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Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

TV-Tipps des Tages

28.08.2011 – Islam, Kultur, Türkei, Sufismus, Konya, Osmanische Reich

TV-Tipps des Tages sind: Gesichter des Islam – Glaube und Kultur, Wissen und Fortschritt; Glaubenswege: Sufismus – Eine Reise nach Konya; Der Heilige Krieg: Dschihad für den Kaiser; Walaam: Wiedergeburt eines Klosters in Russland; Chinas Grenzen – Abenteuer vom Ussuri bis zum Hindukusch

VONÜmit Küçük

DATUM28. August 2011

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Gesichter des Islam – Glaube und Kultur
1/4, Glaube und Kultur – Die erste Folge spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach – von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien bis nach Indonesien mit seinem bunten Mix an Religionen. Die „Fünf Säulen des Islams“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka.

Daneben herrscht Vielfalt: In Istanbul beginnt eine junge Familie den Tag mit dem Einkauf des festlichen Prinzengewandes für die Beschneidung des dreijährigen Sohnes Efe. Wir erleben junge Rockmusiker zwischen Glauben und Selbstverwirklichung. In der Wüste Saudi-Arabiens pflegen Beduinen, wie zu Zeiten des Propheten, das einfache Leben der Kamelzüchter. In Mekka umrunden Pilger die Kaaba, den zentralen Ort der Muslime, und in Indonesien führt die Schwester des Sultans von Cirebon durch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten. In Istanbul leitet die Architektin Nilgün Olgun die Restaurierungsarbeiten in der prächtigen Süleymaniye-Moschee, und in einer religiösen Eliteschule üben sich Halbwüchsige in Anzug und Krawatte in Koranrezitation, büffeln Englisch und pauken moderne Naturwissenschaften. 11:30-12:15 • NDR Hamburg, NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein

Gesichter des Islam – Wissen und Fortschritt
4/4, „Wissen und Fortschritt“ aus der Reihe „Gesichter des Islam“ reist nach Andalusien, Ägypten und Indonesien. So ist das goldene Zeitalter von Kultur und Wissenschaft des Islams z. B. noch heute in Córdoba mit der Moschee-Kathedrale lebendig.

Der spanische Konvertit Antonio Romero leitet auf seiner Finca zwischen Araberpferden und einer wertvollen Handschriftensammlung eine islamische Bildungsstätte, und in Granada tönen die jahrhundertealten Klänge der Andalusi-Musik durch die Gassen der arabischen Altstadt.

In Kairo und Alexandria geht es um das Ringen des muslimischen Ägyptens, traditionsverhaftete Religion und zukunftsträchtige Bildung in Einklang zu bringen. In Kairo führt der junge Imam Abdallah eine der ältesten Moscheen der Altstadt wie eine Begegnungs- und Bildungsstätte. Der ägyptischen Nobelpreisträger Ahmet Zewail fordert bei einem öffentlichen Auftritt neue Anstrengungen in Politik und Bildungswesen.

Im indonesischen Jakarta geht es beim „Islamic Banking“ darum, aus den Traditionen des Islams neue Akzente in der Wirtschafts- und Finanzwelt zu setzen. 16:30-17:00 • WDR

Länder – Menschen – Abenteuer
Reisereportage – Türkei – Die Kinder der Sonne – Harran, tief unten, im Südosten der Türkei. Einen Steinwurf entfernt von der syrischen Grenze. Die Sonne ist untergegangen, ein Feuer spendet Licht. Es ist ein magischer Ort, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen versammeln.

Die einen sind jung, die anderen ein paar Generationen älter. Die einen aus Istanbul, die anderen aus den Dörfern Mesopotamiens. Fragende, neugierige Blicke in den Gesichtern der Istanbuler, in den Gesichtern der „Kinder der Metropole“. Was bedeuten die graublau schimmernden verblassten Zeichen, die man hier sieht, wie wurden sie gemacht? Was erzählen sie über die Geschichte und Kultur der Menschen im Zweistromland, über die Wiege der Menschheit?

Zelal Gökce will sich ein Tatoo machen lassen. Kein modernes. Sie möchte eines dieser mythischen, archaischen Zeichen auf der Haut wie die Frauen aus Harran sie tragen. Sie weiß, dass es weh tut, wenn das schwarze Gemisch aus Asche, Muttermilch und Galle mit der Nadel unter ihre Haut gebracht wird, aber sie möchte es trotzdem haben.

