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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

TV-Tipps des Tages

31.03.2011 – Ausländer, Einbürgerung, Istanbul, Sankt Petersburg, Türkei

Die TV-Tipps des Tages sind: Die Schulstunde als Talkshow; Istanbul – Damaskus; Mit dem Zug durch…; Blutige Rosen; O Fortuna!

VONÜmit Küçük

DATUM31. März 2011

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Die Schulstunde als Talkshow
Deutschland. Mein Land? – Aus der Reihe „Wissen und mehr“ – Seit sie ihre Ausbildung in der Zahnarztpraxis begonnen hat, denkt die 19-jährige Keziban Özkan über die deutsche Staatsbürgerschaft nach. Keziban ist in Deutschland geboren, hat aber einen türkischen Pass.

Ihre Familie, besonders ihr Bruder Ozman, ist gegen eine deutsche Staatsbürgerschaft. In der Berufsschule und in der Praxis unter den Arbeitskollegen wird oft darüber geredet: Wäre die deutsche Staatsbürgerschaft für Keziban besser als die türkische? Einige von Kezibans türkischstämmigen Freundinnen haben bereits den deutschen Pass, können wählen gehen und in vollem Umfang politisch mitbestimmen. Kezibans Familie lebt seit vierzig Jahren in Deutschland, aber die Türkei bezeichnet sie als ihre Heimat. Keziban muss sich entscheiden: Beantragt sie den deutschen Pass, hat sie mehr Rechte in Deutschland. Sie verliert dann aber die türkische Staatsbürgerschaft und hätte als einzige in ihrer Familie einen deutschen Pass. (10:00 – 10:15, HR)

Istanbul – Damaskus
Reportage (Gesellschaft – Reisen/Urlaub/Touristik) – Mit dem Zug in den Orient – Film von Stephan Hallmann – Die legendäre Bagdadbahn wurde vor 100 Jahren dank deutscher Ingenieurskunst und deutschem Kapital gebaut. Ein „Luftschloss“ des deutschen Kaisers und des osmanischen Sultans in Istanbul, die damit den Orient fest unter ihre Kontrolle bringen wollten. Ihr Ziel: eine Eisenbahnverbindung von Berlin über Istanbul und Bagdad bis zum Persischen Golf. Eine Abzweigung über Damaskus, die Hedschasbahn, führte bis auf die Arabische Halbinsel nach Mekka und Medina. Ein Traum, den britische Agenten zusammen mit „arabischen Terroristen“, wie man heute sagen würde, zunichte machten. Die Handels-Schifffahrt durch den Suez Kanal und die beginnende Luftfahrt machten die Bahn des Kaisers und des Sultans endgültig zu „altem Eisen“. Der Film „Istanbul – Damaskus“ begleitet eine Gruppe deutscher Touristen, die sich in einem Sonderzug auf die Spuren der legendären Bagdadbahn begeben. (17:15 – 18:00, 3sat)

Mit dem Zug durch …
Sankt Petersburg, ehemals Leningrad, ist eine Stadt der Superlative, auch in Bezug auf die Eisenbahn und deren Geschichte. Fünf Hauptstrecken führen mitten in die Innenstadt der russischen Kunst-und Kulturmetropole …

Sie verbinden mit der ganzen Welt und enden jeweils im Zentrum der Stadt in historisch und bautechnisch äußerst interessanten Kopfbahnhöfen.

