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Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Lamyas Welt

Der Deutsche ist tot. Lang lebe der Deutsche.

Das Thema Integration wird überbewertet, sagen die einen. Integration ist das Zukunftsthema, meinen die anderen. Seit zehn Jahren wird nun verstärkt eine Debatte geführt, die weitgehend ergebnisfrei verläuft und bespickt mit Ablenkungsmanövern ist.

VONLamya Kaddor

 Der Deutsche ist tot. Lang lebe der Deutsche.
Geb. 1978 im westfälischen Ahlen als Tochter syrischer Einwanderer. Sie unterrichtet das Schulfach „Islamkunde in deutscher Sprache“, bildete an der Universität Münster deutschsprachige Islamlehrer aus und berät die Politik zur Integration von Muslimen, gehört zu den Sprecherinnen des „Forum am Freitag“ des ZDF und ist Vorsitzende des 2010 gegründeten Liberal-Islamischen Bundes e.V. In ihrer MiGAZIN-Kolumne schreibt sie über ihre Welt - „Lamyas Welt“. Bei C.H.Beck erschien von ihr zuletzt „Muslimisch – weiblich – deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßem Islam“ (2010).

DATUM1. Juni 2011

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RESSORTAktuell, Meinung

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Das wurde jüngst aus berufenem Munde wieder deutlich. Anlässlich der konstituierenden Sitzung des Bundesbeirats für Integration erklärte Staatsministerin Maria Böhmer: „Der Beirat ist eine ausgezeichnete Plattform für Diskussionen über Grundsatzfragen von Zuwanderung und Integration und für eine Identitätsdebatte. Eine zentrale Frage lautet: Wie lange ist man ein Migrant? Mittlerweile lebt die dritte und vierte Generation von Migranten in unserem Land. Dies sind junge Menschen, die hier geboren sind und nun in Deutschland aufwachsen und zur Schule gehen. Sie müssen die Chance bekommen, bei uns anzukommen. Dazu müssen sie ihr jeweiliges Herkunftsland loslassen.“

Das erinnert mich an einen Radiobericht vor einiger Zeit. Darin berichtete ein Mann, Mitte 40, Vater dreier Kinder, von seinem Leben in einem kleinen, typisch deutschen Dorf nahe Bonn. Er erzählte, dass sich das Gesicht seiner Heimat in den letzten Jahren stark verändert habe. Zahlreiche Familien seien von auswärts hinzugezogen, neue Wohngebiete mit modernen Reihenhäusern und hübschen Gärten seien entstanden. Der Mann fing an, sich zu beklagen: Einige dieser fremden Menschen hätten begonnen, seine Töchter etwa in der Schule oder auf dem Weg dorthin anzufeinden. Die Erwachsenen äußerten sich abfällig über sie, von den Kindern dieser Neuankömmlinge würden sie geradewegs beschimpft. Immer wieder hieße es, er und seine Familie sollten doch dahin zurückgehen, wo sie hergekommen seien. Das hier sei schließlich ihre Heimat. Über solche Äußerungen konnte sich der Mann nur wundern: „Wir leben seit 400 Jahre in diesem Dorf. Seit 400 Jahren!“ Das Problem seiner Familie: Sie ist etwas dunkler im Teint, denn ihre Vorfahren kamen einst aus dem Osten – als Sinti und Roma.

Frau Böhmer, wann ist man in Deutschland angekommen? Reichen 400 Jahre aus? Offensichtlich nicht. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Statt öffentlich darüber nachzudenken, wie lange ein Migrant nun ein Migrant ist, und statt Forderungen zu stellen, dass man sein jeweiliges Herkunftsland loslassen müsse, muss es der Politik endlich darum gehen, der deutschen Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Dieses ist nicht mehr die homogene Gesellschaft der 50er Jahre – weitgehend ohne Asylanten, ohne Ausländer, ohne Menschen mit dunklerer Hautfarbe und schwarzen Haaren. Und zu dieser Gesellschaft werden wir auch nie wieder zurückkehren. Gesellschaften machen von jeher durch Zuzug und Abwanderung einen Wandel durch. Das ist ganz natürlich. Solche Veränderungen lassen sich nicht aufhalten. Das muss die Botschaft sein. Doch sie wird von der Politik tabuisiert. Solange diese Botschaft aber nicht in den Köpfen der Menschen in Deutschland ankommt, wird Integration niemals gelingen. Und wer diese Veränderung der deutschen Gesellschaft nicht wahrhaben will, soll klar und unmissverständlich sagen, wie er sie aufhalten will, oder für immer schweigen.

