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Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Ali konkret

„Ich sag dann mal Sorry…“ – Eine Gedankenrevue zu Thilo Sarrazins Verbleib in der SPD

War alles nicht so bös gemeint … alles nur ein schlechter Scherz … und überhaupt: alles nur ein peinliches Missverständnis. Millionen Menschen in dieser Republik haben unter kollektiven Halluzinationen gelitten. Die SPD hat’s bestätigt.

VONAli Baş

 „Ich sag dann mal Sorry…“ – Eine Gedankenrevue zu Thilo Sarrazins Verbleib in der SPD
geb. 1976 in Ahlen/Westfa- len, arbeitet als Lehrer für Englisch und Politik in Dortmund. Baş promoviert in Münster in Erziehungswis- senschaft und engagiert sich seit 2002 bei Bündnis 90/Die Grünen, wo er Sprecher des Kreisverbandes Warendorf und als Kreistagsmitglied für Schul- und Integrationspolitik zuständig ist. Baş ist Mitgründer und Sprecher des "Arbeitskreises Grüne MuslimInnen NRW", der sich auf politischer Ebene mit Themen rund um Muslime in der deutschen Gesellschaft auseinandersetzt.

DATUM26. April 2011

KOMMENTARE39

RESSORTAktuell, Meinung

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Es war einmal ein älterer Herr, der war einmal eine mittelgroße Nummer in einer stolzen und traditionsreichen Partei. Jahrelang hütete er die Finanzen des armen, aber nicht ganz unsexy wirkenden Bundeslandes Berlin. Zwischendurch wurde es aber dem älteren Herrn doch etwas ungemütlich in den kargen Büroräumen des Berliner Senats.

Dann müssen schon mal die armen Hartz IV-Empfänger ihren letzten Pullover im bitterkalten Berliner Winter hergeben, weil sonst die Gefahr der spätrömischen Dekadenz drohen könnte, die zu mehr unproduktiven (weil ständig unterdrückt und in den Wandschrank gesperrten) Moslem-Kopftuchmädchen führen könnte.

Das war es! Schon blitzten die Fotoapparate sämtlicher Postillen dieser Republik und ein neuer Star war geboren…so was wie Ekel Alfred mit SPD-Parteibuch. Sein Name war Thilo Sarrazin! Und weil nach dem Abschied als Berliner Kohle-Wächter die Büroräume der Deutschen Bundesbank auch zu trist waren, musste unser Thilo seine Sicht der Dinge zum Thema „Integration“ in sein „rotes Buch“ ergießen, welches später dann gekonnt von der Aktionskünstlerin Necla Kelek bei einer Pressekonferenz pantomimisch performt wurde.

Der Inhalt dieses Buches, eine Mischung aus RTL-tauglichem Sozialporno und aus dem Zusammenhang gerissenen Statistiken gepaart mit wirren Ausflügen in die Irrlehren von Intelligenz, Rasse und Religion fand viel Beifall, besonders in der politisch wichtigen Mitte der Gesellschaft. Das Affentheater in Deutschlands größtem Bildungsmedium wurde später nur noch durch die Pro-Guttenberg-Kampagne getoppt, die an Fremdschämpotenzial kaum noch zu überbieten war und uns beinahe die Rückkehr der Monarchie beschert hätte.

Nun ist unser Thilo mit seinem roten Buch auf gesellschaftliche Kernspaltungstournee gegangen und um mehrere Altersmillionen reicher. Seine politische Heimat, die SPD, erlebte damit den politischen Super-GAU.

Nicht wenige aufrichtige Parteigenossen zeigten sich empört und forderten einen Ausschluss ihres gar nicht mehr so rot daherkommenden Genossen Thilo. Ein Ausschlussverfahren war beschlossen und es drohte uns ein monatelanger Prozess, welcher uns womöglich noch den zweiten Teil des bösen, roten Buches beschert hätte.

Nun rückte der erste Termin des Ausschlussverfahrens näher, die SPD sichtlich angespannt, denn egal wie dieses Verfahren ausgegangen wäre, Thilo gewinnt so oder so.

So geschah es, dass sich die SPD-Spitzenleute gerade einmal wenige Stunden beraten haben, was man denn jetzt nun mit Thilo machen könnte.

Das Ergebnis: war alles nicht so bös gemeint … alles nur ein schlechter Scherz … und überhaupt: alles nur ein peinliches Missverständnis. Thilo sagt dann mal „Sorry!“.