Die Frauen aus Harran sind arabischer Herkunft. Zelal ist Kurdin, Sängerin, lebt in Istanbul. Mit ihr aus Istanbul angereist sind Aris Nalci, Journalist armenischer Abstammung und Fatih Serdaroglu. Fatih bemalt die Körper der hippen Jugend in Istanbul. Tätowieren ist wieder „in“ in der Türkei. Fatih ist ein Profi der modernen Tätowierkunst. Er ist hier, weil er sich für die alten Traditionen interessiert. Fatih ist türkischer Abstammung.

In Harran treffen sie sich mit den „Kindern der Sonne“, so nennen sich selbstbewusst die jungen Menschen in Mesopotamien, der sonnigsten Region der Türkei. Einer Vielvölker-Region wie die gesamte Türkei.

Auch die „Kinder der Sonne“ sind Nicht-Türken: Kurden, Araber, Armenier, Zaza. Seit Kemal Atatürk hatten sie Türken zu sein, mussten ihre Identität verleugnen. Auf der Suche nach ihrer Zukunft in der Türkei „zwischen Allah und Atatürk“ entdecken sie ihre verborgene Vergangenheit. Die geheimnisvollen Zeichen, die die Männer und Frauen im Südosten der Türkei tragen sind ein Teil davon. Sie trugen sie als Zeichen der Zugehörigkeit zu ihrem Stamm. Sie trugen sie als Glücksbringer und als Schutz vor dem Unglück.

Deswegen ist die Reise zu den rätselhaften Zeichen auch eine Reise zu den großen historischen Schauplätzen im Südosten Anatoliens: Harran mit seinen konisch zulaufenden Bienenkorbhäusern aus Lehm oder „Göbekli Tepe“, nach heutigem Wissensstand die älteste Kultstätte der Welt, erbaut vor elftausend Jahren. Ihre Steine und Pfeiler sind mit uralten Symbolen geschmückt, Vorlagen und Inspiration für die Zeichen auf der Haut, Zeichen, die damals wie heute von Wünschen, Träumen, und Ängsten erzählen. 17:15-18:00 • SWR BW, SWR RP, SWR SR

Glaubenswege
6/6, Sufismus – Eine Reise nach Konya – Die sechste und letzte Folge begleitet Murat Coskun, einen weltweit geschätzten, mit Preisen ausgezeichneter Percussionisten, dessen Hauptinstrument die arabische Rahmentrommel ist.

Murat, der mit seiner deutschen Familie in Freiburg lebt, nutzt die Pause zwischen zwei Tournee-Terminen und fährt nach Marrakesch, Istanbul und Konya, bis in das Heimatdorf seiner Eltern im südtürkischen Taurusgebirge. Dort will er sich mit Sufi-Musikern treffen, um die religiöse Dimension dieser Musik zu erfahren.

Als „Sufismus“ wird das mystische Glaubensbekenntnis innerhalb des Islams, der dritten monotheistischen Religion, bezeichnet. Während die Mystik des Sufismus von orthodoxen Klerikern als unpolitische Esoterik abgetan wird, berufen sich die Sufis ihrerseits auf die Visionen und ekstatischen Erfahrungen des Propheten. Das wichtigste Ziel aller sufistischen Pilger ist das Grab des berühmten Philosophen und Dichters Jalaluddin Rumi in Konya, der Hauptstadt Kappadokiens im Herzen der Türkei.

Sechs Protagonisten, sechs Ziele, sechs Begegnungen mit Religion: In der sechsteiligen Reihe „Glaubenswege“ begibt sich in jeder Folge ein Mensch auf eine Reise zu seiner kulturellen Herkunft, seiner spirituellen Identität und zum Ursprung seiner Religion. Ziel ist es dabei, für religiöse Toleranz zu werben. 19:15-20:00 • BR-alpha

Der Heilige Krieg (4)
Dokumentation (Kultur – Religion, Kirche) – Ende des 19. Jahrhunderts lebten 80 Prozent der Muslime in Kolonien europäischer Mächte. Doch die Dominanz der Europäer blieb nicht unangefochten. Im Namen Allahs scharte ein charismatischer Anführer im Sudan Krieger um sich und lehrte die britischen Kolonialherren das Fürchten. Die Erhebung des „Mahdi“ wurde zur traumatischen Erfahrung des Empire. Die Rebellen scheiterten zwar am Ende an der militärische Überlegenheit der Briten, aber der Aufstand des Mahdi zeigte eindrucksvoll, welche gefährliche Dynamik ein religiös aufgeheizter Krieg auch in der Moderne entfalten konnte.

