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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

15.04.2011 – Ausländer, Sarrazin, Integration, Kultur, Nigeria, Türkei

Die TV-Tipps des Tages sind: Neue Heimat Deutschland; Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt; ALFONS und Gäste; Cosmo TV; Türkei – Land, Leute und Sprache

VONÜmit Küçük

DATUM15. April 2011

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Neue Heimat Deutschland
(1) In Almanya – Jeder dritte Münchner hat heute zumindest ein Elternteil, das nicht aus Deutschland stammt. Den größten Ausländeranteil stellen die Türken: Rund 43.000 lebten 2006 in Bayerns Hauptstadt, im gesamten Freistaat etwa 230.000.

Begonnen hatte die Immigration aus der Türkei 1961 mit dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen. Für die deutsche Gesellschaft sollte sie die größte Zuwanderung des Jahrhunderts werden, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

Entsprechende Anwerbevereinbarungen gab es mit mehreren südeuropäischen und nordafrikanischen Staaten – der Arbeitskräftebedarf der bundesdeutschen Wirtschaft war damals immens gestiegen. Um ihn zu decken, unterhielt die damalige Bundesanstalt für Arbeit viele Vermittlungsagenturen in Anwerbestaaten, auch in der Türkei. Jeder Bewerber musste Spezialkenntnisse in seinem Fachgebiet und fünf D-Mark Devisen vorweisen. Außerdem war ein Gesundheitstest zu bestehen, für den das Arbeitsamt eigens deutsche Ärzte in die Türkei schickte. Im Zuge der Ölkrise stoppte 1973 die Bundesregierung die Anwerbeaktion. (13:45 – 14:15, BR-alpha)

Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
Berufliche Integration – Fast ein Jahr, lange vor Sarrazins Buch, reiste das Filmteam kreuz und quer durch die Bundesrepublik, immer der gelungenen Integration auf der Spur, auf der Suche nach ermutigenden Beispielen.

Integration und Integration durch Sport in unterschiedlichen deutschen Städten sowie am Beispiel der porträtierten Migrantinnnen und Migranten wird deutlich, welche Integrationsanstrengungen in Deutschland unternommen werden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen.

Der renommierte Bildungsjournalist Paul Schwarz hat sich u. a. zur Aufgabe gemacht, die vielen positiven Beispiele gelungener Integration in Deutschland zu zeigen, und stellt in seinen Filmen bemerkenswerte Initiativen und Projekte vor. Wie Integration in Deutschland gelingt, zeigt seine dreiteilige Dokumentation „Fremd und doch vertraut“. (16:00 – 16:30, BR-alpha)

ALFONS und Gäste
Gäste: Mathias Tretter – Alfons ist wieder Gastgeber und Kabarettist in Personalunion. Zu Gast: Mathias Tretter.

Mit französischem Blick und Akzent stellt der liebenswürdigste Kulturexport der „Grande Nation“ Passanten alltagspolitische Fragen wie: „Leben Sie lieber in einer Demokratie oder einer Diktatur? Wer ist fauler – ein Arbeitsloser oder ein Ausländer? Als Reporter, der mit seinem „Puschelmikrofon“, zahlreichen Notizblättern und der deutschen Sprache kämpft, gibt er seinen „Opfern“ das Gefühl, ihm überlegen zu sein und bringt sie so in atemberaubender Offenheit zum Reden – mit meist aberwitzigen Ergebnissen.

Mathias Tretter hat sich einen ausgezeichneten Ruf als scharfsichtiger Kommentator politischer Aktualitäten erarbeitet – in seinen satirischen Monatsrückblicken „Nachgetrettert!“, solo und als Mitglied im „Ersten Deutschen Zwangsensemble“. (23:30- 00:00 SWR BW, SWR RP, SWR SR)

Cosmo TV
Moderation: Til Nassif – Themen: Nigeria Connection – Der virtuelle Liebesschwindel; Chorweiler – 30 Jahre danach; Die Stadt, die Bulgaren und der Müll; Nigeria Connection – Der virtuelle Liebesschwindel.

Gabi war auf der Suche nach der großen Liebe. Auf einer Single-Plattform lernt sie Jack kennen – einen Engländer, gebildet, kultiviert, sportlich. Der vermeintliche Traumprinz umgarnt sie mit einfühlsamer Post und kleinen Geschenken – und dem Versprechen auf eine gemeinsame Zukunft. Was Gabi da noch nicht weiß, sie wird zum Opfer virtueller Liebesschwindler – „Made in Nigeria“. Die Betrüger sitzen in nigerianischen Internetcafes und surfen durchs Netz auf der Suche nach Opfern. Vorzugsweise im Visier – Männer und Frauen älter als 40, kürzlich geschieden, Witwen. Mit Psychotricks bringen sie ihre Opfer dazu hunderte und tausende Euro in die große Liebe zu investieren. Cosmo TV über nigerianische Betrügerbanden, die einsame deutsche Frauen ausnehmen. (02:10 – 02:40, EinsExtra)

Türkei – Land, Leute und Sprache
Das Märchen von Pamukkale – Diese Episode begleitet vier junge Touristen beim Besuch am Grab des Königs Midas, dem Besuch der Sinterterrassen von Pamukkale, beim Baden in den Heilquellen der antiken römischen Stadt Hierapolis und beim Besuch der Ruinenstadt Aphrodisias. (06:30 – 07:00, NDR Hamburg, NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein)

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