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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

TV-Tipps des Tages

13.10.2011 – Integration, Türkei, Kenia, Ausländer, Islam, Migranten, Einwanderung

TV-Tipps des Tages sind: HEIMATJOURNAL: Marzahn zwischen Dorf und Platte; Eisenbahnromantik: Tausendundeine Dampfwolke: Deutsch Klasse: 13/13, Die Prüfung – In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag; Roter Satin; Karawane der Bücher: Kenias Kamel-Bibliothek

VONÜmit Küçük

DATUM13. Oktober 2011

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HEIMATJOURNAL
Heute aus Berlin: Marzahn zwischen Dorf und Platte – Moderation: Carla Kniestedt

Themen u.a.: Elche im Schorfheideviertel; Himmelbett im 11. Stock; Exotische Pflanzen auf dem Balkon; Integration im Tschechow-Theater

Hintergrundinformationen:
Die Kieze in Berlin, die wunderschönen Landschaften Brandenburgs, kuriose Geschichten und die Lust am Entdecken machen einfach gute Laune. Carla Kniestedt und Ulli Zelle sind für Sie unterwegs in Berlin und Brandenburg. 09:50-10:20 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

Eisenbahnromantik: Tausendundeine Dampfwolke
Die Sonderfahrt quer durch Mittel- und Osteuropa von Nürnberg aus nach Istanbul führt durch Wien, vorbei an Budapest, quer durch Rumänien.

Es geht durch die Walachei, das schon sehr breite Donautal wird überquert, und in Bulgarien fährt der Dampfsonderzug durch das Balkangebirge: auf einer eingleisigen Hauptbahn, durch Schluchten, über Brücken und durch einen Kreiskehrtunnel. Station gemacht wird in einer der ältesten Städte Europas, in Plovdiv.

Der letzte Streckenabschnitt liegt im östlichen Bulgarien und dem gesamten europäischen Teil der Türkei. Hier bekommt die Reise schon orientalisches Flair; in sechs Tagen wird sie dann am Bosporus enden. Bis dahin haben zwanzig Dampfloks möglicherweise mehr als tausendundeine Dampfwolke in den Himmel geblasen. 15:00-15:30 • HR

Karawane der Bücher
Dokumentation (Gesellschaft – Schule, Erziehung, Ausbildung) – Kenias Kamel-Bibliothek – Film von Herbert Ostwald – In Nordkenia gibt es die einzige Kamel-Bibliothek der Welt. Alle zwei Wochen zieht eine Karawane aus einer Provinzstadt zu den in der Halbwüste lebenden Nomaden. Bibliothekare begleiten die Trecks, empfehlen den Schülern Bücher oder lesen ihnen vor. 400 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt, kämpfen sie gegen Analphabetismus, Finanzprobleme und überkommene Traditionen. Viele Kinder hätten ohne die Kamelbibliothek nie die Chance, ein Buch in der Hand zu halten. Vor allem für Mädchen in den muslimischen Familien sind Bücher ein Zugang zur Welt. In den Schulen, die von der Kamel-Karawane besucht werden, haben sich 4.000 junge Leser angemeldet. Der Film „Karawane der Bücher“ stellt Kenias Kamel-Bibliothek vor. 15:45-16:30 • 3sat

Deutsch Klasse
13/13, Die Prüfung – In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag – vom Arbeitsamt bis zum Zahnarzt. In der didaktischen Fassung (Sprachprogramm) erklären die Hauptdarsteller der Serie spielerisch die deutsche Sprache. 19:00-19:30 • BR-alpha

Roter Satin
Spielfilm – Lilia lebt zusammen mit ihrer halbwüchsigen Tochter Salma, die sie seit dem Tod ihres Mannes allein großzieht. Eines Nachts, auf der Suche nach Salma, findet sie sich zufällig in einem verruchten Bauchtanzlokal wieder…

Dass ihre Tochter Salma langsam erwachsen wird und immer weniger auf ihre mütterliche Fürsorge angewiesen ist, macht Lilia traurig und gibt ihr das Gefühl, immer nutzloser zu werden. Sie lebt ein zurückgezogenes Leben, langweilt sich oft und versucht, sich nebenher mit Strickarbeiten für Freunde und Familie die Zeit zu vertreiben.

Als Salma wieder einmal über Nacht nicht nach Hause kommt, macht sich Lilia auf die Suche nach ihrer Tochter und landet dabei in dem verruchten Bauchtanzlokal „Roter Satin“. Zunächst ist Lilia von der Freizügigkeit der leicht bekleideten Damen irritiert. Zugleich jedoch fasziniert sie die Sinnlichkeit des orientalischen Tanzes und die mitreißende Musik.

Neugierig geworden, kehrt Lilia in die Tanzbar zurück. Mit der quirligen Tänzerin Folla, dem Star des Lokals, freundet sie sich an und entdeckt langsam ihre verloren geglaubte Weiblichkeit und ihre längst verschütteten Sehnsüchte wieder. Sie beginnt ein Doppelleben, in dem sie tagsüber ihre Aufgabe als tadellose, bürgerliche Hausfrau erfüllt und nachts ihre ganze Leidenschaft als temperamentvolle Tänzerin auslebt. Als sie eine Affäre mit dem Trommler Chokri eingeht, gerät sie jedoch an die Grenzen ihres Versteckspiels, denn dieser ist mit ihrer Tochter Salma zusammen.

Hintergrundinformationen:
„Roter Satin“ ist ein Film über weibliche Selbstbestimmung in einem islamischen Land. Er schildert die stille Emanzipation einer vom sozialen Druck beherrschten Frau, die sich von einer zurückhaltenden, zögerlichen Hausfrau in eine begehrenswerte, sinnliche Tänzerin verwandelt. Der Film beschreibt auch eine Familie im Umbruch: Die Tochter wird allmählich erwachsen und drängt auf ein selbstständigeres Leben. Und die Mutter muss lernen, loszulassen, nicht nur ihr Kind, auch die Erinnerung an ihren Mann und das mit ihm verbundene Leben.

Kontemplative Bilder aus dem Alltag in Tunis und sensibel beobachtete Momente des innigen Mutter-Tochter-Verhältnisses kontrastieren mit den wilden Nachtclubszenen voller sprühender Farben, energetischer Musik und elektrisierter Körper. Mit der Gegenüberstellung der beiden Welten thematisiert die Regisseurin die Doppelmoral der arabischen Kultur, vermeidet aber eine moralisierende Stellungnahme. Der Film schildert, wie schwierig es bis heute für die moderne nordafrikanische Frau ist, ihre Selbstbestimmung und Freiheit gegenüber den (teils noch) archaischen Strukturen zu behaupten.

Die tunesische Regisseurin Raja Amari ist Absolventin der renommierten Pariser Filmhochschule La Fémis. Sie machte zwei Kurzfilme („Avril“, 1998 und „Un soir de Juillet“, 2000), bevor sie 2002 mit „Satin Rouge“ ihr erfolgreiches Spielfilmdebüt gab. Die Regisseurin studierte selbst orientalischen Tanz an einem Konservatorium in Tunis und wuchs mit den Musicals des Goldenen Zeitalters des ägyptischen Kinos der 40er und 50er Jahre auf. Ihr Film wurde bei den Festivals von Montreal, Seattle und Turin gleich dreimal mit der Auszeichnung „Bester Film“ bedacht. 01:25-03:00 • arte

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