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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

12.09.2011 – Integration, Roma, Religion Istanbul, Ausländer, Asyl, Syrien

TV-Tipps des Tages sind: Gott im Freibad; 60 x Deutschland: Wolfgang Richter erzählt, wie er sich im letzten Moment aus dem brennenden Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen retten konnte; Schätze der Welt – Erbe der Menschheit; Istanbul – Damaskus; Planet Schule: Religionen der Welt: Christentum

Gott im Freibad
Auf der Offenbacher Rosenhöhe versammeln sich täglich um 5.45 Uhr eine Handvoll Menschen – Anzugträger mit Krawatte, eine gertenschlanke Mittsechzigerin, Männer mit Handtüchern um den Bauch.

Sie alle warten darauf, dass sie auch an diesem Morgen Punkt 6 Uhr ihre Bahnen ziehen können. Im Waldschwimmbad Rosenhöhe tauchen alle ab: ob christliche Leistungsschwimmer, muslimische Schwimmanfänger, Nichtschwimmer mit russisch-orthodoxen Großmüttern, Sinti- und Roma-Familien, Juden und Atheisten gleichermaßen. Gleiten die Disziplinierten mit elegantem Kopfsprung ins kühle Nass, so platschen die Anarchisten regelwidrig mit einem Bombensprung vom Beckenrand. Doch in Badehosen, Schwimmeranzügen und Burkinis sind die Besucher des Waldschwimmbades Rosenhöhe beinahe alle gleich.

Der Film zeigt, was sie unterscheidet – ob Religion und Lebensweise oder Sportabzeichen und Schwimmstil. Für einen Tag begleitet er Mitarbeiter und Besucher des Waldschwimmbades Rosenhöhe. Irmgard Arnold, die beherzte Mittsechzigerin und Vorstandsmitglied im Schwimmverein, zieht täglich ihre Bahnen und sieht bei Regen oder Sonnenschein nach dem Rechten. Hilft sie an der Kasse aus, macht ihr niemand etwas vor, weder die marokkanischen Halbstarken noch die Sinti- und Roma-Familien. Das Talent und den Fleiß der serbischen Putzfrau hingegen erkannte sie sofort und verhalf der Langzeitarbeitslosen im Schwimmbad zur Festanstellung.

Auch Francesco Schiangula kennt das Waldschwimmbad wie seine Westentasche, selbst wenn der Sizilianer vermutlich der Einzige ist, der niemals Gelegenheit zum Schwimmen hat. Der Katholik führt das italienische Restaurant im Schwimmbad und verkauft Pizzen mit und ohne Schweinefleisch, Pommes frites für Menschen mit und ohne Glauben. Auch die Polizisten verköstigt er, die wieder einmal am Beckenrand für Ordnung sorgen mussten, und auch für den kurdischen Schwimmanfänger, der mit Anfang dreißig endlich schwimmen lernt, hält er eine Apfelschorle parat. Am Abend dann richtet er für Irmgard Arnold und ihre Mitstreiter die Oldies Night aus – ein Höhepunkt des Tages im Waldschwimmbad… 08:30-09:00 • HR

60 x Deutschland
1992 – das war das Jahr, in dem zum ersten Mal eine Frau zum lutherischen „Bischof“ gewählt wurde, der ehemalige SED-Chef Honecker vor Gericht stand, Stasi-Unterlagen einsehbar wurden und ausländerfeindliche Übergriffe das Land erschütterten.

Wolfgang Richter erzählt, wie er sich im letzten Moment aus dem brennenden Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen retten konnte. Beate Harembski schildert den Schock, den sie bekam, als sie beim Einsehen ihrer Stasi-Akte erfuhr, wer sie alles bespitzelte. 09:45-10:00 • HR

Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Dokumentation – Damaskus, Syrien – Paradies in der Wüste
Damaskus, die syrische Hauptstadt am Fuß des Berges Qassyun, ist eine der ältesten Städte der Menschheitskultur. In einer der fruchtbarsten Oasen Vorderasiens gelegen, zieht sie seit Jahrtausenden die Menschen an.

Wenn die Karawanen in das Stadtgebiet einzogen, wurden sie von üppigem Grün, sprudelnden Wasserfontänen und kühlender Architektur empfangen: Damaskus, die syrische Hauptstadt am Fuß des Berges Qassyun, ist eine der ältesten Städte der Menschheitskultur. In einer der größten und fruchtbarsten Oasen Vorderasiens gelegen, zieht sie seit Jahrtausenden die Menschen an. Viele Völker und Religionen treffen in dem betriebsamen Handelszentrum, Schnittstelle zwischen Ost und West, aufeinander. Die 4.000 Jahre alte Stadt ist heute genauso dynamisch wie zu Zeiten der Pharaonen, der Römer, der Omajjaden, der christlichen wie der islamischen Bekehrung. Der Film führt durch die syrische Hauptstadt Damaskus und erzählt ihre Geschichte. 15:00-15:15 • BR-alpha

Istanbul – Damaskus
Reportage (Gesellschaft – Reisen/Urlaub/Touristik)– Die legendäre Bagdadbahn wurde vor 100 Jahren dank deutscher Ingenieurskunst und deutschen Kapitals gebaut. Ein „Luftschloss“ des deutschen Kaisers und des osmanischen Sultans in Istanbul, die damit den Orient fest unter ihre Kontrolle bringen wollten. Ihr Ziel: eine Eisenbahnverbindung von Berlin über Istanbul und Bagdad bis zum Persischen Golf. Eine Abzweigung über Damaskus, die Hedschasbahn, führte bis auf die Arabische Halbinsel nach Mekka und Medina. Ein Traum, den britische Agenten zusammen mit „arabischen Terroristen“, wie man heute sagen würde, zunichte machten. Die Handelsschifffahrt durch den Suezkanal und die beginnende Luftfahrt machten die Bahn des Kaisers und des Sultans endgültig zu „altem Eisen“. Der Film „Istanbul – Damaskus“ begleitet eine Gruppe deutscher Touristen, die sich in einem Sonderzug auf die Spuren der legendären Bagdadbahn begeben. 00:40-01:25 • 3sat

Planet Schule
Religionen der Welt: Christentum- Mit welchem Bewusstsein Kinder die Welt sehen, wird entscheidend von ihrer Religion geprägt – für einige ist dieses Leben nur eins von vielen, für andere der Schlüssel zum Paradies. Die Sendereihe zeigt anschaulich die Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam aus Sicht junger Gläubiger. Die Filme begleiten sie in ihrem Alltag, zeigen die Wurzeln und die Geschichte der Religion, die Werte und Weltbilder sowie die Bräuche und Riten. 07:20-07:50 • WDR

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