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Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

05.10.2011 – Ausländer, Ägypten, Integration, Jugend, Tunesien, Migranten

TV-Tipps des Tages sind: Jugendgeschichten: Die verlorenen Illusionen. Das Erwachsenwerden ist für Jugendliche eine schwierige und oft undankbare Phase; Roter Satin: Lilia lebt zusammen mit ihrer halbwüchsigen Tochter Salma, die sie seit dem Tod ihres Mannes allein großzieht; Kebab weiß-blau: Integration in Bayern

VONÜmit Küçük

DATUM5. Oktober 2011

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Jugendgeschichten
3/4, Die verlorenen Illusionen – Das Erwachsenwerden ist für Jugendliche eine schwierige und oft undankbare Phase. Die neue Welt, in der sie sich behaupten müssen, ist voller Gefahren und Entdeckungen, voller Träume und harter Realitäten.

Die sieben, bald 16-jährigen Jugendlichen erleben ihr erstes großes Glück, sind aber auch mit allen Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens konfrontiert. Der erste Flirt, die erste sexuelle Erfahrung, der erste Job, all das beschäftigt sie psychisch und physisch.

Von jetzt an versuchen sie, inmitten anderer Jugendlicher heranzureifen – in sicherem Abstand von den Eltern, die ihrer Meinung nach vom Leben der Teenies überhaupt keine Ahnung haben. Xavier, Aurélie, Thys, Mélanie, Jordann und Rachel entwickeln sich in Höchstgeschwindigkeit weiter, und zwar auf eine Art und Weise, wie man es von ihnen als Zwölfjährige nicht erwartet hätte.

Hintergrundinformationen:
Die dokumentarische Langzeitbeobachtung porträtiert die Familie unserer Zeit – desorientiert und gefährdet – in einer Gesellschaft ohne feste Bezugspunkte. Eine oft lustige, manchmal schonungslose, aber immer aufrichtige und ehrliche Dokumentarfilmreihe über Liebe und Sex, Alkohol und Drogen, Schule und Beruf, Streit mit den Eltern und das Bedürfnis nach Unabhängigkeit.

Mal ergreifen die Filmemacher Partei für die Jugendlichen, mal für die Eltern. Und bis zum Schluss ist der Zuschauer gespannt auf die Veränderungen, die die Jugendlichen durchmachen. Die Dokumentarfilmreihe beantwortet Fragen über das Erwachsenwerden, auch solche, die man sich vielleicht nicht zu stellen traut.

Die Reihe – im Originaltitel „Romans d’ados“ – lief auf zahlreichen Festivals unter anderem bei den Visions du Réel oder dem Locarno Film Festival in der Schweiz (2010). Außerdem wurden die Filme 2010 und 2011 auf weiteren Dokumentarfilmfestivals in Brasilien, der Türkei, Italien, Frankreich und China gezeigt.

Zahlreiche Videos zeigen das Casting der Jugendlichen, Interviews, Porträts, Gespräche mit den Eltern, Psychologen und dem Regisseur der Reihe. 10:10-11:50 • arte

Roter Satin
Spielfilm – Lilia lebt zusammen mit ihrer halbwüchsigen Tochter Salma, die sie seit dem Tod ihres Mannes allein großzieht. Eines Nachts, auf der Suche nach Salma, findet sie sich zufällig in einem verruchten Bauchtanzlokal wieder…

Dass ihre Tochter Salma langsam erwachsen wird und immer weniger auf ihre mütterliche Fürsorge angewiesen ist, macht Lilia traurig und gibt ihr das Gefühl, immer nutzloser zu werden. Sie lebt ein zurückgezogenes Leben, langweilt sich oft und versucht, sich nebenher mit Strickarbeiten für Freunde und Familie die Zeit zu vertreiben.