Es lag ihm natürlich fern (so ungefähr vom Stuhl bis zum Tisch) MigrantInnen zu dissen oder sogar Menschen zu kränken … nein nein … alles nur eingebildet. Die SPD-Spitze ist damit zufrieden. Thilo bleibt in der Familie. Problem vom Tisch … zumindest oberflächlich.

Wir fassen zusammen: Millionen Menschen in dieser Republik (inklusive den Trittbrettfahrern von der NPD) haben unter kollektiven Halluzinationen gelitten.

Das ist jetzt amtlich beschlossen durch das SPD-Schiedsgericht. Allen stolzen Besitzern von „Deutschland schafft sich ab“ empfehle ich nur noch eines: Tauscht eure Bücher um! Holt euch eure Kohle zurück, denn auch ihr wurdet schamlos hinters Licht geführt!

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39 Kommentare
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  1. Miro sagt:

    @Ali Bas
    Ein chinesischer Journalist hat mal verwundert auf einer Bundespressekonferenz die Kanzlerin gefragt, warum den die deutschen Medien, wenn sie über China schreiben und berichten, eigentlich immer nur negative Dinge ansprechen wie Menschenrechtsverletzungen, Zensur oder Umweltverschmutzung etc und die positiven Entwicklungen in vielen Bereichen würden nicht erwähnt. Die Kanzlerin wusste nicht recht was sie antworten sollte und sagte nur, ihr und ihrer Regierung ginge es ähnlich.
    Es mag keine ausschließlich deutsche Eigenschaft sein, aber sie ist hier doch besonders stark ausgeprägt und gleichzeitig eine notwendige Bedingung für Fortschritt und gute Produkte, wie z.b. Autos. Wer sich nämlich selbst beschönigend auf die Schulter klopft und sagt, hey eigentlich ist doch alles supi und wir sind toll. der wird zurückfallen und sich vom Fortschritt verabschieden, nicht nur in Wirtschaft.
    Sie Herr Bas sind allerhöchstens alibikritisch, das zeigt auch der muslimische Arbeitskreis dem sie angehören. Dort beschäftigen sie sich damit Kelek und Sarrazin anzugreifen, oder Moslems zu beglückwünschen das sie auf irgendwelche Listenplätze gelandet sind, aber Kritik finde ich da keine.
    Liegt das wohlmöglich an einer Aussage im Koran? Dort heisst es: “ Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist.“
    Nein seid ihr nicht und wenn ihr es doch glaubt und danach handelt, dann braucht ihre euch nicht zu wundern das ihr weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich oder wissenschaftlich Erfolge vorzuweisen habt in den letzten 1000 Jahren. Neben Integrationsverweigerern stellen die die glauben sie wären integriert, es aber eigentlich nicht sind weil sie viele Dinge nicht verstanden haben, eine ebenso große Herrausforderung dar.

  2. Leon sagt:

    @Ali Bas
    Ich habe versucht, eine Erklärung für den Verkaufserfolg des Sarrazin-Buchs zu finden. Deutschland ist wider Willen zu einem Einwanderungsland geworden.
    Das kann man natürlich leugnen oder ignorieren – nur ist das wenig hilfreich bei der Ursachenanalyse des Sarrazin-Hypes.

  3. aTi sagt:

    @Miro – …nur weil du den Vers erwähnst…Der Koran ist nunmal auf arabisch zu lesen. Übersetzungen sind und bleiben mangelhaft, da die arabische Sprache viel differenzierter als z.B. die deutsche ist.

    Der Vers 110 aus der 3. Sure, den du hier leider nur zu einem viertel zitierst, wird aus meiner Sicht leider stets falsch interpretiert bzw. übersetzt. Demnach sind und wären wir die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist, wenn wir das Rechte gebieten, das Verwerfliche verbieten und an Allah glauben. Damit sind gewiss nicht diese Discojunkischlägermöchtegernmuslime gemeint, die andere Menschen tyrannisieren und auch noch Spaß daran finden.

    Was jedoch die Menschen angeht, die tatsächlich das Rechte gebieten, das verwerfliche verbieten und an Allah glauben, so bin ich selbst Zeuge darüber, dass diese Menschen die beste Gemeinschaft bilden, welche aus der Mitte der Menschen hervorgebracht worden ist!

    Im Übrigen steht in der selben Sure ein paar Verse weiter folgendes:

    113 Sie sind nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift ist eine standhafte Gemeinschaft, die Allahs Zeichen zu Stunden der Nacht verliest und sich (im Gebet) niederwirft.
    114 Sie glauben an Allah und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.
    115 Und was sie an Gutem tun, das wird ihnen nicht ungedankt bleiben. Und Allah weiß über die Gottesfürchtigen Bescheid.

