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Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

TV-Tipps des Tages

13.08.2011 – Migranten, Islam, Türkei, Sorben, Russisch, Ramadan, Juden

TV-Tipps des Tages sind: Ohne Worte – In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag – vom Arbeitsamt bis zum Zahnarzt; Gesichter des Islam:“Glaube und Kultur“; Wuhladko: Das Magazin in sorbischer Sprache; Russisch, bitte!; Sarah Wiener in Marrakesch; Die Juden – Geschichte eines Volkes; Die Zehn Gebote – Gestohlene Jahre

VONÜmit Küçük

DATUM13. August 2011

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Deutsch Klasse – Sprachprogramm
4/13, Ohne Worte – In der Fernsehserie begleiten wir Migranten in ihrem Alltag – vom Arbeitsamt bis zum Zahnarzt. In der didaktischen Fassung (Sprachprogramm) erklären die Hauptdarsteller der Serie spielerisch die deutsche Sprache. (09:00-09:15 • BR-alpha)

Gesichter des Islam
„Glaube und Kultur“ spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach – von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien bis nach Indonesien mit seinem bunten Mix an Religionen. Die „Fünf Säulen des Islams“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka. Daneben herrscht Vielfalt: In Istanbul beginnt eine junge Familie den Tag mit dem Einkauf des festlichen Prinzengewandes für die Beschneidung des dreijährigen Sohnes Efe. Wir erleben junge Rockmusiker zwischen Glauben und Selbstverwirklichung. In der Wüste Saudi-Arabiens pflegen Beduinen, wie zu Zeiten des Propheten, das einfache Leben der Kamelzüchter. In Mekka umrunden Pilger die Kaaba, den zentralen Ort der Muslime, und in Indonesien führt die Schwester des Sultans von Cirebon durch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten. In Istanbul leitet die Architektin Nilgün Olgun die Restaurierungsarbeiten in der prächtigen Süleymaniye-Moschee, und in einer religiösen Eliteschule üben sich Halbwüchsige in Anzug und Krawatte in Koranrezitation, büffeln Englisch und pauken moderne Naturwissenschaften. (09:30-10:00 • WDR)

Wuhladko
Das Magazin in sorbischer Sprache – Moderation: Bogna Koreng – Themen: Dauerstreit um Abwasserzweckverband; „WUHLADKO trifft …“ Prof. Dr. Peter Felfa; Internationales Folklorefestival; Die Sorben beim Tag der Sachsen

Dauerstreit um Abwasserzweckverband
Vor knapp 20 Jahren gründeten fünf Gemeinden in der Lausitz den Abwasserzweckverband „Am Klosterwasser“. Ein Projekt, das offensichtlich unter keinem guten Stern steht, denn immer wieder gibt es hitzige Debatten und scharfe Kritik. Den einen sind die Gebühren zu hoch, andere wiederum stellen den Abwasserzweckverband insgesamt in Frage – zu groß, zu teuer, ineffizient. Auch in den letzten Wochen gab es wieder viel Aufregung – diesmal wegen des Haushalts 2011 und wegen der Schulden des Zweckverbands.

„WUHLADKO trifft …“ Prof. Dr. Peter Felfa
Stacheldraht und Warnschilder schirmen das Gelände hermetisch ab. Eingebettet in die Ostsee steht die Insel Riems, unweit von Greifswald, dem legendären amerikanischen Gefängnis Alcatraz in nichts nach. Doch hier sind keine Schwerverbrecher eingesperrt. Hinter den Mauern der alten Backsteingebäude lagern 200 der gefährlichsten Krankheitserreger der Welt. Ein Sorbe, Professor Peter Felfa, war über 20 Jahre lang der Herr über die Seucheninsel.

Internationales Folklorefestival
Die Welt zu Gast bei den Sorben. Etwa 800 Sänger und Tänzer aus dem In- und Ausland kamen zum IX. Internationalen Folklorefestival in die Lausitz – aus China und der Türkei, aus Polen und Tschechien. Auch zahlreiche sorbische Folkloregruppen haben nur für dieses Fest ein neues Bühnenprogramm einstudiert. „WUHLADKO“ war beim Festival dabei, vor und hinter der Bühne.

