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Migration und Integration in Deutschland

Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

29.09.2011 – Kopftuch, Migranten, Jerusalem, Ausländer, GORA, Terror

TV-Tipps des Tages sind: Menschen bei Maischberger; Politische Bildung: Das Kopftuch – Wissen und mehr; Heilige Städte; Deutsch Klasse – Sprachprogramm: In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag; G.O.R.A. – A Space Movie; Das Massaker von Luxor

VONÜmit Küçük

DATUM29. September 2011

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Menschen bei Maischberger
Machofrauen – Müde Männer: Letzte Runde im Geschlechterkampf? Gäste: Alice Schwarzer (Journalistin und Feministin); Sonya Kraus (Fernsehmoderatorin); Lady Bitch Ray (Rapperin und Wissenschaftlerin); Gisela Marx (Moderatorin und TV-Produzentin); Wolfgang Grupp (Unternehmer)

Alice Schwarzer
Deutschlands streitbarste Journalistin hat ihr Leben aufgeschrieben und überrascht Leser und Kritik. In ihrer Autobiographie „Lebenslauf“ erzählt die Feministin, warum sie sich seit 40 Jahren so engagiert in den Kampf der Geschlechter stürzt und wie sie mit den Beleidigungen und Angriffen gegen sie umgeht. Erstmals berichtet Alice Schwarzer von der zehnjährigen Beziehung zu einem Mann in der Zeit, als sie in Paris lebte, und von ihrem „Coming-out als Frau, die Frauen liebt“ („Spiegel“).

Sonya Kraus
Die bekennende „Macho-Frau“ und Mutter eines kleinen Sohnes wünscht sich einen nackten Mann auf dem Titel der „Emma“. „Ich bediene Männerphantasien“, sagt die TV-Moderatorin selbstbewusst, die ihre Karriere als blondes Fräulein-Wunder beim „Glücksrad“ startete. Alice Schwarzer ist sie dankbar „dass sie den Frauen den Weg zur Gleichberechtigung geebnet hat“.

Lady Bitch Ray
Die Rapperin aus Bremen sieht sich als kritische Nachfolgerin von Alice Schwarzer. „Wir jungen Frauen sind ja alle irgendwie ihre Nachkommen“, sagt Reyhan Sahin, die unter dem Künstlernamen Lady Bitch Ray arbeitet. Die Sprachwissenschaftlerin wirft der „Emma“-Chefin eine klischeeartige Sicht auf muslimische Frauen vor. Sahin hat gerade ihre Doktorarbeit zum Kopftuch geschrieben.

Gisela Marx
„Journalistin, tough, kritisch, im Zweifelsfall links“, nannte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ die langjährige WDR-Moderatorin und TV-Produzentin. Seit über 30 Jahren kennt und schätzt sie Alice Schwarzer („Meine feministische Schwester“): „Sie hat den Alltag jeder Frau in Deutschland entscheidend beeinflusst. Frauen können heute in einer sehr viel offeneren Gesellschaft aufwachsen. Das haben die Frauen Alice Schwarzer zu verdanken. Sie hat sich dafür geopfert!“

Wolfgang Grupp
Der schwäbische Textilunternehmer ist ein vehementer Verfechter des traditionellen Rollenverständnisses von Mann und Frau und verteidigt ein ebensolches Familienbild: „Die Emanzipation ist der Feind der Familie“, sagt Wolfgang Grupp, der seit über 20 Jahren verheiratet ist. Schon von Natur aus seien Unterschiede und Geschlechterrollen klar vorgegeben. 09:30-10:45 • MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen

Politische Bildung
Das Kopftuch – Wissen und mehr – In der Sendung berichten türkische Mädchen und Frauen, die in Deutschland leben, über ihre Einstellung zum “Kopftuchgebot”. Dabei kommen Mädchen zu Wort, die sich bewusst für das Kopftuch entschieden haben, sowie eine Familie mit drei Töchtern, die diese religiöse Tradition ablehnt. 10:00-10:15 • HR

Heilige Städte
(1) Jerusalem – Tor zum Himmel – Der erste Teil der Dokumentationsreihe über die heiligen Stätten der Erde erzählt die Geschichte Jerusalems. Es ist eine Stadt der Mythen und des Glaubens, der Prophezeiungen und der Sehnsüchte, der Kriege und der Gewalt.

