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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Wochenrückblick

K13/11 – Islamkonferenz 2011: War es die letzte?

Islamkonferenz 2011: Necla Kelek lobt, das Türkisch-Deutsche Forum der CDU NRW tadelt den Minister; die muslimischen Teilnehmer erinnern ihn an den Zweck, und Uli Gellermann macht sich über die Konferenz lustig.

VONLeo Brux

 K13/11 – Islamkonferenz 2011: War es die letzte?
Leo Brux, 1950 in München geboren, ist u. a. Integrationskurs-Lehrer bei der InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V., einem großen Träger der Integrationsarbeit in München. Migrations- und Integrationsfragen beschäftigen ihn seit den frühen 70er Jahren sowohl praktisch als auch theoretisch, privat und beruflich. Für die InitiativGruppe schreibt er einen Migrationsblog.

DATUM4. April 2011

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Der bewusst widersprüchliche Umgang des Innenministers mit dem Islam und mit der Islamkonferenz – Friedrich will zugleich den ministeriellen Integrationsverpflichtungen genügen als auch den islamfeindichen Mob besänftigen – hat es wahrscheinlich gemacht, dass die Islamkonferenz nun gestorben ist. Abschaffen oder aussetzen, diese Forderung überwiegt in der Debatte.

Es gibt auch andere Meinungen. Zum Beispiel diese von Necla Kelek in der Welt: Friedrich sei

der erste Politiker, der den Moscheevereinen etwas abverlangt, nämlich zum Schutz der Gesellschaft aktiv zu werden. Das Geschrei bei den Vormündern ist groß. Denn wenn diese Haltung Schule macht und man von den Muslimen und ihren Verbänden aktiv Integrationsleistungen abverlangen kann, wenn wir darüber diskutieren können, ob ein Bürger dieses Landes zumindest in Sicherheitsfragen loyal gegenüber der Gesellschaft sein sollte, dann verändert sich auch das von der Sozialpolitik eingehegte Leben der Migranten.

Das heißt: Schäuble und de Maizère haben den Moscheevereinen nichts abverlangt, auch nicht, zum Schutz der Gesellschaft aktiv zu werden. Sie haben ihnen keine aktiven Integrationsleistungen abverlangt. Keine Loyalität zumindest in Sicherheitsfragen.

Behauptet Necla Kelek. Weiß sie eigentlich, was sie schreibt, wenn sie etwas schreibt?

Bundesinnenminister Friedrich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

SZ: Ist der Islam für Sie eine böse Religion?

Friedrich: Deutschland ist ein religionsfreundliches Land, das schließt selbstverständlich auch den Islam mit ein. Jede Religion, auch der Islam, kann jedoch leider politisch missbraucht werden. Diesem Missbrauch von Religion ist entschieden entgegenzuwirken.

SZ: Ist der Islam die derzeit missbrauchteste Religion?

Friedrich: Mit Blick auf den Islamismus muss man sagen: Er ist zumindest stark missbraucht. Den Superlativ will ich da nicht gebrauchen. Der weitaus überwiegende Teil der Muslime in Deutschland vereinbart Religiosität mit Demokratie.

SZ: Es wird viel über einen deutschen Islam geredet als eine besondere Ausprägung des Islams. Sollte man versuchen, diesen fördernd zu schaffen?

Friedrich: Es ist nicht Aufgabe des Staates, sich in Inhalte von Religionen einzumischen. Unsere Aufgabe ist nur, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, in dem jeder seinen Glauben, seine Religion leben kann.

Vernünftige Worte – den Islamfeinden ins Stammbuch. Folgt nicht daraus, dass der Islam heute – bei 4 Millionen Muslimen im Land, 1,8 Millionen davon mit deutscher Staatsbürgerschaft – sehr wohl Teil von Deutschland geworden ist? – Wir müssen ja nicht in die Geschichte zurück gehen, wir brauchen auch nicht zu fragen, ob der Islam (oder das Judentum oder das griechisch-orthodoxe Christentum) zur Identität Deutschlands gehört.

