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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

TV-Tipps des Tages

12.04.2011 – Kurden, Antidiskriminierung, Islam, Demokratie, Integration, Religion

Die TV-Tipps des Tages sind: Türkisch für kurdische Kinder; Louis Schweitzer; Planet Wissen; Das Wunder von Europa; Integration: Keine Frage des Glaubens; Morgenrot am Mittelmeer; Suche Kind, zahle bar

Türkisch für kurdische Kinder
Im hintersten Winkel der Türkei unterrichtet ein junger türkischer Lehrer kurdische Kinder. Während er des Kurdischen nicht mächtig ist, beherrschen viele Kinder in diesem abgelegenen Dorf das Türkische nicht. Das führt zu Problemen.

Emre Aydin wird von den Behörden zum Schuljahresbeginn in ein armes kurdisches Dorf geschickt. Der junge türkische Lehrer soll die Dorfkinder in Türkisch unterrichten. Doch das gestaltet sich als nicht ganz einfach. Die Kinder in dieser entlegenen Region sprechen kein Türkisch, und ihr Lehrer versteht kein Kurdisch. Das macht ihn zum Fremden im eigenen Land. Die Dokumentation begleitet das Leben des frischgebackenen Lehrers Emre Aydins über ein Jahr. Dabei übernimmt die Kamera die Rolle eines unsichtbaren Beobachters im Klassenzimmer.

Aydin hat es schwer bei seinem Dienst in der Schule, denn in vielen Familien des Dorfes wird ausschließlich Kurdisch gesprochen, und Türkisch zu lernen, ist für die Kinder, die im Übrigen oft dem Unterricht fernbleiben, nicht nur schwierig, sondern in Anbetracht der Spannungen zwischen der türkischen Regierung und den Kurden eine heikle und hochpolitische Angelegenheit. Aber Emre Aydin will trotz der enormen Hindernisse (09:15 – 10:05,arte)

Louis Schweitzer
Chef und links – Wenn man alle Aktivitäten aufzählen will, denen Louis Schweitzer gerade nachgeht oder nachgegangen ist, nimmt das kaum ein Ende: Denn Schweitzer übt immer mehrere Funktionen gleichzeitig aus, sei es in Politik, Wirtschaft oder Kultur.

Vor harter Arbeit hatte sich Louis Schweitzer noch nie gescheut, 70 bis 80-Stunden- Wochen sind für ihn ein normales Pensum. Von 1981 bis 1986 war Louis Schweitzer Büroleiter des ehemaligen Premierministers Laurent Fabius. Danach wurde er Geschäftsführer von Renault, wo er bis 2005 blieb. Seit Gründung der französischen Antidiskriminierungsbehörde HALDE im Jahr 2004 bis zum Jahr 2010 war er ihr Präsident. Seit 2005 ist er außerdem Präsident des Theaterfestivals von Avignon, zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Tageszeitung „Le Monde“. Bei alledem ist der vielbeschäftigte Mann zurückhaltend und tritt bescheiden auf. Wenn er sich öffentlich äußert, dann immer im Namen und Interesse der Einrichtung, für die er Verantwortung trägt. Louis Schweitzer steht an vorderster Front in französischen Unternehmen und Kultureinrichtungen und ist Garant für deren Unabhängigkeit. (11:00 – 11:45, arte)

Planet Wissen
Wissensmagazin – Arabien – Auf dem Weg in die Demokratie? – Moderation: Andrea Grießmann und Jo Hiller – Islam und Demokratie, passt das zusammen? In vielen arabisch-islamischen Ländern gehen die Menschen auf die Straße und protestieren für mehr Rechte in ihrem Land. Die autokratischen Systeme werden nervös, ihre Diktatoren wanken.