Am Finnischen Bahnhof beispielsweise hielt Revolutionsführer Lenin 1917 seine berühmte Rede. Noch heute steht die Lokomotive, mit der er damals vor der Polizei aus der Stadt floh, in einer riesigen Glasvitrine, die auf Gleis 5 zu besichtigen ist. Die erste russische Eisenbahnstrecke überhaupt führte von Sankt. Petersburg nach Zarskoje Selo und verband die damalige Hauptstadt Russlands mit dem „Zarendorf“. Nach wie vor ist die bekannte Zarenresidenz, die 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur-und Naturerbes der Menschheit aufgenommen wurde, mit der Eisenbahn erreichbar. (19:30 – 20:15, arte)

Blutige Rosen
Dokumentarfilm – The Blood of the Rose – Erstausstrahlung Deutsche Fassung von Ingrid Terhorst – Die Folgen ranken sich um die Liebesgeschichte von Can, einem Kölner Deutschtürken, der sich in eine junge Britin, Julie aus London, verliebt. Sie spricht kaum Deutsch. Can muss daher sein spärliches Schulenglisch hervorkramen. Zum Glück hilft ihm sein bester Freund Alex, auch wenn dessen Tipps in Sachen Flirten schon mal nach hinten losgehen. Langsam lernen die Jugendlichen nicht nur sich, sondern auch die jeweilige Sprache und Kultur besser kennen – jede Menge Missverständnisse inklusive. Damit es für das junge Liebespaar ein Happy End gibt, muss sich Julies resolute Freundin Nina einiges einfallen lassen. Sie plant zum Beispiel eine Bollywood-Party. Die beiden Jungs müssen erleben wie schwierig es ist, in Köln englische Delikatessen einzukaufen. Gesprochen wird sowohl Deutsch als auch Englisch, je nachdem, wer mit wem spricht. So können auch Sprachanfänger der Geschichte gut folgen und ihren Wortschatz und ihr Grammatikwissen mit viel Witz und Romantik erweitern. (23:15 – 00:45, WDR)

O Fortuna!
Ein Mitsingkonzert in der Türkei – Das Theater im türkischen Aspendos nahe der Touristenhochburg Antalya ist eine spektakuläre Kulisse. Gerade richtig für den Rundfunkchor Berlin und Carl Orffs „Carmina Burana“.

Ein Filmteam hat Sangesbegeisterte aus Berlin und Brandenburg auf dieser turbulenten Reise beleitet.

Im Juni 2010 wurde der Rundfunkchor Berlin erstmals eingeladen, ein internationales Mitsingkonzert im antiken Theater von Aspendos in der Türkei zu gestalten. Das Konzert war Teil des International Opera and Ballett Festival. Gemeinsam mit Sängern aus aller Welt brachte der Chor dort Carl Orffs „Carmina Burana“ zur Aufführung. Die Dokumentation „O Fortuna“ begleitet Sängerinnen und Sänger aus Berlin und Brandenburg auf ihrem Weg zu diesem eindrucksvollen Abend, von ihren Vorbereitungen zu Hause bis zum Konzertereignis in der Türkei. (23:40 – 02:25, BR)

Jetzt bin ich mal Türke – Eine Woche Ausländer auf Probe
Aus der Reihe „WDR Weltweit“ – Sechs Tage begeben sich 15 Teilnehmer des bislang einzigartigen Workshops „Die andere Seite der Medaille“ in die Position derer, über die sie entscheiden, für die sie Gesetze entwerfen, die sie zu Integrationskursen schicken: Migranten.

Sie arbeiten in verantwortungsvollen Positionen in Ministerien, als Sozialarbeiter oder als Leiter einer Polizeibehörde, in verschiedenen europäischen Ländern wie Deutschland, Italien, Polen, Norwegen, Malta. Aber ab dem Moment, in dem sie im holländischen Tilburg ankommen, ist ihr Status nichts mehr wert…

Die Teilnehmer erfahren am eigenen Leib, was es heißt, in einem Land anzukommen, dessen Sprache sie nicht sprechen, dessen Regeln, Gesetze und Kultur ihnen völlig fremd ist. Nach der ersten Nacht in einer türkischen Familie müssen sie sich am nächsten Tag zur Moschee durchfragen, wo sie in der türkischen Schule Sprachunterricht bekommen, sie müssen sich einem Integrationsprogramm teilnehmen, im Supermarkt arbeiten, Interviews über sich ergehen lassen, wie sie nach… (00:30 – 01:00, EinsExtra)

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