Ich selbst kann an dieser Stelle leider noch nicht schweigen, denn die Anerkennung der gesellschaftlichen Realität führt automatisch zu der Frage: Was heißt eigentlich Deutsch-Sein? Viele weichen dem Thema hilflos und überfordert aus, fordern aber im Gegenzug ganz selbstbewusst das Bekenntnis zur „deutschen Leitkultur“. Also: Weißwurst essen? Vorm Zubettgehen Goethe und Schiller lesen? Sekt schlürfen und Bowle trinken? Mit beharrtem Bierbauch, über den sich zur Hälfte ein eibeflecktes Unterhemd spannt, samstags das Auto waschen? Sonntags durch Museen streifen? Einen Gesprächskreis gründen? Gartenzwerge aufstellen? Seine Kinder taufen lassen? Ihnen deutsche Namen geben? Sich die Haut bleichen? Eine Antwort auf die Frage gibt es nicht.

Wir können also nicht benennen, was „deutsche Leitkultur“ ist, aber wir sträuben uns „bis zur letzten Patrone“ gegen Zuwanderung „aus fremden Kulturkreisen“ (der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer), wir erklären Multikulti für „gescheitert, absolut gescheitert!“ (die Bundeskanzlerin Angela Merkel) und wir halten Arabern und Türken eine verminderte Intelligenz und Integrationsbereitschaft vor (der SPD-Politiker Thilo Sarrazin). Wir fordern und fordern und fordern. Wenn beim Stichwort Integration allerdings permanent von Forderungen gesprochen wird, dann dürfen auch alle am Wunschtisch Platz nehmen. In einer Demokratie macht man das so. Trotzdem wundern sich manche oder echauffieren sich gar darüber, dass angeblich die „Migranten“ dauernd Forderungen stellten.

Wir brauchen gemeinsame Werte, mit denen wir uns alle identifizieren können. Darüber müssen wir in der Öffentlichkeit diskutieren – und zwar ohne Tabus. Eine vernünftige und nachvollziehbare Forderung wäre beispielsweise: Alle Bürger dieses Landes sollten sich zum Grundgesetz bekennen und Deutsch sprechen können. Leider reicht dies vielen Zeitgenossen nicht aus, wie man sieht. Schade, dass unsere Verfassung denjenigen so wenig wert ist.

Im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist es jedenfalls nicht mehr damit getan, seit Generationen hier geboren zu sein, um als Teil der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Ich weiß auch nicht, was die „deutsche Leitkultur“ ist. Ich weiß lediglich, man kann auch deutsch sein, wenn man schwarze Haare hat und sogar wenn man Muslimin ist. Dass der Islam samt seinen Anhängern zur Realität dieses Landes gehört, bestreiten heute nur noch Menschen, die sich ihrerseits nicht in unsere Gesellschaft integriert haben.

Der Deutsche ist tot. Lang lebe der Deutsche.

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65 Kommentare
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  1. Sabberlatz sagt:

    „Deutsch“land ist in der Tat Geschichte. Vielleicht können wir in 20-30 Jahren (eventuell auch schon früher) einen Wettbewerb zur Umbenennung dieses Territoriums ausschreiben.

  2. Oki sagt:

    @Mob

    Sry das ich Sie verbessern muss, aber 2010 ist Deutschland kein Abwanderungsland gewesen. Es zogen 798 000 Menschen nach Deutschland und 671 000 haben das Land verlassen.

