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Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Ali konkret

Thilo – Tränen eines Populisten

Sommerzeit, Urlaubszeit..und in den Medien herrscht besonders gähnende Leere. Medienmacher lechzen jetzt besonders nach der Topstory, um ihre bunten Blättchen und gebührenfinanzierten Sendeplätze zu füllen.

VONAli Baş

 Thilo – Tränen eines Populisten
geb. 1976 in Ahlen/Westfa- len, arbeitet als Lehrer für Englisch und Politik in Dortmund. Baş promoviert in Münster in Erziehungswis- senschaft und engagiert sich seit 2002 bei Bündnis 90/Die Grünen, wo er Sprecher des Kreisverbandes Warendorf und als Kreistagsmitglied für Schul- und Integrationspolitik zuständig ist. Baş ist Mitgründer und Sprecher des "Arbeitskreises Grüne MuslimInnen NRW", der sich auf politischer Ebene mit Themen rund um Muslime in der deutschen Gesellschaft auseinandersetzt.

DATUM21. Juli 2011

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RESSORTAktuell, Meinung

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Jüngst geschehen bei unserem alten Freund und selbst ernannten Integrationsexperten Thilo Sarrazin, mittlerweile um einige Euros schwerer und bisher zum Glück noch nicht zu Höherem berufen.

Zusammen mit der Journalistin Güner Balci vom Volkssender ZDF wollte „Volkes Stimme“ sich unter „das Volk“ in Berlin-Kreuzberg mischen, oder besser gesagt unter den Teil von „das Volk“, dem Sarrazin bisher die unkontrollierte Massenproduktion von Kopftuchmädchen und genetische Probleme mit ihrer Intelligenz vorgeworfen hat.

„Ernsthaft diskutieren“ wollten die Journalistin und der Populist, direkt am „Tatort“ mit den Gescholtenen selber, unzensiert und offen. So sollte es sein. Was dabei heraus kam konnte man u.a. in Deutschlands großem Qualitätsblatt nachlesen: Sarrazin fliegt aus der Dönerbude…Sarrazin bleibt bei den Aleviten vor der Tür stehen…Sarrazin wird von Passanten ausgebuht und beschimpft. „Ich schlich wie ein geprügelter Hund davon.“ empört sich ein den Tränen nahe stehender Sarrazin in der Volks-Publikation mit den großen Buchstaben. Aber: Das Imperium schlägt zurück, endlich.

Sofort sind auch Politiker der amtierenden Regierung zur Stelle, um Thilo beiseite zu stehen. „Sich der Diskussion zu verweigern sei der falsche Weg.“ mäkelt Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU), den moralischen Zeigefinger hebend.

„Ich hätte mir gewünscht die Leute hätten den Dialog mit ihm gesucht“ bedauert FDP-Integrationsexpete Serkan Tören den Vorfall, fast so als ob er sich für die Menschen schäme, die lediglich einem Populisten eine populistische Antwort gegeben haben, nur unter umgekehrten Vorzeichen.

„Wir wollten ein ernsthaftes, tiefer gehendes Gespräch zwischen Sarrazin und den Menschen, über die er in seinen Statistiken schreibt.“ jammert Journalistin Balci, die das harte Pflaster von Kreuzberg wohl mit dem Hörsaal der Humboldt Universität verwechselt hat.

Oder haben Politik und Medien tatsächlich soziologische Grundsatzdiskurse zwischen Dönerspieß und Teestube erwartet?

Soviel Naivität bestraft „das Volk“ sofort, auch müsste klar gewesen sein, dass Sarrazins Auftritt in Kreuzberg sofort als bloße Provokation verstanden wird.

Hier wird versucht unter Einschalten der Fernsehkameras „auf Augenhöhe“ eine Diskussion zu starten, die ungleicher nicht sein kann. Auf der einen Seite der mediengestärkte Populist, dem es angeblich um Dialog geht, auf der anderen Seite die viel kritisierten Migranten, die Sarrazin bisher nur aus den Medien und vom Hörensagen her kennen. Augenhöhe kann man sowas nicht nennen, der Vorführeffekt aber ist dafür umso leichter zu vermarkten.

