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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Leos Wochenrückblick

Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen

In meinem Wochenrückblick geht es diesmal um Sarrazins neueste Täuschungen, Vogels Auftritt in Frankfurt, Sıla Şahin Rechtfertigung in BILD – und um Finnlands Muslime und Schweden

VONLeo Brux

 Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen
Leo Brux, 1950 in München geboren, ist u. a. Integrationskurs-Lehrer bei der InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V., einem großen Träger der Integrationsarbeit in München. Migrations- und Integrationsfragen beschäftigen ihn seit den frühen 70er Jahren sowohl praktisch als auch theoretisch, privat und beruflich. Für die InitiativGruppe schreibt er einen Migrationsblog.

DATUM26. April 2011

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RESSORTAktuell, Meinung

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Sarrazin macht, was er immer macht
– er täuscht.

Die SPD hat – aus Verzweiflung, nehme ich an – darauf verzichtet, sich ein monatelang hinziehendes Ausschlussverfahren gegen Sarrazin anzutun. Das Drittel der SPD-Anhänger, das mit Sarrazin geht, ist dadurch allerdings nicht versöhnt, das Drittel, das ihn verabscheut, ist darüber zurecht erbittert, die pragmatische Mitte dazwischen fragt sich wohl, womit sie dieses Fiasko verdient hat. Eine lose-lose-Situation. Sarrazin, der die SPD so, wie sie ist, verachtet, wird das nicht schmerzen.

Im Gegenteil, er spielt damit. Seine Erklärung an die Schiedskommission hat es in sich. Drei Punkte nennt er: Im ersten behauptet er, nicht gefordert zu haben, sozialdarwinistische Forderungen politisch umzusetzen; im dritten Punkt erklärt er, er habe nicht die Absicht gehabt, sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen.

Wer sein Buch gelesen hat, wird den Kopf schütteln und sich fragen, ob er denn beim Lesen alles falsch verstanden hat. Bei Punkt zwei der Erklärung fragt man sich das nicht mehr – man fühlt sich in die Newspeak-Welt von Orwells 1984 versetzt:

2. Mir lag es fern, in meinem Buch Gruppen, insbesondere Migranten, zu diskriminieren. Vielmehr sollten meine Thesen auch der Integration von Migrantengruppen dienen, die bislang aufgrund ihrer Herkunft, sozialen Zusammensetzung und Religion nicht bereit oder in der Lage waren, sich stärker zu integrieren. Es entspricht nicht meiner Vorstellung, dass diese Gruppen bei eigenen Anstrengungen und einer ergänzenden Bildungspolitik etwa aus genetischen Gründen nicht integriert werden könnten. Mir ging es also darum, schwerwiegende Defizite der Migration, Integration und Fehlentwicklungen der Demografie in Deutschland anzusprechen, eine fördernde Integrationspolitik und Demografiepolitik zu entwickeln und dafür insbesondere die vorhandenen Defizite des Bildungssystems zu überwinden.
Quelle

Die Millionen, die Sarrazin zugejubelt hatten, die gemeint hatten, endlich sagt „es“ mal jemand von der politischen Elite, wie „es“ mit den Muslimen in Deutschland steht, und dass man denen den Riegel vorschieben muss … sie alle haben Sarrazin missverstanden? Hat nicht Sarrazin selbst bei jeder öffentlichen Debatte das ressentimentgesattelte Pferd geritten, sich tragen lassen von der massiven öffentlichen Zustimmung zu seinem Muslim-bashing? Welche Vorschläge zur besseren Integration (!) meint er denn gemacht zu haben?

In seinem Buch und bei seinen Auftritten hat er von überwiegender Integrationsunfähigkeit gesprochen, die Muslime würden dazu beitragen, dass Deutschland verdumme, Deutschland islamisiere sich demographisch; er hat ein sozialdarwinistisches (!) Programm vorgeschlagen, das unter den Migranten die viele Spreu vom wenigen Weizen trennen soll.