    Außerdem geht es auch nicht um eine Homogenisierung der deutschen Gesellschaft. Dieses Land war in seiner Geschichte nie wirklich homogen. Regionale Unterschiede in vielen Bereichen wie Speisen, Tradititionen, Sprache und Mentalität haben immer bestanden. Ostfriesen sind ein anderer Schlag Mensch als Niederbayern, trotzdem sind beides Deutsche, auch wenn ich mir bei Bayern noch nich abschließend sicher bin. 😀
    Der starke Föderalismus und Regionalpatriotismus sind Ausdruck dieser Heterogenität.

    Deutschland wird von Deutschen bestimmt und gegebenenfalls verändert. Wer also hier lebt, hier geboren ist und sich als Teil dieses Landes sieht und damit Deutscher ist, der hat selbstverständlich das Recht sich einzumischen. Wer aber in Deutschland lebt und hier geboren ist und sich z.B. als Türke definiert, der hat da dieses Recht nicht.

  3. Jens sagt:

    Wenn ich als Deutscher in China lebe und irgentwann einen einen chinesischen Paß erwerbe, dann bin ich noch lange kein Chinese, ich bin lediglich chinesischer Staatsbürger. Nicht anders ist es bei den Türken mit deutschem Paß hier. Immigranten können Deutsche werden, wenn sei sich assimilieren. Einen Anfang könnten die Immigranten machen, in dem sie ihren Kindern deutsche Vornamen geben. Die Eltern von einem Peter Yilmaz oder einer Ulrike Yilmaz könnten so schon mal guten Willen zeigen, daß sie hier ankommen wollen.

  4. Sabberlatz sagt:

    @Jens: Im Deutschland des Jahres 2011 benutzt man den Begriff „Assimilation“ oder „assimilieren“ nicht mehr. Er befindet sich mit Ihnen zusammen im „ideologischen Niemandsland“, wie man in der DDR zu sagen pflegte. Heute spricht man auch nicht mehr von „Integration“ (auch inzwischen ein Un-Wort) sondern von demokratischer Teilhabe der Migranten in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft.

    Es ist im real existierenden Deutschland mittlerweile so, dass zig verschiedene kulturelle Süppchen gekocht werden. Deutschland ist nun multikulturell, multireligiös und mehrsprachig. Wenn wir „Ur“-Deutschen eine Assimilation hätten haben wollen, hätten wir die Politik viel früher auf so ein Ziel hin ausrichten müssen. Jetzt kann man damit nicht mehr kommen; die Realität hat ein solches Konzept obsolet gemacht.

    „Assimilation“ kann auch im Grunde nur dann verlangt werden, bzw. gelingt nur dann, wenn ein Land eine starke Identität aufweist (die die Zuwanderer dazu animiert, sich mit ihr zu identifizieren) und die Zuwanderung nicht zu stark wird bzw. keine Kettenmigration von Menschen aus einer bestimmten Herkunftskultur einsetzt. Das führt nämlich meistens zur Bildung von neuen autochthonen Minderheiten, die ihre Herkunftskultur bewahren möchten und auch können. Dann ist nämlich gar keine Assimilation nötig.

    Menschen assimilieren sich meistens dann, wenn sie dazu gezwungen sind: Durch die Tatsache, dass kaum andere Vertreter ihrer Herkunftskultur in der neuen Gesellschaft sind (zumindest an ihrem Wohnort) oder aus wirtschaftlichen Gründen (man muss sich „so verhalten wie die Einheimischen“, um Diskriminierung zu entgehen und wirtschaftlich Fuß zu fassen).

    In Deutschland ist eine „Assimilation“ (mittlerweile kann man auch nicht mehr sagen, wie genau diese aussehen sollte) zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht mehr nötig. Es gibt ungefähr 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland; es gibt eine nicht gerade schwache Migrantenlobby; Netzwerke; ethnische Communities; das Dogma, dass jeder Migrant auf Generation hin seinen Migrationshintergrund zu pflegen hat: Assimilation war gestern.

