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Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

TV-Tipps des Tages

03.04.2011 – Integration, Moschee, Antidiskriminierung, Ausländer, Revolution

Die TV-Tipps des Tages sind: COSMO TV; Streit um die Kölner Moschee; Louis Schweitzer; Liederabend mit Anna Netrebko und Daniel Barenboim; Arkadien – Der Traum von der Harmonie mit der Natur; Das Philosophische Quartett; Heimkehr in die Fremde

VONÜmit Küçük

DATUM3. April 2011

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COSMO TV
Das Integrationsmagazin des WDR Fernsehens. (07:30 – 8:00, SWR BW, SWR RP, SWR SR)

Streit um die Kölner Moschee
Ein Bürgermeister zwischen den Fronten – Seit 13 Jahren ist Josef Wirges Bezirksbürgermeister im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Hier ist er aufgewachsen, für das „Veedel“ schlägt sein Herz. Kölner und Zuwanderer leben hier seit Jahrzehnten friedlich nebeneinander. Aber seit dem Bau der Moschee tobt in dem Stadtteil ein regelrechter Kulturkampf. Alteingesessene Ehrenfelder sehen in dem repräsentativen islamischen Bau ein türkisches Machtsymbol und haben Angst, dass ihnen ihr vertrautes „Veedel“ fremd wird. Die als rechtsextrem eingestufte Gruppe „Pro Köln“ nutzt den Streit für ihre politischen Ziele.

Josef Wirges war von Beginn an ein überzeugter Befürworter der Moschee, für ihn ein Zeichen für Religionsfreiheit und Toleranz. „Ich habe Briefe bekommen, in denen ich als Nazi und Vaterlandsverräter beschimpft werde“, erzählt der 58-Jährige mit Blick auf dicke Aktenordner. Und je länger die Auseinandersetzungen dauern, desto nachdenklicher wird er: „30 Jahre lang haben wir keine vernünftige Integrationspolitik betrieben.“

Wird es ihm gelingen, die Alteingesessenen für die Moschee zu gewinnen? Und kann er die türkische Gemeinde bewegen, sich mehr der deutschen Gesellschaft zu öffnen? (16:30 – 17:00, WDR)

Louis Schweitzer
Chef und links – Wenn man alle Aktivitäten aufzählen will, denen Louis Schweitzer gerade nachgeht oder nachgegangen ist, nimmt das kaum ein Ende: Denn Schweitzer übt immer mehrere Funktionen gleichzeitig aus, sei es in Politik, Wirtschaft oder Kultur. Vor harter Arbeit hatte sich Louis Schweitzer noch nie gescheut, 70 bis 80-Stunden- Wochen sind für ihn ein normales Pensum. Von 1981 bis 1986 war Louis Schweitzer Büroleiter des ehemaligen Premierministers Laurent Fabius. Danach wurde er Geschäftsführer von Renault, wo er bis 2005 blieb. Seit Gründung der französischen Antidiskriminierungsbehörde HALDE im Jahr 2004 bis zum Jahr 2010 war er ihr Präsident. Seit 2005 ist er außerdem Präsident des Theaterfestivals von Avignon, zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Tageszeitung „Le Monde“.

Bei alledem ist der vielbeschäftigte Mann zurückhaltend und tritt bescheiden auf. Wenn er sich öffentlich äußert, dann immer im Namen und Interesse der Einrichtung, für die er Verantwortung trägt. Louis Schweitzer steht an vorderster Front in französischen Unternehmen und Kultureinrichtungen und ist Garant für deren Unabhängigkeit… (16:35 – 17:20, arte)

Liederabend mit Anna Netrebko und Daniel Barenboim
Werke von Nikolai Rimsky-Korsakow und Peter I. Tschaikowsky Mitwirkende: Anna Netrebko, Daniel Barenboim – Im Rahmen der Salzburger Festspiele 2009 gab Anna Netrebko zum ersten Mal einen Liederabend mit einem Repertoire aus ihrer russischen Heimat. Aufzeichnung des Wiederholungskonzertes vom 29. März 2010 in der Berliner Philharmonie.