Gut auch, dass Friedrich klar macht: Es ist nicht die Aufgabe des Staates, sich in die Inhalte von Religionen einzumischen. Das würde sich seine eigene katholische Kirche auch gewiss verbitten!

Uli Gellermann nimmt für ReadersEdition diesen Punkt satirisch aufs Korn. Er fingiert ein Interview mit Friedrich bezüglich einer „Christenkonferenz“, auf der es um eine „Sicherheitspartnerschaft“ gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern gehen soll:

Aber Herr Minister, es gibt doch Millionen Christen, die sich nie an Kindern vergriffen haben. Ist diese “Sicherheitspartnerschaft” nicht eine Art Vorverurteilung?

Ich bitte Sie! Wer in die Schmuddeleien nicht verwickelt war, der kann sich doch von diesem Vorwurf durch meine Maßnahme prima reinwaschen, wenn er meinem Ministerium Verdachtsmomente gegen die Schänder liefert. Ich will nur das Umfeld der Täter zur Mitarbeit aufrufen, wenn die Christen selbst darauf achten, ob sich jemand in ihrer Umgebung verdächtig macht, dann kommen sie nur ihren staatsbürgerlichen Pflichten nach. Das ist der erste Schritt in die Integration der Christen in einen laizistischen Staat.

Gellermann scheint auch an einige der Kommentatoren im MiGAZIN gedacht zu haben, als er diese Passage schrieb. Der fiktive Friedrich kündigt an:

Als nächstes nehmen wir uns mal das Verhältnis der Christen zu den Frauen vor. Zum Beispiel hat einer ihrer Propheten gesagt “Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.”

Das widerspricht eindeutig dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes.

Und nicht zuletzt: Alle, die in dieser Religion was zu sagen haben, sind Männer: Jesus, die Jünger, die Evangelisten. Ich kann nur sagen, die Christen werden wir demnächst gendern, dass ihnen das Hören und Sehen vergeht!

Das Deutsch-Türkische Forum der CDU Nordrhein-Westfalen ist unzufrieden mit dem Minister:

„Innenminister Friedrich beschädigt den Dialog mit den Muslimen in Deutschland. Den Fokus der Islam Konferenz auf sicherheitspolitische Fragestellungen zu legen, ist der falsche Weg.

Denn das hochsensible Thema der Prävention vor islamistischem Extremismus und Terrorismus darf nicht mit der Integration von Muslimen in Deutschland vermengt werden.

Auch in der Themenbehandlung der Islam Konferenz muss durch Innenminister Friedrich herausgearbeitet werden, dass Islam und Islamismus klar zu unterscheiden sind.

Viele Muslime fühlen sich unter Generalverdacht gestellt, wenn im Zusammenhang mit der Islam Konferenz vor allem die innere Sicherheit debattiert wird.

Die Angst vor dem Islam in Teilen der deutschen Bevölkerung wird mit diesem Vorgehen eher gefördert als ihr entgegenzuwirken.“

Im Dialog um Integration die Sicherheitsfragen hervorzuheben, war eine absichtsvolle Provokation, die auf beiden Seiten durchaus angekommen ist. Ich brauche die Kritik daran hier nicht ausgiebig zu zitieren. Für die Islamfeinde ist es eine Bestätigung.

Neun der zehn nicht organisationsgebundenen muslimischen Mitglieder der Islamkonferenz (DIK) haben dem Innenminister einen Brief geschrieben:

Der Grundgedanke der DIK ist eine ideologiefreie und versachlichte Auseinandersetzung mit dem Islam in Deutschland unter Einbeziehug von allen wichtigen Akteuren und mit Blick auf eine Zukunftsgestaltung, in der Inklusivität und Kooperation, und nicht Marginalisierung und Polarisierung herrschen. Im ersten Jahr der zweiten Mandatsperiode der DIK, in welcher der Fokus auf einer verstärkten Hinwendung zur praktischen Umsetzung dieses Prinzips lag, herrschte über diesen Grundgedanken weitestgehend Konsens bei muslimischen wie nichtmuslimischen Teilnehmern.