Wir halten fest: ich werde demnächst auch bei „Hasir“ in Berlin-Kreuzberg meinen Döner essen und das ZDF von der Fernbedienung löschen, sofern ich televisonäre Offenbarungseide sehen möchte, schaue lieber gleich das Original bei „RTL2“, denn da macht es wenigstens noch Spaß (O-Ton: „It´s fun“). Schöne Ferien!

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4 Kommentare
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  1. Mehmet D. sagt:

    irgendwie ist alles „wenig hilfreich“ was dieser troll abzieht.

  2. Kehrhelm Kröger sagt:

    Die Türken hätten Sarrazin Wind aus den Segeln nehmen können, indem sie sich sachlich mit ihm auseinandergesetzt hätten. Nun aber haben die Türken sich haargenau so verhalten, wie man es ihnen immer vorgeworfen hat und damit sämtliche Klischees wieder bestätigt—indem sie „ihren“ Stadtteil für Sarrazin kurzerhand zur No-Go-Zone erklären, bestätigen die Türken damit unfreiwillig unverblümt die gängigen Gerüchte über Parallelgesellschaften; ganz so wie Sarrazin und Buschkowsky es immer beschrieben haben. Schön blöd, was die Türken sich da geleistet haben!

  3. Reseller Berlin sagt:

    Ganz gleich wie sich „die Türken“ verhalten … für Türken-Hasser wird es immer ein Grund geben für ihre Abneigung und Ablehnung .

    Sarrazin , Balci , Kelek , Broder und wie immer die „Islam-Kritiker“ besser: Islam- und somit Muslimen-Hasser heissen sind die Abfall-Produkte von kranken Gesellschaften , in dem man sein Selbstwert-Gefühl nur durch das Niedermachen von anderen speisen kann …

    Krankhafte Gesellschaften, in denen nur noch derjenige auffält und Aufmerksamkeit erhält, der sich wie ein mieses Schwein , Gehirn-amputiert oder sonstwie abnormal zur Schau stellt .

    Mit Schreckens-Szenarios wie „Deutschland schafft sich ab“ , „Isl-amisierung Deutschlands“ und „Kopftuch-Frauen sind unser Unglück“ werden hier ganz bewusst Ängste und Hass geschürt aufgrund niederer Beweggründe wie Habgier ( s. Sarrazin ) oder Rache ( s. Balci ).

    Diese Unkulturen werden es tatsächlich noch schaffen Deutschland abzuschaffen , nämlich in dem sie die Bevölkerung völlig entmoralisieren und Deutschland in den Demographie-Abgrund stürzen .

    Ihr Verhalten schadet allen Menschen in diesem Land denn hier wird der allseitige Respekt und Zusammenhalt der gesamten Bevölkerung frontal attackiert .

    Jedem sollte bewusst sein , dass alle Lebewesen auf dieser Welt Gäste sind . Niemand wird auf Dauer bleiben und niemand wird irgendetwas mitnehmen können . Deshalb sage ich auch immer ; das Leben ist zu kurz um ein mieses Schwein zu sein .

    Grüsse an die Vernünftigen

  4. NDS sagt:

    Ganz richtig: „No-Go-Area“: Woher kennen wir diesem Begriff eigentlich? Mir dämmert da etwas von Ostdeutschland und farbigen Menschen…
    Ihre „Türken“ sind übrigens mehrheitlich Deutsche und vor Sarrazin war Berlin-Kreuzberg auch für optisch erkennbare Neonazis nicht erschließbar. Jetzt steht er mit ihnen konsequenterweise auf einer Stufe. (Abgesehen davon, dass der Grund für seinen Rauswurf doch eher das alberne Kamerateam war!) So what?!



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