Was man im Deutschen unter „Kunstlied“ versteht, heißt im Russischen „Romanze“: die musikalische Deutung eines Gedichtes durch Gesang mit Klavierbegleitung. Äußere Impulse für die Entstehung der Romanze waren die Napoleonischen Kriege, die auch zu einer Begegnung mit der westeuropäischen, vor allem französischen Kultur, führten. Durch diesen Einfluss gewann die russische Sprache wichtige Anregungen, sie wurde eleganter, ausdrucksvoller. Die russischen Dichter inspirierten sich an der feinen, von Melancholie überschatteten Ironie, wie sie Heinrich Heine in seinem „Buch der Lieder (19:15 – 20:00, arte)

Arkadien – Der Traum von der Harmonie mit der Natur
Das EinsExtra Thema: Sehnsucht nach Arkadien – Bereits Vergil beschreibt Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus sein Sehnsuchtsland Arkadien. Seine wenigen Zeilen prägen seither Generationen von Schriftstellern, Malern und Reisenden bis in unsere Tage.

„Auch ich in Arkadien“, schrieb Goethe und verlegte das Traumland nach Italien. Ebenso interessierte sich Schiller weniger für den tatsächlichen geographischen Ort als für das Sehnsuchtsland der Seele: „Auch ich war in Arkadien geboren, auch mir hat die Natur an meiner Wiege Freude zugeschworen…“

Das wirkliche Arkadien ist ein abgeschiedenes Hochland in der Mitte der Halbinsel Peleponnes – seine Hauptstadt heißt Tripoli. Hier leben Griechen, in deren Zügen sich Spuren der alten Hellenen mischen mit denen der Slawen, die zu Zeiten der Völkerwanderung in die damals fast menschenleere Bergwelt einwanderten. Nach wechselvoller Geschichte war Tripoli Ende des 18. Jahrhunderts eine multikulturelle Stadt mit Grichen, Slawn, Albanern und Türken. (20:15 – 21:00, 01:10 – 01:55, EinsExtra)

Das Philosophische Quartett
Gespräch/ Diskussion (Kultur – Geisteswissenschaften) – Sturm der Geschichte – Warum uns Revolutionen überraschen – mit Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski –

Gäste: Thea Dorn, Schriftstellerin und Philosophin, Prof. Dr. Herfried Münkler, Politologe

Als sich zum Jahreswechsel das Volk Tunesiens gegen seine Machthaber erhob und den Diktator Ben Ali und seinen Clan verjagte, ging ein ungläubiges Staunen durch die Welt. Bürgerliche Revolte in einem nordafrikanischen Land ohne Islamisten: Das war von niemandem erwartet worden. Nicht von den Geheimdiensten dieser Welt, nicht von der Politik und nicht von der Presse. Und die Welle der Jasmin-Revolution geht weiter, über Ägypten, Libyen bis hin zur arabischen Halbinsel, beschleunigt und befördert durch Facebook und Twitter. Niemand vermag heute zu sagen, wohin dieser Sturm der (23:55 – 0:55, ZDF)

Heimkehr in die Fremde
Dokumentarfiilm von Thomas Füting, Christian Virmond – In dem Dorf Michailowka in der Kasachischen Steppe wohnen einige Hundert Nachfahren von Schwaben, die sich deutsche Sprache und Lebensart erhalten haben. Ihre Vorfahren waren vor über 200 Jahren nach Russland geholt worden.

Die Schwaben lebten zufrieden im Kaukasus, bis 1943 deutschen Truppen heranrückten und Stalin alle Deutschstämmigen in den Osten, nach Sibirien, deportieren ließ. Einige Dutzend von ihnen hat es nach Michailowka verschlagen. Anfang der neunziger Jahre begann die große Rückwanderung, weit über zwei Millionen so genannter Russlanddeutscher zogen in die Bundesrepublik, unter ihnen auch Martha und Gustav Koch, Sohn Hugo und die Familie Schmid aus Michailowka. Der Film erzählt vom einfachen, bäuerlichen Leben in dem kasachischen Dorf, von den Menschen und ihren Wünschen, nach Deutschland überzusiedeln, und ihren romantischen Vorstellungen über dieses ferne Land. Dann, nach dreizehn Jahren, das Leben in Heinsberg, einem Städtchen am Niederrhein, in dem die meisten der Übersiedler aus Michailowka heute wohnen. Hier werden ihre Träume mit der harten Wirklichkeit konfrontiert. Martha und (01:15 – 2:40, HR)

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