Der neue Duktus aus dem Innenministerium lässt nun Zweifel daran aufkommen, ob diese Dialog- und Integrationsfunktion der DIK aus staatlicher Perspektive weiterhin angestrebt wird. Es scheint, dass die vielfältigen Erscheinungsformen des Islams in Deutschland wieder einmal auf extremistisches Potential und Gefahrenmomente reduziert werden sollen.

(Quelle: Deutsch-Türkische Nachrichten)

Die Islamverbände sollten es sich gut überlegen, ob sie an der angekündigten Sicherheitskoferenz teilnehmen – und unter welchen Bedingungen. Sie tun gegen gewalttätigen Islamismus was sie können – aus eigenem Interesse. Nur, islamistische Terroristen kümmern sich nicht um die für sie verächtlichen Islamverbände. Diese Sicherheitskonferenz dient dem Interesse des Ministers, der nochmal etwas für den Mob tun möchte.

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111 Kommentare
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  1. Leo Brux sagt:

    Waren Sie schon mal in einer Moschee? Haben Sie schon mal den Moscheebetrieb von innen anschauen können, Leon?

    Was Sie fordern, das klingt ungefähr so: NPD-Neonazis werden ja nicht geboren, sondern sie entwickeln sich. Sie sozialisieren sich nicht nur in der NPD selbst oder in anderen rechtsradikalen Organisationen, sondern starten in den normalen Parteien. Ist es da zuviel verlangt, wenn darum gebeten wird, auf die Leute ein Auge zu werfen, die richtig abdrehen?

    Also, machen wir eine Sicherheitskonferenz gegen Rechtextremismus, in die wir die Vertreter der 5 Bundestagsparteien einladen, um zu diskutieren, wie man in Fällen, in denen junge Mitglieder rechtsextrem abdrehen, IN DIESEN PARTEIEN auf die Spur kommen kann …

    Nein, Leon,
    der Verfassungsschutz muss mit den salafistischen Gemeinden und Organisationen ins Gespräch kommen, um von DENEN über die gewalttätig abdrehenden Ausnahmefälle informiert zu werden. Der Verfassungsschutz braucht Pierre Vogel zum Beispiel als Gesprächspartner. Die Moscheen der großen Islamverbände haben mit islamistischem Terrorismus ÜBERHAUPT NICHTS zu tun. So wenig wie die CSU München mit Karl Richter, dem Quasi-NPD-Stadtrat bei uns im Rathaus.

    Zu einem Gespräch im Rahmen einer SicherheitsPARTNERSCHAFT sollte man immer bereits sein. Es kommt darauf an, wie der Rahmen ist. Ob man mit Unterstellungen arbeitet oder die Unterstellungen anderer indirekt bestätigt, zum Beispiel. Und so schaut es doch aus, Leon.

    Haben Sie sich mal Unterhaltungen auf salafistisch orientierten Foren angeschaut? – Die Jungs – die durchaus nicht gewalttätig, aber eben sehr radikal sind – suchen sich schon die passenden Moscheen und Prediger. DITIB ist für die der letzte Dreck. Für DITIM haben die nur Verachtung. Auch VIKZ, Zentralrat und Islamrat sind nicht attraktiv – viel zu zahm, zu lasch, zu angepasst. Die paar wenigen Radikalinskis suchen sich radikale Prediger. Die deshalb nicht gewaltorientiert sein müssen. Aber da kann ich mir eher eine Eskalation einzelner in Richtung Gewalt vorstellen.

  2. Leo Brux sagt:

    Europa,
    wie viele der Muslime in Deutschland befürworten Ehrenmorde? – Kaum welche.
    Es gibt also in dieser Frage die Ähnlichkeit nicht, auf die Sie hier abheben.

    „Es gibt in Deutschland keine Hetze und es wird keine geben …“

    Da, liebes Europa, haben Sie wohl selber nicht gemerkt, was Sie schreiben.

