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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Leos Wochenrückblick

Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen

In meinem Wochenrückblick geht es diesmal um Sarrazins neueste Täuschungen, Vogels Auftritt in Frankfurt, Sıla Şahin Rechtfertigung in BILD – und um Finnlands Muslime und Schweden

VONLeo Brux

 Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen
Leo Brux, 1950 in München geboren, ist u. a. Integrationskurs-Lehrer bei der InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V., einem großen Träger der Integrationsarbeit in München. Migrations- und Integrationsfragen beschäftigen ihn seit den frühen 70er Jahren sowohl praktisch als auch theoretisch, privat und beruflich. Für die InitiativGruppe schreibt er einen Migrationsblog.

DATUM26. April 2011

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RESSORTAktuell, Meinung

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Sarrazin macht, was er immer macht
– er täuscht.

Die SPD hat – aus Verzweiflung, nehme ich an – darauf verzichtet, sich ein monatelang hinziehendes Ausschlussverfahren gegen Sarrazin anzutun. Das Drittel der SPD-Anhänger, das mit Sarrazin geht, ist dadurch allerdings nicht versöhnt, das Drittel, das ihn verabscheut, ist darüber zurecht erbittert, die pragmatische Mitte dazwischen fragt sich wohl, womit sie dieses Fiasko verdient hat. Eine lose-lose-Situation. Sarrazin, der die SPD so, wie sie ist, verachtet, wird das nicht schmerzen.

Im Gegenteil, er spielt damit. Seine Erklärung an die Schiedskommission hat es in sich. Drei Punkte nennt er: Im ersten behauptet er, nicht gefordert zu haben, sozialdarwinistische Forderungen politisch umzusetzen; im dritten Punkt erklärt er, er habe nicht die Absicht gehabt, sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen.

Wer sein Buch gelesen hat, wird den Kopf schütteln und sich fragen, ob er denn beim Lesen alles falsch verstanden hat. Bei Punkt zwei der Erklärung fragt man sich das nicht mehr – man fühlt sich in die Newspeak-Welt von Orwells 1984 versetzt:

2. Mir lag es fern, in meinem Buch Gruppen, insbesondere Migranten, zu diskriminieren. Vielmehr sollten meine Thesen auch der Integration von Migrantengruppen dienen, die bislang aufgrund ihrer Herkunft, sozialen Zusammensetzung und Religion nicht bereit oder in der Lage waren, sich stärker zu integrieren. Es entspricht nicht meiner Vorstellung, dass diese Gruppen bei eigenen Anstrengungen und einer ergänzenden Bildungspolitik etwa aus genetischen Gründen nicht integriert werden könnten. Mir ging es also darum, schwerwiegende Defizite der Migration, Integration und Fehlentwicklungen der Demografie in Deutschland anzusprechen, eine fördernde Integrationspolitik und Demografiepolitik zu entwickeln und dafür insbesondere die vorhandenen Defizite des Bildungssystems zu überwinden.
Quelle

Die Millionen, die Sarrazin zugejubelt hatten, die gemeint hatten, endlich sagt „es“ mal jemand von der politischen Elite, wie „es“ mit den Muslimen in Deutschland steht, und dass man denen den Riegel vorschieben muss … sie alle haben Sarrazin missverstanden? Hat nicht Sarrazin selbst bei jeder öffentlichen Debatte das ressentimentgesattelte Pferd geritten, sich tragen lassen von der massiven öffentlichen Zustimmung zu seinem Muslim-bashing? Welche Vorschläge zur besseren Integration (!) meint er denn gemacht zu haben?

In seinem Buch und bei seinen Auftritten hat er von überwiegender Integrationsunfähigkeit gesprochen, die Muslime würden dazu beitragen, dass Deutschland verdumme, Deutschland islamisiere sich demographisch; er hat ein sozialdarwinistisches (!) Programm vorgeschlagen, das unter den Migranten die viele Spreu vom wenigen Weizen trennen soll.

Schon in der FAZ zu Weihnachten 2010 hat Sarrazin vorgeführt, wie er mit der Wahrheit spielt: „Die von mir genannten Statistiken und Fakten hat keiner bestritten.“ Angesichts der tausendfachen Widerlegung einiger seiner irreführenden Statistiken und zweifelhaften Fakten braucht man hier nicht mehr verwundert den Kopf zu schütteln. „Ist es auch Irrsinn, so hat es doch Methode“, heißt es im Hamlet – welche Methode steckt hinter Sarrazins provokanten Lügen? Das Bewusstsein der „höheren Wahrheit“ erlaubt es ihm, offen zu täuschen.