Schon in der FAZ zu Weihnachten 2010 hat Sarrazin vorgeführt, wie er mit der Wahrheit spielt: „Die von mir genannten Statistiken und Fakten hat keiner bestritten.“ Angesichts der tausendfachen Widerlegung einiger seiner irreführenden Statistiken und zweifelhaften Fakten braucht man hier nicht mehr verwundert den Kopf zu schütteln. „Ist es auch Irrsinn, so hat es doch Methode“, heißt es im Hamlet – welche Methode steckt hinter Sarrazins provokanten Lügen? Das Bewusstsein der „höheren Wahrheit“ erlaubt es ihm, offen zu täuschen.

Keiner der Sarrazin-Fans wird die Stirn runzeln wegen der Erklärung vor der Schiedskommission. Sie werden grinsen und mit den Augen zwinkern. Sarrazins Publikum versteht schon richtig …

Pierre Vogel und die „Islamkritiker“
Gilt bei uns gleiches Recht für alle?

Die Auflagen des Gerichts an die Frankfurter Salafisten-Veranstaltung sind berechtigt:

Die als Hassprediger kritisierten Redner dürfen nach den Auflagen der Gerichte „nur solche Reden, Sprechchöre und Transparente zulassen, die den öffentlichen Frieden wahren“, heißt es in der Mitteilung des Verwaltungsgerichts.
„Die Aufstachelung zum Hass gegen Bevölkerungsgruppen oder zu Gewalt oder Willkürmaßnahmen wird untersagt.“
Und: „Die Menschenwürde anderer darf nicht dadurch verletzt werden, dass Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden.“
Quelle

Gelten solche Auflagen auch für „Islamkritiker“, wenn sie auf öffentlichem Grund eine Veranstaltung abhalten? Was würde das konkret bedeuten? Inwieweit müssten sie sich in ihren Attacken auf Islam und Muslime mäßigen?

BILD, Sex und Migranten
Sıla Şahin hat sich für den Playboy ausgezogen – BILD meinte, daran die bescheuerte Frage knüpfen zu müssen, ob denn Türken sowas dürfen …

Natürlich dürfen sie, nicht nur in Deutschland, auch in der Türkei dürfen sie. Interessant ist etwas anderes. Sıla Şahin rechtfertigt im BILD-Interview nämlich ihren Striptease als Befreiung aus dem kulturellen Mief der türkischen Tradition:

„Für mich sind diese Fotos eine Befreiung von den kulturellen Zwängen meiner Kindheit. Zu lange wollte ich es immer allen recht machen. Ich will mit diesen Fotos jungen Türkinnen zeigen, dass es okay ist, wenn man so lebt, wie man ist. Dass es nicht billig ist, wenn man Haut zeigt. Dass man seine Ziele verfolgt, anstatt sich unterzuordnen.“

Die ZEIT kommentiert dies kritisch:

Eine Migrantin bedient hier aktiv Klischees, um sie zu ihrem vermeintlichen Vorteil zu nutzen.
Die gesellschaftlichen Diskussionen über Migration, Islam und den Stellenwert der Frau in der Einwanderer-Community werden zur Kulisse einer PR-Strategie in eigener Sache.
Kein Hahn mit oder ohne türkischen Migrationshintergrund würde danach krähen, dass sich eine Schauspielerin auszieht.
Es sei denn, sie konstruiert daraus einen Konflikt – in diesem Fall ohne Halt zu machen vor der Privatsphäre ihrer Familie.

Gibt es in Finnland Muslime?
Rechtspopulisten waren nun auch in Finnland erfolgreich. Ihre Partei, die „Wahren Finnen“, so schreibt die Süddeutsche,

ist Sammelbecken für Nationalisten, Islamfeinde, Sozialromantiker. Die Mischung ist instabil; es kann gut sein, dass die Partei bald zerfällt und die finnischen Populisten wieder verschwinden.