Das brachte schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg deutsche Strategen auf die Idee, dass man das militärische Potenzial islamischer Widerstandsbewegungen nutzen könne. Denn nicht nur Briten, auch Franzosen und Russen herrschten über riesige Gebiete mit überwiegend muslimischer Bevölkerung. Wenn es gelänge, sie im Konfliktfall auf die deutsche Seite zu ziehen, kämen die konkurrierenden Kolonialmächte in ernste Schwierigkeiten.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden diese Überlegungen in konkrete Pläne umgesetzt. Mit Hilfe der verbündeten Türkei versuchte das Deutsche Reich auf Drängen von Kaiser Wilhelm II. einen weltweiten „Dschihad“ gegen Briten und Franzosen zu entfachen und so die Kolonien der Gegner zu destabilisieren. Organisator des „Dschihad made in Germany“ war eine schillernde Persönlichkeit: Max von Oppenheim, ein Sprössling des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim & Cie. Als Leiter der Berliner „Nachrichtenstelle für den Orient“ war er mit der Planung und Durchführung des „Heiligen Krieges“ betraut. Im November 1914 verkündete der türkische Sultan tatsächlich den „Dschihad“ gegen die Westmächte. Mit deutschen Waffen wurden militärische Operationen durchgeführt, Putsche initiiert, Attentate und Sprengstoffanschläge verübt. Doch gingen die Berliner „Dschihad“-Pläne am Ende nicht auf.

Die arabischen Muslime folgten nicht Max von Oppenheim, sondern dem charismatischen „Lawrence von Arabien“. Der Archäologe und Geheimagent Thomas Edward Lawrence forcierte den Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich. Dabei zeigte sich, dass nicht der „Heilige Krieg“ und die Aussicht auf paradiesischen Lohn die Araber lockte, sondern englisches Geld und das Ver-sprechen auf nationale Unabhängigkeit.

Doch die arabische Nation sollte ein unerfüllter Traum bleiben. In Wirklichkeit hatten Briten und Franzosen insgeheim vereinbart, das Osmanische Reich nach seiner Niederlage in Einflusszonen aufzuteilen. Nach dem Krieg verfuhren sie ganz im Stil alter kolonialer Politik und schufen mit ein paar Federstrichen neue Länder – ohne Rücksicht auf ethnische oder religiöse Gegebenheiten. Die damals gezogenen Grenzen und die weitere Politik der Siegermächte im Nahen Osten hatten weitreichende Folgen und schufen Grundlagen für den noch heute andauernden Nahostkonflikt. 19:30-20:15 • ZDF

Walaam
Wiedergeburt eines Klosters in Russland – Vor 1.000 Jahren errichteten Mönche nordöstlich von St. Petersburg ein Kloster auf der Inselgruppe Walaam im Ladogasee. Im 19. Jahrhundert beherbergte das Kloster über 3.000 Mönche. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es zu Finnland.

Der Ladogasee ist der größte See Europas und liegt nordöstlich von St. Petersburg. Das Kloster, das zwei Mönche vor 1.000 Jahren auf der inmitten des Ladogasees gelegenen Inselgruppe Walaam gegründet haben, beherbergte zu seinen besten Zeiten im 19. Jahrhundert über 3.000 Mönche. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es zu Finnland und war damit dem Zugriff der Kommunisten entzogen, die zahlreiche andere Kirchen und Klöster plünderten und sprengten. 1940 jedoch überfiel die UdSSR Finnland, und die Grenze wurde neu gezogen. Walaam ging an die Sowjetunion. Die Mönche flohen, und das Kloster wurde als Invalidenheim, Lager und Offizierskasino genutzt. Gleichzeitig ließ man die Gebäude verfallen. Dann kehrte wieder sakrales Leben in die Klostermauern zurück. 100 Mönche bauten das Kloster wieder auf. Sie haben mit ihrem früheren weltlichen Leben abgeschlossen und widmen sich nur noch der Liebe zu Gott. 05:25-05:45 • PHOENIX

Chinas Grenzen – Abenteuer vom Ussuri bis zum Hindukusch
1/2, Tiger, Schmuggler, Festungsinsel … Sechs Monate lang ist Korrespondent Johannes Hano durch Chinas entlegenste Grenzprovinzen gereist. 20.000 Kilometer hat er mit seinem Team dabei zurückgelegt, auf Landstraßen, Feldwegen, Sand- und Geröllpisten – und war an Orten, die noch nie ein Ausländer gesehen hat. Für die zweiteilige Reportage reiste das Team an den Außengrenzen des riesigen Reiches entlang und zeigt ein China, das selbst vielen Chinesen noch völlig unbekannt ist. Hintergrundinformationen: Film von Johannes Hano, ZDF/2011. 07:30-08:15 • PHOENIX

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