Die Sorben beim Tag der Sachsen
Einen Monat noch – dann wird in Kamenz gefeiert. Zum 20. Tag der Sachsen erwartet die Stadt 400.000 Besucher. Es wird ein sorbisches Dorf geben mit einem eigenen Bühnenprogramm. Sorbische Vereine aus der Ober-, Mittel- und Niederlausitz werden sich beim Tag der Sachsen 2011 präsentieren. (13:20-13:50 • RBB Berlin, RBB Brandenburg)

Russisch, bitte!
30/30, Ein Sprachkurs für Anfänger – Russisch lernen vom Fernsehsessel aus! Eine nützliche Einführung beispielsweise für Touristen, die nach Russland reisen wollen. (13:45-14:15 • BR-alpha)

Sarah Wiener in Marrakesch
Im Frühherbst 2006, mit Beginn der muslimischen Fastenzeit, reiste die Berliner TV-Köchin Sarah Wiener nach Marokko. Sie wollte den Fastenmonat Ramadan in Marrakesch erleben, der alten Handelsstadt am Fuße des Atlasgebirges.

Der Ramadan gebietet anders als die christliche Fastenzeit Enthaltsamkeit nur für die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In den Stunden dazwischen darf hemmungslos geschlemmt werden. Zu keinem anderen Anlass wird in muslimischen Ländern soviel gekocht, so viel gegessen, an Gewicht zugelegt und soviel Geld für Nahrungsmittel ausgegeben wie im Ramadan. 30 Tage fasten heißt 30 Tage Festessen. Für die Gastronomin Sarah Wiener eine ideale Gelegenheit also, hinter die Geheimnisse der arabischen Küche zu kommen.

Die Kamera folgt ihren Streifzügen durch die Welt der Genüsse, bei denen sie nicht nur orientalische Rezepte kennen lernt, sondern auch die Rituale des islamischen Glaubens – und vor allem neugierig eintaucht in die Welt der marokkanischen Frau. Der traditionelle Aufenthaltsort für Frauen ist in Marrakesch der Riad, das um einen baumbestandenen Hof herum gebaute, großbürgerliche Stadthaus. Wenn sich am Ende einer oft dunklen Gasse die Türen in einen Riad öffnen, dann ist es, als täte sich ein Tor zu Tausendundeiner Nacht auf: mit Mosaiken verzierte Wände und Decken, kostbare Teppiche und – nach Sonnenuntergang – reich beladene Tische.

Bis vor wenigen Jahrzehnten durften marokkanische Frauen ihren Riad nicht verlassen, erst seit kurzem genießen sie größere Freiheiten. Umso stärker ist ihre Stellung innerhalb des Hauses, hier haben sie das Sagen, zelebrieren ihre Speisen und feiern ihre Feste. Hier absolviert Sarah Wiener einen Crash- und Intensiv-Kurs in der Kultur und Küche des Orients. Hier ist alles hand- und hausgemacht, erfordert viel küchenhandwerkliches Können, die Kenntnis der überlieferten Rezepte, Hingabe und Geduld. Kaum bleibt Zeit, das zu tun, was auf dem Terminplan der traditionell lebenden marokkanischen Frau sonst noch steht: Haare färben, Hände und Füße kunstvoll mit Henna dekorieren, ins maurische Bad gehen, Moschee und Heiligengräber aufsuchen, künftige Hochzeiten einfädeln, mit anderen singen, tanzen, vieles mehr.

