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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Kanackendeutsch

Quasi die deutsch-türkische Antwort auf verpasste Chancen

Weder mit Empfehlungen und Forderungen noch mit fragwürdigen Sprachkampagnen, Liedern oder Reimen wird man zur Förderung der Deutschkompetenz beitragen. Die Sprachhürden, die bilinguale Kinder zu überwinden haben sind massiv und lassen sich nur mit linguistischem Wissen in Griff bekommen.

VONZerrin Konyalıoğlu-Busch

Die Autorin ist in Istanbul geboren, Turkologin, Schwerpunkt interkulturelle Deutschförderung im bilingualen Kontext - Türkisch zu Deutsch. Ihr Buch "Deutsch als Zweitsprache - Türkische Schüler systematisch fördern" erschien im Persen-Verlag.

DATUM14. März 2011

KOMMENTARE45

RESSORTAktuell, Meinung

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Dass wir heute-fünfzig Jahre nach der Gastarbeiterwelle-immer noch ein Deutschproblem haben, mag überraschen. Nicht aber Linguisten. Semilingualismus ist immer eine Folge von Ghettosierung und/oder mangelnder Beherrschung eigener Muttersprache und immer auch in Abhängigkeit zur Umgebungssprache, denn generell überträgt der Lernende einer Fremdsprache seine Kenntnisse aus der Erstsprache in die zu erlernende Zielsprache. Dabei entstehen Interferenzfehler, also muttersprachlich bedingte Sprachfehler. Je unterschiedlicher beide Sprachen sind, desto komplexere Sprachfehler sind zu erwarten. Beispiel Deutsch und Türkisch.

Entgegen allen Vermutungen gibt es zwischen beiden Sprachen kaum Gemeinsamkeiten. Schwerwiegende Sprachfehler sind vorprogrammiert. Im Gegensatz zu Deutsch verfährt Türkisch nach einem sehr strengen Lautprinzip, d. h., jeder Laut wird durch einen Buchstaben wiedergegeben. Anders im Deutschen. Für „Fuchs“ gibt es fünfzehn verschiedene systemmögliche Schreibweisen, die richtige Orthographie ergibt sich nicht aus der Lautsprache.

Türkisch kennt keinen einzigen Artikel, deshalb haben türkische Schüler extrem große Probleme bei der Artikelbestimmung und dem Artikeleinsatz insbesondere dann, wenn der Artikel sich auch noch von Fall zu Fall |der| |den| |dem| etc. verändert und das biologische Geschlecht nicht immer mit dem grammatischen Geschlecht übereinstimmt, z. B. das Weib.

Türkisch kennt keine geschlechtliche Unterscheidung in der 3. Person Singular wie, |er|, |sie|, |es| und die Possessivpronomen |sein|, |ihr|, |sein| sorgen für große Verwirrung. Von den insgesamt 48 Möglichkeiten, muss der Schüler erst einmal die richtige erkennen. Präpositionen werden im Türkischen primär durch Suffixe ausgedrückt, anders im Deutschen. Sie verändern sich nicht nur von Fall zu Fall, sondern auch in Abhängigkeit zu Personen, Ländern, Institutionen etc., z.B. zu Peter, aber nach Deutschland und ins Bett. Da nützt es auch nichts, ausländische Eltern anzuhalten mit ihren Kindern deutsch zu sprechen oder sie möglichst frühzeitig in den Kindergarten zu schicken, denn Eltern mit schlechten Deutschkenntnissen sind auch schlechte Sprachvorbilder.

Erzieher in Kitas sind in der Regel nicht linguistisch geschult, aber selbst, wenn sie das wären, ist ein institutionalisierter Unterricht nicht möglich. Entscheidend ist die Umgebungssprache. Kitas, in denen babylonisches Sprachengewirr herrscht, sind kontraproduktiv für den Deutscherwerb, denn Kleinkinder eignen sich eine Sprache simultan und auditiv an, kurz, sie plappern das Gehörte nach und das primär von den Spielkameraden. Kommen diese Kinder in Ghetto-Schule, manifestierten sich erworbene Sprachprobleme. Inzwischen haben diese Kinder auch Probleme mit ihrer eigenen Muttersprache, dabei sind muttersprachliche Kenntnisse eine wichtige Voraussetzung für den Zweitsprachenerwerb.

