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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

TV-Tipps des Tages

12.10.2011 – DDR, Sarrazin, Türken, Deutschland, Terror, Paris, Indien

TV-Tipps des Tages sind: Damals nach der DDR: Aufbruch und Abschied; 7 Tage – Wir tauschen unser Leben: Angekommen! rbb Thementag: 50 Jahre Deutschland – Türkei; THADEUSZ: Talk mit Jörg Thadeusz; Stoppt das Attentat!; Indien: Zwischen Mythos und Macht

VONÜmit Küçük

DATUM12. Oktober 2011

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Damals nach der DDR
Aufbruch und Abschied – Anfang des Jahres 1990 ist das Ende der DDR bereits absehbar, die alles beherrschende SED, die Partei, die bisher alle Fäden in der Hand hielt, hat ihre Führungsrolle verloren. Millionen von Mitgliedern sind orientierungslos.

So geht es auch Heidrun Kruse, die nördlich von Berlin seit sieben Jahren als Pionierleiterin in der „Pionierrepublik Wilhelm Pieck“ tätig ist. Bisher hat sie in ihrem Traumberuf Freizeitangebote ebenso wie politische Schulungen organisiert, doch wie bei vielen SED-Genossen macht sich bei ihr nun Ratlosigkeit breit. Ihre Partei, die jahrzehntelang die Macht für sich beansprucht hatte, weiß plötzlich selbst keinen Rat mehr und auch Kruse, deren Job am seidenen Faden hängt, spürt erstmals Existenzangst. Der Austritt aus der Partei erscheint ihr schließlich als letzter Ausweg.

Unterdessen sehnen sich die DDR-Bürger nach Dingen, die sie jahrelang entbehren mussten. Sie reisen in den Westen, konsumieren ihnen bislang meist unbekannte Waren und haben ein Verlangen nach freien Informationen. Jahrelang bekamen sie von den staatsnahen DDR-Medien nur gefilterte Nachrichten geboten, nun soll sich das schnellstmöglich ändern. Doch westliche Presseprodukte sind anfangs noch verboten. Für den niedersächsischen Unternehmer Dirk Rossmann ist das jedoch kein Hindernis, er möchte trotzdem seinen Teil dazu beitragen, seine Landesnachbarn mit freier Presse zu versorgen. Mit 20.000 Exemplaren des Spiegel-Magazins im Gepäck macht er sich auf den Weg nach Leipzig, die Grenzkontrollen umgeht er mit einem Trick. In der sächsischen Großstadt bekommt er dann den ungezügelten Durst der Einwohner auf unabhängige Informationen am eigenen Leib zu spüren – die Mitbringsel werden ihm förmlich aus den Händen gerissen.

Ähnlich ergeht es Margot Friedrich in Eisenach, die weder auf vergleichbare Lieferungen aus dem Westen noch auf die Reformation der DDR-Presse zu warten gewillt ist, sondern selbst journalistisch aktiv wird: Sie gründet ein unabhängiges Blatt mit dem Namen „Die Andere Zeitung“. Zunächst in Eigenregie, später unter Mithilfe von Gleichgesinnten versorgt sie ihre Mitmenschen mit interessanten Berichten über das aktuelle Geschehen, auf journalistische Konventionen nimmt sie dabei wenig Rücksicht. Eines ihrer ersten Themen behandelt die ersten freien Wahlen in der DDR. Diese offenbaren, was die Bevölkerung mehrheitlich will: ein einheitliches Deutschland auf demokratischer Basis.

Der erste große Schritt zu einem vereinten Land soll mit der Einführung der D-Mark im Osten getan werden. Während der kurzen, aber intensiven Vorbereitungen für die deutsch-deutsche Währungsunion muss das Referat „Innerdeutsche Beziehungen“ des Bundesfinanzministeriums unter der Leitung von Thilo Sarrazin jede Menge Fragen klären. Allen voran, welcher Umtauschkurs schließlich zugrundegelegt werden soll. „Nur eine Umstellung 1:1 konnte in Frage kommen“, erinnert sich Sarrazin.

Als die DDR-Bürger letztlich am 1. Juli die Banken stürmen und das begehrte Westgeld in Empfang nehmen, denkt noch keiner an die Schattenseiten. Ausgestattet mit der harten Währung beginnt ein Ansturm auf die Kaufhäuser – aus denen jedoch nach und nach die Ost-Produkte verschwinden. Margot Siedow, die bereits seit 28 Jahren bei einem Eishersteller in Leipzig arbeitet, bekommt diese Entwicklung sehr bald zu spüren: Die Nachfrage nach dem in der DDR begehrten Eis am Stiel sinkt rapide, es droht das Ende der Produktion. 09:30-10:15 • MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen

7 Tage – Wir tauschen unser Leben
2/2, Angekommen! rbb Thementag: 50 Jahre Deutschland – Türkei

Die Lübbenauer Familie Schwerdtner und Familie Altiok aus Berlin-Neukölln leben rund 80 Kilometer voneinander entfernt. Sie wagen ein außergewöhnliches Experiment: Für eine Woche tauschen sie ihr Leben.