Von einer Marokkanerin wird Sarah Wiener zur anderen gereicht, ist im Haus einer Geschäftsfrau ebenso zu Gast wie in einer Armenküche, bei Intellektuellen und einer Familienfeier am 27. Tag des Ramadan, dem Tag, an dem der Überlieferung nach der Koran vom Himmel fiel. So begibt sie sich auf eine faszinierende Reise in eine Welt, die normalerweise hinter hohen Mauern verborgen bleibt. (16:15-17:00 • SWR SR, SWR BW, SWR RP)

Die Juden – Geschichte eines Volkes
3/6, Halbmond und Kreuz – Horizonte – Im frühen Mittelalter dringt der Islam auch in den Süden Europas vor. Die Juden auf der Iberischen Halbinsel arrangieren sich mit den neuen Machthabern, das Zusammentreffen beeinflusst sie nachhaltig.

Doch die Zeiten sind nicht immer friedlich. Es kommt zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Als die Christen das Land von den Muslimen zurückerobern, werden sie zunächst von den Juden als Befreier begrüßt. Doch die christlichen Könige Ferdinand und Isabella führen die Inquisition in Spanien ein. 1492 verlassen Hunderttausende Juden ihr Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragt. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben.

Eine Dokumentation von Nina Koshofer und Sabine Klauser. Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard. (16:30-17:00 • HR)

Die Zehn Gebote – Gestohlene Jahre
Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard – Während ihre Freunde zur Schule gingen oder eine Ausbildung machten, musste sich Hülya verstecken. Während die Freundinnen ihr erstes Liebesglück und den ersten Liebeskummer erlebten, lebte sie in der Angst, entdeckt und abgeschoben zu werden.

Seit sie zu einer „Illegalen“ wurde, lebte Hülya versteckt bei Verwandten – vier Jahre lang, mal hier, mal dort, nie länger als ein paar Wochen am selben Ort. Keine Freunde, keine Schule, keine Kontakte in die Außenwelt – keine Freunde, bei denen sie sich melden und die Sorgen teilen konnte. Hülya traute sich kaum vor die Haustür, saß allein zu Hause und wartete, dass der Alptraum endlich endet. Sie war gerade 14 Jahre alt, als ihre kurdische Familie, nachdem sie zehn Jahre in Deutschland gelebt hatten, keine Duldung mehr bekam und in die Türkei abgeschoben werden sollte – für Hülya damals wie heute unvorstellbar. Die Türkei kannte sie nur aus dem Fernsehen oder aus Urlaubserzählungen. Ihre Eltern hofften, dass es irgendwie doch noch eine Chance für sie in Deutschland geben könnte, und tauchten unter. Dahinter stand die Hoffnung, dass ihre Tochter in Deutschland eine Ausbildung machen und ein selbst bestimmtes Leben führen kann. Nach Jahren in der Illegalität hat nun eine hessische Kirchengemeinde für die kurdische Familie eine Petition eingereicht. Seitdem ist Hülya zumindest vorübergehend geduldet, darf wieder zur Schule gehen. Doch das Zittern geht weiter, denn es gibt wenig Hoffnung, dass die Petition einen dauerhaften Aufenthalt für Hülya und ihre Familie bewirkt. (06:25-06:55 • HR)

Liana und Merdin: Feurige Mischung in Mettmann
Liana schaut fern: zapp, zapp, ZACK! Es ist um sie geschehen. Dieser tolle Typ auf der Talkshow-Couch ist ihr Mann fürs Leben. Das weiß sie sofort. Merdin weiß noch nichts. Aber das Schicksal ist auf Lianas Seite …

Jahre später trifft sie ihn zufällig in einem Internetchat und schreibt ihn an. Heute haben die beiden einen kleinen Sohn. Der lernt Portugiesisch von der katholischen Mutter und Bosnisch vom muslimischen Vater. Zur Hochzeit kommen gleich drei Kulturen zusammen: Portugiesen, Bosnier und Deutsche. Nur wer von denen feiert ausgelassener?

Die ewige Liebe zu versprechen ist mutig. Und es knistert erst recht gewaltig, wenn die Partner aus zwei verschiedenen Kulturen stammen. In sechs Reportagen begleitet „Cosmo TV“ binationale Paare – während und kurz nach ihrer Eheschließung. (07:30-08:00 • SWR BW, SWR RP, SWR SR)

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