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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

TV-Tipps des Tages

27.06.2011 – Migrantin, Marokko, Terror, Paris, Rassismus, Kopftuch, Islam

TV-Tipps des Tages sind: Immer ostwärts – Von Berlin nach Wladiwostok; frauTV: Migrantin wider Willen; 2 Tage Paris; Skizzen aus Marokko; Evet, ich will!; Die fünf Säulen des Islam: Wie Muslime glauben – Planet Schule

VONÜmit Küçük

DATUM27. Juni 2011

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Immer ostwärts – Von Berlin nach Wladiwostok
Dokumentation – Eine deutsch russische TV Crew mit eigenen Autos quer durch Nordostchina? Das ist den Beamten hier noch nie untergekommen. Die Durchquerung Chinas ist vielleicht der Höhepunkt der gesamten Reise.

China empfängt die Reisenden mit Licht und Lärm. Überall wird gebaut und modernisiert. Hochhäuser, Autobahnen, Kraftwerke – eine riesige Infrastruktur. Ein Land im Aufbruch und ein Land in Bewegung. In der Grenzstadt Hailar bekommt das rbb Team die nötigen Papiere für die Fahrt durch das Reich der Mitte.

Johannes Unger und sein Team geraten auf der Fahrt Richtung Osten in spannende Situationen und lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen: den Ingenieur im riesigen Tagebau, der stolz ist auf den Fortschritt seines Landes; die erfolgreiche Modefabrikantin in Harbin, die Stewardessen und Hotelpagen in ganz China mit Zieruniformen ausstattet; die buddhistische Nonne, die in ihren Gebeten den Weg ins Paradies gefunden hat; den mutigen Wasserfallspringer vom Jingpo, der alle zwei Stunden in die Tiefe springt; Herrn Wang, den alten Schriftsteller, der sich an die Zeit der Verbannung erinnert; den Ginseng Experten, der das Team im heiligen Gebirge Changbaishan mitnimmt auf die Suche nach der geheimnisvollen Wurzel; den Imker, der im letzten Zipfel Chinas, im Grenzgebiet zu Russland und Nordkorea, seine Bienen züchtet.

Begegnungen in einem Land, das fremd erscheint und zugleich eine unglaubliche Vitalität und Energie entfaltet.

Die Durchquerung Chinas ist vielleicht der Höhepunkt der gesamten Reise. Vom Grenzpunkt Hunchun ist es nur noch ein Katzensprung bis Wladiwostok. Am Eingang der Hafenbucht steht der alte Leuchtturm. Er ist das Ziel der Reise. (10:45-11:30 • RBB Berlin, RBB Brandenburg)

frauTV
Migrantin wider Willen
… so nennt sie sich selbst. Als ihre Eltern aus Marokko nach Deutschland kommen, wollen sie, dass ihre Kinder deutsch aufwachsen. Die Familie könnte perfekt integriert sein – wären da nicht die anderen. Denn die konfrontieren Sineb andauern mit den Klischees über muslimische Frauen: Ehrenmord, Zwangsheirat. Oder fragen „Wann gehst Du zurück nach Marokko?“ – Fragen, die mit ihrem Leben hier in Deutschland überhaupt nichts zu tun haben. frauTV erzählt sie ihre Geschichte. (Autorin: Kirsten Rulf)

Ehegattensplitting – ein Modell von gestern???
Die Ehe steht unter dem besonderen Schutz des Staates. So ist das in Artikel sechs in unserem Grundgesetz festgelegt. Deshalb wird die Ehe auch steuerlich besonders gefördert. Durch das Ehegattensplitting. Wenn er verdient und sie zu Hause bleibt, ist das steuerlich besonders lukrativ – aber noch lange nicht gerecht, sagen einige Experten. Denn, so sagen sie, das Ehegattensplitting fördert eigentlich nur gut verdienende, kinderlose Paare. Eltern ohne Trauschein werden ignoriert, ebenso Alleinerziehende. Frauen von gut verdienenden Männern werden aber dazu verführt, zu Hause zu bleiben! Da stimmt doch was nicht – sagt frauTV. (Autorin: Birgit Grigo)

Die Krisenpolizistin
Dass die Hauptkommissarin einmal Todesnachrichten den Angehörigen von Unfallopfern überbringt, hätte sie nie gedacht. Sie überbringt nicht nur die Todesnachrichten, sie steht auch die ersten Stunden nach der Benachrichtigung mit den Angehörigen durch. Oft hält sie über Tage engsten Kontakt zu den Hinterbliebenen. Zeitgleich ist sie auch für die Unfallverursacher da. frauTV hat sich gefragt: Wie schafft sie das? Wie hält ein einzelner Mensch so viel Leid aus? (Autorin: Heinke Schröder)

Der beste Freund…
Reden Männer eigentlich untereinander über ihr Geschlechtsteil? Wie ist die Beziehung zu ihrem „besten Freund“? Und welche Gedanken machen sich Männer über Form, Größe und Leistungsfähigkeit. Das wollte „frauTV“ wissen und hat einen männlichen Autor beauftragt, Antworten auf diese Fragen zu finden. Das Ergebnis: interessant, humorvoll, überraschend! (Autor: Carsten Linder) (11:30-12:00 • WDR)

2 Tage Paris
Spielfilm – Ein Kurzurlaub in Venedig und danach ein kleiner Aufenthalt in Paris: Was himmlisch romantisch klingt, wird für ein französisch-amerikanisches Paar beinahe zum Beziehungskiller.

