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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

Hamburg

Zwölfte Einbürgerungsfeier im Rathaus

Seit 2006 finden im Hamburger Rathaus Einbürgerungsfeiern statt. Diesmal überreichte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz fünf neuen deutschen Staatsbürgern ihre Einbürgerungsurkunden, Stellvertretend für 1 469 Personen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat am Freitag auf der zwölften Einbürgerungsfeier im Hamburger Rathaus fünf neuen deutschen Staatsbürgern ihre Einbürgerungsurkunden überreicht. Die Urkundenträger stammen ursprünglich aus Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Marokko und China. Stellvertretend für alle 1 469 Personen, die in der Zeit vom 1. Februar bis zum 30. April 2011 in der Freien und Hansestadt eingebürgert worden sind, hat dieser Kreis die Einbürgerungsurkunde erst heute bei einem festlichen Akt im Hamburger Rathaus erhalten.

Rund 550 Neubürger sind der Einladung des Senates gefolgt und mit ihren Familien ins Rathaus gekommen, um gemeinsam mit Vertretern des Senats, der Hamburgischen Bürgerschaft, der Bezirke und der Hamburger Verwaltung diesen erinnerungsreichen Tag zu feiern.

Scholz betonte: „Ich freue mich sehr, dass es einen Trend zur deutschen Staatsangehörigkeit gibt, der deutlich zugenommen hat. Im vorigen Jahr 2010 haben in Hamburg wieder 5 300 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Es wäre schön, wenn sich noch viel mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger entschließen könnten, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen“.

Eine Selbstverständlichkeit
Jardena Kifle, Einbürgerungs-Lotsin im Rahmen der neuen Einbürgerungskampagne „Hamburg. Mein Hafen. Deutschland. Mein Zuhause“ und gebürtige Eritreerin, erklärte ihr Engagement: „Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit meinen Mitmenschen, egal ob fremd oder bekannt, wenn es mir möglich ist zu helfen. Wie gerne hätte ich während meiner eigenen Antragsstellung diese Hilfe erfahren, von einer Person, der man sich anvertrauen kann und die einem die Sorgen und Ängste bei der Einbürgerung nimmt. Aufgrund meines Ehrenamtes lerne ich nicht nur viele spannende Seiten von meiner Wahlheimat Hamburg kennen, sondern auch viele neue Menschen, die ich begleiten darf und die mittlerweile zu Freunden geworden sind.“ Kifle kam 1982 im Alter von vier Jahren nach Deutschland und wurde 1997 eingebürgert.

Musikalisch begleitet der Chorleiter Peter Schuldt die Einbürgerungsfeier mit dem The Young ClassX Unterstufenchor der Stadtteilschule Süderelbe und Fischbek-Falkenberg. Gesungen wurden „Baum des Lebens“, die Hamburg Hymne „Hammonia“ und abschließend mit allen Gästen die Deutsche Nationalhymne.

Auf Einladung des Senats finden seit Herbst 2006 in regelmäßigen Abständen Einbürgerungsfeiern statt, um die Einbürgerung der neuen deutschen Staatsangehörigen in einem festlichen Rahmen zu würdigen. Die nächste Feier wird voraussichtlich am 25. Oktober 2011 stattfinden. (hs)

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2 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Marc Fischer sagt:

    Doppelte Staatsbürgerschaft statt Einbürgerung, das wäre doch mal was.

  2. Non-EU-Alien sagt:

    Von diesen fünf neuen deutschen Staatsbürgern haben mindestens vier die doppelte Staatsangehörigkeit erhalten! Quote min. 80%.

    Mexiko: bürgert nicht aus.
    Brasilien: bürgert nicht aus.
    Großbritannien: EU-Ausland, Mehrstaatigkeit wird sowieso hingenommen.
    Marokko: wird auch unter Hinnahme Mehrstaatigkeit eingebürgert.
    China: kann ich keine Aussage zu machen.

    Also Leute, wann hört dieser Wahn auf mit der Selektion? Erkennen die Entscheidungsträger die Realität nicht? Es sollte dopp. Staatsangehörigkeit für alle geben.



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