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Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

06.09.2011 – Terror, Shanghai, USA, Migranten, Islam, Ausländer, 11September

TV-Tipps des Tages sind: Die Straßen des Terrors 1979 – 2001; Freiheit oder Sicherheit : alpha-Forum City: Migranten – Aufgenommen oder ausgegrenzt?; Die Angst vor den Anderen Der Fall Penzberg; Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt; Planet Schule: Der Anschlag – Der 11. September 2001 und die Folgen

VONÜmit Küçük

DATUM6. September 2011

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Die Straßen des Terrors 1979 – 2001 (1/2)
Dokumentarfilm – Zehn Jahre sind seit dem Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001 vergangen – doch noch immer steht die Frage im Raum, wie es zu diesem Anschlag kommen konnte.

Der zweiteilige Dokumentarfilm „Die Straßen des Terrors 1979 – 2001“ widmet sich den Ursachen, die zu dem schrecklichen Attentat geführt haben. Mit Hilfe von Politikern, Diplomaten und Geheimdienstlern offenbart der Film, wie es radikalen Islamisten gelang, in den 80er Jahren ein gut organisiertes, internationales Terrornetzwerk zu bilden, und beleuchtet die Beziehungen zwischen Washington, den arabischen Ländern und Europa in den vergangenen 20 Jahren. Heute: Der erste Teil des Dokumentarfilms untersucht, wie sich im Schatten verschiedener weltpolitischer Ereignisse der aufkeimende islamistische Terror von 1979 bis zum ersten Attentat auf das World Trade Center am 26. Februar 1993 entwickeln konnte.

Zeitzeugen, Geheimdienstler, Untersuchungsbeamten und Polizisten erläutern, wie sich von 1979 ausgehend von Pakistan, Afghanistan und Saudi-Arabien, um Osama bin Laden erste terroristische Zellen in den USA bilden konnten. Welche Rolle dabei die Ausrufung der Islamischen Republik im Iran 1979, die Geiselnahme von Pilgern in Mekka sowie der Einmarsch der Sowjets in Afghanistan im gleichen Jahr spielen, wird ebenso beleuchtet, wie die Ermordung des ägyptischen Staatspräsidenten Anwar al-Sadat 1981, der Fall der Mauer 1989 und der Erste Golfkrieg 1990/1991.

Ehemalige Führungskräfte der CIA reden offen über ihren „Pakt mit dem Teufel“ und erzählen, warum sie die Mudschaheddin um Bin Laden im Afghanistan-Krieg unterstützten.

Beamte des FBI schildern die ersten Ermittlungen gegen islamistische Terroristen in den USA, und der einzige FBI-Undercover-Agent, der je Al-Qaida infiltrierte, berichtet von seinen Erlebnissen. Außerdem wird die Geschichte des Al-Qaida-Maulwurfs Ali Mohammed thematisiert, der sich als Informant beim FBI eingeschleust hatte. 10:05-11:20 • arte

Nächste Ausfahrt Shanghai
Eine Gruppe von 25 hartgesottenen Busfans macht sich auf einen langen Weg: vom Breisgau nach China, von Freiburg nach Shanghai. 18.000 Kilometer; in 74 Tagen um die halbe Welt.

Ein Abenteuer, aber mittlerweile auch eine Pauschalreise aus dem Katalog. Mit dem Flugzeug kämen sie um Wochen schneller, um viele tausend Euro billiger und zweifellos bequemer ans Ziel. Alles keine Argumente für die Abenteurer: „Ich bin so oft geflogen, jetzt will ich mal die Strecke erleben“, sagt eine Mitfahrerin. Der Weg ist das Ziel. Wer in diesen Bus einsteigt, braucht Sitzfleisch, um die schier endlosen Kilometer über Schlaglochpisten, durch Wüsten und Millionenstädte gut zu überstehen. Die Reise geht entlang der alten Seidenstraße, durch Italien, Griechenland, die Türkei, Krisenländer wie Iran und Kirgistan nach Kasachstan und China. Immer wieder hatte der Freiburger Busunternehmer Hans-Peter Christoph bei den Vorbereitungen Zweifel, ob die Reise gut gehen würde. „Ich bin mir nicht sicher, dass unser Bus das Ziel Shanghai je erreicht“, unkte er beim Start in Freiburg. Wird der Motor bei 48 Grad in der Wüste durchhalten? Kommt der Bus über alle Grenzen? Und wann kommt der erste Gruppenkoller? 11:30-12:00 • HR