In der Praxis äußert sich das so, dass betroffene Kinder nicht imstande sind, eine längere Konversation in einer der beiden Sprachen durchgängig zu führen, sie vermischen beide Sprachen, kennen oftmals die Bedeutung eines Wortes nur in einer Sprache, haben einen eingeschränkten Wortschatz und häufig Wortfindungsschwierigkeiten. Da sie die Orthographie weder in der Muttersprache noch in der Zweitsprache (Deutsch) richtig beherrschen, sind sie auch nicht imstande unbekannte Wörter in der einen oder anderen Sprache nachzuschlagen – funktionaler Analphabetismus.

Da bilinguale Kinder – im Gegensatz zu ihren deutschen Mitschülern – andere Deutschfehler machen, macht es Sinn, wenn man diese „Fehlerquellen“ kennt, nur so lassen sich Sprachfehler gezielt beheben. Mehr noch. Kennt man die Deutschfehler, die aufgrund der jeweiligen Herkunftssprachen zu erwarten sind, kann man sogar präventiv unterrichten, bevor sich Deutschfehler verfestigen.

Über den Sprachvergleich (Herkunftssprache und Zielsprache) entwickeln die Kinder selbst ein Bewusstsein über mögliche Fehlerquellen. Bilinguale Kinder bringen Kenntnisse aus beiden Sprachen mit, es muss ihnen nur gezeigt werden, wie sie ihre Sprachkenntnisse gezielt weiterentwickeln können. Hier müssen Lehrer auf Interferenzfehler sensibilisiert werden und wissenschaftliches Handeln ist gefragt, denn falls Verantwortliche nicht mehr zu bieten haben, als diesen Kindern Sprachkampagnen anzubieten, die Zunge auszustrecken, Kitabesuch zu empfehlen oder sie als Sprachverweigerer zu stigmatisieren, sollten sich alle schon mal auf Kanackendeutsch einstellen, denn diese Kinder sprechen inzwischen eine andere Sprache, ein Mix aus beiden Sprachen, quasi die deutsch-türkische Antwort auf verpasste Chancen.

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45 Kommentare
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  1. Sinan Sayman sagt:

    @Leon, wo wird gesagt, dass der Staat den Türkischunterricht fianzieren soll? Und, wenn manche Kinder statt spanisch Türkisch in der Schule wählen, so wird das von den Konsulatslehrern erteilt und vom türkischen Staat finanziert, im Gegensatz zum Spanisch oder Chinesischunterricht, den müssen die Steuerzahler aus DEU fianzieren, alles verstanden?

  2. Zerrin Konyalioglu sagt:

    Bei Ihnen allen möchte ich mich zuerst für Ihre Kommentare bedanken. Die Deutschkompetenz dieser Kinder ist zu einem politischen Zankapfel geworden und die getroffenen Maßnahmen greifen nicht, nicht wirklich. Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren mit der Sprachförderung bilingualer Kinder und es ist nicht immer leicht, gegen gut gemeinte, aber unwirksame Vorstellungen zu agieren, nun denn. Letztendlich wollen wir doch alle diesen Kindern helfen, damit sie ihre Sprachprobleme lösen. Das gelingt aber nur, wenn wir uns von Vorurteilen und dgl. befreien und nach den eigentlichen Ursachen für dieses Sprachdesaster suchen. In der Regel handelt es sich hierbei meistens um Interferenzfehler. Man kann sie beheben, wenn man will, aber nicht mit Foderungen, sondern mit gezielten Maßnahmen, denn Sprachen folgen ihren eigenen dynamischen Prozessen und lassen sich nicht von Forderungen oder Wünschen beeindrucken.
    Mit bestem Dank
    Ihre Zerrin Konyalioglu