Keiner der Sarrazin-Fans wird die Stirn runzeln wegen der Erklärung vor der Schiedskommission. Sie werden grinsen und mit den Augen zwinkern. Sarrazins Publikum versteht schon richtig …

Pierre Vogel und die „Islamkritiker“
Gilt bei uns gleiches Recht für alle?

Die Auflagen des Gerichts an die Frankfurter Salafisten-Veranstaltung sind berechtigt:

Die als Hassprediger kritisierten Redner dürfen nach den Auflagen der Gerichte „nur solche Reden, Sprechchöre und Transparente zulassen, die den öffentlichen Frieden wahren“, heißt es in der Mitteilung des Verwaltungsgerichts.
„Die Aufstachelung zum Hass gegen Bevölkerungsgruppen oder zu Gewalt oder Willkürmaßnahmen wird untersagt.“
Und: „Die Menschenwürde anderer darf nicht dadurch verletzt werden, dass Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden.“
Quelle

Gelten solche Auflagen auch für „Islamkritiker“, wenn sie auf öffentlichem Grund eine Veranstaltung abhalten? Was würde das konkret bedeuten? Inwieweit müssten sie sich in ihren Attacken auf Islam und Muslime mäßigen?

BILD, Sex und Migranten
Sıla Şahin hat sich für den Playboy ausgezogen – BILD meinte, daran die bescheuerte Frage knüpfen zu müssen, ob denn Türken sowas dürfen …

Natürlich dürfen sie, nicht nur in Deutschland, auch in der Türkei dürfen sie. Interessant ist etwas anderes. Sıla Şahin rechtfertigt im BILD-Interview nämlich ihren Striptease als Befreiung aus dem kulturellen Mief der türkischen Tradition:

„Für mich sind diese Fotos eine Befreiung von den kulturellen Zwängen meiner Kindheit. Zu lange wollte ich es immer allen recht machen. Ich will mit diesen Fotos jungen Türkinnen zeigen, dass es okay ist, wenn man so lebt, wie man ist. Dass es nicht billig ist, wenn man Haut zeigt. Dass man seine Ziele verfolgt, anstatt sich unterzuordnen.“

Die ZEIT kommentiert dies kritisch:

Eine Migrantin bedient hier aktiv Klischees, um sie zu ihrem vermeintlichen Vorteil zu nutzen.
Die gesellschaftlichen Diskussionen über Migration, Islam und den Stellenwert der Frau in der Einwanderer-Community werden zur Kulisse einer PR-Strategie in eigener Sache.
Kein Hahn mit oder ohne türkischen Migrationshintergrund würde danach krähen, dass sich eine Schauspielerin auszieht.
Es sei denn, sie konstruiert daraus einen Konflikt – in diesem Fall ohne Halt zu machen vor der Privatsphäre ihrer Familie.

Gibt es in Finnland Muslime?
Rechtspopulisten waren nun auch in Finnland erfolgreich. Ihre Partei, die „Wahren Finnen“, so schreibt die Süddeutsche,

ist Sammelbecken für Nationalisten, Islamfeinde, Sozialromantiker. Die Mischung ist instabil; es kann gut sein, dass die Partei bald zerfällt und die finnischen Populisten wieder verschwinden.

Hoffentlich.
Islamfeindschaft soll tatsächlich ein Grund gewesen sein für den Wahlerfolg. – Gibt es in Finnland überhaupt Muslime? – Es sind ca. 20 000. Davon 15 000 Immigranten. Bei 5,3 Millionen Einwohnern. Macht keine 0,4 Prozent.
Es muss an den Muslimen liegen …

In Finnland gibt es eine finnlandschwedische Minderheitheit von ca. 5 Prozent. Manfred Bleskin kommentiert die „schwedisch-kritische“ Position der „Wahren Finnen“ bei n-tv:

Das Schwedische, in der Verfassung als zweite Amtssprache festgeschrieben, soll nicht mehr Pflichtfach sein. Das zeugt nicht nur von grobem Nationalismus gegen die Finnlandschweden mit ihrem knapp sechsprozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung, sondern auch von ziemlicher Dummheit: Das zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehörige Finnisch wird außerhalb des Landes nicht verstanden. Das Schwedische hingegen ermöglicht eine problemlose Kommunikation mit allen anderen skandinavischen Ländern. Apropos: Den Löwenanteil am Zuwachs der „‚Wahren‘ Finnen“ geht auf das Konto wenig gebildeter, junger männlicher Wähler auf dem Lande.