Freiheit oder Sicherheit
Der Antiterrorkampf und seine Folgen – Thema: Unter Terrorverdacht

Am 11. September 2001 verlieren knapp 3.000 Menschen ihr Leben bei den Terroranschlägen auf das World-Trade-Center in New York und das Pentagon in Washington.

Die Brutalität und Zerstörungswut, die mit diesen Attacken einhergingen, markieren den Anfang einer neuen Dimension von Terrorismus. Die Anschläge 2004 in Madrid, 2005 in London und die geplanten Anschläge der Sauerlandbomber 2007 in Deutschland offenbaren, dass der islamistische Terror auch in Europa eine Gefahr darstellt. Deshalb müssen die europäischen Länder neue Mittel und Wege finden, diesen Terrorismus zu bekämpfen.

Seit 2001 entwickeln die Regierungen in den USA und in Europa nach jedem Anschlag neue Anti-Terror-Gesetze, die es ermöglichen sollen, Terroristen rechtzeitig zu erkennen und Terroranschläge zu verhindern. Denn die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität. Diese Gesetze sollen sowohl mit den Grundgesetzen und Verfassungen der einzelnen Länder vereinbar sein als auch mit den Prinzipien Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Die Dokumentation beschäftigt sich mit den Anti-Terror-Gesetzen und ihren Folgen und rekonstruiert dabei einige prominente Fälle, bei denen in verschiedenen Ländern Europas durchaus auch Menschen in das Netz des Anti-Terror-Kampfes gerieten, die entweder völlig unschuldig waren oder sich nur relativ geringer Vergehen schuldig gemacht hatten. Sie diskutiert diese Fälle in Hinblick auf die Anti-Terror-Gesetze und deren Auswirkungen für Freiheit, Sicherheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa.

Zu Wort kommen in der Dokumentation von Marita Neher und Nils Bökamp die Betroffenen selbst und ihre Anwälte, aber auch der ehemalige deutsche Innenminister Gerhart Baum, der Leiter des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke, der Direktor von EUROPOL Rob Wainwright, der Pariser Generalstaatsanwalt François Falletti, der Risikoforscher und Terrorismusexperte Prof. Dr. Friedrich Steinhäusler, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas König, der Soziologe Jean Ziegler, die Human Rights Watch Antiterrorbeauftragte Judith Sunderland sowie die Juristin und Autorin Juli Zeh und Philippe Texier, Vertreter der „International Commission of Jurists“. 20:15-21:30 • arte

alpha-Forum City
Migranten – Aufgenommen oder ausgegrenzt? – Moderation: Isabella Schmid – In Bayern leben fast 2,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung. Von einem gedeihlichen Zusammenleben profitieren wir alle. Was wurde in den vergangenen Jahren erreicht und was ist noch zu tun?

Mirsad Niksic kam 1973 im Alter von zehn Jahren aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Deutschland erschien ihm als ein Schlaraffenland mit unbegrenzten Möglichkeiten. In den Läden gab es Butter und Milch zu kaufen und sogar einem Sportclub durfte der Zehnjährige beitreten. Doch die Sprache war für Mirsad Niksic damals ein großes Handicap. Heute ist er als Grundschullehrer besonders stolz darauf, dass Migrantenkinder mittlerweile bereits im Kindergarten eine Sprachförderung bekommen.

Für Martin Neumeyer, den Integrationsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung ist Sprachförderung überhaupt der Schlüssel zur Integration. Deshalb setzt er sich beispielsweise bei der Hausaufgabenbetreuung für eine Ausweitung des Förderzeitraumes ein.

Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis bezeichnet Integration für seine Stadt als eine ihrer zentralen kommunalpolitischen Aufgaben. Denn jeder vierte Einwohner dort hat ausländische Wurzeln. So war Erlangen auch eine der ersten Städte in Deutschland, die einen Ausländerbeirat gründete.

Isabella Kroth stellt ihr Buch „Halbmondwahrheiten – türkische Männer in Deutschland“ vor, das Ende Juli erscheint. Die Autorin räumt darin mit so manchem Klischee auf. An einzelnen Biographien zeigt sie, dass in türkischen Familien nicht immer nur die Frau die Leidtragende ist, sondern dass manchmal auch türkische Männer zu Opfern werden.

alpha-forum City, die einzige kommunalpolitische Diskussionsrunde im bundesdeutschen Fernsehen, präsentiert jeden ersten Dienstag im Monat zur Primetime Themen, die im Brennpunkt der Städte und Gemeinden liegen.

Kulturelle Inhalte stehen hier ebenso im Mittelpunkt des Gesprächs wie gesellschaftliche oder politische Schwerpunkte der kommunalen Arbeit. Die Sendereihe alpha-forum City wurde in der Nachfolge der bekannten Hörfunk-Sendung „Ingolstädter Begegnungen“ als Fernsehsehreihe konzipiert.

Im alpha-Forum kommen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, Religion und Kultur in 45 Minuten ausführlich zu Wort. Im Internet finden Sie die Gespräche, die Lebensläufe der Gäste und Literaturhinweise. 20:15 – 21:00 • BR-alpha

Die Angst vor den Anderen
Der Fall Penzberg – Thema: Unter Terrorverdacht – Südlich des Starnberger Sees bei München liegt Penzberg, eine friedliche Kleinstadt mit 16.000 Einwohnern. Hier befindet sich die architektonisch eindrucksvolle Moschee der islamischen Gemeinde.

Die Penzberger Glaubensgemeinschaft ist eine von 2.500 islamischen Gemeinden in Deutschland. Wesentliches Kennzeichen der Gemeinde ist ihre Offenheit und Vielsprachigkeit. Ihr Imam Benjamin Idriz, der für einen transparenten Islam eintritt, galt bis vor kurzem als liberaler Hoffnungsträger. Doch vom Verfassungsschutz mitgeschnittene Telefonate sollen seine Nähe zu Extremisten belegen.

Schon seit 2007 wird die Islamische Gemeinde Penzberg im bayerischen Verfassungsschutzbericht erwähnt – wegen angeblicher Kontakte von Benjamin Idriz und einem weiteren Vorstandsmitglied der Gemeinde zur Islamischen Gemeinschaft Milli Görus (IGMG) und zur Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD). Beide stehen ihrerseits als „extremistische Organisationen“, die „das Ziel einer islamistischen Parallelgesellschaft in Deutschland verfolgen“ im Visier der Verfassungsschützer. Folglich müsse, so der Verfassungsschutz, Idriz‘ Gemeinde auch als verfassungsfeindliche, islamistisch und extremistisch orientierte Gemeinde eingestuft werden. Doch Benjamin Idriz und seine Gemeinde weisen die Anschuldigungen vehement von sich und klagen 2009 gegen den Freistaat Bayern in einem Eilverfahren, um eine sofortige Streichung aus dem Bericht zu erwirken. Trotz einer umstrittenen, von Politikern kritisierten Indizienbeweisführung seitens der Verfassungsschützer legitimierten die Verwaltungsgerichte in Bayern die Nennung der Gemeinde im Bericht in zwei Instanzen. Und auch im Verfassungschutzbericht von 2010 wird die Islamische Gemeinde Penzberg wieder unter der Kapitelüberschrift „Islamismus/Terrorismus“ aufgeführt.

