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Migration und Integration in Deutschland

Es gab vor allem in der Anfangsphase der Anwerbung von Türken häufige Klagen der deutschen Arbeitskollegen darüber, dass die Türken … an ihrem Arbeitsplatz wie verrückt arbeiten und dadurch die Akkordsätze verderben.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Guntram Schneider

„Deutliche Zeichen gegen Islamophobie setzen – Ramadan ist gelebtes Miteinander“

Guntram Schneider wünscht anlässlich des heute beginnenden Fastenmonats Ramadan den Muslimen alles Gute. Er fordert Muslime wie Nicht-Muslime auf, in der Fastenzeit ein Zeichen gegen geistige Brandstifter zu setzen.

Anlässlich des heute beginnenden islamischen Fastenmonats Ramadan hat Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) den Muslimen in Nordrhein-Westfalen alles Gute gewünscht. „Der Islam ist Teil unserer Gesellschaft und Ramadan gehört mittlerweile zu den religiösen Festzeiten, die in unserem Kalender ihren festen Platz haben“, sagte Schneider am Freitag in Düsseldorf.

Der Minister appellierte an die nicht-muslimische Mehrheitsgesellschaft, in der Fastenzeit auf die muslimischen Bürger Rücksicht zu nehmen. „Der Ramadan ist eine Zeit, in der sich Muslime und Nichtmuslime gegenseitig ihren Respekt in besonderer Weise zeigen können und sollten“, erklärte Schneider. Damit könnten auch deutliche Zeichen gesetzt werden gegen geistige Brandstifter und Vereinfacher, die undifferenziert Generalvorbehalte gegen den Islam und die Muslime schürten.

„Menschen aus islamisch geprägten Ländern wandern seit knapp einem halben Jahrhundert nach Deutschland ein. Sie leben hier bereits in der zweiten und dritten Generation und sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft“ so der SPD-Politiker abschließend.

In Nordrhein-Westfalen lebt die größte Anzahl der in Deutschland ansässigen Muslime (ca. 1,5 Millionen). Knapp die Hälfte von ihnen sind deutsche Staatsangehörige. Die diesjährige Fastenzeit beginnt am 1. August und endet am 29. August 2011. Sie fällt in die Sommerferien. (eb)

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22 Kommentare
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  1. Herbert G. sagt:

    Wunderbarer Artikel! Ich als Nicht-Muslim schliesse mich auch dieses Jahr wieder dem Fastenmonat an und zolle damit den Muslimen Respekt! Auch uns Christen würde es gut tun, diesen Brauch zu übernehmen, und nicht nur das ganze Jahr in uns hineinzustopfen und einen Monat mal über unser Dasein nachzudenken!

  2. Lutheros sagt:

    „Der Minister appellierte an die nicht-muslimische Mehrheitsgesellschaft, in der Fastenzeit auf die muslimischen Bürger Rücksicht zu nehmen.“

    Toleranz ja, aber wie weit geht das? Was heisst „Rücksicht nehmen“? Gelten Menschen, die in der Öffentlichkeit Essen und Trinken, als intolerant, rücksichtslos? Das ist in meinen Augen die Linie an der das Zusammenleben unterschiedlicher religöser Wertevorstellungen diskutiert werden muss.

    Wie weit geht diese geforderte Rücksicht? Wie stellen Sie sich das vor, Herr Minister? Niemand würde sich selbst als rücksichtslos bezeichnen. Dshalb bitte mal konkret: In der U-Bahn Brötchen essen? grillen auf dem Balkon tagsüber? Die Frühstückspause? Was heisst in diesem Zusammenhang denn „Rücksicht nehmen“?

  3. BiKer sagt:

    @ lutheros

    ist doch ganz klar, mensch. es reicht doch schon aus, wenn sie einen muslim im fastenmonat nicht zum bier einladen oder ihm ihrer leckereien nicht unter die nase halten a la „hier probier mal. schmeckt echt geil“. oder einfach mal einsehen, dass der freund im ramadan nicht wie gewohnt abends mit ihnen joggen geht. das ist wohl gemeint. aber nein, sie und ihresgleichen suchen ja immer nach dem extrem.

    mal abgesehen davon: essen und trinken sollten sie in der bahn auch sonst nicht.

  4. Bicho sagt:

    Ich werde so weitermachen wie bisher. Ramadan ist nicht mein Fest und geht mich nichts an. Was will der Politiker von mir ?

  5. hannibal sagt:

    Der Ramadan verschiebt sich jedes Jahr im Kalender um einige Tage, so das er in einer Reihe von aufeinanderfallenden Jahre (wie jetzt wieder) auf die Sommerzeit fällt.

    Jeder Ernährungswissenschaftler, ja jeder normale Hausdarzt weiß, das ein Aussetzen der Flüssigkeitsaufnahme über mehrere (im Juli/August leicht 12-14 ) Stunden gesundheitsgefährdent ist.

    Wenn diese „Vorschrift“ wirklich über „Mohammed“ direkt von „Allah“ kommt, was ist das dann für ein „Gott“, der seinen Gläubigen aufbürdet (z.B. in der Türkei oder arabischen Ländern mit Tagesthemperasturen von teilweise über 40 Grad), über so viele Stunden keine Nahrung und vor allem keine Flüssigkeit zu sich zu nehmen ?

    Ein GÜTIGER „Gott“ mit Sicherheit nicht.

    Und wie gehen z.B. die Türken damit um? Gehen Sie einmal abends so 1-2 Stunden in einen Supermarkt z.B. in Istanbul, was da los ist. Sobald die Sonne untergegangen ist, wird gef…. na ich sage der Höflichkeit halber gegessen, was das Zeug hält. Der Magen wird für wenige Stunden
    prall gefüllt, und zwar kurz vor der Schlafphase.