Hoffentlich.
Islamfeindschaft soll tatsächlich ein Grund gewesen sein für den Wahlerfolg. – Gibt es in Finnland überhaupt Muslime? – Es sind ca. 20 000. Davon 15 000 Immigranten. Bei 5,3 Millionen Einwohnern. Macht keine 0,4 Prozent.
Es muss an den Muslimen liegen …

In Finnland gibt es eine finnlandschwedische Minderheitheit von ca. 5 Prozent. Manfred Bleskin kommentiert die „schwedisch-kritische“ Position der „Wahren Finnen“ bei n-tv:

Das Schwedische, in der Verfassung als zweite Amtssprache festgeschrieben, soll nicht mehr Pflichtfach sein. Das zeugt nicht nur von grobem Nationalismus gegen die Finnlandschweden mit ihrem knapp sechsprozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung, sondern auch von ziemlicher Dummheit: Das zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehörige Finnisch wird außerhalb des Landes nicht verstanden. Das Schwedische hingegen ermöglicht eine problemlose Kommunikation mit allen anderen skandinavischen Ländern. Apropos: Den Löwenanteil am Zuwachs der „‚Wahren‘ Finnen“ geht auf das Konto wenig gebildeter, junger männlicher Wähler auf dem Lande.

Was sagt eigentlich die rechtspopulistische Partei in Schweden (die „Schwedendemokraten“) über die antischwedischen Forderungen der rechtspopulistischen Partei in Finnland („Die Wahren Finnen“)?

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73 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Miro sagt:

    @Brux
    Diese Shariavorstellung ist nicht wie Extremisten sie vertreten, sondern wie der Koran sie vertritt. Der Koran, um es uns nochmal in Erinnerung zu bringen, beinhaltet ja angeblich das direkte Wort Gottes, welches nicht verändert werden darf und auf Ewigkeit Gültigkeit hat.
    Pierre Vogel hat mal gesagt er distanziert sich VON NICHTS was im Koran steht. Fragen sie doch das nächste mal ihre „moderaten“ Muslime ob die sich von Passagen und Versen des Korans distanzieren.

    @Bassa
    Man könnte so Leute wie Brux auch als die Chamberlains von heute bezeichnen, nur noch naiver. Sie wollen das offensichtliche nicht erkennen und hoffen und hoffen und hoffen.

  2. Bassa Selim sagt:

    Ich mache die Moslems nicht haftbar, von den Moslems an sich schreibe ich gar nicht.
    Ich will keine Scharia-Prinzipien in meinem Land. Und zwar generell nicht, auch keine Geschlechtertrennung beim Schulsport; Gebetsräume an Schulen oder 6jährige Mädels mit Kopftuch u.ä.
    Das hat alles nämlich nichts mit Religion zu tun, das ist Politik. Das sollten auch Sie mal erkennen.

  3. schneider sagt:

    Hach, ist das schön. Es gibt nicht DEN Islam, es gibt nicht DIE Scharia, es gibt nicht DIE Muslime. Es gibt auch nicht DEN Schweinebraten, DAS Auto oder DEN Mensch. Nicht DIE Deutschen, DAS Berlin, DIE SPD, DIE Grünen. DEN Supergau hat es auch nicht gegeben, und schon gar nicht DIE radioaktive Verstrahlung. Es gibt NICHTS! Und Alles auf einmal!

    In Zukunft wird das zu meiner Standardantwort werden. „Also ich halte von Sarrazin ja gar nichts!“ „Es gibt nicht DEN Sarrazin, merken Sie sich das mal bitte!“

  4. Mika sagt:

    Danke Leo 🙂

  5. NDM sagt:

    Diese Diskussion ist in sich ein wenig müßig.