Die Dokumentation rekonstruiert den Fall sowohl aus der Perspektive der Gemeinde als auch aus der Sicht des Verfassungsschutzes. Sie nimmt den Rechtsstreit zum Anlass, die Problematik der Angst vor dem Islam als ein gesellschaftspolitisches Konfliktfeld zu erkunden, das alle westlichen Länder betrifft, in denen muslimische Minderheiten leben.

Der „Kampf gegen den Terror“, der nach den spektakulären Ereignissen des 11. Septembers 2001 in den USA und in Europa ausgerufen wurde, führte zu fundamentalen Veränderungen im europäischen Strafrecht. Um Terroristen auf die Spur zu kommen und die Menschen vor der Gewalt des Terrors zu schützen, wird die Gesamtbevölkerung subtil ausgeforscht – mit Abhöraktionen, Datenspeicherungsmaßnahmen und anderen Kontrollarrangements, bei denen Geheimdienste und Polizei kooperieren. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Mobilität und Informationsverhalten der Bürger kontrollieren zu können. Die berechtigte Angst der Regierungen und ihrer Sicherheitsbehörden, nach einem Terroranschlag für den Tod hunderter oder tausender Menschen verantwortlich gemacht zu werden, führt jedoch auch dazu, dass viele Unschuldige ins Blickfeld der Anti-Terror-Fahnder geraten und dass die Freiheiten aller Bürger erheblich eingeschränkt werden.

Zehn Jahre nach 9/11 hinterfragt der Themenabend „Unter Terrorverdacht“ in zwei Dokumentationen diesen weltweiten Aufstieg einer Politik der Angst. Dabei geht es zum einen um die Legitimität neuer Anti-Terror-Gesetze und ihrer Wirkung auf die Bevölkerung und zum anderen um die wachsende Ablehnung von Immigranten mit muslimischem Hintergrund in Amerika und Europa. 21:30-22:05 • arte

Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
3/3, Integration durch Sport – Fast ein Jahr, lange vor Sarrazins Buch, reiste das Filmteam kreuz und quer durch die Bundesrepublik, immer der gelungenen Integration auf der Spur, auf der Suche nach ermutigenden Beispielen …

Die drei letzten Filme der Serie tragen den Titel “Fremd und doch vertraut. Wie Integration gelingt”. Am Beispiel der Handlungsfelder, Integrationskurse, Berufliche Integration und Integration durch Sport in unterschiedlichen deutschen Städten sowie am Beispiel der porträtierten Migrantinnnen und Migranten wird deutlich, welche Integrationsanstrengungen in Deutschland unternommen werden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen. 23:00-23:30 • BR-alpha

Planet Schule
Der Anschlag – Der 11. September 2001 und die Folgen – Der 11. September 2001: Was an diesem Tag in den USA geschah, hat sich tief in das kollektive Weltgedächtnis eingegraben. 19 Attentäter hatten vier Flugzeuge in den USA entführt und steuerten sie direkt in das World Trade Center in New York und in das Pentagon in Washington. Fast 3000 Menschen wurden Opfer des 11. September. Sie haben zahllose trauernde Familien hinterlassen. Die Stadt New York war in ihren Grundfesten erschüttert. Die Welt schaute fassungslos im TV zu und kämpft seitdem mit den Folgen: Der Einsatz in Afghanistan dauert an und bringt die Bündnispartner finanziell und moralisch an die Grenzen. Die Überwachung selbst unbescholtener Bürger wird akzeptiert, um versteckten Terroristen auf die Spur zu kommen. Menschenrechte wurden und werden im Kampf gegen den Terrorismus verletzt. Zahlreiche Reise- und Flugbeschränkungen gibt es immer noch und was wohl am tragischsten ist das Verhältnis der westlichen Welt zum Islam und zu seinen Gläubigen ist bis heute beeinträchtigt. In diesem Film trifft Planet Schule Menschen, die Augenzeugen waren. Angehörige, die ihre Liebsten verloren haben. Politiker, die Entscheidungen gefällt haben. Und Muslime in Deutschland, denen plötzlich misstraut wurde. Sie alle haben die Folgen des Anschlags miterlebt und tun es bis heute. 07:20-08:20 • WDR

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