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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

TV-Tipps des Tages

01.07.2011 – Migration, Muslime, Islam, Indonesien, Terror, Marokko

TV-Tipps des Tages sind: Welt in Bewegung; Sarah Wiener in Marrakesch: Länder-Menschen-Abenteuer – Thema „Marokko“; Close up; Indonesien – Archipel der Erschütterungen

VONÜmit Küçük

DATUM1. Juli 2011

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Welt in Bewegung
Frauen und Kinder unterwegs – Grenzen überschreiten gehört wohl zum menschlichen Grundcharakter. Der Film zeigt, dass Migration kein männliches Phänomen ist. 95 Millionen der Migranten, also fast die Hälfte, sind weiblich. Die Reihe „Welt in Bewegung“ betrachtet die unterschiedlichen Facetten von Migration und schildert die Probleme und Risiken, aber vor allem die Chancen, die eine „Welt in Bewegung“ mit sich bringt. (19:00-19:30 • BR-alpha)

Sarah Wiener in Marrakesch
Länder-Menschen-Abenteuer – Thema „Marokko“ – Im Frühherbst 2006, mit Beginn der muslimischen Fastenzeit, reiste die Berliner TV-Köchin Sarah Wiener nach Marokko. Sie begibt sich auf eine faszinierende Reise in eine Welt, die normalerweise hinter hohen Mauern verborgen bleibt.

Sarah Wiener wollte den Fastenmonat Ramadan in Marrakesch erleben, der alten Handelsstadt am Fuße des Atlasgebirges, Marokkos Touristenziel Nummer eins. Ein SWR-Fernsehteam begleitete sie.

Der Ramadan gebietet anders als die christliche Fastenzeit Enthaltsamkeit nur für die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In den Stunden dazwischen darf hemmungslos geschlemmt werden. Zu keinem anderen Anlass wird in muslimischen Ländern so viel gekocht, so viel gegessen, an Gewicht zugelegt und so viel Geld für Nahrungsmittel ausgegeben wie im Ramadan. 30 Tage fasten heißt 30 Tage Festessen. Für die Gastronomin Sarah Wiener eine ideale Gelegenheit also, hinter die Geheimnisse der arabischen Küche zu kommen. Die Kamera folgt ihren Streifzügen durch die Welt der Genüsse, bei denen sie nicht nur orientalische Rezepte kennen lernt, sondern auch die Rituale des islamischen Glaubens – und vor allem neugierig eintaucht in die Welt der marokkanischen Frau.

Der traditionelle Aufenthaltsort für Frauen ist in Marrakesch das Riad, das um einen baumbestandenen Hof herum gebaute, großbürgerliche Stadthaus. Wenn sich am Ende einer oft dunklen Gasse die Türen in ein Riad öffnen, dann ist es, als täte sich ein Tor zu Tausendundeiner Nacht auf: mit Mosaiken verzierte Wände und Decken, kostbare Teppiche und – nach Sonnenuntergang – reich beladene Tische. Bis vor wenigen Jahrzehnten durften marokkanische Frauen ihren Riad nicht verlassen, erst seit kurzem genießen sie größere Freiheiten.

Umso stärker ist ihre Stellung innerhalb des Hauses, hier haben sie das Sagen, zelebrieren ihre Speisen und feiern ihre Feste. Hier absolviert Sarah Wiener einen Crash- und Intensiv-Kurs in der Kultur und Küche des Orients. Hier ist alles hand- und hausgemacht, erfordert viel küchenhandwerkliches Können, die Kenntnis der überlieferten Rezepte, Hingabe und Geduld. Kaum bleibt Zeit, das zu tun, was auf dem Terminplan der traditionell lebenden marokkanischen Frau sonst noch steht: Haare färben, Hände und Füße kunstvoll mit Henna dekorieren, ins maurische Bad gehen, Moschee und Heiligengräber aufsuchen, künftige Hochzeiten einfädeln, mit anderen singen, tanzen, vieles mehr.

Von einer Marokkanerin wird Sarah Wiener zur anderen gereicht, ist im Haus einer Geschäftsfrau ebenso zu Gast wie in einer Armenküche, bei Intellektuellen und einer Familienfeier am 27. Tag des Ramadan, dem Tag, an dem der Überlieferung nach der Koran vom Himmel fiel. (11:00-11:45 • BR-alpha)

Close up
„Close up“ ist das jährliche Auslandsmagazin der Hochschule für Film und Fernsehen München (HFF). Für diese Ausgabe reisten die Fernsehjournalismus-Studenten nach Marokko.

Sie brachten aus dem Land im Nordosten Afrikas wieder spannende Reportagen mit: „Boomtown Marakesch – Der Ausverkauf einer Stadt“, „Auf der Flucht – Der Traum von Europa“, „Arganöl – Das Gold Marokkos“, „Rock Maroc – Heavy Metal und Islam“. (19:30-20:15 • BR-alpha)

Indonesien – Archipel der Erschütterungen
Der Dokumentarfilm gewährt Einblick in die entstehende Demokratie in Indonesien, zeigt aber gleichzeitig die bösen Geister, mit denen Indonesien ringt: Intoleranz, Terrorismus, Korruption und Raubbau an den natürlichen Ressourcen.

Indonesien ist mit 230 Millionen Einwohnern der viertgrößte Staat der Welt. 100 Bevölkerungsgruppen leben auf 17000 Inseln. Es ist die größte islamische Demokratie der Welt, eine aufstrebende Macht und Mitglied des G20. Doch zerrissen von Gegensätzen, ist der Archipel ist auf der Suche nach seiner Identität: Einerseits fühlt sich die ehemalige holländische Kolonie den sie begründenden demokratischen Prinzipien Einheit, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit verpflichtet. Anderseits leidet sie unter dem Erbe der 33-jährigen blutigen Diktatur von General Suharto und dem Einfluss der religiösen Parteien, die aus dem Inselstaat den größten islamischen Staat der Welt machen wollen.

Die filmische Reise bewegt sich entlang der Risse, die die zahlreichen Erschütterungen in Geographie und Geist Indonesiens hinterlassen haben. Studenten, Bauern, Dichter, Künstler, Banker, Journalisten und Aktivisten äußern sich zur Zukunft ihres Landes. Zu Wort kommen aber auch Richter der Scharia, des islamischen Gesetzes, und Abu Bakar Bashir, der indonesische Terroristenführer. (22:35-23:50 • arte)

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