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Partiziano

Berloosecoini

Wie die Ricchi e Poveri dazu betrugen, dass Berlusconi nun die Münzen aus dem Trevi-Brunnen fischen muss, um Italiens Gläubiger zu bedienen.

Ja, bei diesem Titel werden sich einige fragen: Was hat sich der Buzzanca wieder bei diesem Titel gedacht? Viel zu überlagert! Zu viel an Wortspiel! Reicht jetzt auch mal mit dem Silben-Poker! Richtig, genug der Worte!

Wir brauchen mehr zahlen (oder mehr, die löhnen), um Italien vor der Pleite zu bewahren. Wir brauchen eine Komplementärwährung! Warum nicht die Musik? Schließlich drückt diese sich ähnlich der Währung auch in Noten aus. Also kramen wir ein wenig in der pre-eurostorischen Zeit und finden die Ricchi e Poveri, die Reichen und die Armen. Und schon gehen die Extremitäten nach oben: Ciao amore, ci vediamo in Italy, ciao amore, yo te quiero, ich liebe dich!

Tja, lange vergangen sind die Zeiten, in denen Pizza, Pasta e Amore reichten, um Italien das bisschen an monetärer Mafia zu verzeihen. Jetzt wird spitz gerechnet. Und beim nächsten Gipfel wird Italien es sich dann wahrscheinlich auch in der abendländischen Abyssos bequem machen, und wenn dann bei Capri die rote Sonne untergeht, wird Berlusconi die Insel wohl bereits verkauft oder verpfändet haben. Sonnenstudio kann man ja auch woanders haben. Einfach eine Münze (also einen Coin) einwerfen und schon startet das Programm No Blässe. Denn Adel verpflichtet.

Das wusste bereits Henri de Toulouse-Lautrec, der den Schmutz der Menschen des Zirkus und der Bordelle bildgebend anzog und auf Leinwand bannte. Und im Rahmen der Alkoholkrankheit des französischen Malers und Grafiker des Post-Impressionismus scheinen auch die 119 %, die sich Italien im Vergleich zu seiner gesamten Wirtschaftsleistung verschuldet hat, eher eine Art Schwips als veritable Promille-Vergiftung. Schließlich ist das Klima an den Börsen alles andere als solar, also strahlend.

Italien zahlt Rekordzinsen für seine Schuldtitel und die Corioliskraft der wirbelnden Pizzateige bewegt sich als Schein- und Trägheitskraft relativ zu ihrem Bezugssystem, dem Euro. Dies hat zur Folge, dass der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten am Donnerstag in Brüssel Geheimrezepte vorlegen muss, wie er den Minestrone gemeinsam mit dem schönen Saldo-Berg Italiens von gut 1,8 Billionen Euro Schulden so zubereiten wird, dass er auch den Spekulationshunger derjenigen stillt, die Italien gerne in der Meerenge zwischen Sizilien und dem Festland untergehen sähen. Bei den Fischen, sozusagen.

Tolouse-Lautrec verlor sein Leben mit nur 36 Jahren und die Einheitswährung strauchelt gerade ihrem 10. Geburtstag entgegen. Als einer der Sargnägel wird neben Irland, Portugal und Griechenland eben auch das Imperium Berlusconianum gesehen. Ganz im Sinne des genialen spanischen Sängers und Liedermachers Joaquín Sabina. (Dieguitos y Mafaldas) Sus lágrimas [son] los clavos de mi cruz. Seine/Ihre Tränen sind die Nägel für mein Kreuz.

Diese Befestigungsmaßnahme haben die europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrem letzten Gipfeltreffen Ende Juni übrigens im Sinne des Stiefel-Staates ergriffen: Sie haben Mario Draghi zum neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) ernannt und damit den vermeintlichen Bock zum Gärtner gemacht.