    @Basmaster Danke für deinen Beitrag. Ich finde es erstaunlich mit wieviel Energie und Standhaftigkeit du all die ganze Zeit gegen Vorurteile und Rassismus angehst. Die meisten von uns haben es aufgegeben und leben nach dem Motto „Lass den Tor mit seiner Torheit alleine. Soll er sich doch in seiner Torheit grämen bis er stirbt.“ – lieben Gruß

  4. Ali Bas sagt:

    Danke für die qualifizierten und natürlich auch unqualifizierten Kommentare. Ich bin mir sicher, dass die blödesten hier gar nicht erst auf die Seite gekommen sind. Da gibt es einige, die den ganzen Tag damit verbringen ihre rechtspopulistischen Gedankenergüsse in Internetforen und anderswo abzusondern. Diesen Leuten sage ich nur „Get a life…kommt mal klar!“. 😉

    Allen die sich für unseren einzigartigen AK Grüne MuslimInnen interessieren sei ein Blick in unser Grundsatzpapier ans Herz gelegt, dort findet ihr einiges über unser Selbstverständnis, was wir voranbringen wollen und was wir klar ablehnen. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Herzliche Grüße aus NRW. 😉

  5. Frollein XY sagt:

    @ MIRO: so selbstkritisch sind sie nicht die Deutschen! Ich sehe in ihrem Beispiel, in ihren Kommentaren im Allgemeinen und auch auf diesen Seiten generell nur Kritik an Anderen (Ausnahmen bestätigen die Regel aber diese sind nicht unbedingt auf ihrer weltanschaulichen Seite zu verorten)…
    Wären die Deutschen wirklich so selbstreflexiv wie Sie behaupten, würden sie sich längst mal fragen „was können wir eigentlich tun für die Integration von Minderheiten“ statt immer wieder auf „den Anderen“ herumzuhacken! Integration ist eine Zweibahnstraße (oder – wenn man es aus der negativ-lustlos-pessimistischen Perspektive der Sarrazin Anhänger beschreiben will – ein zweischneidiges Schwert)… Die Deutschen sind nicht gerade Weltmeister im „Integrieren“ – das wird an den Kommentaren auf diesen Seiten beispielhaft demonstriert – und das ist eines ihrer größten Probleme mit dem Thema Zuwanderung!
    Sie reissen die Koranzitate übrigens genauso aus dem Zusammenhang wie ein Herr Sarrazin seine Statistiken. Das scheint im Moment Trend zu sein in unsrer feinen neuen rechten Mittelschicht. Machen wir das doch auch mal mit der Bibel – sagt sie nicht im alten Testament: Opfere mir deinen Sohn!; oder Auge um Auge Zahn um Zahn? Sind darum alle Christen Kindermörder oder blustrünstige Rachlüstlinge?

    @Jos. Blatter: Dann kann ich nur sagen armes Deutschland! Ich bin empört über ihre Aussage! Herr Bas vertritt die Meinung vieler Menschen in diesem Land, die nicht vor Angst (vor dem Fremden) erstarrt vor der Glotze hocken! So etwas wie allgemeine kulturelle Meinungen gibt es im übrigen nicht (jedenfalls nicht ohne staatliche Repressionen)! (Gott sei Dank!)
    Was es jedoch gibt ist Propaganda und mediale Beeinflussung, auf die die deutsche Mehreheitsbevölkerung immer wieder grandios hereinzufallen scheint!

    Warum wird eigentlich nie darüber gesprochen, dass es auch jede Menge furchtbar schlecht „integrierter“ autochthoner Deutscher in diesem Land gibt? (Neben vielen anderen) nämlich jene, die seine Grundwerte der Religionsfreihet und der Gleichheit nicht kennen? Diese Menschen (@Miro) stellen eine mindestens ebenso große Herausforderung dar, wie jene mit Migrationshintegrund die nicht integriert sind, denn sie glauben sie seien es durch ihren Pass / ihr Blut oder andere aberwitzige mittelalterliche Begründungen zwangsläufig… Sie glauben sie hätten Integration quasi mit der Muttermilch inhaliert und sind nicht bereits sich selbst mal zu hinterfragen sondern klopfen sich immer fein auf die Schulter „supi toll – dass wir Deutsche / Christen / Weiße sind – Applaus für uns!“

  6. Miro sagt:

    @Frollein XY
    Ihnen scheint entfallen zu sein das Deutschland bereits Millarden € jährlich für integrationsförderne Projekte ausgibt. Niemals zuvor in der Gesichte dieses Landes hatt es das gegeben und trotzdem ist Integration schon bei früheren Einwanderern gelungen. Spontan fallen mir da die Hugenotten ein, ein später Nachfahre dieser Einwanderer hat kürzlich ein erfolgreiches Buch geschrieben.
    Viele integrieren sich erfolgreich in dieses Land, das kann man vorallem bei der 2ten Generation feststellen, aber anderen Gruppen gelingt das in hoher Zahl nicht. Auf diese Unterschiede hat Sarrazin vorallem auch aufmerksam gemacht.