Die Stadt bildet das geistige Zentrum dreier Weltreligionen. Juden, Christen und Muslime verehren Jerusalem als heiligen Ort. Der legendäre König Salomon hatte hier den Tempel für die Aufbewahrung der Bundeslade errichten lassen. Er wurde von Nebukadnezar II, dem König Babylons, ausgeraubt und angezündet. Die Bundeslade ist seither verschollen.

Herodes I baute in Jerusalem nach der Rückkehr der Juden aus babylonischer Gefangenschaft einen neuen Tempel. Jesus besuchte ihn als Kind, beeindruckte hier die Gelehrten und vertrieb die Geldverleiher. Heute leuchtet auf dem Tempelberg die goldene Kuppel des Felsendoms, der ein heiliger Ort für die Muslime ist.

Der Tempelberg ist seit Jahrzehnten heftig umkämpft. Seit 1.400 Jahren ist er in islamischer Hand. Jerusalem hat für den Glauben der Muslime große Bedeutung und ist nach Mekka und Medina ihr drittheiligster Ort. Von hier – so die Legende – soll Mohammed eine Nachtreise in den Himmel unternommen haben. Den Streit um die Ansprüche auf dieses Stück Erde tragen heute die Archäologen aus. Zum Beispiel der Israeli Gabriel Barkai und der Palästinenser Youssef Natsche. Barkai meint, einen Beweis für die Existenz des Tempels König Salomons gefunden zu haben: Eine Sandsteintafel mit zehn eingravierten Zeilen aus dem Alten Testament. Natsche bezweifelt die Existenz eines jüdischen Tempels an dieser Stelle. Andere gehen noch weiter und behaupten, es hätte nie ein ‚jüdisches Staubkorn‘ auf dem Tempelberg gegeben.

Die Dokumentation begibt sich an die neuralgischen Punkte Jerusalems, lässt per Animation den Tempel Salomons wieder erstehen und erzählt, wie aus der kleinen unbedeutenden Siedlung, die Jerusalem 3.000 Jahre vor Christi Geburt war, eine der begehrtesten und faszinierendsten Städte der Menschheit wurde. Und sie stellt drei Menschen vor, für die Jerusalem heute Heimat ist: Eine junge armenische Christin, die in der Altstadt aufwächst, einen Juden, der zusammen mit seiner Verlobten aus den USA ins gelobte Land übergesiedelt ist, um hier streng orthodox zu leben und einen Muezzin, der sich jeden Tag auf dem Tempelberg in eine Klause zurückzieht. 15:15-16:00 • RBB Berlin, RBB Brandenburg

Deutsch Klasse – Sprachprogramm
11/13, Herz und Schmerz – In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag – vom Arbeitsamt bis zum Zahnarzt. In der didaktischen Fassung (Sprachprogramm) erklären die Hauptdarsteller der Serie spielerisch die deutsche Sprache. 19:00-19:30 • BR-alpha

G.O.R.A. – A Space Movie
Spielfilm – Arif, der gefälschte Ufo-Fotos für den Verkauf herstellt, ist Teppichhändler, Reiseleiter, Touristenführer – die Liste ist lang: Eigentlich ist und kann er alles. Und das muss er unter Beweis stellen, als er von Außerirdischen entführt wird…

Eines Tages wird Arif, türkischer Teppichhändler, Reiseleiter und vermeintlicher Ufo-Fotograf von Außerirdischen entführt und auf den Planeten G.O.R.A. verschleppt. Logar, der kaltherzige Kommandant des fremdartigen Planeten, hält ihn dort mit zahlreichen weiteren Erdlingen als Sklaven in Gefangenschaft, um sich so für seinen Großvater – einst von den Menschen bei einem Erdenbesuch malträtiert und gedemütigt – zu rächen.

Arif, als furchtloser Erdling, der sich von nichts einschüchtern lässt, schmiedet sofort einen Fluchtplan und schließt während seiner Gefangenschaft schnell Freundschaften, wobei er Bob Marley Faruk, einen erfahrenen türkischen Gefangenen und Android 216 als Verbündete für sein Vorhaben gewinnt.