    Ich habe es hier ja schon oft geschrieben, aber ich kann es nur immer wiederholen: Deutschland wird zu einer Neuauflage der USA wie sämtliche anderen europäischen Länder; allerdings wird es in Deutschland sicherlich in spätestens einigen Jahrzehnten auch mehrere Amtssprachen geben und man wird das Land wohl umbenennen.

    Zum alten Deutschland, dem Land der deutschen Kulturnation, führt kein Weg mehr zurück. Was ist anders geworden, wo es doch früher auch Migration gab? Früher gab es keine Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturkreis oder generell außereuropäischen (völlig fremden Kulturen) und früher wurden Menschen zumindest in der zweiten oder dritten Generation „psychisch“ Deutsche.

    Natürlich veränderten auch sie die vorgefundene Gesellschaft, aber von innen, als Individuen. Sie gründeten teilweise auch Vereinigungen, aber sie erhoben nie den Anspruch, das Land völlig umgestalten zu wollen, Parallelsprachen und -kulturen verankern zu wollen oder
    die Einheimischen dazu zu nötigen, ihre eigene Identität umzudefinieren. Sprich: Frühere Einwanderer hörten irgendwann auf, einen Antagonismus zwischen sich und der Aufnahmegesellschaft zu konstruieren. Das liegt sicher auch daran, dass die deutsche Identität seit 1945 nur noch dem Siechtod entgegendämmert.

    Vor dem Jahr 2050 ist „Deutsch“land Geschichte und das wird niemand mehr aufhalten. Heimat wird bald fast nur noch mit y, als Heymat, geschrieben, um auf Naika Foroutan anzuspielen.

    Mir persönlich ist das heutige Deutschland gleichgültig, es ist nicht mehr mein Land. Mein Deutschland wird immer das meiner Kindheit bleiben. Sollen sich die „neuen Deutschen“ in ihrer neuen anheymelnden Heymat austoben, mit der deutschen Kulturnation haben sie nichts zu tun. Schon alleine deswegen, weil viele ja gar keine Deutschen sein wollen oder nur partiell oder nur ab und zu…

  5. Leo Brux sagt:

    Jens,
    natürlich bin ich Chinese, wenn ich einen chinesischen Pass habe. Genauso, wie ein Mitglied einer der Minderheiten in China ein Chinese ist – und eben auch noch ein Mitglied dieser Minderheit.

    Was soll ich denn sonst sein, wenn nicht Chinese – wenn ich chinesischer Staatsbürger bin?

    Deutschland wird von Deutschen bestimmt – sagt Oki – und ich sage,

    erstens ja, richtig, und zu den Deutschen zählen alle, die einen deutschen Pass haben, und ich sage,

    zweitens nein, falsch, weil wir Deutsche nicht allein auf der Welt sind. Wir leben in einer globalisierten Welt, und was international passiert, kulturell, ökonomisch, politisch, technologisch, das bestimmt uns auch.

    Das Recht, sich einzumischen, hat außerdem jeder, der in Deutschland Aufenthaltsrecht hat – selbst wenn er oder sie keinen deutschen Pass hat. Wir sind nämlich eine Demokratie, da hat man auch das Recht auf freie Meinungsäußerung, wenn man nicht Staatsbürger ist.

    Zurück zu Jens:
    Was die Vornamen und überhaupt die Namen anbelangt, so hoffe ich doch sehr, dass so schöne neudeutsche Namen wie Ali und Aische weiter leben und auch von Nichtmuslimen gewählt werden.