Eine Französin und ein Amerikaner, seit zwei Jahren ein Paar, machen nach einem Kurzurlaub in Venedig einen Zwischenstopp in Paris. Schon in ihrem Kurzurlaub in Venedig nerven sie sich gegenseitig, doch in Paris verschlimmert sich die Lage drastisch.

Während die Pariserin Marion die Zeit in der Heimat mit ihrer Familie genießt, ehemalige Lover trifft und ihre französische Mentalität auslebt, werden die zwei Tage für den New Yorker Jack eine wahre Herausforderung. Der Hypochonder kommt weder mit europäischen Wohngewohnheiten, der Pariser Metro, noch mit der französischen Sprache zurecht. Er wird von Marions 68er-Eltern, bei denen sich das Paar für zwei Tage einquartiert hat, vor allem von ihrem schrulligen Vater, gehörig dafür veräppelt. Auch die Konfrontation mit Marions zahlreichen Ex-Freunden, zu denen sie noch immer ein gutes Verhältnis hat, überfordert ihn zusehends. Jack wird immer eifersüchtiger und genervter, je mehr sich Marion freut, ihre Familie, Freunde und Ex-Liebhaber wieder zu sehen. Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten führen zu einer immer frostigeren Stimmung zwischen den beiden.

Es kommt zu Streitereien über Beziehungen, über Sex, über französische und amerikanische Ansichten, über Rassismus, über Sprache, über die Angst vor Terrorangriffen, und so manch anderes.

Ein Wasserrohrbruch und anzügliche SMS von einem der Ex-Freunde machen den desaströsen „Culture Clash“ komplett. „Wir sind nicht in Paris, wir sind in der Hölle!“, schreit Jack schließlich, bevor das Paar vorerst separate Wege geht. (14:45-16:20 • arte)

Skizzen aus Marokko
Die Medina der Königstadt Fès ist heute noch ein funktionierendes Beispiel für eine arabische Stadt. In ihr kann der Besucher das orientalische Denken und Handeln wie kaum an einem anderen Ort Marokkos sinnfällig erleben.

Eine klassische arabische Stadtanlage ist die Medina von Fés: Die goldene Fassade des Königspalastes geht in die hohe Mauer aus Stampflehm über, die sich um die gesamte Stadt zieht. Hinter den Toren zu den einzelnen Vierteln führen die Souks – die Marktstraßen – bis ins Zentrum. Zwischen ihnen liegen die Wohnviertel, aus denen am Freitag die Gläubigen zum Gebet in die große Moschee kommen.

Der Islam breitete sich in Windeseile von seinem Zentrum auf der Arabischen Halbinsel in alle Richtungen aus. Im Namen Allahs und seines Propheten Mohammed drangen die Araber im 7. Jahrhundert nach Nordafrika vor und eroberten das Land der Berber gegen deren heftige und nachhaltige Gegenwehr. Die neuen kriegerischen Herren stammten aus adeligen Familien, ihnen zogen aber bald Händler und Handwerker nach. Sie gründeten Städte wie Fès, die nach dem orientalischen Muster der Medina erbaut wurden. Moulay Idris II. war der berühmte Gründer von Fès. Als weiser Mann und Kopf einer Bruderschaft galt er als heilig. Sein Grabmal im Zentrum der Stadt ist das Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Region. Fès ist seit Jahrhunderten religiöses Zentrum Marokkos, und darum musste auch der Sultan hier eine seiner Residenzen errichten. Sie verleiht dem Herrscher die geistliche Legitimation und Unantastbarkeit. Denn der König ist absoluter politischer und religiöser Herr des Landes.

Auch die größte Moschee Marokkos in Fès entwickelte sich zum geistigen und religiösen Zentrum des Maghreb. Hier studierten im Mittelalter bis zu 8.500 Studenten bei den besten Wissenschaftlern der arabischen Welt. Nicht nur Theologie wurde gelehrt, sondern auch Geschichte, Geografie, Mathematik und Medizin. Jedes Viertel förderte die Studien durch den Bau von prachtvollen Medersen, in denen Lehrende und Lernende untergebracht waren.