Was sagt eigentlich die rechtspopulistische Partei in Schweden (die „Schwedendemokraten“) über die antischwedischen Forderungen der rechtspopulistischen Partei in Finnland („Die Wahren Finnen“)?

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73 Kommentare
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  1. Leo Brux sagt:

    Manfred O.,
    anders als Sie berücksichtige ich die Unterschiede unter den Muslimen. Ich stecke nicht alle in einen Sack, wie Sie es machen, um sie alle gemeinsam schlagen zu können.
    Ich habe also einen ungefähren Überblick über die verschiedenen Varianten davon, was es heißt, Muslim in Deutschland zu sein.
    Es geht MIR dabei nicht darum, wer oder was die WAHREN Muslime sind. Jeder Muslim entscheidet das für sich selbst, so wie jeder Christ das für das Christentum auch tut.

    Dass Steinigen von Ehebrechern und dergleichen NICHT unbedingt zur Scharia gehören, das können Sie einfach schon daran erkennen, dass weder die Muslime in Deutschland noch die in Europa noch die in den meisten islamischen Ländern dieses Gesetz anerkennen. Dieses Gesetz stammt aus der vorislamischen Zeit (Sie können es in der heidnischen Antike entdecken) und wurde zeitweise mal auch von islamischen Kulturen (auch von christlichen) übernommen — und ist längst in fast allen Kulturen obsolet.

    Es gibt in Deutschland kaum einen Muslim, der gegen solche Gesetze nicht Abscheu empfinden würde.

    Für Sie ist das natürlich nur taqiyya. Da kann man nichts machen. Auf DIE Weise können Sie jeden Menschen verurteilen. Wollen Sie, dass sich staatliches Handeln nach solchen Unterstellungen richtet?

    Wie einst die Juden, so haben heute die Muslime in manchen Gehirnen keine Chance. Sie sind von vorne herein verurteilt, weil man – egal was sie tun und egal was sie sagen – immer Täuschung unterstellt.

  2. Manfred O. sagt:

    @ Leo Brux

    Mit Verlaub,Herr Brux, das waren keine Antworten auf die von mir gestellten Fragen.

  3. schneider sagt:

    Ach, Herr Brux, sehen Sie, wo wären wir heute, wenn wir (oder besser gesagt die freie Welt) gesagt hätten, es gibt nicht DEN Nationalsozialismus. Oder sagen Sie auch „Bitte vorsichtig, man darf nicht pauschal urteilen über Neonazis, es gibt nicht DEN Neo-Nazi, jeder ist unterschiedlich!“. Nein, das tun Sie nicht, denke ich.

    Manchmal muss man pauschalisieren, um eine Gruppe als Gruppe in Summa zu begreifen. Die Menschen hier haben Angst vor DEM Islam, der wohl eine Summe von dem darstellt, was all die unterschiedlichen Varianten des Islams auch immer sein mögen. Sicherlich kommt da der friedlich gelebte, häusliche Islam besser weg, als der Islam der Salafisten, die permenant in der Öffentlichkeit hausieren gehen. Aber was sehen wir denn?

    Die Leute haben es satt, über DEN Islam überhaupt nachzudenken, es interessiert im Grunde genommen hier niemand. Wir wollen auch nicht jeden Tag über Scientology oder irgendwelche anderen Sekten und Gemeinschaften hören. Es gibt hier schon eine Religion, das reicht, die eine Menge Schintluder getrieben hat und immer noch treibt, das reicht.

    Sie aber sind ein Relativierer, stellen sich bewusst auf die Seite des Islams (weil ihre Frau Muslima ist, wie ich denke) und hetzten gegen die anderen, die nicht voller Hingabe im geistigen Orient schwelgen und sich eine bunte, bunte Welt voll vieler Kulturen vorstellen können (weil diese vermutlich nicht existieren könnte).
    Vermutlich sind Sie ein Konvertit, das würde ihre Inbrunst erklären. Sie sind der Hetzer, der es eigentlich gut meint, aber am Abend feststellen wird, dass er falsch gelegen hat.

    Sie sagten neulich, Sie kritisieren selbst den Islam, sind also selbst Islamkritiker. Wo auf Ihrem Blog oder sonstwo finde ich einen islamkritischen Artikel, wären Sie so freundlich, diesen bitte hier zu verlinken? Danke!