    @Miro, „Komisch nur das osteuropäische und asiatische Einwanderekinder diese Probleme in der Häufigkeit nicht zeigen.
    Wenn die Autorin wirklich etwas verbessern will dann sollte sie sich an die Eltern dieser Kinder wenden und dort mehr Angagement fordern, anstatt speziellen Sprachunterricht, bzw eine Sonderbehandlung für Türken zu fordern.“
    1. Wenn Sie den Artikel aufmerksam gelesen hätten, habe ich das Problem der Ghettoisierung angesprochen. Osteuropäer als auch Asiaten leben nicht in Ghettos, folglich besuchen deren Kinder auch keine Ghettoschulen mit niedriger Deutschkompetenz.
    2. Eltern mit schlechter deutschkompetenz verschärfen das Sprachproblem und sind als sprachliche Vorbilder ungeeignet. Den arabischen oder türkischen Fernsehsender abschalten, bringt auch nichts, wenn, wo Kinder sich 6-8 Stunden aufhalten, mangelnde Sprachkenntnisse vorherrschen.

    @Bierbaron, „In meinen Augen begeht Frau Konyalıoğlu-Busch in ihrem äußerst interessanen Artikel einen grundsätzlichen Fehler, wenn sie Menschen, die mitunter in der 4. Generation hier leben kritiklos das Merkmal “Muttersprache Türkisch” zuschreibt…Nun ist es allerdings in meinen Augen grundfalsch, die Lösung darin zu sehen, Türken der 4. Generation in Deutschland – natürlich staatlicherseits bezahlt und gefördert – perfektes Türkisch beizubringen!…Denn wer die Lage seiner Kinder im “Ghetto” als nicht akzeptabel erachtet muss zusehen, dass er aus ebendiesem Ghetto rauskommt!“
    1. Muttersprache, herkunftssprache oder ganz neutral linguistisch L1. Letztendlich die Sprache, die ein Kind als erstes benutzt um mit seiner Mutter zu sprechen, daher benutze ich persönlich lieber diesen Begriff.
    2. Der muttersprachliche Unterricht wird von Lehrern erteilt, die aus der Türkei kommen und auch von der türkei fianziert werden. Im übrigen sind gute muttersprachlichen Kenntnisse, eine wichtige Grundlage zum Erwerb von jeder weiteren Sprache.
    3. Die Ghettosierung ist z.T. darauf zurückzuführen, dass ehemalige „Gastarbeiter“ nicht in jedem Wohnviertel auch Wohnungen beziehen konnten, das ist mehrfach wissenschaftlich dokumentiert. Die gesellschaftliche Ausgrenzung hat u.a. dazu geführt, dass man sich zumindest in den sogenannten „Türkenvierteln“ „daheim“ fühlen konnte. Ein Prozess, der letztendlich von beiden Seiten später als akzeptal betrachtet wurde.

    @BirRealist, „Ich frage mich wirklich jedes Mal aufs Neue, woher dieses Gerücht kommt, türkische Kinder/ Jugendliche hätten per se massive Probleme mit der deutschen Sprache!“
    1. Sie haben Recht, nicht alle türkischen Kinder haben Probleme mit der deutschen Sprache. Da spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle, muttersprachliche Kenntnisse, Umgebungssprache, Geschwisterkonstelationen, Geschlecht und letztendlich die persönliche Sprachbiographie u.v.m. eine entscheidende Rolle. Sie können mit ihren türkischen Freunden also ruhig weiter Fussballspielen, ihre Deutschkompetenz wird darunter nicht leiden, höchstens ihre Muskel.

    @Leon, „Ich stelle mir gerade vor, Einwandererfamilien der 3. und 4. Generation in Australien würden vom Staat verlangem, dass er ihren schulpflichtigen Kindern die englische Landessprache beibringt.“
    1. Ich sagte bereits zu einem anderen kommentator, dass der Türkischunterricht von der Türkei aus bezahlt wird, also es werden keine deutschen steuergelder dafür verwendet.
    2. In England z.B. haben Einwanderer das Recht, auf täglich zwei Stunden muttersprachlichen Unterricht bereits in der Kita, bezahlt vom englischen Staat. England fördert die Vielsprachigkeit seiner Bevölkerung, so kann man das auch machen und glauben Sie mir, im zeitalter der globalen Wirtschaft zählt jede Fremdsprache.

