutschen Schulsystem Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte, deren Zahl in den letzten Jahrzehnten signifikant gestiegen ist. In Nordrhein-Westfalen wird seit dem Jahr 2007 die Zuwanderungsgeschichte von Schülern öffentlicher Schulen erhoben. Dadurch ist es möglich, die Verteilung auf die Schulformen realistischer abzubilden (2008: Grundschule: 33,4%, Hauptschule: 37,6 %, Realschule 26,7%, Gesamtschule: 25,8%, Gymnasium 13,7%). Leider wird beim Merkmal Schulabschluss die Zuwanderungsgeschichte nicht erhoben. So erwerben 31,4 % der Schüler mit deutscher Staatsangehörigkeit die Hochschulreife, aber nur 12,8 % der Schüler mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit. Dies entspricht auch im Durchschnitt den aktuellen bundesweiten Daten (vgl. BAMF 2010, S. 19). Die Existenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte mit ihren besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten fand kaum Zugang in die Fachdidaktiken, die zum Teil bis heute Konzepte für nicht näher definierte homogene Lerngruppen entwerfen. Zu Beginn aller Forschungen steht stets die Defizitbeschreibung einer apokalyptischen, am Abgrund stehenden Schülerschaft, die sich insbesondere durch Bildungsferne, Armut und Migrationshintergrund auszuzeichnen scheint.

Eine gute Schule mit heterogener Schülerschaft braucht Lehrkräfte, die über Kompetenzen im Bereich der Zweitsprachendidaktik und -methodik verfügen. Im Bereich der Fehlerquellenanalyse können sprachliche Missverständnisse leichter identifiziert und somit ausgeräumt werden. Aber auch der Wert schätzende Umgang mit den Herkunftssprachen der Familien sollte wichtiger Bestandteil schulischen Lehrens und Lernens sein.

Die Lernmotivation und die Anstrengungsbereitschaft werden verstärkt. Insbesondere die Kinder der ersten Arbeitsmigranten fühlen sich den Zielen der Familie besonders verpflichtet. Familiäre Entbehrungen wurden hautnah erlebt. Aus der erfolgreichen Projektarbeit des Netzwerks der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte ist vor allem eines klar geworden: Zugewanderte Eltern haben ein sehr hohes Interesse am Bildungserfolg ihrer Kinder. Die Erfahrung der Migration weckt den Willen und die Kraft, der Nachfolge-Generation ein „besseres“ Leben zu ermöglichen, ohne die Wurzeln der Eltern in der Reflexion mit der Aufnahmegesellschaft verneinen zu müssen.

  1. Sheila S. Kennedy. Diversity an the Crisis of Public Confidence, 2011.Prometheus Books. New York 2009. S.52  []
  2. Steven Vertovic. Die Chimäre des Multikulturalismus. S. 72ff. In: Susanne Stemmler (Hg.) Multikultur 2.0. Wallstein Verlag, 2011.  []
  3. Mark Terkessidis. Interkultur. Bpb. S. 208ff. 2010  []
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17 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Naja sagt:

    Zitat: „Und wann integriert sich die Aufnahmegesellschaft in die immer heterogener werdende deutsche Realität?“

    Das hätten Sie wohl gerne. Unfassbar, solche Forderungen zu stellen. Das geht wohl nur in Deutschland. Wir sollen unsere kulturelle Identität aufgeben, weil sich ein paar Migranten nicht anpassen wollen. In jedem anderen Land weltweit bekommt man für solche Forderungen den Stuhl vor die Tür gestellt.

  2. Na also sagt:

    Hallo Herr/Frau Naja!

    Ich darf Ihnen folgenden Artikel empfehlen: http://www.siemens.com/innovation/apps/pof_microsite/_pof-spring-2011/_html_de/interview-prof-alois-moosmueller.html

    Nach der Lektüre werden auch Sie erkennen, dass das Wissen um andere Kulturen von mittlerweile allen Firmen in Deutschland als wichtig erkannt wird. Ist ja auch klar, man will Geld verdienen, Handel treiben.

    Diese Kompetenz „erkauft“ sich Siemens, indem es seine Mitarbeiter zu Fortbildungen schickt und teuer bezahlte Dozenten über Interkulturalität dozieren. Dabei hätte man es billiger und einfacher haben können, wenn man es nebenbei in der Schule gelehrt hätte.

