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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Afra Mertek

„Meine Familie hat mir eine angenehme und lockere Lernatmosphäre ermöglicht“

Afra Mertek hat das Abitur am Märkischen Gymnasium Hamm als Jahrgangsbeste mit einem Notendurchschnitt von 1,0 gemacht. Im Gespräch mit MiGAZIN spricht sie über ihren Bildungserfolg, ihre Erfahrungen, ihre Familie und ihre Zukunft.

VONMusa Bağraç

geb. 1977 in Hamm/West- falen, arbeitet als Lehrer für Pädagogik, Sozialwissen- schaften und Praktische Philosophie in Geseke. Bağraç promoviert in Münster in Erziehungswissenschaft und engagiert sich seit 1999 für den interreligiösen Dialog. Bağraç ist Schulbuchautor und Mitarbeiter der muslimischen Zeitschrift Die Fontäne. Er schreibt für deutsch- und türkischsprachige Publikationen.

DATUM27. Juli 2011

KOMMENTARE26

RESSORTAktuell, Interview

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MiGAZIN: Mit Stolz kannst du auf ein erfolgreiches Abitur zurückschauen. Wie hast du dich auf das Abitur vorbereitet? Welche Mittel neben den Schulbüchern hast du fürs Lernen und für die Abiturvorbereitung benutzt?

Afra Mertek: Jeder Schüler hat für sich ein „Lernsystem“, womit er arbeitet. Meine Vorgehensweise war, dass ich versucht habe, körperlich aber vor allem geistig am Unterricht teilzunehmen; also aufzupassen und im Unterricht aufmerksam zu sein. In der Abiturphase habe ich Zusammenfassungen und Schemata zu allen Themen erstellt, wodurch alle Zusammenhänge noch einmal erarbeitet wurden.

Neben Schulbüchern waren Sekundärliteratur, effektives Nutzen des Internets und Gespräche mit Fachleuten sehr hilfreich. Auch die Zusammenarbeit mit Freunden, wobei man sich die Themen nach und nach gegenseitig erklärt und eine Prüfung simuliert, sorgt für ein harmonisches Miteinander-Lernen und Austauschen.

MiG: Hast du dazu auch Originalklausuren aus Vorjahren (Abiturklausuren) herangezogen. Wenn ja, welche Rolle spielten sie für dein Lernen?

Afra: Ja, denn durch das Erarbeiten früherer Klausuren entsteht eine gewisse Gelassenheit und Ruhe im Menschen, da man immer Angst vor etwas hat, was man nicht kennt. Auf der einen Seite hat man dadurch rein inhaltliche Übung, auf der anderen Seite legt man die Nervosität und Angst beiseite und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Letztendlich habe ich mein Bestes getan und Gott vertraut.

MiG: Als du nachmittags von Schule nach Hause kamst, wie sah deine Freizeit aus? Hattest du überhaupt eine Freizeit oder war das alles nur noch eine reine Lernzeit?

Afra: Ich hatte nicht nur eine reine Lernzeit – wie viele Menschen vielleicht vermuten. Nach der Schule gab ich oft Nachhilfe, zu Hause habe ich erst immer eine Pause gemacht und meinen Kopf meistens durch ein wenig Schlaf freigekriegt. Manchmal habe ich etwas mit Freunden unternommen oder war einfach nur unterwegs. In der klausurfreien Zeit habe ich kaum gelernt, da die Hausaufgaben meistens schon gereicht haben, um den nötigen Stoff präsent zu halten. In der Klausurphase habe ich für eine Klausur 3-4 Tage gelernt, was eher ein Auswendiglernen war. Unverstandenes habe ich direkt im Unterricht nachgefragt oder habe mit Freunden darüber diskutiert.

MiG: Das alles hört sich ja echt anstrengend an. Wie hast du dich dennoch ständig über Jahre hinweg zu Höchstleistungen motivieren können?

Afra: Natürlich gibt es immer Fächer, die man bevorzugt oder vor ihnen doch eher wegläuft. Aufgrund früherer Erfolge, die mir eine gewisse Freude bereitet haben, habe ich Spaß an Schule gewonnen, wodurch die Motivation aus mir selbst herauskam und das Lernen keine Belastung mehr war. Als Mensch hat man auch gewisse Ziele im Kopf, die man anstrebt. Ich wollte das Potenzial ausbauen, anderen Menschen helfen und somit das Wohlgefallen Gottes erreichen. Wichtig dabei ist, dass man bei Verschlechterungen im Notenspektrum emotional Abstand hält und sich bewusst ist, dass es auf andere Dinge im Leben ankommt – wie das Wohlgefallen Gottes …

MiG: Und welche Rolle spielte dabei deine Familie?

