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Migration und Integration in Deutschland

Die Zerteilung der Arbeit in kurze und ständig zu wiederholende, gleichförmige Handgriffe ermöglicht es, Arbeiter ohne Qualifikation und ohne Kenntnis der deutschen Sprache einzusetzen; die Art der Arbeit erfordert es vielleicht sogar.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

03.05.2011 – Europa, Sarrazin, Fukushima, Tschernobyl, Äthiopien, Büchermarkt

Die TV-Tipps des Tages sind: Schloss Einstein; Yourope; Eins zu eins – Gespräch aus Berlin; Windrose; Kaffee: Getränk des Paradieses; Bücherjournal

VONÜmit Küçük

DATUM3. Mai 2011

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Schloss Einstein
Dr. Wolfert hat seine Drohung wahr gemacht: Sue steht ab sofort unter striktem Hausarrest. Ein weiterer Verstoß gegen die Internatsordnung, und sie fliegt von der Schule! Aber Sue ist das total egal. Sie will mit Thomas nach Paris abhauen.

Annika versucht mit allen Mitteln, ihre Freundin davon abzubringen, vergeblich. Zusammen mit René hilft sie schließlich Sue doch dabei, ein letztes Mal unerlaubt das Internat zu verlassen. In der Eisdiele überrascht Sue Thomas mit ihrer Idee. Aber der Nachwuchsmusiker bleibt vernünftig. Er überredet sie, auch an ihre eigene Zukunft zu denken und die Schule nicht hinzuschmeißen.

Dr. Wolfert kann nicht nachvollziehen, dass sein Vorgesetzter Dr. Stollberg den Schülern immer wieder Verständnis entgegenbringt. Auch in der Sache mit dem Giftmüllskandal greift der Schulleiter seiner Meinung nach nicht hart genug durch. Dabei haben sich Billi und Verena bereits zum zweiten Mal in große Gefahr begeben, indem sie sich heimlich in die Speditionsfirma einschlichen, die die Giftmülltransporte organisiert. Dabei ertappten die Verbrecher Billi und sperrten sie ein. Lukas konnte gerade noch rechtzeitig Herrn Berger und Herrn Haller informieren, sonst wäre seine Freundin möglicherweise nach Weißrussland verschleppt worden. Zwar konnten die Kinder dank der chemisch untersuchten Wasserprobe tatsächlich nachweisen, dass es sich in den Tonnen um quecksilberverseuchte Pestizide handelt. Aber Dr. Wolfert ist sich sicher, dass der Presserummel um die jungen Umwelthelden dem Ruf der Schule nachhaltig schaden wird.

Währenddessen haben sich Eugen und Alex in den Kopf gesetzt, herauszufinden, ob an den Gerüchten um Referendar Lachmann und Erzieherin Nina etwas dran ist. Es wird nämlich gemunkelt, die beiden hätten sich auf der Halloween-Party geküsst! (06:05-06:30 • SWR RP, SWR RP, SWR SR)

Yourope
Abgehängt und abgeschrieben: Welche Chancen hat Europas Jugend? – Moderation: Andreas Korn.

Sie haben keine Ausbildung, wohnen im falschen Viertel oder haben vielleicht einfach nur ein Kopftuch auf: Überall in Europa gibt es Jugendliche, die die Gesellschaft scheinbar abgeschrieben hat, denen keiner wirklich etwas zutraut.

Doch warum landen so viele junge Europäer auf dem Abstellgleis – und welche Wege finden sie aus ihrer Chancenlosigkeit. „Yourope“ über Europas Underdogs.

Das Magazin „Yourope“ beleuchtet in jeder Sendung ein zeittypisches und gesellschaftspolitisches europäisches Phänomen. Neben klassischen Reportagen und Gesprächen mit Reportern und betroffenen Bürgern aus ganz Europa, die dem Moderator Andreas Korn per Videobotschaften zugeschaltet sind, gibt es ebenfalls eine Vielzahl interaktiver Erklärelemente. Zudem besteht die Möglichkeit, sich als Zuschauer aktiv als Netzwerkreporter zu beteiligen und es mit einem originellen Videostatement bis in die Sendung zu schaffen. (07:30-08:00 • arte)

Eins zu eins – Gespräch aus Berlin
Thema: Mit oder ohne Sarrazin: die SPD im Dauertief Gast: Johannes Kahrs, SPD, Vorsitzender Seeheimer Kreis. (09:20-09:45 • WDR)

Windrose
D as Auslandsmagazin des MDR – Moderation: Eberhard Schneider.

