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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

TV-Tipps des Tages

13.03.2011 – Erdogan, Kosovo, Religion, Gaza, Jesus, Moslem, Migranten

Die TV-Tipps des Tages sind: Cosmo TV; Goa statt Gaza; Jesus ist Moslem; Dorfgeschichten; Windrose; Woche der Brüderlichkeit; Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde

VONÜmit Küçük

DATUM13. März 2011

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Cosmo TV
Themen: Türkischer Premier Erdogan überraschend in Düsseldorf; Die Kosovo Braut; Giz: Eine Frau boxt sich durch

Türkischer Premier Erdogan überraschend in Düsseldorf: Eigentlich wurde der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag auf die Eröffnungsrede halten. Doch nun wird bekannt: der türkische Premier ist bereits am Sonntag in Deutschland und hält eine Rede vor 12.000 Anhängern im ISS Dome in Düsseldorf.

Die Kosovo Braut: Seit drei Jahren kennt und liebt Dieter M. seine Ajshe, eine gebürtige Kosovo-Albanerin. Daran ändert sich auch nichts als sie ihm gesteht, dass sie zwar vor 18 Jahren wegen des Krieges legal nach Deutschland einreisen durfte, ihre Aufenthaltserlaubnis aber… (07:30 – 08:00, SWR BW, SWR RP, SWR SR)

TELEKOLLEG Sozialkunde
Krieg oder Frieden: Macht, Glaube, Weltethos – Das Wort Islam heißt „Frieden machen“, eine Aufforderung, die für alle Völker gilt. Doch die Umsetzung gelingt oft nicht – egal, welcher Religion die Menschen angehören. Der Dialog zwischen den Religionen ist gefragt. (08:30 – 09:00, BR-alpha)

Goa statt Gaza
Magazin (Gesellschaft -Politik Ausland) – Wenn Israels Soldaten ausflippen Film von Christian Sievers (10:15- 10:30, 14:15 – 14:30, 18:02 – 18:15, ZDFinfokanal)

Jesus ist Moslem
Vom Leben im Multi-Kulti-Kindergarten – Aus der Reihe „Menschen unter uns“- Der Film „Jesus ist Moslem“ zeigt, wie religiöser Respekt und kulturelle Koexistenz in einem Mainzer Kindergarten erfolgreicher gestaltet werden als von vielen Erwachsenen, Politikern und Hitzköpfen im ganzen Land.

Baran kommt noch nicht so gut mit dem Hirtenstab zurecht, aber seine Rolle als Josef im Hirtenspiel mag er sehr. Neben ihm steht Fatma; sie spielt die Maria. Baran und Fatma sind fünf Jahre alt und gehen in die Kindertagesstätte am Goetheplatz in der Mainzer Neustadt. 100 Kinder sind hier, 87 von ihnen mit einem Migrations-Hintergrund. Die meisten sind Moslems. In der Kita sind fast alle Religionen vertreten. Leiterin Regina Schneider lernt Tag um Tag mit den Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten der Eltern umzugehen, die ihre unterschiedlichen ethischen Werte und kulturellen Traditionen mit und einbringen. Ob Zuckerfest, Nikolaus oder der Geburtstag des Propheten: Die Kinder feiern alle Feiertage groß zusammen. (10:30 – 11:00, SWR BW, SWR RP, SWR SR)

Dorfgeschichten
Asbach-Bäumenheim ist ein kleiner Ort im Donauries. 4 ½ Tausend Menschen leben hier, und über 300 davon sind türkischer Abstammung. Viele Frauen tragen Kopftuch, viele Männer der ersten Generation können auch nach 40 Jahren in Asbach-Bäumenheim kaum deutsch – und doch scheint hier etwas anders, besser gelaufen zu sein als in Großstädten und Ballungszentren mit einem vergleichbar hohen Anteil an Ausländern. Der Film zeigt die Geschichte einer erfolgreichen Integration:

Er erzählt von den schwierigen Anfängen, als die so genannten „Gastarbeiter“ nach Asbach-Bäumenheim kamen und nicht wussten, was sie essen sollten, vor lauter Angst, gegen islamische Regeln zu verstoßen. Erzählt davon, wie schwer es war, neben der harten Arbeit in der Fabrik deutsch zu lernen. Untergebracht waren die Neuankömmlinge in einfachsten Unterkünften. Das hat sich im Lauf der Jahre geändert: die meisten der türkischen Einwohner besitzen ein eigenes Häuschen, auch wenn hie und da ein Maulbeerbaum im Vorgarten vom Heimweh seiner Besitzer erzählt.