Afra: Meine Familie hat mir erst einmal eine angenehme und lockere Lernatmosphäre ermöglicht. Durch viele Gespräche über die Zukunft und über die gegenwärtige gesellschaftliche Lage habe ich die Wichtigkeit einer sozial aktiven Person immer wieder realisiert. Während einiger Phasen, in denen ich keine Lust mehr hatte zu lernen, habe ich mich mit meiner Familie unterhalten und somit wieder Spaß am Ganzen gehabt.

MiG: Ich höre heraus, dass Lernen dir Spaß macht. Hat es dich auch mal beängstigt? Wie sieht es mit Prüfungsangst bei dir aus?

Afra: Das Abitur wird unter den Schülern – aber auch allgemein – sehr hochgeschaukelt, wodurch automatisch Prüfungsangst und Druck entstehen. Ich war vor den Klausuren, vor allem vor den Ersten, immer sehr nervös, weil ich nicht wusste, was für Themen vorkommen werden und ob ich diese gut genug gelernt hatte etc. Doch wenn man weiß, dass man alles getan hat, was möglich war, hat man –auch bei schlechten Ergebnissen am Ende- ein ruhiges Gewissen. Mit der Zeit merkt man doch: Es sind ganz normale Klausuren, die aber noch ein „Abi-“ als Vorsilbe drangehängt haben. Die ganze Angst und der enorme Druck, den man sich selbst macht, ist im Endeffekt völlig überflüssig.

MiG: Ich habe in Erfahrung gebracht, dass du sowohl im schulischen als auch im privaten verschiedene Verantwortungen übernommen hast. Welche waren diese und in wieweit haben diese Einfluss auf deinen schulischen Erfolg gehabt?

Afra: Schulische Verantwortungen waren u.a. Hausaufgaben und Recherche von unterschiedlichsten Dingen, aber auch Formalia wie Pünktlichkeit. Als Schüler muss man Lernbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein etc. ausstrahlen. Die zeitliche Ebene sorgt diesbezüglich für eine gewisse Struktur im Alltagsleben und hat einen positiven Einfluss auf den schulischen Erfolg, da man sich die Zeit genau einteilen kann und organisiert arbeitet. Hausaufgaben unterstützen das Einprägen des Stoffes und beeinflussen somit den Erfolg auch positiv.

Im Privaten hatte ich auch einige Aufgaben. Ich habe neben dem Lernverein auch privat Nachhilfe gegeben und somit Verantwortung für den Erfolg einiger Schüler übernommen. Dies hat mir geholfen, bekannte Themen zu wiederholen. Ich hatte so wie jedes Familienmitglied häusliche Pflichten zu erledigen, von denen ich in der Abiturphase jedoch befreit wurde.

MiG: Nun, jetzt hast du aber einen wichtigen Lebensabschnitt hinter dir. Was kannst du uns über deine persönliche Beziehung zur Schule, zu deinen Mitschülern und Lehrern sagen. Und welche Rolle haben diese für deinen schulischen Erfolg gespielt?

Afra: Die Schule war für mich nichts, was zu meiden wäre. Ich bin gerne zur Schule gegangen und hatte auch sehr viel Spaß. Ich hatte meine Freunde um mich herum und wir haben uns alle gegenseitig unterstützt, um so gemeinschaftlich besser voranzukommen als alleine. Mit Lehrern hatte ich kaum Probleme, alle waren auch sehr freundlich und hilfsbereit, sodass ich bei Schwierigkeiten immer einen Lösungsweg angeboten bekommen habe. Es herrschte ein allgemeines Vertrauen, das auf Gegenseitigkeit beruhte.

So kann ich sagen, dass sich der Erfolg aus dieser warmen und vertrauten „Geben-Nehmen-Atmosphäre“ mit ein wenig Willen Schritt für Schritt von alleine entwickelt hat.