    Werfen sie eigentlich auch einem Land wie Saudi Arabien vor Koranzitate aus dem Zusammenhang zu reizen? Ich vermute ja, denn die haben alle Islam nicht verstanden, außer sie. 😀 Die Toleranz des Islams können sie dort wunderbar betrachten. Ist das nicht schön, ein Land das sich an den Werten und Vorgaben des Korans orientiert und daher einem Nicht-Moslem sogar verbietet Mekka überhaupt zu betreten.
    Artikel 1 der saudischen Verfassung: „Das Königreich Saudi-Arabien ist ein souveräner arabischer islamischer Staat mit dem Islam als Religion; Allah’s Buch und die Sunna seines Propheten, Allah’s Gebete und Friede seien mit ihm, sind dessen Verfassung, Arabisch seine Sprache und Riad seine Hauptstadt.“ Es gibt dort eine Blutgeldrangliste die wunderbar zeigt wie viel Wert Menschen haben nach diesen Werten. Eine Gesellschaft in der Frauen zu Hause gehalten werden, weil der Koran es so will (Sure 33 Vers 33). Viele andere Dinge werden dort umgesetzt, wir würden es Verbrechen nennen, für die Muslime dort ist es nur der Wille Allahs, nachzulesen in Koran und Sunna.
    Wenn sie die Tolerierung so einer „Religion“ fordern, dann sollten sie sich mal bewusst werden was das eigentlich bedeutet.
    Wie sagte Thomas Mann einst: „Toleranz wird zum Verbrechen wenn sie dem bösen gilt“

  7. aTi sagt:

    @Miro

    Lass es doch bitte sein, Koranverse aus ihren Zusammenhang zu reißen! Sure 33 Vers 33 ist nicht ohne Vers 32 zu lesen und nicht zu verstehen, ohne den Background zu kennen.

    Vers 33 ist klar und deutlich an die Ehefrauen des Propheten gerichtet und nicht an jede x beliebige Frau! Es ist eine Aufforderung zur Frömmigkeit und nicht eine Aufforderung Frauen zu Hause einzusperren, so wie du es hier darzustellen versuchst.

    Wenn du ausführliche, ernstgemeinte Fragen über die Bedeutung und den Kontext von Koranverse hast, bin ich dir gerne bereit auf deine Fragen ausführlich zu antworten.

    Im Übrigen sind wir Deutsche in erster Linie interessiert an unsere gemeinsames zusammenleben in Deutschland.

    Ich frage dich, welche Initiativen hast du ergriffen, um Menschenrechte in Saudi Arabien zu unterstützen? Welchen ehrenamtlichen Tätigkeiten gehst du nach, um das Leben in Saudi Arabien für viele zu vereinfachen?
    Wenn es dir ein solches Anliegen ist, wie du hier behauptest, so gehe ich doch davon aus, dass du unterdrückte Menschen unterstützt.

    Ich bin mir auch sicher, dass du etliche muslimische Deutsche unter uns finden wirst, die dich in deinem Ehrenamt mit vollem Engagement unterstützen würden.

    Aber bleib doch bitte beim Thema anstatt auszuweichen und einen despotischen, diktatorischen Staat, den nur wenige von uns besucht haben, als Argument zu benutzen, uns DEUTSCHEN MUSLIMEN unsere Grundrechte aberkennen zu wollen.

    Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir gemeinsam als Deutsche unabhängig von unserem Glauben überlegen würden, wie wir am Besten eine Gesellschaft schaffen, in der sämtliche Menschen gleichberechtigt und in Respekt gegenüber dem Nächsten leben, anstatt Zusammenhänge zu verzerren, über durchgekaute Vorurteile zu schwadronieren oder unseren Nächsten irgendwelche Rechte aberkennen zu wollen, die sich unsere Nächsten zu Recht nicht aberkennen lassen!