Manche werden gestürzt, wie Ägyptens ehemaliger Herrscher Mubarak. In der arabischen Welt findet nicht nur ein Politik-, sondern auch ein Generations-und Meinungswechsel statt. Was sind die Ursachen für die Revolutionsbewegungen in Nordafrika und was kommt nach dem Sturz der Systeme? Jahrzehntelang hieß es, Demokratie sei mit dem Islam nicht vereinbar. Jetzt bricht eine neue Zeit in vielen arabischen Ländern an. Welche Rolle spielen die Medien dabei? Und warum hat der Westen Angst vor einer arabischen Demokratie? Darüber wollen wir mit unseren Studiogästen reden. Zu Gast bei „Planet Wissen“ sind die Journalistin und ehemalige ARD-Korrespondentin in Kairo Golineh Atai, der Nahostexperte Michael Lüders und Al Jazeera-Korrespondent Aktham Suliman. (12:30, – 13:30, BR, 14:15 – 15:15, RBB Berlin, RBB Brandenburg)

Das Wunder von Europa
Dokumentation (Politik – Politik Ausland) – Vom Schlachtfeld zur Union – Film von Stefan Brauburger – 50 Jahre Römische Verträge: ein Grund zum Feiern? Blickt man auf aktuelle Umfragen, dominieren Stichworte wie „Eurokratie“, „Nettozahler“, „Demokratiedefizit“. Oft ist mehr von den Kosten als vom Nutzen die Rede. Der Film „Das Wunder von Europa“ zeigt, wie Europa in der Vergangenheit immer wieder zum Kriegsschauplatz wurde, bis nach dem Zweiten Weltkrieg der Wunsch nach einem geeinten Europa reifte. (14:50 – 15:35, 3sat)

Integration: Keine Frage des Glaubens
Religionen in Deutschland – Verantwortlicher: Martin Priess. (21:45 – 22:15, PHOENIX)

Morgenrot am Mittelmeer
Das Leben nach der Revolution Ein WELTWEIT-Reportage – Das Morgenland verändert sich radikal, Generation Facebook und verzweifelte Bürger machten es möglich. Am Anfang stand die Turborevolution in Tunesien. Wie weit ist es mit der Zivilgesellschaft und der Demokratie dort?

Ägypten machte es erfolgreich nach, Mubarak gab nach zähem Ringen auf. Ist das Leben jetzt dort ein anderes, ein besseres? Wie finden sich die Menschen nach Jahrzehnten der Diktatur in einem ungeordneten und freien Alltag wieder? Die deutschen Touristen kommen schon wieder ins nachrevolutionäre Land am Nil. Doch welchen Umschwung finden sie an ihren Traumstränden?

Viele in Nordafrika schauen sehnsüchtig auf die Türkei. Doch: Geht es wirklich zusammen, der Islam und die Demokratie? Vier WELTWEIT-Reporter suchen die Spuren und die Möglichkeiten der Veränderung in drei Ländern-vor allem bei jungen Menschen. (22:00 – 22:30, WDR)

Suche Kind, zahle bar
Dokumentation (Gesellschaft – Gesellschaftliche Problematik/Soziale Brennpunkte) -Im Fokus: Europa – Die Adoptionslobby – Film von Golineh Atai – Marineta Ciofu hat jede Spur von ihrem Kind verloren. Vor fast zehn Jahren musste die Rumänin aus ärmlichen Verhältnissen ihre uneheliche Tochter in einem Heim zurücklassen – mit der festen Absicht, sie zurückzuholen, sobald es ihr selbst besser ginge. Doch plötzlich war das Mädchen verschwunden. Jahre später erfährt Marineta Ciofu die Wahrheit: Ihr Kind war von einer amerikanischen Familie adoptiert worden. Als 1989 die ersten Bilder aus Kinderheimen, die Folterkammern glichen, aus Rumänien kamen, stand der Westen unter Schock und wollte helfen – egal wie. Zehntausende rumänische Kinder wurden zur Adoption ins Ausland gegeben. Es war der Beginn der „Adoptionsindustrie“ reicher westlicher Länder – und der Beginn von Schicksalen wie dem von Marineta Ciofu, deren Kind ohne Ihre Einwilligung verschwand. Sie hat nicht einmal das Recht zu erfahren, wohin. Der Film „Suche Kind, zahle bar“ verfolgt, wie das System der Auslandsadoptionen funktioniert. (23:00 – 23:45, 3sat)

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