    Und schließlich: es geht nicht darum, dass sich jemand unterordnen soll, es geht um ein erkennen, warum jemand so handelt wie er handelt.
    Und dann ist man (Lehrkraft, Schüler mit und ohne Zuwanderungsvordergrund) nicht weit weg von Selbsterkenntnis und dazu empfehle ich Ihnen: http://de.wikiquote.org/wiki/Selbsterkenntnis
    Prost!

  3. Marc Fischer sagt:

    Seit wann wird Mehrsprachigkeit geschätzt? Ich habe noch die Zeilen von Staatsministerin Böhmer vor Augen, die immer noch betont, zuerst Deutsch. Auc die Integrationsministerin Bilkay Öney schlägt in die gleiche Kerbe und betonte, dass Migranten es hinnehmen müssten, wenn ihre Kinder nun mal kein Türkisch könnten. Dies ist doch eine klare Absage an Mehrsprachigkeit. Hören wir auf so zu tun, als seinen wir ein Land wie USA oder Canada. Ich muss mich schon sehr wundern, warum ausländische Bürger nicht protestieren bei so viel politischem chuzpe.

  4. Mika sagt:

    @ Naja
    Sie haben den Sinn des Textes nicht verstanden!

  5. Europa sagt:

    Ich will nur nochmal darauf hinweisen, dass ei Türke der Deutsch sprechen kann weder mehrsprachig ist, noch zu eine vielfältigeren Gesellschaft beiträgt. Türken können meist nur ihre eigene Sprache und Deutsch. Und dass türkische Eltern Interesse an der Ausbildung ihrer Kinder haben wird zwar hier in Magazin in regelmäßigen Abständen lauthals propagiert, in der Praxis sieht es aber komplett anders aus!
    Ich kenn tausende türkische Eltern, die wollen, dass ihr Kind Arzt oder Rechtsanwalt wird, aber wie man ein Kind erziehen muss, damit es dieses Ziel erreichen kann, davon hat so gut wie keiner eine Ahnung.
    Was wir brauchten sind keine Integrationskurse, sondern Elternkurse, wo Migranteneltern lernen wie man sein Kind am besten für deutsche Schulen erzieht.
    Und man sollte die türkische Sprache nicht in ihrer Bedeutung für Deutschland überschätzten , der Markt ist damit ausreichend ausgelastet. Wichtiger waren Sprachen wie portugiesisch, chinesisch, indisch und russisch, das sind nämlich die Märkte der Zukunft! Eine Türkei mit nur 70 Mio. Einwohner interessiert da Keinen, bzw nur wenig.

  6. Mika sagt:

    Also Europa, Sie sind also der Meinung, dass wenn man türkisch und deutsch sprechen kann, man mitnichten eine Mehrsprachigkeit aufweist. Wüsste nur zu gerne, wie Sie darauf kommen: denn eins plus eins macht immer noch zwei, ganz einfache Mathematik!
    Und übrigens noch eine Info für Sie, denn Sie sind scheinbar nicht bewandert in diesem Gebiet: türkisch sprechen ca. 300 Millionen Menschen weltweit; dazu zählen nämlich sämtliche Turksprachen (Uzbekistan, Kazachstan, Aserbaidschan). Wie sich die Märkte in Zukunft entwickeln, kann wohl niemand genau prognostizieren. Aber Hauptsache sie kommen mal wieder auf die Ihnen ach so verhassten Türken zu sprechen….da ist es auch völlig unerheblich, dass die Wirtschaftslage in der Türkei gerade brummt und beispielsweise in China eher zurückgeht!

  7. Relbrandt sagt:

    „dass die Wirtschaftslage in der Türkei gerade brummt und beispielsweise in China eher zurückgeht!“

    ach Mika… brummen ist was anderes. Es wurde gerade mal der Motor angeworfen, unterstützt durch massive Zuzahlungen der EU. Die Türkei ist genauso ein Pleitestaat wie die anderen „erfolgreichen“ -Stan-Staaten und den südlichen Ländern der EU. WAS produziert denn die Türkei schon? Die Türkei ist in erster Linie ein Agrarstaat, wie Griechenland.

  8. Mika sagt:

    „Ministerpräsident Erdogan hat es in den zehn Jahren, seit er an der Macht ist, geschafft, die Türkei in eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zu verwandeln“ Dies ist ein Zitat aus der WeltOnline. Nur mal so als Beispiel.