Im zweiten Teil kümmert sich Remzi um den Durst seiner Geranien, während Jörg quer zur Marathonstrecke joggt, um rechtzeitig die Ballondekoration in den Hochzeitssaal zu schaffen. Im Spreewald beginnen parallel Diskussionen über das Thema Integration von Migranten. Mutig sprechen Freunde von Romy mit Selcuk und ?eyda über negative Erlebnisse mit Türken. Auch der Damenstammtisch hat dazu an Nejla große Fragen. Iris, Jörg und Romy sind da bereits in die türkische Community integriert: Sie sind anstelle der Altioks Chormitglieder im Berliner Ensemble für klassisch-türkische Musik. „Harter Tobak“, urteilt Jörg, gibt aber sein bestes, um Remzi zu ersetzen. Am letzten Tag des Experiments ist Bayram, letzter Tag des Ramadans und der höchste Feiertag der Moslems. Zum Abschluss begegnen sich beide Familien sich im Spreewald zu diesem Familienfest und tauschen ihre Erfahrungen aus. 15:15-16:00 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

THADEUSZ
Talk mit Jörg Thadeusz – Gast: Ayfer Durur- Angekommen! rbb. Thementag: 50 Jahre Deutschland – Türkei

Im Rahmen des rbb-Thementags 50 Jahre Deutschland – Türkei erzählt Ayfer Durur bei THADEUSZ warum Jörg Thadeusz besser keine Perücke tragen sollte, warum Haareschneiden für sie eine Meditation ist und wie man eine Friseurschere richtig hält.

Ihr Vater gehört zur Welle der ersten Einwanderer, die nach dem im Jahr 1961 geschlossenen „Anwerbeabkommen mit der Türkei“ nach Deutschland kommen, um hier als Gastarbeiter zu arbeiten. Seine kleinste Tochter aber will nicht in „diesem anderen Land“ leben und bleibt zunächst lieber bei der Großmutter in der Nähe von Izmir. Heute kann sich Ayfer Durur nicht vorstellen, wo sie lieber als in Deutschland leben möchte, leitet ihren eigenen Szene-Friseur-Salon in Berlin-Mitte und sagt: „Integration ist und war für mich nie ein Thema. Leute wie mich, die schon immer in der Mitte dieser Gesellschaft angekommen waren, sieht man schlicht und einfach nicht mehr.“ Mit 12 Jahren vermisst Ayfer Durur ihre Familie so sehr, dass auch sie aus der Westtürkei nach München zieht. Die Hauptschule verlässt sie mit einem Notendurchschnitt mit „irgendwas zwischen Drei und Vier“. Die Mutter nimmt sie mit zum Putzen, aber Ayfer kann den Geruch der Toiletten nicht ertragen. Stattdessen beginnt die 15-Jährige eine Friseurlehre und findet ihre Berufung: neun Jahre später wechselt Ayfer Durur zum Star-Friseur Vidal Sassoon. für den sie in München, Berlin, New York und London arbeitet. Mit Anfang 30 schließlich macht sie sich mit ihrem eigenen Friseursalon „AYFER“ in Berlin selbstständig. Fragt man die Unternehmerin Ayfer Durur heute, ob sie Türkin oder Deutsche ist, fällt ihr diese Antwort nicht leicht. „Beides!“ trifft es für sie am besten. „Vielleicht ist das Integrationsproblem in Deutschland ja in Wirklichkeit viel kleiner, als viele denken.“

Hintergrundinformationen:
THADEUSZ ist eine klassische Gesprächssendung: Der Moderator trifft in jeder Sendung einen einzigen Gast und unterhält sich mit ihm – eine ganze halbe Stunde lang. So entsteht aus dem reinen Frage- und Antwortspiel ein meinungsfreudiger Dialog. Der jeweilige Gast spricht über Sachverhalte, zu denen er eine Meinung und auch wirklich etwas zu sagen hat. Ein Dialog, der dem Zuschauer neue Erkenntnisse auch über prominente Gäste bringt. 00:35-01:05 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

Stoppt das Attentat!
Spielfilm – Paris ist das geplante Ziel eines Terroranschlags: Um die Täter zu finden, rekrutiert der französische Geheimdienst Leon, einen inhaftierten Bankräuber, der unter Aufsicht von Kommissarin Nathalie eine Terrorzelle unterwandern soll.

Karatschi – ein amerikanischer Agent erfährt von einem Informanten, dass in Paris ein Terroranschlag von gewaltigem Ausmaß geplant ist. Die Spur führt zu Bilal, dem Kopf einer islamistischen Terrorgruppe, der für seine Mission französisch sprechende Kombattanten sucht. Doch bevor der Agent mehr erfahren kann, kommt er bei einem Attentat ums Leben.