    Wenn Sie glauben der Islam dürfte weniger kritisiert werden als das Christentum nur, weil grösstenteils Ausländer diese Religion praktizieren, dann tun Sie mir nur leid.

    Da ich selbst ein Islamkritiker bin, würde ich mich dagegen verwahren, den Islam weniger kritisieren zu dürfen als das Christentum.
    Aber:
    1. Sie, Europa, kennen den Unterschied zwischen Kritik und Hetze nicht. Kritik wägt ab.
    2. Wenn und insofern ich Katholik bin, darf ich selbstverständlich den Katholizismus besonders stark kritisieren. Bei anderen Konfessionen und Religionen halte ich mich mehr zurück – eben, weil ich sie nicht teile. Die eigene Seite muss man immer besonders hart kritisieren.
    3. Ich hätte mich im Jahr 1930 sehr mit Kritik an Juden zurückgehalten – WEGEN des weit verbreiteten Antisemitismus. Heute ist der Islam unter Feuer. Eine Minderheit wird in die Pfanne gehauen und ausgegrenzt. Ich war und bin immer auf der Seite bedrohter Minderheiten. Da muss die Kritik etwas zurückstehen. Wenn sich die Situation beruhigt hat, dann ist wieder die Zeit für Kritik.

    Europa, Sie liefern mit Ihrer Blindheit für die Geschichte und für das, was man aus ihr lernen könnte, ein schönes Beispiel für Santayanas Satz, den man in der KZ-Gedenkstätte Dachau lesen kann:
    Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
    („Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“)

    Sie WOLLEN sich nicht erinnern.
    So KÖNNEN Sie nichts lernen.
    So WIEDERHOLEN Sie den Fehler.

  3. Manfred O. sagt:

    @ Leo Brux

    Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

    Nageln SIE sich diesen Text KNALLHART selbst an die eigene Tür, z.B. in Hinsicht auf Presse- und Meinungsfreiheit. Sie sind der ZENSOR, hier und in Ihrem Blog, DER der einen Karl von Ossietzky zum Schweigen bringen würde ! Pfui deibel !

  4. Leo Brux sagt:

    Ich wiederhole hier meinen Kommentar von KW 11/11, da der hier von Manfred O. den selben Vorwurf zum Thema hat:

    Manfred O.,
    glauben Sie, Sie können die Süddeutsche Zeitung zwingen, Ihren Leserbrief zu veröffentlichen?
    Glauben Sie, Sie können spiegel online zwingen, Ihren Kommentar durchzulassen, wenn der Moderator ihn nicht für angemessen hält?

    Fast alle Blogs, die überhaupt Kommentare erlauben, moderieren ihre Kommentarsektionen, die einen strenger, die anderen großzügiger.

    Mein Blog gehört zu den relativ großzügigen.

    Der Blogger ist der Hausherr auf seinem Blog.

    Es ist ein wenig deppert, wenn Sie unterstellen, in einem Medium dürfe jeder jeden Kommentar unterbringen – und das sei dann demokratische Presse- und Meinungsfreiheit.

    Die besteht darin, Manfred O., dass Sie selbst jederzeit ihr Blog oder ihr Magazin online stellen dürfen. Das ist dann IHR Medium, und da dürfen Sie schalten und walten, wie SIE wollen.

  5. Leon sagt:

    @ Europa

    Die Islamverbände dachten wohl, sie bräuchten nur einmal zur IK zu gehen, das Religionsprivileg abholen und dann schnell verschwinden.
    Da war der alte Fuchs Schäuble vor.

    @ Leo Brux
    In meiner Region ist die Islamdichte wesentlich höher als in München. Ich war sogar mehrfach beim Iftar und im christlich-islamischen Dialog.

    Pierre Vogel, Abu Adam und Konsorten zu einer Konferenz ins Innenministerium zu laden, würde einer Zusammenkunft mit der NPD wegen rechtsextrem. Terrorismus entsprechen.
    Die Vögel werden bereits überwacht.