Die Eingewöhnungsjahre waren schwierig, obwohl die Neuankömmlinge von den Dörflern freundlich empfangen wurden. Eigentlich plante jeder, nach einigen Jahren wieder zurück in die türkische Heimat zu ziehen. Aber die Zeiten waren nie danach. Irgendwann zogen die Frauen und die Kinder nach, gingen hier zur Schule, die zweite Generation fasste Fuß.

Arbeit gab es in und um Asbach-Bäumenheim stets genug: Ein großer Traktoren- und Caravan-Hersteller hat hier seinen Sitz, eine Firma für Milchprodukte und diverse andere Unternehmen – die Arbeitsplätze waren der Garant für das Bleiben. Und so lebt mittlerweile die dritte Generation hier in Asbach-Bäumenheim. Für sie ist die Türkei nur noch Urlaubsland – und Deutschland selbstverständliche Heimat.

Alte und Junge, Türken und Deutsche kommen in der Dokumentation von Frieder Käsmann zu Wort, erzählen mit viel Humor von früher und heute, von Nähe und Distanz. Da erzählen die Frauen unbefangen von ihrem Umgang mit dem Kopftuch, und wir sind zu Gast auf einer alevittischen Beschneidungsfeier und bei der Fronleichnamsprozession. Der Film besucht die Kinder in die Schule und begleitet die Protagonisten zur Arbeit und zum Freitagsgebet in die Moschee, ein umgestaltetes Wohnhaus.

Ein Film über drei Generationen Menschen „mit Migrationshintergrund“ wie es heute heißt. Über ein Dorf, das sich geöffnet hat und zur neuen Heimat geworden ist für all diese Menschen, die sich ein Leben außerhalb von Asbach-Bäumenheim oder gar in der Türkei nicht mehr vorstellen können. (15:15 – 16:00, BR)

Windrose
Das Auslandsmagazin des MDR – Die Windrose ist ein moderiertes Auslandsmagazin, das sich mit aktuellen politischen Themen und mit Hintergründen über Land und Leute beschäftigt.

Im Auslandsmagazin „Windrose“ berichten Korrespondenten aus aller Welt über die Hintergründe aktueller Ereignisse. Internationale Journalisten weisen auf politische und kulturelle Besonderheiten von Ländern und Regionen hin. (16:05 – 16:30, MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen)

Woche der Brüderlichkeit
Aufeinander hören – Miteinander leben – Zusammenfassung der Eröffnungsfeier – Mit einem Festakt aus dem Stadttheater in Minden wird am 13. März die „Woche der Brüderlichkeit“ eröffnet. Hochrangige Prominenz aus Politik und Kirche haben ihr Kommen zugesagt, um mit dabei zu sein, wenn die „Buber-Rosenzweig-Medaille“ an den diesjährigen Preisträger, Dr. Navid Kermani übergeben wird. Der vielfach ausgezeichnete Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani wird für seinen literarischen und wissenschaftlichen Einsatz im interkulturellen Dialog geehrt. Damit erhält erstmals ein Mann mit muslimischen Wurzeln die hochrangige Auszeichnung der „Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird gemeinsam mit dem Mindener Bürgermeister Michael Buhre und dem evangelischen Präsidenten des Deutschen Koordinierungsrats zur Eröffnung sprechen. Die Moderation der Veranstaltung unter dem Titel „Aufeinander hören – Miteinander leben“ übernimmt die WDR/ARD-Moderatorin Anna Planken. Die ARD sendet eine Zusammenfassung der Feierlichkeiten. (23:35 – 00:05, Das Erste (ARD))

Das Ministerium für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde
Dokumentation – Film von Jan Lorenzen und Christian Klemke – Der Dokumentarfilm „Alltag einer Behörde“ bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen alltäglicher Perfidität und Grausamkeit der Stasi-Methoden und einer von Selbstzweifeln geprägten Mitarbeiterschaft.

„Wir haben einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen werktätigen Menschen. Ich liebe doch alle, alle Menschen“, verkündete Erich Mielke am 13. November 1989 bei seinem letzten, denkwürdigen Auftritt vor der Volkskammer.

In der Kurzform „Ich liebe euch doch alle“ wurde sein Ausspruch zum Sinnbild des Verhältnisses zwischen der Obrigkeit in der DDR als liebendem und strafendem Vater und den Untertanen als unmündigen Kindern. Schon lange ging es im Ministerium für Staatssicherheit nicht mehr nur darum, gegen Oppositionelle vorzugehen und die „Feinde des Sozialismus“ unschädlich zu machen. Die Stasi war mehr als eine Geheimpolizei klassischen Zuschnitts, sie war eine Art Überministerium geworden, das sich beinahe für alles verantwortlich fühlte, was in der DDR vor sich ging. (23:40 – 23:39, MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen)

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