Themen:

  • Ukraine: Tschernobyl als Touristenziel
  • Rumänien: Gift für Gold
  • Griechenland: Geschäftssterben in der Krise
  • Australien: FKK Down under
  • Das Zuschauervideo aus Myanmar

Ukraine: Tschernobyl als Touristenziel
Das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima hält die Welt weiter in Sorge. Täglich gehen neue Horrormeldungen an die Presse, Fukushima könnte mit seinen Folgen Tschernobyl noch übertreffen. Die Katastrophe dort jährt sich nun zum 25. Mal. Am 26. April 1986 explodierte Reaktorblock 4 in Tschernobyl. Der Ort ist heute schauriger Touristenmagnet, jeden Monat strömen etwa 1.000 Besucher zum havarierten AKW.

Rumänien: Gift für Gold
Gold ist bis heute goldwert. Selbst wenn sich in einer Tonne Gestein nur ein einziges Gramm davon befindet, wird Gold mit hochgiftigem Zyanid herausgelöst. Diese Prozedur könnte bald auch Rosia Montana in Rumänien treffen. Umweltschützer wollen das aber verhindern.

Griechenland: Geschäftssterben in der Krise
Griechenland steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg. Alles ist teurer geworden, die Mehrwertsteuer stieg von 19 auf 23 Prozent, die Löhne sinken. Mehr und mehr Griechen werden arbeitslos. Selbst in den mondänen griechischen Stadtteilen von Athen ist das Geschäftesterben zum bitteren Alltag geworden.

Australien: FKK Down under
Nacktbaden ist in Australien noch immer umstritten, nur an wenigen ausgewählten Strandabschnitten ist es offiziell erlaubt. Und in einigen privaten Hotels – wie bei Rainer. Der Deutsche Koch hat die Leidenschaft für FKK auch in seine Pension gebracht. (10:53-11:18 • MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen)

Kaffee: Getränk des Paradieses
Dokumentation (Kultur – Alltagskultur) – Auf der Suche nach einem Mythos – Film von Jochen Hütte, Patrick Leclercq und Richard Klug.

Äthiopien ist die Heimat des wilden Kaffeestrauchs. Vermutlich ist die Region Kaffa im Südwesten das Ursprungsgebiet des Kaffees. Von Äthiopien hat sich das Kaffeetrinken wohl seit dem 13. Jahrhundert in der islamischen Welt ausgebreitet. Für andere ist der Jemen die Heimat des Kaffees. Dort gab es die ersten systematischen Anbaugebiete und von der Hafenstadt Mokka am Roten Meer aus trat der Kaffee seinen Siegeszug rund um den Erdball an. In den letzten Jahren gab es allerdings einen Einbruch bei Anbau und Produktion von Kaffee im Jemen. Stattdessen konzentrieren sich die Bauern auf die Kultivierung der Droge „Kat“, die viel mehr Gewinn abwirft. Auch in Südafrika wird Kaffee produziert. Südlich der Hafenstadt Durban wächst an einer Stelle Kaffee, an der eigentlich gar kein Kaffee wachsen dürfte: „Beaver Creek“ heißt die südlichste Kaffeeplantage Afrikas und liegt auf Meereshöhe. Der Film begleitet drei Afrika-Korrespondenten bei einer ungewöhnlichen Reise auf der Spur des Kaffees. (15:00-15:30 • 3sat)

Bücherjournal
Neues vom Büchermarkt – Moderation: Julia Westlake. Der Schriftsteller Matthias Politycki zu Gast; Die weltweite Renaissance des Hans Fallada; Die ungewöhnliche Familiengeschichte der Adriana Altaras; Ein Fragebogen zum 100. Geburtstag von Max Frisch; Fotoband: Russlands reichste Kinder;

Der Schriftsteller Matthias Politycki zu Gast im „Bücherjournal“ – „Literatur muss sein wie Rockmusik!“, sagt der Schriftsteller Matthias Politycki. Seit über 20 Jahren schreibt er „um sein Leben“, wie er es ausdrückt. Frauen und fremde Kulturen faszinieren ihn – und das Abseitige im scheinbar Vertrauten. Der „Weiberroman“ machte ihn 1997 berühmt: die Geschichte vom verdrucksten Antihelden Gregor Schattschneider, der so gerne ein Womanizer wäre – aber an den drei Frauen seines Lebens scheitert. Polityckis „Herr der Hörner“ ist nach einem monatelangen Aufenthalt auf Kuba entstanden. „In 180 Tagen um die Welt“ beschreibt seine Zeit als Bordschreiber auf der MS „Europa“. Nun hat er zwei ganz unterschiedliche Bücher über die britische Hauptstadt geschrieben: „London für Helden“ (Hoffmann und Campe Verlag) und „London, Signale aus der Weltmaschine“ (CORSO). Mit Julia Westlake spricht er über das Reisen und die Literatur.

