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Und die einzige Leitkultur, die wir allen Menschen in Deutschland abverlangen müssen, steht in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), dpa, 7. Oktober 2010

TV-Tipps des Tages

06.06.2011 – Max Frisch, Kasachstans, Migranten, Bulgarien, Istanbul, Ausländer

Die TV-Tipps des Tages sind: Max Frisch Citoyen;Schätze der Welt – Erbe der Menschheit; Allahs bulgarische Töchter: Länder-Menschen-Abenteuer – Thema „Auf dem Land“; Istanbuls Hagia Sophia; Alfons und Gäste; WDR-dok

VONÜmit Küçük

DATUM6. Juni 2011

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Max Frisch Citoyen
Dokumentarfilm – Vor 20 Jahren, am 4. April 1991, starb Max Frisch, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Schweiz. Die Dokumentation untersucht das literarische Werk des Autors unter dem Aspekt seiner Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Vom „Verstummen der Intellektuellen“ ist heutzutage immer häufiger die Rede. Viele haben es bereits vergessen, und junge Menschen können es sich meist gar nicht mehr vorstellen, wie das eigentlich ist, wenn ein Autor „teilnimmt“ an seiner Zeit und für seine Mitmenschen zu einer wichtigen Stimme wird. Der Schriftsteller und Architekt Max Frisch war nach Friedrich Dürrenmatt und Niklaus Meienberg so etwas wie der letzte Schweizer Intellektuelle, der eine solche Rolle bewusst wahrnahm und von seiner Umwelt – im Inland wie im Ausland – auch so wahrgenommen wurde.

Was hat Max Frisch ausgemacht, dass er zu einer solch prägenden Figur werden konnte, die bis heute national und international immer wieder zitiert wird? Vor dem Hintergrund des ausgehenden 20. Jahrhunderts spürt die Dokumentation Max Frisch als wachem und neugierigem Zeitgenossen nach. Sie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch Frischs Texte und Reden, die zwischen Poesie und Politik immer nach der eigenen Haltung, nach dem eigenen Urteil suchen.

Gleichzeitig erzählen wichtige Freunde und Bekannte wie Peter Bichsel, Günter Grass, Christa Wolf, Helmut Schmidt und Henry Kissinger, wie sie Frisch und dessen Engagement erlebt haben. Daraus entsteht das Bild eines Autors, der nicht nur Theaterstücke und Romane verfasst, sondern auch sein Leben lang teilnimmt am Geschehen seiner Zeit, der Stellung bezieht und dadurch zu einer bedeutenden Stimme wird. (10:00-11:35 • arte)

Schätze der Welt – Erbe der Menschheit
Dokumentation (Kultur) – Am Rand der riesigen Steppe Kasachstans steht eine prächtige Grabmoschee, in der Hodscha Ahmed Yasawi begraben liegt. Der asketische Poet, Mystiker und Religionsstifter brachte den nomadischen Steppenvölkern den Islam nahe. Er lebte und lehrte im heutigen Turkestan, einer Stadt an der einstigen Seidenstraße, wo er 1166 auch starb. Mongolen-Herrscher Timur hat ihm im 14. Jahrhundert ein Mausoleum mit einer mächtigen Kuppel, die in 40 Metern Höhe thront, bauen lassen. Hodscha Ahmed Yasawi wird als „Heiliger des einfaches Volkes“ bis heute hoch verehrt. Er gilt als Urvater des Sufismus, der in Mittelasien vorherrschenden Richtung des Islam. Turkestan ist der wichtigste Pilgerort der Region. Nach den „gottlosen“ Jahren der Sowjetzeit suchen die Kasachen an dem Grab des Heiligen Besinnung und Identität. Der Film aus der Reihe „Schätze der Welt – Erbe der Menschheit“ begleitet eine kasachische Hirtenfamilie aus der Steppe bei einer Pilgerfahrt nach Turkestan. (12:45-13:00 • 3sat)

Allahs bulgarische Töchter
Länder-Menschen-Abenteuer – Thema „Auf dem Land“ – Bresnitza ist kein Bergdorf wie jedes andere in Osteuropa. In ihm leben hauptsächlich Pomaken, bulgarisch sprechende Slawen, die vor wenigen Jahrhunderten zum Islam übergetreten sind.