  8. aTi sagt:

    „Wenn sie die Tolerierung so einer “Religion” fordern, dann sollten sie sich mal bewusst werden was das eigentlich bedeutet.“

    Im Übrigen fordern wir deutschen Muslime nicht, dass der Islam toleriert werden soll, sondern der Islam ist zu tolerieren. Unsere Religion in Deutschland und unser Handeln untersteht denselben Einschränkungen, wie jeder anderen Religion auch. Wenn jemand von uns die Einschränkung missachtet, ist über diese Person genauso nach deutschem Recht zu urteilen, wie alle anderen Menschen in Deutschland auch!

    Aber genauso wie das GG die Verfassung aller Deutschen ist, ist sie auch die Verfassung aller deutscher Muslime! Genau so wie das GG anderen Religionen und anderen Personengruppen undiskutierbare, unabdingbare, elementare Rechte zuschreibt, schreibt es uns diese Rechte genauso zu. Bei allem Respekt. Auch wir deutschen Muslime lassen uns diese Rechte nicht nehmen. Wenn jemand absolut meint, er könnte unsere Religion unter keinen Umständen tolerieren, also aushalten, so soll er sich daran grämen bis er stirbt. Auf Gut Deutsch der hat Pech gehabt. Genau so wie ich Pech habe und selbstverherrlichende, herumgrölende, dumme, idiotische Rassisten und Nazis in unserer Gesellschaft aushalten, also tolerieren muss.

  9. Manfred O. sagt:

    @aTi

    Sie sind also der Meinung, das diese Tolerierung für JEDE Religion zu gelten hat, und man JEDER Religion undiskutierbare, unabdingbare, elementare Rechte zubilligen muß ?

    Gilt das dann auch für die Religion/Ideologie SCIENTOLOGY ? DIE sehen sich nämlich auch als Religionsgemeinschaft.

  10. Miro sagt:

    @aTi
    „Vers 33 ist klar und deutlich an die Ehefrauen des Propheten gerichtet und nicht an jede x beliebige Frau!“
    So eindeutig ist das nicht und selbst wenn, die Frauen Mohammeds sind genauso Vorbild wie er selbst, das findet man auch in der Sunna. Außerdem wird doch keine Frau gezwungen oder eingesperrt, es ist doch nur zu ihrem Besten. Wenn Ali seine Schwester, auf Anweisung des Vaters, nicht alleine vor die Tür gehn lässt, dann folgt er nur Allahs Willen. „Allah wünscht nur Unreinheit von euch zu nehmen, ihr Angehörigen des Hauses, und euch rein und lauter zu machen.“ Och ist das nicht wunderschön, ich möchte weinen, Selbstbestimmung und Freiheit werden eh überschätzt, oder nicht?

    Ich respektiere die Souveränität eines Staates und es steht mir nicht zu mich in die inneren Angelegeheiten einzumischen. Wenn die Menschen in Saudi Arabien nach den Regeln und Vorgaben des Islams leben wollen, dann ist das ihr gutes Recht. Ändern tut sich die Situation natürlich wenn das in Deutschland erfolgen soll. Und wenn sie dann noch glauben das wäre ein Grundrecht, dann haben wir ein Problem. Ich möchte nämlich nicht das Hände abgetrennt werden (5:38), Frauen geschlagen werden (4:34), oder noch schlimmeres wenn sie islamische Regeln brechen (4:15). Auch find ich Ehrenmorde doof (18:74) und die unzähligen Hetz- und Gewaltverse gegen Nicht-Muslime mag ich auch nicht. Das im Islam der tötende Kämpfer den höchsten Platz im Paradies sicher hat (9:20) ist dann nur noch ein Detail. Das sie alles das faziniert müssen sie mit sich selbst ausmachen, mich widert es an. Unterstützen sie eigentlich auch das „… die Wahrheit durch Seine Worte vollbracht werde und daß die Wurzel der Ungläubigen ausgerottet werde“ (8:7)?

    „Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir gemeinsam als Deutsche unabhängig von unserem Glauben überlegen würden, wie wir am Besten eine Gesellschaft schaffen, in der sämtliche Menschen gleichberechtigt und in Respekt gegenüber dem Nächsten leben.“
    Gerne, das wird auch millionenfach praktiziert in Deutschland, nur nicht bei jeder Einwanderergruppe gleich erfolgreich. Denn der Koran sagt:
    „O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.“ (5:51)
    „Eure Freunde sind einzig Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Zakat zahlen und Gott allein anbeten“ (5:55)
    „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten.“ (9:29)


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