MiG: Wie man sieht, trägst du ein Kopftuch. Wurde dir in deinen Schuljahren je das Gefühl vermittelt, du gehörtest aufgrund deiner kulturellen und religiösen Zugehörigkeit nicht dazu? Wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Afra: Zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen ist nicht immer einfach. Es gibt natürlich Differenzen, sonst gäbe es ja auch keine derartige Vielzahl an verschiedenen Kulturen. Mit der Zeit spielen nicht mehr/nur kulturelle und religiöse Wertvorstellungen eine Rolle, sondern es ist die Persönlichkeit und die Charakterstärke, die in den Vordergrund gerückt werden. Ich persönlich wurde mit derartigen Problemen kaum konfrontiert, da ich wahre Freunde und herzhafte Lehrer um mich herum hatte, die mich in all meinem Tun unterstützt haben.

Als ich angefangen hatte, Kopftuch zu tragen, war der eine oder die andere Lehrperson misstrauisch, ob dies widerwillig sei. Doch das, was in so einer Situation hervorkommt, ist die Persönlichkeit, die man sich Schritt für Schritt aufgebaut hat. So konnte ich die Menschen vom Gegenteil überzeugen.

Also gab es – und wird in Zukunft auch geben – immer irgendwo Differenzen, doch sobald jeder die eigene Position vertritt und sich beide Seiten mit Verständnis gegenübertreten, ist das Ganze mit einem Lächeln zu betrachten.

MiG: Du kannst auf eine bilinguale Biografie zurückblicken. Türkisch ist deine Muttersprache und Deutsch war dein Leistungskurs. Wie sieht dein persönlicher Zugang zu diesen Sprachen aus? Liest du eher türkische oder deutsche Literatur? In welcher Sprache sprichst du zuhause?

Afra: In sehr jungen Jahren haben meine Eltern immer versucht, beide Sprachen – so gut es ging – zu lehren. Mit meiner Mutter habe ich überwiegend Deutsch, mit meinem Vater mehr Türkisch geredet – was heute immer noch so ist. Doch da der Schwerpunkt im Alltagsleben, also im Kindergarten, in der Schule etc., mehr auf Deutsch lag, habe ich mein Deutsch besser ausbauen können als mein Türkisch. Darauf basierend kann ich sagen, dass mein Deutsch um Einiges besser ist als mein Türkisch. Da ich in der Sekundarstufe 2 Deutsch-LK hatte, haben wir auch viele Lektüren gelesen. Türkische Bücher habe ich während der Schulzeit nicht ganz wahrgenommen, was ich nun ändern möchte, da ich das Ziel verfolge, meinen Wortschatz zu erweitern.

Oft ist es bei Schülern mit Migrationshintergrund immer so, dass sie Deutsch und die eigentliche Muttersprache vermischen, sodass eine völlig neue Sprache entsteht, was nicht so ganz Sinn der Sache ist.

MiG: Die nächste Staffel von Abiturienten ist im kommenden Jahr an der Reihe. Darunter wiederum viele mit Migrationshintergrund. Welchen Tipp möchtest du ihnen mit auf den Weg geben, damit sie sich optimal auf die Prüfung, aber auch auf das Leben vorbereiten können?

Afra: Das Allerwichtigste hierbei ist der Wille, denn „wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, wie man so schön sagt. Die Schüler müssen sehen können, wie wichtig es ist, eine gewisse Struktur und Ordnung im Leben zu haben, wodurch sie im Endeffekt zur inneren Ruhe, Zufriedenheit und zum Erfolg kommen können. Jeder muss sich erst einmal selbst gut kennen, um zu wissen, wie man am effektivsten lernen kann – manche durch Hören, manche durch Sehen, wiederum manche durch Lesen. So wendet man ein so genanntes „Mini-Max-System“ an, d.h. sehr viel in sehr wenig Zeit zu lernen; also müssen wir erst das Lernen lernen. Dabei muss man einen gewissen Grad an Konsequenz und Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber entwickeln, denn einige neigen manchmal dazu, sich selbst zu ‚veräppeln‘.

MiG: In deiner Familie gelte das Motto „Wichtiger als Erfolg im Leben, ist das Leben selbst erfolgreich zu meistern“. Was heißt das und welchen Stellenwert besitzt diese Familienweisheit für dich persönlich?