    Es gibt klare getzliche Vorgaben, aufgrund derer einige Bestandteile der Scharia schlicht wirkungslos/ungültig/nicht anwendbar sind, und somit periphär. Dazu gehören unter anderem sämtliche Formen der Körperstrafe, aber auch die Einschränkung individueller Entfaltungsfreiheit und andere Formen der Erniedrigung. Ob für Mann oder Frau, das ist einerlei.

    Dass Religionen derartiges Unzeug hervorbringen, hat die Geschichte nun wirklich vielfach bewiesen, und da tun sich „christliche“ Kreuzfahrer und Inquisitoren und „islamische“ Jihadisten und Gottesstaatler wirklich überhaupt nichts. Das kann man zur Kenntnis nehmen. Dass der Säkularismus eine zutiefst menschliche Reaktion darauf ist, kann man ebenfalls zur Kenntnis nehmen sowie auch die wiederum folgende Widerstandshaltung der jeweils eifgrigen Religiösen. Natürlich kann man zugleich auch darüber nachdenken, warum z.B. der Laizismus in Frankreich so funktioniert, wie er in Frankreich funktioniert, und der Laizismus in der Türkei so funktioniert, wie er in der Türkei funktioniert. Ersteres nämlich als Trennung der Religionshierarchie von der Staatlichen, letzteres als mehr oder weniger forcierte Unterordnung der Religionshierarchie unter den Staat und unter die betont nichtreligiöse Verfassung. Diese Unterschiede liegen in den Unterschieden der Religionen begründet, unter deren Einfluss sich Säkularismus und Laizismus jeweils entwickelten. Aber gemeinsam ist den unterschiedlichen Laizismen und Säkularismen die Hinwendung zu den universell gültigen Menschenrechten, die sowohl religionslos, als auch in den Religionen angelegt sind und mit ihnen begründet werden können.

    Hier in Deutschland wird das Verhältnis von Religion und deutschem Staat verhandelt.

    Es gibt natürlich einige religiöse Strömungen, die das Recht auf Religionsfreiheit als das einzige wichtige Menschenrecht wahrnehmen. Die Menschenrechte sind jedoch unteilbar. Das heißt: Sie sind weder untereinander teilbar(gilt eines, dann gelten alle), noch zwischen den Menschen aufteilbar. Wer das Recht auf Religionsfreiheit für sich proklamiert, der proklamiert auch das Recht auf Gleichheit im Recht sowie die anderen Menschenrechte für sich *und* *alle* *anderen*. Elemente der Religion, die dem widersprechen, sind von der Religionsfreiheit nicht geschützt.

    Die anderen schon. Ich plädiere daher für mehr Gelassenheit im Umgang mit Religion. Was verboten ist, ist verboten, und daran hält sich auch die absolute Mehrheit der Muslime. Die anderen sind als das zu behandeln, was sie sind: Kriminelle. Meine tükischen Nachbarn sagen beispielsweise unisono, dass sie es zwar schade finden, dass es in Deutschland kein regionales Halal-Rindfleisch gibt, aber die zum Teil sehr emotionalen, tierrechtlichen Gründe respektieren – und kaufen einfach Importware. Ähnliches findet sich auch in anderen Bereichen: Gesetze werden beachtet. Das ist der Mainstream – und genau das gibt die Religion auch her.

  6. Manfred O. sagt:

    @Leo Brux

    Es ist immer wieder interessant, das Sie hier (obwohl es ihn eigentlich ja- nach Ihren eigen Worten-DEN ISLAM) genazu wissen, wie denn DIE MUSLIME in Deutschland denken. Woher wissen Sie das, kennen Sie doch ,wie Sie immer gerne beschreiben, die Muslime in Ihrem Umfeld ? WIE können Sie über alle Muslime in Deutschland sprechen, und wissen, was in all DIESEN KÖPFEN gedacht wird, Herr Brux?

    Sie stellen hier einfach Universal-Behauptungen auf, die ich bitte belegt haben möchte.