    @Dr. Rita Zellerhoff, „Sehr geehrte Frau Zerrin Konyalioglu,
    warum sollen Kinder nicht beide Sprachen gleichzeitig lernen?“
    1. An keiner Textstelle habe ich gesagt, dass Kinder nicht beide Sprachen gleichzeitig lernen sollen bzw. nicht können. Zu Hause L1 und in der Schule L2, bei vielen kindern klappt das auch, aber bei manchen Kindern sind die Kenntnisse in beide Sprachen schlecht und da, liegt das Problem.
    2. Der Artikel beschreibt die Sprachprobleme bilingualer Kinder, die innerhalb ungünstigen „Rahmenbedingungen“ sich Deutschkenntnisse aneignen müssen.
    3. Es geht hier um eine Methode. Die Kinder verfügen über muttersprachliche Kenntnisse, warum soll man diese nicht zur Förderung der Deutschkompetenz benutzen?
    Im übrigen wurde diese von mir entwickelte Methode kürzlich von der Bundesebene abgesegnet, es werden nun Modelprojekte gestartet.

  3. Marc Fischer sagt:

    Vielen Dank, sie haben sich viel Mühe gemacht und jeden einzeln angeschrieben. Und ich habe gesehen, dass die meisten Sie gar nicht verstehen wollen, sondern irgend etwas interpretiert haben, was Sie nicht geschrieben haben. ja, wer lesen kann, ist im Vorteil.

  4. Cengiz sagt:

    @ Marc Fischer

    Das ist ein grundsätzliches Problem vieler Kommentatoren hier. Es wird nicht gelesen.

  5. Der immer wieder zu hörende Vorwurf des mangelnden Engagements die deutsche Sprache zu erlernen, entspringt wohl eher einem Vorurteilent, denn in der Wirklichkeit entbehrt er der Grundlage! Bei den Sprachkursen gibt es stets deutlich mehr Bewerber als verfügbare Plätze!

    Ein ganz wichtiger Punkt für das Erlernen einer zweiten Sprache, darauf weist Zerrin immer wieder hin, ist die gute Beherrschung der Muttersprache. Diese These mag man bezweifeln, jedoch neuere Forschungsergebnisse aus der Linguistik sprechen eindeutig dafür!.
    In einer Studie an der Universität Würzburg fand ein Team von Wissenschaftlern Beweise, daß Kinder schon im Mutterleib sich den Klang der eigenen Muttersprache einprägen („Newborns’ cry melody is shaped by their native language“. Birgit Mampe, Angela D. Friederici, Anne Christophe, Kathleen Wermke): http://tinyurl.com/63mtdqh.

    Die Kinder tun dies in einer bestimmte „kritischen“ Phase ihrer Hirnentwicklung, wo das Gehirn besonders aufnahmebereit für das Erlernen einer Sprache ist. Das Ergebnis einer solchen „Prägephase“ ist praktisch kaum noch rückgängig zu machen, es ist irreversibel. Derartige Prägephasen sind auch aus dem Tierreich schon lange bekannt. Es sei nur an die von Konrad Lorenz entdeckte Nachfolgeprägung bei Graugänsen erinnert. Die Küken der Gänse erlernen in einem bestimmten Zeitabschnitt nach dem Schlüpfen, wer ihre Mutter ist. Die Kenntnis des Erscheinungsbildes der Mutter ist demnach nicht angeboren, sondern muß erlernt werden. Neben dieser Nachfolgeprägung gibt es auch noch die Prägung auf die Stimme der Eltern, die Prägung auf den eigenen Nachwuchs, die sexuelle Prägung anhand des Vorbildes des gegengeschlechtlichen Elternteiles u.a.m..