Afra: Dieser Spruch hört sich zu Beginn erst einmal etwas primitiv an, doch ist er sehr tiefsinnig. Hier spielen Werte eine sehr wichtige Rolle: Was möchte man im Leben? Geld, aber kein Glück? Glück, aber kein Geld? Geld und Glück? …

Viele Menschen streben nach Karriere und Reichtum, doch werden sie dadurch auch glücklich? Aus dieser Fragestellung lässt sich schließen, dass jeder für sich klären muss, was wichtiger ist. Doch mein Ziel ist, das Leben selbst mit dem Wohlgefallen Gottes erfolgreich zu meistern, dieses Wohlgefallen auch anzustreben. Wenn man sich dessen bewusst wird, werden bestimmte – vor allem materielle – Dinge sekundär und der Erfolg wird in seiner Gesamtheit betrachtet wichtig. Worauf es ankommt, sind im Endeffekt andere Werte. An der Stelle ein kleines Zitat aus dem Koran, das mir persönlich sehr am Herzen liegt: „Der Mensch bekommt nur das, wofür er sich anstrengt.“

MiG: Steht schon fest, welcher Studiengang dir dabei helfen wird, „das Leben erfolgreich zu meistern“?

Afra: Seit Jahren kamen für mich immer nur zwei Studiengänge in Frage: Psychologie und Medizin. Ein Praktikum im Krankenhaus hat mir geholfen, meinen Einblick in die Medizin etwas zu erweitern. Doch da beide Richtungen sowohl negative als auch positive Seiten haben, möchte ich einen Mix daraus machen: Medizin mit einem Fachstudium in Psychiatrie – falls ich meine Meinung nicht ändern sollte. Dadurch möchte ich den Menschen sowohl auf psychologischer Ebene als auch auf medizinischer Ebene behilflich sein, zumal Medizin etwas Unentbehrliches ist und immer aktuell bleibt.

MiG: Liebe Afra besten Dank für die sehr interessante Unterhaltung. Ich höre heraus, dass du mit deiner Aufgeschlossenheit Brücken zwischen den Menschen bauen möchtest. Ich wünsche dir dabei alles Gute und viel Erfolg im Studium.

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26 Kommentare
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  1. BlauerBär sagt:

    @Udo

    Schön, dass Sie sich selbst ins Abseits schießen.

  2. Europa sagt:

    @BiKer
    Ich finde es langweilig, was diese Frau gleistet hat. Ich versteh nicht so richtig was sie grossartiges erreicht hat. Oder hatte sie ein spezielles Handicap, das es ihr noch schwerer gemacht hat? Erklären sie es mir BiKer!
    Millionen Deutsche hatten auch schon eine 1.0, aber dass das auch Vorbilder sein könnten, auf die Idee kommt Keiner. Wäre ja auch komplett absurd, oder!?
    Allein die Existenz dieses Artikels ist Werbung fürs Kopftuch tragen und das wussten die Autoren. Den Autoren ging es bei dem Artikel mit Sicherheit nicht um die Leistung dieses Mädchen, denn die ist nicht einzigartig.

  3. Leo Brux sagt:

    Europa
    meint, Millionen Deutsche hätten auch schon eine 1.0 als Abiturschnitt geschafft …
    Millionen.
    Wieder einmal: Europa schreibt und weiß gar nicht so genau, WAS er schreibt, denn dass es nicht Millionen sein KÖNNEN, das wüsste er auch, wenn er sich nur mal EINE Sekunde besinnen würde. 1.0 im Abitur, das ist extrem selten. Es kommt vor, aber so selten, dass dass es außergewöhnlich ist.

    Ein weiterer Aspekt: die Kleinlichkeit des Posters. Sein Ressentiment erlaubt ihm nicht einmal ein Quentchen Respekt. Geschweige denn ein bisschen Nachdenken.