    Ich bleibe dabei, auch wenn die Islamverbände nur 15 bis 20% der Muslime
    repräsentieren, so könnte ihre Kooperation im Bereich der Terrorismusprävention nützen.
    Allerdings, wer gleich Denunziation schreit und die Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten meint, dessen Bereitschaft dürfte nicht sonderlich hoch sein.

  6. Leo Brux sagt:

    Was für einen Prozentsatz haben Sie denn in Ihrer Region, und welche ist es?

    Was die Islamverbände betrifft, so dürften sie weit mehr als 15–20 Prozent der Muslime vertreten. Das geht da eben nicht einfach per eingeschriebener Mitgliedschaft. Die ist nirgends im Islam üblich – woraus ein objektives rechtliches Problem in Deutschland folgt. Ich hoffe, die Islamverbände nähern sich in diesem Punkt der rechtlich für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft mit körperschaftlichem Recht notwendigen Form an. Vielleicht findet sich aber auch ein Kompromiss.

    Die islamverbände haben sich von der Islamkonferenz von Anfang an nicht allzuviel versprochen. Die erste Bemerkung von Ihnen, Leon, geht an dieser Tatsache vorbei.

    Verfassungsschutz: Der muss, wenn er effizient arbeiten will, mit den Fundis einen konstruktiven Kontakt aufbauen, um das zu erfahren, was er wissen will. Wenn wir Jugendliche orten wollen, bei denen die radikale rechte Einstellung überspringen könnte zu rechtsextremer Gewaltbereitschaft, dann werden wir auch nicht in der CSU und der Jungen Union suchen. Man sollte halt die Extreme, die man ablehnt, nicht gleich dämonisieren. Weder die NPD noch die Salafisten. Solange sie gewaltfrei bleiben, kann man damit leben. So sehr man sie auch verabscheut. So sehr man auch darauf achten muss, sie auszugrenzen.

  7. Europa sagt:

    @Leo Brux
    „Europa, Sie liefern mit Ihrer Blindheit für die Geschichte und für das, was man aus ihr lernen könnte, ein schönes Beispiel für Santayanas Satz, den man in der KZ-Gedenkstätte Dachau lesen kann:
    Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

    Sie unterstellen mir, mich nicht an die Vergangenheit erinnern zu können, obwohl ich das Thema 2. Weltkrieg inkl Holocaust 5-6 Jahre in der Schule behandelt habe. Vielleicht sollten ihre muslimischen Freunde dieses Thema mal durchnehmen, denn da sind die Erinnerunglücken viel grösser, als bei den Einheimischen und bei mir.
    Vorallem will ich Sie nochmal daran erinnern, dass die momentane Situation nicht mal annähernd mit der in den 30ern verglichen werden können und das sollten Sie doch eigentlich am besten wissen!

    Wenn man andauernd Parallelen zu der Nazivergangenheit zieht, dann darf man sich nicht wundern, wenn man am Ende noch denkt die Nazis wären so harmlos gewesen wie wir!

  8. Leo Brux sagt:

    Europa,
    ich vergleiche Ihre Hetze gegen die Muslime nicht mit jener der Nazis gegen die Juden, sondern mit dem alltäglichen Antisemitismus der damaligen Zeit, der Zeit vor 1933. Das scheint etwas zu sein, das Sie nicht kennen und nicht kennen wollen.
    Es gibt auch da Unterschiede zu heute, aber eben eine fatale Ähnlichkeit: eine Minderheit, die unter uns lebt, wird zum Abschuss freigegeben. Man kann hemmungslos über sie herfallen. Man stigmatisiert die ganze Gruppe. Pauschal. Interpretiert alles, was Angehörige dieser Gruppe machen, so abfällig wie möglich. Zieht ständig Beispiele hervor, die gegen die Minderheit sprechen, und geniert sich nicht, sie böswillig zu verallgemeinern. DAS ist die Ähnlichkeit, auf die ich verweise.