  6. Kritiker sagt:

    @Kai Diekelmann

    Also genau genommen habe ich da eine sehr schlechte Nachricht für Sie. Die Menschen lernen so gut wie nie aus der Geschichte zumal sie die Dinge immer neu der gegenwärtigen Situation definieren. Oder was glauben Sie denn wieso dann auf dem Balkan oder in Ruanda so viel Grausames passieren konnte obwohl so ziemlich jeder der mal ne Schule besucht hat wissen müsste was z.B. im Holocaust passiert ist. Und bedenken Sie. Rom, das persische Reich, das osmanische Reich, Sowjetunion usw. waren alle mal multikulturell. Das hat sie aber nicht vor dem Untergang bewahrt. Jetzt sind wir gerade wieder in der multikulturellen Phase. In der anderen Phase kommt es dann noch gehäufter zu neuen Grenzziehungen und höherer Gewalt. Wie wollen Sie also behaupten das nichts mehr schlimmes passieren könnte?

  7. Roma sagt:

    Ihr werdet niemals deutsch sein. Tut, mir leid, ist aber so. Deutsch zu sein ist eine Bürde und etwas Gegebenes. Etwas, was tief in uns ist.

    Aber freut euch über euren BRD-Pass. Ist doch auch was. Das jetzt auch vermehrt Doppelpässe in sind, steht einer Reise in die geschätzte Heimat auch höchstens nur Finanzielles im Weg.

    „Wandel“ ist nichts gottgegebens und lässt sich auch wieder rückgängig machen, wenn er falsch war. So gleichgültig sollte man nicht sein, sonst gäbe es ja gar nichts Festes mehr im Leben.

  8. Bierbaron sagt:

    Zum Thema Leitkultur:

    Ich muss Herrn Gabriel zustimmen, der das GG und die damit implizierten Wertvorstellungen als deutsche Leitkultur bezeichnet. In diesem Kontext ist es bezeichnend, dass die islamischen Verbandsvertreter der Islamkonferenz KEIN Bekenntnis zum GG abgenötigt werden konnte – hier müssen bei jedem Demokraten und Mitglied dieser Gesellschaft die Alarmglocken angehen. Und ich muss auch Sabberlatz zustimmen, der Wunsch bzw. die Vorstellung einer Integration wurden von prominenten muslimischen Verbandsvertretern bereits beerdigt, Partizipation heißt die Devise. Man möchte teilhaben, aber nicht Teil Deutschlands/der Deutschen werden. Dies führt logischerweise zu Abstoßungsreaktionen der Deutschen und anderer Europäer. Abstoßungsreaktionen, die von einsichtsfähigen politischen Beobachtern als „Renationalisierung“ bezeichnet werden.

    Nicht nur aus diesem Grunde ist „Multikulti gescheitert“. Neben einer grassierender Renationalisierung wurden insbesondere durch die immense muslimische Zuwanderung (v.a. durch den Familiennachzug) die Interessen dieses Landes nachhaltig verletzt. Die Bildungsstandards sinken, die Arbeitslosenzahlen sind katastrophal und die Kriminalität epidemisch. Und am Wichtigsten: Es ist eben kein Mulitulti in seiner reinsten Wortbedeutung („viele Kulturen“), es ist eine Monokultur des fortschreitenden Relativismus, in dem sich die aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts jede kulturelle Eigenart als Bereicherung verkaufen lassen müssen. Anything goes! Nur wohin?

    Grüße
    Bierbaron

  9. Kehrhelm Kröger sagt:

    Das Deutschtum definiert sich durch Abstammung und Sprache, nicht durch den Geburtsort. Warum auch?– gerade in einer globalisierten Welt wär das völlig knäcke. Ein Kind deutscher Eltern, das zufällig auf Malle oder in Anatalya geboren wird, ist ja deswegen auch kein bisschen spanisch, respektive türkisch, gell? Deutschtum ist keine Clubmitgliedschaft, insofern ist auch ein deutscher Ausweis nur bedingt aussagekräftig. Gesteuerte Rückführung eingewanderter Ausländer wäre besser als fadenscheinige Integrationsbemühungen.

  10. Sabberlatz sagt:

    @Bierbaron: „eine Monokultur des fortschreitenden Relativismus“ – schöner als Sie kann man es gar nicht ausdrücken. So ist es.


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