  4. Europa sagt:

    @Leo Brux
    Jeder der ein Abitur gemacht hat, weiss dass eine 1,0 keine Seltenheit ist, sondern sehr häufig vorkommt.
    Der Artikel ist nur eine Art Mutmacher für Kopftuchtragende Mädchen ihre veralteten Traditionen weiter zu leben und weniger in Frage zu stellen. Es ist einfach so!
    Mit Millionen meinte ich übrigens, nicht nur ein Jahrgang, sondern alle Jahrgänge zusammen, die seit den 60ern eine 1,0 geschrieben haben! Mir ging es ja hauptsächlich darum, dass es auch bereits genug deutsche gute Beispiele für Muslime gab ohne dieses Mädchen mit Kopftuch.
    Meine Frage lautete: Warum kann ein Deutscher mit 1,0 nicht Vorbild für Muslime sein? Warum? Ist das so absurd? Oder gibt es Ressentiments gegen Deutsche? Auch wenn das hier ein Migranten Magazin ist, so könnte man trotzdem ab und zu mal versuchen über diese Plattform, den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung herzustellen, anstatt immer nur ÜBER die Einheimsichen zu reden sollte man anfangen MIT den Einheimsichen zu reden und auch deutsche Vorbilder zulassen.

    „Ein weiterer Aspekt: die Kleinlichkeit des Posters. Sein Ressentiment erlaubt ihm nicht einmal ein Quentchen Respekt. Geschweige denn ein bisschen Nachdenken.“

    Ich bin Deutscher und wie ihnen vllt schon öfter aufgefallen ist, wird in Deutschland nicht über die Dinge gesprochen die gut laufen sondern immer nur über die, die schlecht laufen. Oder haben sie schon mal gehört, dass sich jemand sich beim Schaffner bedankt hat, dass der Zug rechtzeitig da war? Also ich, nie!
    Sorry dass ich nicht wie alle anderen hier ein nettes Kompliment in Richtung Afra gemacht habe, aber ich erkenne den Vorteil davon nicht mir die Welt bis zur unkenntlichkeit schön zu reden.

    Quentchen schreibt man übrigens nach neuer Rechtschreibung: „Quäntchen“. Verkleinerung von Quant! Soviel zum Thema Deutschlehrer!

  5. Gottlieb Wendehals sagt:

    Eigenartige Schule, dieses märkische Gymnasium …. die Protagonistin hat ihr Abitur in Pädagogik und Deutsch gemacht. Pädagogik als Leistungskurs? Sieht mir eher wie eine Art Fachgymasium aus. Allerdings ist das Schulsystem in NRW sowieso am Boden, kein Vergleich zu Bayern!

    @Mobo
    Wo schreit hier jemand umher, dass IHR (Muslime) Schuld seid an irgendwelchen Attentaten?

  6. MoBo sagt:

    „Jeder der ein Abitur gemacht hat, weiss dass eine 1,0 keine Seltenheit ist, sondern sehr häufig vorkommt.“

    In meinem Abijahrgang war die beste Note eine 1,4 und wir waren ein „Elitegymnasium“…

    „Meine Frage lautete: Warum kann ein Deutscher mit 1,0 nicht Vorbild für Muslime sein? Warum? Ist das so absurd? Oder gibt es Ressentiments gegen Deutsche?“

    Wer sagt denn, dass Frau Mertek keine Deutsche ist?

    „Auch wenn das hier ein Migranten Magazin ist, so könnte man trotzdem ab und zu mal versuchen über diese Plattform, den Kontakt zur einheimischen Bevölkerung herzustellen, anstatt immer nur ÜBER die Einheimsichen zu reden sollte man anfangen MIT den Einheimsichen zu reden und auch deutsche Vorbilder zulassen.“

    Ich lache. Also erstens gibt es in allen anderen Medien genug „einheimische“ Vorbilder, ist ja nicht so, als ob da ein Mangel sei. Deswegen werden im Migazin wohl auch mal ein paar Vorbilder gezeigt, die nicht Ottonormalverbraucher sind. Und selbstverständlich sind die Leute hier ständig im Kontakt mit „Einheimischen“. Oder meinen Sie wirklich, dass total abgeschottete Ghettokidz so schreiben könnten wie die AutorInnen hier???

  7. Leo Brux sagt:

    Europa,
    ca. 1 Prozent der Abiturienten schaffen den Abiturschnitt von 1,0.
    Ist das häufig? Ergibt das Millionen? Es sind also vielleicht 1000 oder 2000 pro Jahr in Deutschland, aus einer Zahl von 100 000 oder 200 000 Abiturienten. 1 Prozent. Das ist 1 pro 100 … aus 5 Abiturklassen ist das mal 1. Das kommt also in einem Gymnasium mit 3 Abiturklassen vielleicht alle 2 Jahre mal vor.