Während aus den christlich-orthodoxen Dörfern ringsherum die Jugendlichen in die Städte abwandern, leben in Bresnitza wie eh und je 3.000 Einwohner. Ein Film über ein fast vergessenes Dorf in Bulgarien. (14:15-15:00 • BR-alpha)

Istanbuls Hagia Sophia
Kirche, Moschee, Museum (17:05-18:00 • N24)

Alfons und Gäste
Kleinkunst/Kabarett – Alfons ist Gastgeber und Kabarettist in Personalunion. Mit französischem Blick und Akzent stellt der liebenswürdigste Kulturexport der „Grande Nation“ Passanten politisch unkorrekte Fragen wie: „Leben Sie lieber in einer Demokratie oder in einer Diktatur?“ oder „Wer ist fauler – ein Arbeitsloser oder ein Ausländer?“ Als Reporter, der mit seinem „Puschelmikrofon“, zahlreichen Notizblättern und der deutschen Sprache kämpft, gibt er seinen „Opfern“ das Gefühl, ihm überlegen zu sein, und bringt sie so in atemberaubender Offenheit zum Reden – mit meist aberwitzigen Ergebnissen. Diesmal begrüßt Alfons in seiner Sendung Christoph Sieber. (21:00-21:30 • 3sat)

WDR-dok
Dokumentation – Nordrhein-Westfalen hat eine enorm vielfältige Bevölkerung: Statistiken erzählen uns, dass ungefähr jeder vierte Mensch in NRW einen „Migrationshintergrund“ hat, in den großen Städten ist der Anteil noch höher. Diese Menschen sind entweder selbst noch in einem anderen Land geboren oder ihre Eltern oder Großeltern sind aus den unterschiedlichsten Gründen hierher gekommen – als Gastarbeiter, auf der Flucht vor Krieg und Bürgerkrieg, im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung oder einfach der Liebe wegen. Das ist viel mehr als eine statistische Feststellung – es ist die Charakteristik einer Gesellschaft, in der mittlerweile Kultur und Bräuche, Sprachen und Erinnerungen aus vielen Himmelsrichtungen zu Hause sind. Wie verändert diese Vielfalt ganz konkret den Alltag im Land, wie verändert es auch für uns die altbekannten Vorstellungen von gemeinsamer Kultur und Geschichte?

„Echt NRW!“ will diese Fragen dort stellen ,wo sie tagtäglich gelebt und am konkretesten beantwortet werden: in Familien, in denen der eine Teil seine Wurzeln hier im Land hat, der andere Teil nicht. Wir erleben mit, wie das Nebeneinander von zwei Muttersprachen, von unterschiedlichen Gewohnheiten beim Essen und Wohnen, von traditionellen Vorstellungen und Mentalitäten funktioniert. Was ist in diesen Familien „typisch deutsch“, was „typisch italienisch“, „typisch türkisch“ oder „typisch polnisch“? Die Paare erzählen, wie sie sich kennengelernt haben, Eltern und Schwiegereltern verraten, wie sie darauf reagiert haben. Welche Haltung hatten und haben sie zu Deutschland bzw. zu dem Land oder der Kultur, aus dem der Schwiegersohn, die Schwiegertochter stammt? Wie erinnert man sich an die Ankunft in Deutschland, wie an das Einleben? Und was heißt für die Kinder „Heimat“?

– Echt NRW! – Familien von hier und anderswo – Familie Borg-Bujanowski Als Sylvia Borg sich in Christoph Bujanowski verliebte, der im gleichen Orchester wie sie Musiker ist, wurde sie vor ihm „vehement gewarnt“ – ohne Erfolg. Heute haben die beiden drei Kinder und leben in Overath. Dass Christoph Pole ist, war von Anfang an Anlass für viele ernsthafte, manchmal auch schwierige Gespräche. Sylvias Großmutter, die seit ihrer eigenen Vertreibung aus Danzig kein gutes Wort mehr über Polen gefunden hatte, hat nicht mehr erlebt, dass die Enkelin einen Polen heiratet, aber sie hätte es wohl auch nicht akzeptiert. Umgekehrt hat Sylvia sich zusammen mit Christoph auf die Spuren der Kriegsgeschichte in seiner Heimatstadt Lodz begeben – und ist dort auf viel Schweigen und Ablehnung gegen sie als Deutsche gestoßen. Trotzdem finden beide, dass es gelingen kann, die Vorurteile allmählich aufzulösen – Christoph als unermüdlicher Botschafter polnischer Mentalität in Deutschland, Sylvia als aufgeschlossene und kontaktfreudige Deutsche bei den vielen Besuchen im polnischen Urlaubsdomizil und die Kinder als lebender Beweis dafür, wie gut sich „typisch deutsche“ und „typisch polnische“ Eigenschaften ergänzen können. (23:15-00:00 • WDR)

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