    Und woher beziehen Sie Ihre Quellen, Relbrandt? Massive Zuzahlungen der EU? Pleitestaat?

  9. AHA sagt:

    @Mika
    “Ministerpräsident Erdogan hat es in den zehn Jahren, seit er an der Macht ist, geschafft, die Türkei in eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zu verwandeln” Dies ist ein Zitat aus der WeltOnline. Nur mal so als Beispiel.

    Und woher beziehen Sie Ihre Quellen, Relbrandt? Massive Zuzahlungen der EU? Pleitestaat?

    Es ist schon ein Fakt das die Türkei in den letzten Jahren gut 700 Millionen Euro bekommen hat für Fördermassnahmen. Fakt ist auch, das das kaum der alleinige Grund ist für das Wirtschaftswachstum in der Türkei ist. Fakt ist aber auch das ein Land wie die Türkei kaum anders kann als zu Wachsen da der Bedarf bei der Bevölkerung enorm ist weil die meisten Menschen immer noch von dem was man als Wohlstand bezeichnen könnte abgeschnitten sind.
    Wie dieses Wachstum aber in ihrer Schattenseite aussieht kann ich anhand dieses Artikels und eines Videos aufzeigen:
    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/irak-statt-almanya/4893648.html
    Interessant ist für mich eigentlich quasi der letzte Satz des Artikels:
    Als Media-Markt jetzt die 18. Filiale in der Türkei eröffnete, wurden innerhalb von drei Stunden rund 6000 elektronische Geräte verkauft.

    So und jetzt schauen Sie sich bitte das Video an:
    Youtubevideo Kreditblase in der Türkei:
    http://suche.web.de/search/web/?origin=HP&mc=hp%40suche.suche%40home&su=Kreditblase+in+der+T%C3%BCrkei&jsenabled=true

    Glauben Sie jetzt immer noch an grenzenloses Wachstum? Warum glauben Sie ist es um China auch stiller geworden? Die haben massive Probleme!!
    Mag sein das der türkische Staat zur Zeit nicht groß verschuldet ist. Firmen und das Volk als solches sind es im hohen Maße. Wer glauben Sie wohl müsste dann einspringen wenn die Kreditblase platzt? Ahhh ja, der Staaaat!! Es würde das Gleiche passieren wie jetzt in der EU. Nur das ausser dem Türkischen Staat keine weitere Gemeinschaft für die Schulden gerade stehen müsste.

    Und noch etwas. Die Türkei ist erfolgreich weil es NOCH ein Billiglohnland ist. Das heisst letztlich das die Türken jetzt nicht mehr wie als Gastarbeiter in fremden Ländern für billig Geld entlohnt werden, neiiinn. Die ausländischen Firmen kommen jetzt einfach in die Türkei und spielen das gleiche Spiel einfach dort weiter ohne das man über Integration etc. sprechen oder gar etwas investieren müsste.
    Diesem „Wachstum“ kann ich also erst dann Glauben schenken, wenn die Bevölkerung WIRKLICH am Wohlstand teil hat und das nicht nur über einen Reichtum auf Kredit. Die Türkei sollte erst einmal sozialen Einsatz an der eigenen Bevölkerung zeigen. Denn was passieren kann, wenn keine Sicherung da ist und die Dinge crashen sieht man jetzt an den USA. Immer mehr Menschen landen auf der Strasse.
    Die USA ist Opfer seiner selbst geworden und das kann der Türkei auch ganz schnell passieren.
    So mein Beitrag ging zwar am eigentlichen Thema vorbei wobei das eigentliche Thema auch wesentlich unspektakulärer ist.

  10. Mika sagt:

    @Relbrandt
    „Glauben Sie jetzt immer noch an grenzenloses Wachstum?“
    Ich habe nie behauptet, dass die Türkei ein grenzenloses Wachstum erlebt! Jedoch behaupte ich, dass es kein Pleitestaat ist – wie Sie sich ausgedrückt haben. Dass diese Blase platzen kann, steht außer Frage! Aber selbst wenn sie es tut, wird sie nicht massive Zuzahlungen der EU erhalten – so aktuell geschehen in Griechenland!
    Und dass der Wachstum nur ganz schwach bei den Menschen ankommt, ist ja nicht ein speziell türkisches Phänomen. Das geschieht hierzulande auch. Die oberen 1% bekommen alles – die unteren 99% nichts! Das kann man weltweit beobachten!


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