    Die Nazis haben das „Spiel“ dann ausgenutzt und radikalisiert. Aber davor war es ein „Spiel“ nicht nur der Rechten, sondern auch der politischen Mitte. „Jude“ ist zum Schimpfwort geworden. Man hat die „Verjudung“ Deutschlands an die Wand gemalt – nicht nur die Nazis haben das gemacht. Ganz normale, anständige Bürger haben sich an dieser antisemitischen Ausgrenzung der jüdischen Minderheit beteiligt, schon lange bevor es die ersten Nazis gab.

    Der Sinn dieser Argumentation, Europa: Reden Sie nicht hetzerisch über andere Gruppen! Reden Sie nicht so über Italiener, Griechen, Polen, Schwarze, Zeugen Jehovas, Hindus, Muslime, Arbeitslose, Ossis, Soldaten, etc.. Kritik wägt ab, Kritik verallgemeinert nicht pauschal, Kritik stigmatisiert keine Gruppen – Kritik ist etwas anderes als verhetztes Gerede.

    SO VIEL sollten wir aus UNSERER Geschichte gelernt haben.

  9. Miro sagt:

    @Leo Brux
    Haben sie den Koran gelesen und ist ihnen da möglicherweise Hetze gegen alles nicht-islamische aufgefallen?
    Ansonsten wunder ich mich das Meinungsfreiheit für sie auf einem Blog oder in den Onlineausgaben von Zeitungen nicht gilt und sie es offensichtlich ok finden wenn dort gnadenlos zensiert wird. Frei nach dem Motto wer die Macht hat zu zensieren, der hat auch das Recht dies zu tun. Wenn nun ein chinesischer Präsident Hu heute oder ein Adolf Hitler damals die Macht hat zu entscheiden welche Meinungen veröffentlich werden dürfen und welche nicht, dann ist das auch ok?
    Nein natürlich nicht, denn das ist ja etwas ganz anderes, nicht wahr? Nein ist es nicht, nur die Dimension mag eine andere sein.
    Also ich möchte nicht in einem Land leben in dem der stärkere oder mächtigere entscheidet was gesagt oder nicht gesagt werden darf. Wehret den Anfängen, auch auf ihrem Blog.

  10. Leo Brux sagt:

    Miro,
    mir fällt beim Lesen des Koran auf, dass er aus einer Zeit stammt, die weit weit zurück liegt und in der das Leben und Denken der Menschen ebenso weit von dem unsrigen entfernt ist.

    Medien gehören jemandem. Glauben Sie, Sie können im Fernsehen oder in einer Zeitung einfach Ihre Artikel oder Ihre Leserbriefe reinsetzen? Wenn Sie mal von Blog zu Blog schauen, dann werden Sie auch sehen, dass es da in der Regel Grenzen gibt, die der jeweilige Betreiber und Eigentümer setzen kann und setzen muss.

    SIE sind frei, selber ein Blog einzurichten … da können SIE dann schreiben und zulassen, was SIE wollen. Lassen Sie anderen auch diese Freiheit! Meinungsfreiheit besteht nicht darin, dass eine Zeitung zum Beispiel einfach jeden Artikel veröffentlicht, den irgend jemand ihr zur Veröffentlichung zuschickt. Sondern dass SIE, wenn Sie wollen und können, eben selber ein Mitteilungsorgan in die Welt setzen können, und dass Sie zwischen verschiedenen wählen können – je nach Ihrem Geschmack.

    Wieso fordern Sie von meinem Blog, was Sie von der Süddeutschen Zeitung oder 1000 Blogs nicht fordern? Und gibt es nicht genug Blogs, auf denen SIE, Miro, nicht nur IHRE Meinung repräsentiert bekommen, sondern wo Sie auch beliebig mitposten dürfen? Niemand schränkt Sie in dieser Hinsicht ein!

    Mein Blog gehört mir. So wie meine Wohnung. Ich muss Sie nicht reinlassen, wenn ich nicht will. Darin besteht MEINE Freiheit – die SIE mir wohl gern nehmen würden.

    Worin ich totalitäre Gesinnung vermuten könnte … Sie würden mich gern enteignen, nicht wahr?


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