    Und nun sieht man, auch ein „Kopftuchmädchen“ kann das schaffen – und der geschilderte Fall ist vielleicht doch nicht der erste?
    Man erfährt auch, WIE die junge Frau es geschafft hat. Ist doch interessant – für jemanden, der kein Ressentiment hat.
    Für jemanden, den das Ressentiment treibt, ist es unangenehm, und wenn man ressentimentgetrieben UND auch noch kleinlich und ein bisschen dumm ist, dann nimmt man so einen Fall zum Anlass und schreibt, was Sie geschrieben haben, Europa.

    Quentchen und Quäntchen – Europa, ich wollte IHNEN einen Gefallen tun und hab die altdeutsche Schreibweise gewählt – als Alter Herr darf ich meiner Gewohnheit auch noch folgen. Im Unterricht muss ich natürlich die neue Rechtschreibung anwenden.

    MiGAZIN und Kontakt zu Deutschen? – Die Autorinnen und Autoren sind fast alles Deutsche. Einer davon wenigstens – ich nämlich – ist sogar ein URdeutscher, ein ALTdeutscher mit einem (von der NSDAP geprüften) Stammbaum, der bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Außerdem bewegt sich das MiGAZIN im Spektrum der migrationspolitischen Diskussion seitens der Behörden und der von 95 Prozent der Bürger gewählten Bundestagsparteien – anders als Sie, Europa. SIE stehen hier mit Ihrer Sichtweise am Rand. Am Abgrund, wie wir nun seit diesem Wochenende wissen.

  8. Werner sagt:

    Abiturschnitt von 1.0? Wow. Das gab es bei uns nicht. Der beste (die Mädels sind zum Schluß hin etwas abgefallen) hatte, glaube ich, einen Schnitt von 1.2 .

    Ein gutes Abitur ist nicht alles – aber eine gewisse Korrelation zum beruflichen Erfolg besteht doch, würde ich sagen. Es ist wirklich ermutigend, dass auch Einwandererkinder aus der Türkei zu solchen schulischen Leistungen im Stande sind.

    Leider geht der Artikel nicht näher auf das Elternhaus der Abiturientin ein. Ist der Vater Arzt? Die Mutter Lehrerin? Dass ein Elternteil deutsch, der andere türkisch mit dem Kind gesprochen haben, deutet darauf hin, dass ihr Elternhaus nicht so bildungsfern war.

    In meinem Jahrgang wurden ähnliche Spitzenleistungen nur von Lehrer-, Professor-, Arzt-, etc. Kindern erreicht.

    Als Trost für alle die kein Einser-Abitur haben: besser ein gutes Abitur und ein excellenter Berufsabschluß als umgekehrt!

  9. haci sagt:

    Allahuekber..Masallah…
    Liebe Schwester Gratulation…

    als erstes deut ich mal arauf hin dass ich nicht auf rechtschreibung oder sonst irgenetw in diesem kommentar achte. nicht dass mich jmnd danach noch blöd anmacht:D:D bin kein 1. schüler leider..

    Diese schwester hat sich gut integriert (was auch sehr gut ist) und nicht assimiliert… was viele unter integration denken oder wollen..doch darauf hat keiner recht….
    wir ausländer sind auch für die integration doch nicht für die assimilation.und den unterschied sollte jeder wissen….

    also ich habe auch schon paar mal gesehen, dass sie auch deutsche schüler als vorbild gezeigt haben, man braucht nicht rasisstisch zu werden..

    Nicht mal 1 Prozent der absolvierenden schaffen eine 1,0 im durschnitt wenn man logisch denkt und recherschiert.ich rede nicht von 1,1 oder paar kommers schlechter….

    vesselam an meine brüder und schwester
    und grüss gott an meine mitbürger:D

  10. Werner sagt:

    >Diese Schwester hat sich gut integriert … und nicht assimiliert

    @Haci,

    woraus entnehmen Sie, daß Afra sich gut integriert hat? Und woraus, daß sie nicht „assimiliert“ ist? Hat sie überhaupt die deutsche Staatsangehörigkeit?

    Man hätte sie mal fragen sollen, ob sie bereits für die deutsche Staatsangehörigkeit optiert hat. Wie sieht Ihr Freundeskreis aus? Nur Menschen türkisher Abstammung?

    Meinen Sie mit „nicht assimiliert“, daß sie noch der türkischen Sprache mächtig ist? Dass sie sich nicht vom Islam abgewendet hat?


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