Als Salma wieder einmal über Nacht nicht nach Hause kommt, macht sich Lilia auf die Suche nach ihrer Tochter und landet dabei in dem verruchten Bauchtanzlokal „Roter Satin“. Zunächst ist Lilia von der Freizügigkeit der leicht bekleideten Damen irritiert. Zugleich jedoch fasziniert sie die Sinnlichkeit des orientalischen Tanzes und die mitreißende Musik.

Neugierig geworden, kehrt Lilia in die Tanzbar zurück. Mit der quirligen Tänzerin Folla, dem Star des Lokals, freundet sie sich an und entdeckt langsam ihre verloren geglaubte Weiblichkeit und ihre längst verschütteten Sehnsüchte wieder. Sie beginnt ein Doppelleben, in dem sie tagsüber ihre Aufgabe als tadellose, bürgerliche Hausfrau erfüllt und nachts ihre ganze Leidenschaft als temperamentvolle Tänzerin auslebt. Als sie eine Affäre mit dem Trommler Chokri eingeht, gerät sie jedoch an die Grenzen ihres Versteckspiels, denn dieser ist mit ihrer Tochter Salma zusammen.

Hintergrundinformationen:
„Roter Satin“ ist ein Film über weibliche Selbstbestimmung in einem islamischen Land. Er schildert die stille Emanzipation einer vom sozialen Druck beherrschten Frau, die sich von einer zurückhaltenden, zögerlichen Hausfrau in eine begehrenswerte, sinnliche Tänzerin verwandelt. Der Film beschreibt auch eine Familie im Umbruch: Die Tochter wird allmählich erwachsen und drängt auf ein selbstständigeres Leben. Und die Mutter muss lernen, loszulassen, nicht nur ihr Kind, auch die Erinnerung an ihren Mann und das mit ihm verbundene Leben.

Kontemplative Bilder aus dem Alltag in Tunis und sensibel beobachtete Momente des innigen Mutter-Tochter-Verhältnisses kontrastieren mit den wilden Nachtclubszenen voller sprühender Farben, energetischer Musik und elektrisierter Körper. Mit der Gegenüberstellung der beiden Welten thematisiert die Regisseurin die Doppelmoral der arabischen Kultur, vermeidet aber eine moralisierende Stellungnahme. Der Film schildert, wie schwierig es bis heute für die moderne nordafrikanische Frau ist, ihre Selbstbestimmung und Freiheit gegenüber den (teils noch) archaischen Strukturen zu behaupten.

Die tunesische Regisseurin Raja Amari ist Absolventin der renommierten Pariser Filmhochschule La Fémis. Sie machte zwei Kurzfilme („Avril“, 1998 und „Un soir de Juillet“, 2000), bevor sie 2002 mit „Satin Rouge“ ihr erfolgreiches Spielfilmdebüt gab. Die Regisseurin studierte selbst orientalischen Tanz an einem Konservatorium in Tunis und wuchs mit den Musicals des Goldenen Zeitalters des ägyptischen Kinos der 40er und 50er Jahre auf. Ihr Film wurde bei den Festivals von Montreal, Seattle und Turin gleich dreimal mit der Auszeichnung „Bester Film“ bedacht. 14:30-16:05 • arte

Kebab weiß-blau
Integration in Bayern – Jeden Sonntag soll es im Biergarten des „Madan’s“ in Grünthal Schweinebraten geben. Doch von Schweinebraten hat der Wirt Süleyman Madan keine Ahnung und der Biergarten – mit Sisha-Lounge – fehlt auch noch.

Im „Röhrl“ in Eilsbrunn, im ältesten Gasthaus der Welt, hoffen er und seine Frau auf Tipps – und ernten für ihre Biergarten-Idee nur Kritik. Und mit dem Schweinbraten ist es auch nicht einfach: Süleymans „Schweinebratenlehrerin“, die Frau seines Verpächters, lässt ihn mit dem Fleisch im Ofen alleine in der Küche zurück. Die Bratenjury, der Schafkopfstammtisch, wird schon ungeduldig … 17:00-17:30 • BR

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