Kurz darauf beginnt die Anti-Terror-Einheit im französischen Innenministerium fieberhaft nach einer Strategie zu suchen, um die Katastrophe abzuwenden. Schnell wird entschieden, dass die Terrorgruppe um Bilal von einem Informanten unterwandert werden muss, der in Bilals Suchprofil passt. Die resolute und attraktive Kommissarin Nathalie wird mit der Mission, die unter dem Codewort „DP“ läuft, beauftragt. Zusammen mit ihrem Kollegen Maxence sucht Nathalie in der Strafanstalt Dünkirchen nach dem passenden Mann. Nach einigen unkooperativen und ungeeigneten Kandidaten treffen sie schließlich auf Leon, einen inhaftierten Bankräuber. Auch er lehnt eine Kooperation anfangs strikt ab, ändert aber seine Meinung, als Nathalie ihm im Gegenzug seine Freiheit anbietet. Es bleibt nur kurze Zeit um Leon so schnell wie möglich auf seine Aufgabe vorzubereiten. Denn Bilal, der finanziell und logistisch vom pakistanischen Geheimdienstdirektor Hussein al-Mohammed unterstützt wird, ist bereits in Brüssel um das weitere Vorgehen seiner Mission zu planen.

Mit neuer Identität knüpft Leon – alias Kader – schnell Kontakte im islamistischen Milieu. Er täuscht vor, für „die Sache“ kämpfen zu wollen und bekommt die Aufgabe, nach Brüssel zu fliegen, um einem Unbekannten ein Ticket zu überreichen. Am geplanten Treffpunkt, dem Brüsseler Flughafen, trifft er schließlich auf Bilal, der ihn in seine Terrorzelle aufnimmt. Die Mission „DP“ scheint ihrem Ziel ganz nah zu sein. Doch auch der israelische Geheimdienst hat einen Agenten in die Terrorgruppe eingeschleust, der Leons Identität zur eigenen Tarnung verraten soll. Leons Leben steht auf dem Spiel …

Hintergrundinformationen:
Mit seiner intelligent konstruierten Handlung gelingt es dem anspruchsvollen und zugleich unterhaltsamen Zweiteiler „Stoppt das Attentat!“ Spannung auf höchstem Niveau aufzubauen. Im Wettlauf gegen die Zeit stoßen nicht nur die Protagonisten an ihre persönlichen Grenzen. Auch die Geheimdienste und Politiker müssen feststellen, dass sie längst nicht alles unter Kontrolle haben. Geschickt wird der Bogen von den vermeintlich regional agierenden Terrorzellen auf die weltpolitische Ebene gespannt.

Patrick Dewolf wurde 1950 in Paris geboren. Seit 1970 wirkte er bei verschiedenen Filmprojekten als Regieassistent mit, bis er 1983 seinen ersten Kurzfilm „Les Veufs“ verfilmte. In der Folgezeit schrieb Dewolf zusammen mit Patrice Leconte etliche Drehbücher, unter anderem für die Filme „Marche à l’ombre“ (1984) und „Monsieur Hire“ (1989), die in Frankreich erfolgreich im Kino liefen. In den 90er Jahren drehte Dewolf hauptsächlich abendfüllende Fernsehfilme wie zum Beispiel den fünfteiligen Thriller „Crime en Série“ (1998-2002). Zuletzt realisierte er den Fernsehfilm „Un jeu dangereux“ (2005), „La légende des 3 clefs“ (2007) – eine Mini-Fernsehserie und die Fernsehserie „Enquêtes réservées“ (2009).

Frédéric Krivine, Jahrgang 1959, arbeitet als Drehbuchautor für das französische Fernsehen und hat bereits unzählige Drehbücher verfasst. Unter anderem ist er der Autor des von ARTE France koproduzierten Films „La Faux“ (2003). Zuletzt schrieb er die Drehbücher zur TV-Serie „Un village français“ (2009). Seit 2006 ist Krivine Präsident der „Union Guilde des Scénaristes“.

Anne Brochet besuchte die renommierte Pariser Schauspielschule „Cours Florent“. Sie spielte in zahlreichen Filmen mit und erhielt für die Rolle der Madeleine in „Tous les matins du monde“ (1991) den „César“ für die beste Nebendarstellerin. „Die Eleganz der Madame Michel“ (2009), „Les nuits de Sister Welsh“ (2010) und „Die Kinder von Paris“ (2010) sind ihre aktuellen Filme.

Maher Kamoun ist seit 1998 in vielen Spielfilmen zu sehen und erhielt für die Rolle des „Nadim“ in Claude d’Annas „Retrouver Sara“ (2006) den „Prix d’Interprétation Masculine“ des „Festival International du Film de Télévision de Luchon“. Aktuell ist er in Anne Villacèques „E-Love“ (2011) zu sehen. 01:05-02:35 • arte

Indien
1/4, Zwischen Mythos und Macht – „Inder und Chinesen werden künftig den Gang der Welt bestimmen.“ Diese Prophezeiung stammt von einem der erfolgreichsten Ärzte Indiens.

Der Herzchirurg Naresh Trehan kehrte nach jahrelanger Tätigkeit im Ausland in seine Heimat zurück und hat jetzt große Pläne: Der Superstar mit Skalpell will das indische Gesundheitssystem revolutionieren. Im Widerstreit zwischen uralter Tradition und moderner Gesellschaft bildet sich eine neue Supermacht heraus. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf eine spannende Entdeckungsreise. 03:45-04:30 • PHOENIX

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