    Das Steinigen von Ehebrechern oder das Handabhacken von Dieben gehört ganz offensichtlich SEHRWOHL zur Scharia, das werden Ihnen auch genügend Muslime und deren Gelehrte in bestimmten Ländern bestätigen. Sind das alles keine WAHREN Muslime? Haben Sie Herr Brux die Deutungshoheit über diese Menschen und DEREN Islamverständnis? Und es gibt viele islamische Länder, die ihr Rechtssystem nach der Scharia ausrichten – und Steinigung und Handabhacken gehören offensichtlich SEHRWOHL dazu.

    Übrigens, Sie haben das Auspeitschen vergessen !

    Was Deutschland betrifft, was glauben Sie , wie weit einige islamische Verbände versuchen würden, IHREN Islam mit seinen Begleiterscheinung auch hier durchzusetzen, wenn ihnen nicht so ein kräftiger Gegenwind entgegenblasen würde ? Man versucht es mit der Salami-Taktik, immer ein Stückchen mehr. Wie es schon Herr Elias damals formuliert hat „bis man in der Mehrheit ist“.

    Und Menschen wie SIE, Herr Brux, unterstützen diese mit Ihrem Tun.

  7. Miro sagt:

    @NDM
    Toller Vortrag, das müssen sie jetzt nur noch den ungefähr 60 islamischen Staaten vermitteln, die die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam unterzeichnet haben.
    Sie werfen allen Religionen in einen Topf, weil sie denken die wären alle mehr oder weniger gleich, aber da irren sie sich gewaltig.

  8. Leo Brux sagt:

    Miro,
    es ist schon bemerkenswert, wie Sie sich für Pierre Vogel und die Salafisten einsetzen. Ob die es Ihnen danken werden?
    Sie, Miro, sagen also: Die Salafisten haben recht, die Salafisten interpretieren den Koran richtig.

    Es fehlt Ihnen, Miro, genauso wie den Salafisten jedes Verständnis für aufgeklärtes Denken. Etwa dafür, dass man je nach Blickwinkel und Einsichtstiefe in ein und dem selben Text verschiedene Bedeutungen finden kann – und dass deshalb auch Gottes Wort der menschlichen Deutung unterliegt.

  9. Leo Brux sagt:

    schneider,
    wenn wir Mensch sagen, sehen wir Individuen, die sehr verschieden von einander sind. Wenn wir Deutsche sagen, auch. Auch wenn wir SPD sagen, sehen wir recht unterschiedliche SPDler. Wie wär es, dasselbe zu machen, wenn wir Islam und Muslim sagen? Wenn wir auch hier machen, was wir sonst doch auch machen: Unterschiede zu beobachten und in Rechnung zu stellen.

    In diesem Sinne gibt es nicht DEN Islam, sondern verschiedene Varianten von Islam, verschiedene Ausprägungen in verschiedenen Individuen. So wie es verschiedene Varianten von Christentum und Konservatismus und Deutschsein gibt.

    Für Ihr Feindbild basteln Sie sich hingegen einen monolithischen Islam. DEN Islam. DEN WAHREN Islam. Da kommen Sie den Salafisten entgegen. Die machen das auch leidenschaftlich gern. In gewisser Weise sind Sie also, schneider, selber ein Salafist, d. h. ein Mensch von diesem Typus.

  10. Bassa Selim sagt:

    Die berüchtigte Kopftuchstreiterin Fereshta Ludin hatte islampolitische Organisationen im Rücken.
    Muster-Schwimmunterrichtabmeldeformulare lassen sich auf islamischen Websites herunterladen, auf denen für das volle Gesetz der Scharia geworben wird und die oft auch mit der Muslimbruderschaft oder der iranischen Terrorherrschaft kooperieren.

    Das sind keine Banalitäten, sondern Salami-Taktik. Und da muss man einfach konsequent jetzt nein sagen. An Fundamentalisten und Fanatiker, an Klerikalfaschisten Zugeständnisse zu machen, ist töricht, v.a. wenn man mal Jahrzehnte weiterdenkt.



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