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Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

Integrator & Integrationsverweigerer

„Kartoffel werden“ und „Schwarz-Gelb“ sind die Gewinner

Die Einbürgerungskampagne „Kartoffel werden“ der Stadt Hannover hat den Integrationsthron erklommen. Sie ist Integrator des Monats Mai 2011. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition ist die Kehrseite dieser Medaille. Sie wurde zum Integrationsverweigerer gewählt – Grund: Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug.

VONMarcello Buzzanca

 „Kartoffel werden“ und „Schwarz-Gelb“ sind die Gewinner
Marcello Buzzanca, geb. 1972 in Frankfurt/Main. Studium der Romanistik, Amerikanistik und Germanistik in Frankfurt und Málaga. U.a. tätig als Autor, Texter, Redakteur, Übersetzer, Blogger und Kolumnist bei MiGAZIN. 2001 Gewann er den Studentenwettbewerb des Bundesinnenministerium zum Thema: Angekom- men! Aufgenommen? mit dem Essay: „Periodischer Patriotismus: Beobach- tungen einer geteilten Seele“

DATUM20. Juni 2011

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Schwarz-Gelb ist nicht die Haselnuss, sondern die Kartoffel. Pardon, die ist sogar Schwarz-Rot-Gold, zumindest Ihrem Votum zufolge, liebe Migazin-LeserInnen. Demnach ist die Kampagne „Kartoffel werden“ der Landeshauptstadt Hannover zur Einbürgerung von Migrantinnen und Migranten, Ihr Integrator des Monats Mai. Auf dem anderen Siegertreppchen, als jenem für den Integrationsverweigerer des Monats, steht die Schwarz-Gelbe Koalition für ihre Definition der Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug.

Integrator des Monats
Für „Kartoffel werden“, der von der Landeshauptstadt Hannover initiierten Kampagne und gleichzeitig humorvollen Aufruf zur Einbürgerung von Migrantinnen und Migranten, haben sich fast 50 Prozent der Migazin-LeserInnen für eine besondere Art der Deutsche/r-werden-Werbung entschieden.

Entsprechend hat sich die Stadt Hannover über den Preis „sehr gefreut!“ und werden die Auszeichnung auch an den Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ weiterleiten, der gemeinsam mit dem Medienbus der Landeshauptstadt Hannover und den Schülern der 10. Klasse der Gerhart-Hauptmann-Schule den Film erstellt und die Plakate entworfen hat. „Wir hoffen, auch mit Hilfe der Auszeichnung noch viele Migranten und Migrantinnen ansprechen und für eine Einbürgerung gewinnen zu können“, so Frau Struchholz, Bereichsleiterin Standesamt und Staatsangehörigkeit.

Zweiter und dritter Platz
Zweitplatzierte war die durch die Entscheidungsgremien durchgepeitschte Migrantenquote, welche die SPD als Annäherungsversuch an die verstimmten Wähler mit Migrationshintergrund sandte. Immerhin waren es 31 Prozent, die das eines Integrator des Monats würdig fanden.

Dahinter konnte sich ein weiterer Integrationsslogan positionieren: Die Hansestadt Hamburg und ihr Aufruf an Migrantinnen und Migranten sich den urdeutschesten aller Status, dem Beamten, zueigen zu machen. 23 Prozent fanden, dass auch sie Hamburg seien und dabei sein wollten.

Integrationsverweigerer des Monats
Keine faire Chance auf Partizipation bekommen laut Abstimmung der Migazin-LeserInnen die Ehegatten bereits in Deutschland lebender Migrantinnen und Migranten, wenn sie die von der Schwarz-Gelben Koalition seit Ende August 2007 Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug erfüllen möchten. Zu hoch sind hier die sprachlichen Barrieren, die es zu überwinden gilt, meinten 39 Prozent und kürten die Regierung dafür mit dem Preis des Integrationsverweigerers des Monats Mai.

Abgeschlagen
An die zweite Stelle schob sich der Integrationsbeirat der Bundesregierung unter Führung von Maria Böhmer. Dass die ausschließlich soufflierende Funktion dieses fehlbesetzten Gremiums eher einer Farce gleiche, sahen 35 Prozent der Migazin-LeserInnen.

Abgeschlagen (und auch abgehalftert) mit nur 26 Prozent: Silvio Berlusconi für seinen Wahlkampf um die politische Vorherrschaft in seiner Heimatstadt Mailand. Nicht das Land des Monats, sondern eher das Nimmerland für seine Politik der geschmacklosen Slogans, bedeutet „mai“ auf Italienisch doch „niemals“.

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