  4. Leo Brux sagt:

    Bassa Selim,
    wie hoch ist der Prozentsatz unter den muslimischen Kindern an unseren Schulen, die ihre Töchter vom Schwimmunterricht abmelden? — Ein paar wenige Prozent.
    Wie hoch ist der Prozentsatz unter den muslimischen Kindern an unseren Schulen, die von ihren Eltern aus nicht am Sexualkunde-Unterricht teilnehmen sollen? — 4 Prozent.
    In der Gesamtbevölkerung liegt der Durchschnitt dagegen bei 15 Prozent: Offensichtlich ist der Prozentsatz katholischer oder anderer Fundamentalisten in dieser Frage höher als bei der muslimischen Bevölkerung.

    Was hacken Sie denn immer auf den Muslimen herum – die Fundis unter den Katholiken und Evangelischen sind mehr!

    Und ein Fanatiker und Fundamentalist sind SIE ja auch, Bassa Selim, also Vorsicht, wenn Sie Fanatiker und Fundamentalisten generell verunglimpfen – sie hauen sich damit selber in die Pfanne.

    Der Islam ist jetzt auch ein Teil Deutschlands geworden. Man wird diesbezüglich ein paar kleine Anpassungen in einigen Institutionen vornehmen – man macht es auch schon, vernünftigerweise. Verändern werden sich vor allem die Muslime selber; die Aufnahmegesellschaft kaum. Ihre Vorstellung von der Salami-Taktik etc. ist — paranoid.

  5. Leo Brux sagt:

    Manfred O.,
    auf welche Frage hätte ich denn NICHT geantwortet?

  6. Leo Brux sagt:

    schneider,
    die Nazis hatten EINEN FÜHRER. Der hat die EINE Ideologie vorgegeben und dafür gesorgt, dass SEIN Wille Politik und Gesetz wurde. Wo sehen Sie das im Islam? Ich sehe da tausend verschiedene Varianten – tausend verschiedene Weisen, den Koran zu interpretieren – und KEINEN Papst und KEINE einheitliche Autorität und KEINE einheitliche Lehre.

    Und ich sehe, dass es im Islam eine Strömung gibt, die der Salafisten, die meinen, es gebe diesen EINEN Islam doch — und ich sehe, dass SIE, schneider, in Salafistenmanier argumentieren und salafistische Propaganda treiben.

    Wenn Sie es satt haben, über den Islam oder über Muslime nachzudenken, dann lassen Sie es doch einfach. Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie die Muslime Muslime sein. Aber das können Sie nicht, schneider, und das wollen Sie auch nicht, weil Ihnen dann ein Hassobjekt fehlen würde.

    Meine Exfrau ist alevitischer Herkunft und grundsätzlich areligiös.
    Letzteres im Gegensatz zu mir.
    Sie war aber so oft so heftiger Türkenfeindlichkeit in Deutschland ausgesetzt, dass es auch jetzt, wo es gegen die gläubigen Muslime geht, klar für sie ist: Das ist mal nur wieder eine neue Variante der Türkenfeindlichkeit, unter der sie schwer zu leiden hatte. Auch wenn sie jetzt natürlich als ganz und gar ungläubige und gleichzeitig relativ reiche, beruflich erfolgreiche Frau mit perfekten Deutschkenntnissen fein raus wäre.

    Ich selber bin übrigens Katholik und zahle brav meine Kirchensteuer.

    Was Sie sind, schneider, wird auch deutlich genug: Generell ein Feind von Religion. Das lassen Sie jetzt erst einmal an den Muslimen aus. Es geht Ihnen aber wohl generell um den Kampf gegen Religion. Das dürfen Sie natürlich – privat. Aber wenn Sie es zu Politik machen wollen, wenn Sie es in Gesetze und Verordnungen fassen wollen, kriegen Sie es mit unserem Grundgesetz zu tun. Dann wären SIE, schneider, der Verfassungsfeind.

