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Migranten fordern Stop struktureller Diskriminierung an Schulen

Das Forum der Migranten im Paritätischen kritisiert die strukturelle Diskriminierung von ausländischen Jugendlichen im deutschen Bildungssystem scharf. Während sich die Bildungssituation von Ausländern insgesamt leicht verbessert habe, sei die Kluft zwischen ausländischen und deutschen Jugendlichen noch immer eklatant, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Der Zusammenschluss von rund 100 Migrantenorganisationen fordert durchgreifende Strukturreformen, eine durchgängige Sprachförderung und die systematische Förderung der Elternarbeit.

„Während jeder dritte deutsche Schüler das Abitur macht, ist es von den ausländischen Jugendlichen gerade einmal jeder zehnte. Diese Kluft ist Ausdruck jahrzehntelanger bildungspolitischer Versäumnisse und muss endlich überwunden werden“, so Tshikudi Londji, Sprecher des Forums, anlässlich der Interkulturellen Wochen, die noch bis 14. Oktober laufen. Während Bildungsbeteiligung und Bildungsniveau aller Jugendlichen zwar insgesamt gestiegen seien, habe sich der Abstand zwischen den Schülern mit und ohne Migrationshintergrund in den letzten Jahren noch vergrößert. Die drastische Ausgrenzung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen setze sich an den Hochschulen und auf dem Arbeitsmarkt verschärft fort.

Das Forum fordert die interkulturelle Öffnung der Schulen sowie eine weitreichende Vernetzung mit außerschulischen Partnern wie Migrantenorganisationen, Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit. „Politik, Schulen und Eltern sind gemeinsam gefordert, sich vor Ort für mehr Bildungsgerechtigkeit zu engagieren“, so Londji. Wichtig sei insbesondere, dass die Erfahrungen der Migranten selbst endlich stärker berücksichtigt werden. Für den individuellen Bildungserfolg sei die Beteiligung der Eltern wesentlich. Das Forum ruft Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund bundesweit auf, sich mit eigenen Aktionen zum Thema Bildung zu Wort melden. (sb)