Die weltweite Renaissance des Hans Fallada – Über 60 Jahre nach der Ersterscheinung erreicht Falladas letzter Roman „Jeder stirbt für sich allein“ (Aufbau Verlag) sechsstellige Auflagen – als „bestes Buch, das je über den deutschen Widerstand geschrieben wurde“. In den USA, Frankreich, Israel oder Großbritannien stürmt er die Bestsellerlisten, Kritiker feiern ihn als einzigartige Chronik des Lebens in Hitler-Deutschland. Das „Bücherjournal“ spricht mit dem britischen Verleger Adam Freudenheim sowie mit Falladas Sohn Ulrich Ditzen über die erstaunliche Renaissance eines Buches und seines Autors.

Die ungewöhnliche Familiengeschichte der Schauspielerin Adriana Altaras – Eine Erbschaft war der Anlass für ihr Buch. Nachdem die Eltern von Adriana Altaras kurz nacheinander gestorben waren, fand die deutsche Schauspielerin und Regisseurin eine Wohnung mit 40 Jahren gelebtem Leben vor. Völlig erstaunt stieß sie auf jede Menge kuriose Familienhinterlassenschaften, Briefe und Fotos. Sie beschloss, die Geschichte ihrer jüdischen Sippe aufzuschreiben. In eindringlichen Episoden erzählt die 51- Jährige von ungleichen Schwestern, von einem Vater, der immer ein Held sein wollte, und von einer Mutter voller Energie und Einsamkeit. Sie schreibt über das Exil, über irrwitzige, jüdische Feste und über viele faszinierende Mosaiksteine, aus denen ihre Lebensgeschichte besteht: „Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie“ (Kiepenheuer & Witsch).

Ein Fragebogen zum 100. Geburtstag von Max Frisch – Mit seinen Romanen „Stiller“ und „Homo Faber“ wurde er weltberühmt, seine Dramen werden bis heute viel gespielt. Kaum ein Autor des 20. Jahrhunderts hat sich intensiver und eindringlicher mit der Suche nach der Identität beschäftigt als Max Frisch. Am 15. Mai wäre er 100 Jahre alt geworden. Das „Bücherjournal“ würdigt und charakterisiert den großen Schweizer mit einem Fragebogen – ganz so, wie Frisch selbst seine Leser zu Themen wie Hoffnung, Tod, Familie und Partnerschaft befragte.

Russlands reichste Kinder im Fotoband – Sie sind unvorstellbar reich, führen ein Leben im Luxus und haben vom Alltag ihrer armen Landsleute nicht einmal die leiseste Ahnung: die Angehörigen der neuen russischen Oberschicht. Deren verwöhnten Sprösslinge hat die Fotografin Anna Skladmann für den Band „Little Adults“ (Kehrer Verlag) porträtiert. Intime Einblicke in die Familien der neuen Oligarchen.

Katja Thimms Buch über die Fluchtgeschichte ihres Vaters Hunderttausende Menschen fliehen 1945 vor der Roten Armee nach Westen, verlieren ihre Heimat – ein tragisches Stück Zeitgeschichte. Unter den Flüchtlingen ist der 13-jährige Förstersohn Horst Thimm. Heute ist er 80 Jahre alt. Seine Tochter Katja hat jetzt seine Geschichte aufgezeichnet: „Vatertage“ (Fischer Verlag) heißt das Buch, in dem sie von den Traumata ihres Vaters erzählt und wie er damals die Flucht erlebt hat. Katja Thimm spürt in „Vatertage“ dem Leben einer ganzen Generation nach und erinnert sich dabei auch an ihre eigene, wohl behütete Kindheit in der Bonner Republik.

Das Bücherjournal präsentiert seit mehr als 30 Jahren Neues vom Büchermarkt: deutsche und internationale Romane und Sachbücher, vom Bestseller bis zum Geheimtipp. (03:50-00:35 • NDR Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein)

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