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[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

17.08.2011 – Benidorm, Ausländerfeindlichkeit, Konstantinopel, Islam, Juden

TV-Tipps des Tages sind: Paysages – Städte und Landschaften; „Ich lass mich nicht verjagen!“ ist eine Reportage über Rechtsextremismus bzw. Ausländerfeindlichkeit; Geheimauftrag Konstantinopel; Stationen.Dokumentation: 2/4, Gesichter des Islam; Hof und seine neuen Bürger; Die Juden – Geschichte eines Volkes

VONÜmit Küçük

DATUM17. August 2011

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Paysages – Städte und Landschaften
Benidorm, der größte Urlaubsort Europas, liegt an der spanischen Mittelmeerküste und war 1960 noch ein Fischerdorf mit 6.000 Einwohnern. Heute leben im Sommer rund 370.000 Menschen dort – vor allem in Hotels und Ferienwohnungen.

Immer weniger Land wird landwirtschaftlich genutzt, immer mehr Grundstücke werden bebaut. Der hohe Wasserverbrauch ist ein Problem in einer Gegend, in der ein sehr trockenes Klima herrscht. Der Mittlere Westen ist das landwirtschaftliche Herz der USA. Auf den riesigen Feldern von Illinois werden Mais und Sojabohnen angebaut. Vertriebsfirmen kaufen die Ernte auf und verkaufen sie ins Ausland weiter. Das Getreide wird den Mississippi hinunter in den Golf von Mexiko gebracht. Obwohl die Produktion ständig effizienter wird, ist es für die Bauern schwer zu überleben. Insbesondere im Einzugsbereich von Chicago wird immer mehr Ackerland zu Bauland, und die Nachkommen der Farmer sind nicht mehr bereit, die elterlichen Betriebe weiterzuführen. (08:30-08:45 • SWR RP, SWR RP, SWR SR)

„Ich lass mich nicht verjagen!“
„Ich lass mich nicht verjagen!“ ist eine Reportage über farbige Kinder und Jugendliche, die in Sachsen leben und unter Rechtsextremismus bzw. Ausländerfeindlichkeit vieler Gleichaltriger leiden.

Es geht um die Geschwister Clara Salimo und Emilio Salimo aus Struppen sowie Antonietta Mutouo – genannt Toni – aus Pirna. Toni geht auf das Herder-Gymnasium, während Emilio ein Sportgymnasium in Dresden besucht und Clara das katholische St.-Benno-Gymnasium in Dresden. Tonis Mutter, Inge Bittermann-Mutouo, arbeitet in der Initiative „aktion Zivilcourage“ mit und holt sich dort Rat. Mehrere betroffene Familien treffen sich regelmäßig in der Bürgerinitiative „AfrEu – Afroeuropäische Familien und Interessierte“. (09:30-10:00 • HR)

Geheimauftrag Konstantinopel
Dokumentation (Kultur – Mittelalter) – Film von Manfred Baur und Hannes Schuler – (aus der ZDF-Reihe „Metropolis“)

1437 ist Konstantinopel von den osmanischen Truppen eingeschlossen. Sich aus eigener Kraft zu befreien, ist unmöglich. Längst sind die Truppen der Stadt auf ein winziges Verteidigungsheer reduziert. Einzig die Stadtmauern halten den Feind auf. Da macht der päpstliche Gesandte Nikolaus von Kues dem Herrscher ein Angebot. Der Film „Geheimauftrag Konstantinopel“ dokumentiert einen der spannendsten Momente mittelalterlicher Geschichte. (17:00-17:45 • 3sat)

Stationen.Dokumentation
2/4, Gesichter des Islam – Männer und Frauen – „Gesichter des Islam“ ist eine vierteilige filmische Reise durch die Welt von 1,5 Milliarden Muslimen – Begegnungen mit Menschen und ihrem Glauben zwischen Tradition und Moderne.

„Gesichter des Islam“ zeigt überraschende Einblicke in Lebensalltag und Überzeugungen muslimischer Gemeinschaften.

„Männer und Frauen“ zeigt Musliminnen und Muslime und das Selbstverständnis der Geschlechter in Marokko, Deutschland und Saudi-Arabien. In der Königsstadt Fés erlebt das Filmteam eine traditionelle Hochzeit, die Ehe gilt nach wie vor als verpflichtende islamische Lebensform. In Duisburg verblüfft Zerah Yilmaz, Leiterin der Begegnungsstätte der neuen Moschee in Marxloh, mit offenen Worten. In Saudi-Arabien analysiert die Studentin Maram Taibah scharfsinnig die Rolle der Frauen zwischen Ausgrenzung und Neudefinition, während im neuen Dialogzentrum des Königs junge Männer und Frauen in vorsichtigen Kontakt treten. Beim Jahrestreffen der Muslimischen Jugend Deutschland diskutieren junge Leute im hessischen Bad Orb Fragen von Beziehung und Religion. Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan spricht in London über die Rolle von Frauen und Männern im Islam. In Fés erlebt das Filmteam beim Hammelmarkt und in einem Stadthaus das traditionelle Opferfest, hört vom ersten Studiengang für weibliche Seelsorger, „Mourchidas“, begleitet die junge Designerin Faouzia Choukri als Chefin von sechs Männern und als gehorsame Tochter. Unweit der 1.000 Jahre alten Moschee lassen die HipHopper der Gruppe F’assi – gläubige und in ihre Familien integrierte junge Leute – ihre Beats durch die Gassen schallen. In einem Haus für ledige Mütter in Casablanca zeigt sich eine besonders harte Seite der Lebensrealität muslimischer Frauen. (19:00-19:45 • BR)

Hof und seine neuen Bürger
Diese Dokumentation beschreibt die Hoffnungen und Probleme der neuen Bürger aus Russland, der Ukraine, Kasachstan und Kirgisien in der oberfränkischen Stadt Hof nach der deutschen Wiedervereinigung. (19:30-20:15 • BR-alpha)

Die Juden – Geschichte eines Volkes
3/6, Halbmond und Kreuz – Horizonte – Im frühen Mittelalter dringt der Islam auch in den Süden Europas vor. Die Juden auf der Iberischen Halbinsel arrangieren sich mit den neuen Machthabern, das Zusammentreffen beeinflusst sie nachhaltig.

Doch die Zeiten sind nicht immer friedlich. Es kommt zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Als die Christen das Land von den Muslimen zurückerobern, werden sie zunächst von den Juden als Befreier begrüßt. Doch die christlichen Könige Ferdinand und Isabella führen die Inquisition in Spanien ein. 1492 verlassen Hunderttausende Juden ihr Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragt. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben.

Eine Dokumentation von Nina Koshofer und Sabine Klauser. Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard. Der 4. Teil folgt am 20. August. (05:20-05:50 • HR)

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