    Von den steigenden Unfall und Totenzahlen im Straßenverkehr, wenn nachmittags die Leute mit glasigen Augen, kurz vor dem Kreislaufkollaps,
    hinter dem Steuer sitzen, ganz zu schweigen.

    Und für mich ist die „Heranführung“ von Kindern und Jugendlichen an diese bewußt gesundheitsgefährdenden Praktiken Beihilfe zur Körperverletzung !

    Religionen werden immer von Menschen gemacht, der Menschen, die hier dahinterstecken, können nicht bei Verstand gewesen sein. Oder waren schlichtweg bösartig.

    P.S. Ich bin gespannt, ob Herr Senol meinen Beitrag freischaltet, ich habe ihn sicherheitshalber abgespeichert, um gegebenenfalls direkt nachfragen zu können, worin die Gründe liegen. Aber warten wir einmal ab.

  6. Leo Brux sagt:

    hannibal,
    die Muslime machen das nun schon fast 1400 Jahre lang, und es gibt sie heute in der Größenordnung von 1,5 Mrd Menschen. Ziemlich vital, diese Leute, nicht wahr?

    Außerdem waren sie, wenn man diese 1 400 Jahre überblickt, uns Abendländern wenigstens 800 Jahre davon kulturell und ökonomisch und technologisch überlegen. Im Moment nicht, ok, aber die Muslime hatten in ihren Glanzzeiten auch ihren Ramadan …

    Samt Ramadan scheinen die Muslime doch auch Ihnen, hannibal, so vital, so stark, so lebenskräftig, dass Sie richtig Angst vor ihnen haben!

    Und könnte es sein, dass vielleicht manche unserer zeitgenössischen Essenspraktiken eher schädlich sind als das Fasten im Ramadan? (Bei dem übrigens Kinder nicht mitfasten müssen. Sie wollen aber oft.)

    In einer Hinsicht kann man Ihnen natürlich recht geben: Dem Fasten, solange die Sonne nicht untergegangen ist, steht bei manchen eine Fressorgie danach gegenüber – und die widerspricht vor allem mal der Idee des Fastens. Also auch der Idee, die Mohammed dabei hatte. Wäre ich gläubiger Muslim, ich würde streng fasten — aber mich danach nur ganz dezent am gemeinschaftlichen Essen beteiligen. Mich wundert, dass dieser Gesichtspunkt bei den gläubigen Muslimen – zwar vorkommt, aber doch nur eine ganz untergeordnete Rolle spielt.

    (Anmerkung: Sie sehen, hannibal, ich bin auch ein „Islamkritiker“.)

  7. Herbert G. sagt:

    Sie, Herr Hannibal, fre*, entschuldigen Sie, essen, wie die meisten Deutschen, sicher das ganze Jahr über fettige Braten, Schweinewürste, Pommes, Streichwurst, pures Fett, die Muslime hingegen ernähren sich überwiegend gesund und traditionell! Das heisst Vollwertkost, Reis, Salat! Leichte Speisen! Die übergewichtigen, fettbäuchigen Deutschen geben mir recht!

    Sicherlich, teilweise gibt es vereinzelte Muslime, die abends im Ramadan gern mal was mehr essen, aber von Freßorgien kann da nicht die Rede sein! Wieder mal erzählen Sie Märchen aus 1001 Nacht! Nur um zu Hetzen! Und das Menschen mit glasigen Augen Autounfälle bauen, ist das lächerlichste, was ich jemals gehört habe!

    Allen Muslimen einen Frohen Ramadan!

  8. Herbert G. sagt:

    Nochwas, Herr Brux, die Muslime sind uns kulturell immer noch weit überlegen! Technologisch vielleicht nicht, aber sehen Sie sich die Türkei an! In 20 Jahren wird das eine Supermacht sein, vor der wir zittern würden, wären sie nicht unsere Freunde und eventuell bis dahin hoffentnlich schon in der EU!!!!

  9. Snillisme sagt:

    „Sie, essen, wie die meisten Deutschen, sicher das ganze Jahr über fettige Braten, Schweinewürste, Pommes, Streichwurst, pures Fett, die Muslime hingegen ernähren sich überwiegend gesund und traditionell! Das heisst Vollwertkost, Reis, Salat! Leichte Speisen! Die übergewichtigen, fettbäuchigen Deutschen geben mir recht!

    Sicherlich, teilweise gibt es vereinzelte Muslime, die abends im Ramadan gern mal was mehr essen, aber von Freßorgien kann da nicht die Rede sein! Wieder mal erzählen Sie Märchen aus 1001 Nacht! Nur um zu Hetzen! “

    Herbert G , haben Sie nicht auch schon mal an Konvertieren gedacht?

  10. Leo Brux sagt:

    Herbert G.,
    wollen wir mal nicht übertreiben. In 20 Jahren wird die Türkei so stark sein, dass sie mit Deutschland auf Augenhöhe verhandeln kann, aber eine Supermacht ist sie dann noch nicht.
    Und was die Fressorgien angeht, die gibt es schon – in Deutschland auch, aber weniger, aber ich hab da so einiges über Ägypten gehört …

    Dass hannibal hetzt, da sind wir allerdings einer Meinung.
    Wollen wir bei hannibal hoffen, dass auf ihn das Sprichwort zutrifft:
    Hunde, die bellen, beißen nicht.
    Und dass hannibal nicht noch zur Tat schreitet und meint, Berlin sei Rom, und er müsse Karthago vor Rom retten …
    Oder denkt er bei seinem Namen mehr an Hannibal Lecter? Das wär dann allerdings „scary“!

    Welcher von den deutschen Hass-Postern wird in Breiviks Fußstapfen treten?
    Ist eine solche Frage erlaubt, hannibal?


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