Zahlreiche Versuche, zurück auf die Erde zu gelangen, schlagen fehl. Das ändert sich allerdings schlagartig, als ein riesiger Meteorit den Planeten G.O.R.A bedroht. Logar wittert seine Chance, die Macht über den Planeten an sich zu reißen: Unter der alleinigen Bedingung, die schöne Prinzessin Ceku und Tochter des mächtigen Lord Tocha, zur Frau zu bekommen, bietet er an, den Planeten und seine Bewohner mit seiner Wunderwaffe zu retten. Der Plan misslingt, doch Arif, nachdem er seine Freilassung verhandelt hat, schafft es in letzter Minute, den Planeten vor dem Untergang zu bewahren. Er gewinnt so die bedingungslose Gunst der schönen Ceku, die dem furchtlosen Erdling sofort verfallen ist.

Als Arif seine verhandelte Rückkehr zur Erde antreten will, kommt ihm Logar erneut in die Quere. Mit Bob Marley Faruk, 216 und Ceku, die vor ihrer nun doch bevorstehenden und erzwungenen Heirat mit Logar flieht, begibt sich Arif auf eine abenteuerliche Reise zurück zum blauen Planeten. Beihilfe bekommt er dabei von dem mysteriösen Garavel, der ihm während der Gefangenschaft auf G.O.R.A bereits als Vision erschienen ist und ihn zur Flucht ermutigt hat.

Schließlich gelingt es Arif und seiner Gefolgschaft, die falschen Absichten und niederen Machenschaften des bösen Kommandanten aufzudecken. Sie sind gerettet, frei. Und Arif bekommt endlich, was er will: die Rückreise zur Erde… und natürlich die schöne Ceku.

Hintergrundinformationen:
Mit einem beachtlichen Budget von 5 Millionen Euro Produktionskosten ist G.O.R.A einer der teuersten türkischen Filme aller Zeiten. Cem Yilmaz, der hier gleich zwei Rollen (Arif und Kommandant Logar) übernimmt, ist ein anerkannter Kabarettist in der Türkei. Zu G.O.R.A lieferte er zudem das amüsante Drehbuch. Die Parodie brilliert dabei in Sachen Unterhaltung durch ihre Bezüge zu Science-Fiction-Klassikern wie „Krieg der Sterne“, „Raumschiff Enterprise“ und „Das Fünfte Element“. Der Film schaffte es in den deutschen Kinocharts auf einen beachtlichen 8. Platz, und das selbst bei einer Ausstrahlung im Originalton. Der Film entstand 2004 in den Antalya Film Studios in der Türkei. Nachdem G.O.R.A mit 4 Millionen Kinobesuchern zu einem der erfolgreichsten Filme türkischer Filmgeschichte zählt, folgte im Jahr 2008 eine Fortsetzung mit dem Titel A.R.O.G.. Cem Yilmaz ist auch hier wieder omnipräsent: diesmal als Drehbuchautor, Regisseur neben Ali Taner Baltaci und Darsteller von drei Rollen. 23:40-01:45 • arte

Das Massaker von Luxor
Dokumentation (Gesellschaft – Terrorismus) – Film von Fritz Muri – (aus der SF-Reihe „Als die Schweiz den Atem anhielt“)

Am 17. November 1997 griffen in Ägypten im Totentempel der Hatschepsut bei Luxor sechs Terroristen der Gruppe Al-Dschama’a al-islamyya eine Touristengruppe an. 62 Personen wurden bei diesem Anschlag getötet. Die Angreifer starben bei einem späteren Gefecht mit der Polizei oder begingen Selbstmord. Der Zürcher Unternehmer Stephan Kopp verlor bei dem Massaker seine Ehefrau. Er selbst überlebte das Attentat nur, weil die Terroristen ihn wegen einer stark blutenden Schusswunde für tot hielten. Autorin fiona Strebel begleitet Stephan Kopp für seinen Film „Das Massaker von Luxor“ auf seiner ersten Reise nach Ägypten nach dem schrecklichen Geschehen. Kopp will für seine Trauerarbeit noch einmal an jenen Ort zurück, w
o seine Frau ermordet wurde. 01:15-01:55 • 3sat

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