    Das Ergebnis der Studie spricht eindeutig dafür, allen Kindern die Chance zu lassen unbehelligt von irgendwelcher Einmischung von außen ihre jeweilige Muttersprache – das können durchaus auch zwei sein (!) – erst einmal richtig zu erlernen, also ihre sprachliche Prägephase erfolgreich zu absolvieren. Ist das geschafft, so lernen die Kinder auf dieser Grundlage eine Zweitsprache oder Drittsprache umso leichter!

    Ein von Zerrin angeregtes Programm der Sprachförderung wurde inzwischen von der Politik mit Geldmitteln ausgestattet, da es als sehr erfolgversprechend angesehen wird!

  6. Marc Fischer sagt:

    Bierbaron, selbst, wenn es die 6. Generation wäre, ihre MUTTERSPRACHE ist und bleibt Türkisch. Ihre Forderungen haben etwas von Zwangsgermanisierung. Wer diese Menschen nur als Deutsche bezeichnet, will alles, was sie auszeichnet untergraben, vermutlich aus der Angst vor ihnen. Also, auch als Türken sind sie ein Teil dieser Gesellschaft. Bleiben Sie mal ganz entspannt.
    Miro und ihr Kommentar ist mehr als daneben, spricht für vieles, aber nicht für einen Humanisten. Na, schon Sarrazin und Kelek gelesen und Broder finden Sie bestimmt auch lustig oder?

  7. Manfred O. sagt:

    @ Marc Fischer

    Dann erklären Sie mir doch bitte das ständige Lamento von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, sie würden sowieso NIE als DEUTSCHE gesehen, auch wenn sie sich noch so sehr darum bemühen würden.

    WOLLEN diese Menschen nun als DEUTSCHE gesehen/bezeichnet werden, oder bis an Lebensende als TÜRKEN ?

  8. Europa sagt:

    Ich sehe das Hauptproblem bei den Eltern, da die Eltern die Hauptpflicht haben ihr Kind auf ein vernünftiges Leben vorzubereiten, wenn es den Eltern egal ist ob ihr Kind nur eine Sprache kann oder nicht mal ihre Muttersprache ausreichend gut beherrscht, dannn besteht doch von vornherein kein Interesse an der Zukunft dieses Kindes. Wenn die Eltern nur türkisches Fernsehn kucken, dann ist das doch auch ein zeichen dass die Eltern immer noch nicht in Deutschland angekommen sind und von uns auch überhaupt nicht erreicht werden können, weil sie unsere Sprache nciht beherrschen.
    Man muss jetzt 3 Generationen gleichzeitig integrieren und das kann nicht klappen, wenn die Eltern zuhause und in ihren Vierteln ein Leben wie in der Türkei führen. Es muss ein Ruck durch die Migrantenviertel gehen, denn da kann der Staat nichts machen.

  9. Marc Fischer sagt:

    Manfred O. Wie kommen Sie darauf, dass es erstrebenswert kein Türke zu sein? Wichtig ist doch nur, dass man als Türke nicht behandelt wird wie 2. Klasse. Nach dem Motto, alles, was nicht deutsch ist, ist zweitrangig?

  10. NDM sagt:

    Manfred,

    es ist überhaupt kein Problem, sich zugleich muttersprachlich als „Türkisch“ oder „Vietnamesisch“ und zugleich als durchschnittlicher Bürger des Landes zu begreifen. Das können Sorben, Bayern und Friesen auch. Integration heißt ja nicht Selbstverleugnung.

    In den USA werden spanisch-Muttersprachler zwar mit dem Begriff „Latinos“ kollektiv umschrieben – zugleich steht jedoch nicht in Frage, dass es „Americans“ sind. Ein lupenreines „entweder oder“ macht überhaupt keinen Sinn.

    „Entweder Bayer oder Deutscher, beides geht nicht. Entscheide dich!“ – jawohl geht beides. 🙂

    Allerdings @Marc Fischer:
    Ein Bekannter von mir hat eine deutschsprachige Mutter und einen türkischsprachigen Vater. Ihm wurde praktisch kein Wort Türkisch beigebracht und er kann es bis heute nicht. Das ist zwar eine eher seltene Konstellation, aber auch das gibt es. Er ist deutscher Muttersprachler.


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