Die ungeheure geistige Bedeutung von Fès basierte auf einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung. Hinter einer hohen Mauer aus Stampflehm, die die ganze Stadt noch heute umgibt, siedelten sich an ihrem Rand die „niederen“ Handwerker an: Färber und Gerber waren außerdem auf das Wasser aus dem Fluss angewiesen. Auch die einfachen Händler, die für die tägliche Versorgung der Bevölkerung sorgen, ließen sich in den „Souks“, in den Marktstraßen am Rande der Stadt nieder, die von den zwölf Toren ins Zentrum führen. Während die Souks von morgens bis abends laut und lebendig sind, führen die kleinen, engen Gassen, die von ihnen abzweigen, in die Wohnbereiche jedes Viertels. Hier wohnen die Menschen nach Stämmen geordnet in einer festen sozialen Ordnung. Denn jedes Viertel unterhält seine eigene Koranschule, in der schon die Jüngsten täglich in die Lehren Allahs eingeführt werden. Selbst die Bettler halten sich nur in ihrem eigenen Viertel auf: Der Koran verpflichtet alle Menschen für jene zu sorgen, die arm, hilflos und gebrechlich sind.

Je weiter der Besucher ins Innere der Stadt vordringt, desto „höherwertig“ sind die angesiedelten Handwerke und Handelshäuser: Spezialitätenläden und Feinkost gibt es da, Schneider, Lederhändler und die Spezialmärkte für Süßigkeiten, Olivenöl und Gewürze. Auch Musikinstrumente, Bücher und Teppiche werden nur im Inneren der Medina angeboten. Die reichen Bürger von Fès bauten sich früher große Paläste im andalusischen Stil, den die Flüchtlinge aus Spanien mitgebracht hatten. Heute sind diese Prachtbauten meist kulinarische Restaurants für die Fremden. Aber auch die reichen Händler aus der Fremde ließen sich in palastartigen „Funduks“ nieder. Das waren Karawansereien, in denen sie nicht nur sicherer wohnen konnten, sondern auch ihre Lasttiere und Ladungen unterbringen konnten. Am Rande der Stadt, in einem eigenen Viertel, ließen sich die Juden in der „Mellah“ nieder. (19:30-20:15 • BR-alpha)

Evet, ich will!
Spielfilm – „Ciao, das war’s!“ Damit Dirks Eltern sich diesen Satz jederzeit um die Ohren hauen können, haben sie nie geheiratet. Umso verständnisloser sind sie, als ihr eigener Sohn seine türkische Freundin Özlem heiraten will, mit der er seit einem Jahr zusammen ist. Sie fahren trotzdem mit ihm zu Özlems Eltern, um traditionshalber um die Hand ihrer Tochter anzuhalten – die Mutter mit Kopftuch ausgestattet, der Vater mit lauter Fragen im Kopf, wie genau er seine Frage formulieren soll. Das Unterfangen gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn bald wird klar: Dirk muss beschnitten werden und zum Islam konvertieren.

Der kurdische Radiomoderator Coskun hat das nicht mehr nötig. Im Gegenteil: Ihm wird zum Problem, dass er in einer gläubigen Familie aufgewachsen ist. Seit vier Jahren ist er nun mit seiner Kollegin Günay zusammen und hat ihr endlich den Antrag gemacht. Ihr Vater, der seine Tochter eigentlich sehr liberal erzogen hat, hält allerdings nichts von ihm und seiner Familie und sperrt Günay kurzerhand in der Wohnung ein. Coskun bleibt nichts anderes übrig, als die Braut zu entführen.

Der Kfz-Mechaniker Emrah plant eine deutsch-türkische Hochzeit. Aber als ob das nicht genug wäre, handelt es sich bei der Braut ausgerechnet um seinen Freund Tim. Dieser kann ihm so viel helfen, wie er will – Emrah wehrt er sich mit Händen und Füßen vor dem bevorstehenden Coming-out, von dem seine Familie alles andere als begeistert wäre. Schließlich hat sie schon selbst eine türkische Ehefrau für ihn auserwählt.

Salih will eigentlich gar nicht heiraten. In seiner Freizeit betet er für den EU-Eintritt der Türkei und sucht sicherheitshalber nach einer wunderschönen Frau, deren Heirat ihn vor der bevorstehenden Abschiebung bewahrt, denn seine Aufenthaltsgenehmigung ist befristet.

Doch so einfach ist das nicht, wenn einem die Verwandschaft im Nacken sitzt … (22:45-00:15 • Das Erste (ARD))

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Die fünf Säulen des Islam
Wie Muslime glauben – Planet Schule – Mehr als drei Millionen Muslime leben in Deutschland. Doch ihr Glaube, ihre Sitten und Gebräuche sind vielen Deutschen fremd geblieben. „Was glauben Muslime?“ – auf diese Frage sucht die Sendung Antworten.

Islam heißt „Hingabe“, Hingabe an den einen Gott. Bei allen Unterschieden in Sitten und Gebräuchen haben die Muslime in aller Welt eine gemeinsame Grundlage ihres Glaubens. Egal ob in Saudi-Arabien, in Indonesien, in der Türkei oder in Deutschland: die „Fünf Säulen des Islams“. Dazu gehören das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Armensteuer und die große Wallfahrt nach Mekka. In fünf Kapiteln zeigt die Sendung diese fundamentalen religiösen Bräuche und beleuchtet ihre Hintergründe. Praktizierende Moslems führen zu den Schauplätzen ihres Glaubens. (07:30-08:00 • SWR BW, SWR RP, SWR SR)

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