  7. Miro sagt:

    @ Leo Brux

    Der Koran ist im Gegensatz zu anderen „heiligen“ Büchern, nicht sonderlich blumig, indirekt oder kompliziert formuliert. Es handelt sich meist um klare, kurze Ansagen und Befehle. Und viele Verse lassen sich, selbst bei postivsten Interpretationsabsichten, nicht in ein gutes Licht rücken. Die einzige Möglichkeit damit umzugehen ist sich davon zu distanzieren, sie zurückzuweisen. Wenn „moderate“ Muslime das nicht tun, und die große Mehrheit tut das nicht, dann haben wir ein Problem. Alles was von ihnen kommt ist, Islam, Koran, Sunna sind perfekt und die Wahrheit, so haben sie es eingetrichtert bekommen und wer dieses „perfekt“ in Frage stellt, gilt quasi als Ungläubiger. Denn Koranverse zu kritsieren, oder sich davon zu distanzieren heißt aus muslimischer Sicht Gott zu kritiseren.
    Man findet mit Leichtigkeit katholische oder evangelische Geistliche die offen und kritikfähig über so manche abzulehnende christlichen Schriften sprechen. Zeigen sie mir Imame die offen das gleiche mit Islam tun würden. Ich will Ehrlichkeit. Jeder Moslemvertreter der sagt, Ehrenmorde haben nichts mit dem Islam zu tun, der lügt. Jeder Moselmvertreter der sagt, ja im Koran begeht ein wichtiger Moslem einen Ehrenmord, aber das darf und kann für uns heute keine Grundlage mehr sein und wir lehnen es daher ab, der spricht die Wahrheit und dem könnte man vertrauen. Solchen Leute würde ich abnehmen das sie Islam tatsächlich weiterentwicken wollen und damit deutschlandfähig machen wollen, aber solange es diese Leute nicht gibt, haben wir ein Problem. Mit Beschönigungen, Verharmlosungen und dreisten Lügen kommen wir nicht weiter.

  8. Bassa Selim sagt:

    Ich bin paranoid, weil ich mir Sorgen mache ? Weil ich möchte, dass ich und v.a. meine Nachkommen, später wirds erst „spannend“, von göttlichem Recht verschont werden ? Haben Sie Kinder, Herr Brux ?

    Und was meinen Sie bitte mit ein paar Anpassungen in bestimmten Institutionen ?
    Herr Brux, wir erleben weltweit einen sukzessiven Siegeszug der Scharia. Es werden Andersgläubige, Kuffar genannt, verfolgt und ermordet, von Ägypten, über den irak, Iran, Afghanistan, Pakistan bis Indonsien.

    Nichts mit Anpassungen, Herr Brux. Wehret den Anfängen, das meine ich bitterernst. Auch im Namen der Moslems, die hier mit uns leben, die DESHALB hier leben, weil sie vor der Scharia, vor göttlichem recht, göttlicher Diskriminierung geflohen sind.

  9. Miro sagt:

    Nachtrag:
    Herr Brux gibt es eigentlich DIE Islamkritiker?

  10. Leo Brux sagt:

    Miro,
    Sie Koranexperte,
    wie kommt es nur, dass es in Deutschland kaum Muslime gibt, die den Koran SO lesen wie Sie?
    Könnte es an IHNEN liegen? Oder machen die meisten Muslime in Deutschland einen schweren Fehler, dass sie den Koran nicht so lesen wie Sie?

    Schauen Sie sich an, was die Muslime in Deutschland aus ihrem Koran machen, schauen Sie sich an, wie sie leben — es mag uns das eine oder andere nicht sympathisch sein, aber wo zum Teufel verbirgt sich die Gefahr?

    Wenn fast alle Muslime in Deutschland den Ehrenmord entschieden ablehnen und für unislamisch halten – wie kommen SIE, Miro, dazu, den Ehrenmord für islamisch zu halten?

    Außerdem, hat es den Ehrenmord nicht auch in der katholischen Welt des Mittelmeers gegeben? Tausendfach? War also der Ehrenmord etwa katholisch?

    Welcher Imam in Deutschland verteidigt den Ehrenmord? Nennen Sie mir mal einen? Ich nehme an, eine Handvoll unter den ca. 2000 Imamen wird sich da schon finden lassen. Aber was sind 5 bei 2000? – Ja, ich weiß, für SIE, Miro, sind diese 5 Extremisten die Wahren Muslime. Womit wir wieder beim Kern der Sache sind: SIE SIND SELBER EINE ART SALAFIST, Miro. Ein Herz und eine Seele mit den schlimmsten Extremisten unter den Muslimen.

    Es gibt unter den „Islamkritikern“ verschiedene Intensitäten. Die meisten unter ihnen neigen aber zur Hetze. Die Gemeinsamkeiten unter den „Islamkritikern“ sind größer als die Gemeinsamkeiten unter den Muslimen. Der gemeinsame Hass eint hier auch Menschen, die vielleicht sonst recht verschieden sind.



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