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Migration und Integration in Deutschland

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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

EU-Marathon der Türkei

Erdogan in Deutschland. Fluch oder Segen?

Erdogan in Deutschland. Was bleibt? Neben einem weiteren Integrationsbekenntnis, vor allem, die Litanei an ausufernder Kritik und das dumpfe Gefühl, dass Erdogans Auftritt der Integration der Türken in Deutschland und dem EU-Beitrittprozess der Türkei geschadet haben könnte.

VONHakan Demir

 Erdogan in Deutschland. Fluch oder Segen?
Magistrand der Politikwissenschaft an der Universität Trier. In seiner Magisterarbeit befasst er sich mit der „Europäisie- rung und Konditionalität im Beitrittsprozess der Türkei“.

DATUM4. März 2011

KOMMENTARE14

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Drei Jahre lag der letzte Besuch Erdogans zurück, da kehrte der türkische Ministerpräsident selbstbewusst – seiner wirtschaftlichen und politischen Erfolge völlig gewahr – nach Deutschland zurück. Am Montag hielt er eine polarisierende Rede in Düsseldorf, die sich im Wesentlichen nicht von der vorigen unterscheidet. Er warnte – wie gewohnt – vor Assimilation, vor Ausländerfeindlichkeit und bekannte sich zur Integration.

„Die Beitrittsverhand- lungen mit der Türkei beenden, solange die Türkei die Religionsfreiheit nicht achte.“

Deutsche Politiker entrüstet!
Fast einhellig ist die Meinung – sogar parteiübergreifend – deutsche Politiker von Rang und Klang zeigen sich entrüstet über die Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan.Was war jedoch geschehen? Hatte Erdogan etwa die Bürgerinnen und Bürger mit türkischer Zuwanderungsgeschichte zur Illoyalität oder zu verfassungswidrigen Handlungen gegen Deutschland angestachelt oder gar aufgerufen, verstärkte Lobbyarbeit zugunsten des EU-Beitritts zu betreiben? Nein, der Streit entbrannte an seiner Äußerung, dass türkische Kinder zuerst Türkisch und dann Deutsch lernen sollen! So fühlte sich etwa Unions-Fraktionschef Volker Kauder auf den Plan gerufen. Seine Forderung: Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beenden, solange die Türkei die Religionsfreiheit nicht achte.

„Die erneute dogmatische Haltung gegen den Türkeibeitritt dürfte das „C“ in der CDU wieder mehr in den Vordergrund rücken und in den kommenden Landtagswahlen, die eine oder andere Stimme einbringen.“

Herr Kauder kommt jedoch gute sechs Monate, vielleicht sogar fünf Jahre zu spät. Denn seit 2006 geht es in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ohnehin nicht mehr weiter, allein in den letzten sechs Monaten wurde kein weiteres Kapitel – von insgesamt 35 – eröffnet. Folglich darf man Kauders Kritik als kleine Wahlkampfparole werten. Die erneute dogmatische Haltung gegen den Türkeibeitritt dürfte das „C“ in der CDU wieder mehr in den Vordergrund rücken und in den kommenden Landtagswahlen, die eine oder andere Stimme einbringen.

Der Türkei-Experte der FDP-Bundestagsfraktion Serkan Tören kritisiert derweil Kauders Äußerungen scharf, bezeichnet sie als populistisch und verweist auf den Koalitionsvertrag. Sich mit Blick auf die angeblich mangelnde Religionsfreiheit in der Türkei für einen Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen auszusprechen, entspreche in keiner Weise dem Koalitionsvertrag. In diesem Zusammenhang müsse Kauder auch die Situation der muslimischen Minderheiten in Griechenland erwähnen.

Erdogan als Wahlkämpfer in Deutschland?
Die Parlamentswahlen in der Türkei finden am 12. Juni 2011 statt, sodass man Erdogans Auftritt in Deutschland allein vor diesem Hintergrund interpretieren könnte. Denn 1,3 Mio. in Deutschland lebende türkische Wähler dürften wählen, wenn sie denn auf türkischem Boden wären. Bundeskanzlerin Merkel hatte derweil Grünes grünes Licht für den Vorschlag des türkischen Ministerpräsidenten gegeben, in Deutschland lebenden Türken die Stimmabgabe in türkischen Konsulaten und in der türkischen Botschaft zu ermöglichen. Allerdings hat der Vorsitzende der Wahlkommission (YSK) in der Türkei Ali Em – türkischen Zeitungsberichten zufolge – keine solche Anfrage von der türkischen Regierung erhalten. Ali Em erklärte weiter, dass die Stimmabgabe im Ausland in den dort ansässigen Konsulaten erst zu den nächsten Wahlen stattfinden könne. Erdogan als Wahlkämpfer in Deutschland? Folglich, nein!

„Kommissionspräsident Barroso hatte bereits vor den Beitrittsverhand- lungen in 2005 die Türkei aufgefordert, die Köpfe und Herzen der Menschen in Europa zu gewinnen.“

Schadet Erdogans Auftritt dem EU-Beitrittsprozess der Türkei?
Der SPD-Politiker Martin Schulz erklärte, dass Erdogans Politik für einen Beitritt der Türkei sicherlich kontraproduktiv sei. Dem mag man beipflichten. Während Erdogan im Nahen und Mittleren Osten zu den beliebtesten Politikern zählt, hat er in Europa seit Jahren einen schweren Stand. Dies liegt an seinen patriotischen Auftritten in Europa, teils an der allgemeinen Ablehnung eines EU-Beitritts sowie an der kulturellen Verschiedenheit der Türkei. Kommissionspräsident Barroso hatte bereits vor den Beitrittsverhandlungen in 2005 die Türkei aufgefordert, die Köpfe und Herzen der Menschen in Europa zu gewinnen. Wann und ob dies gelingt, bleibt auch in Zukunft mehr als fraglich.

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14 Kommentare
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  1. Jos. Blatter sagt:

    Herr Demir, sie sind ein Wunder – sie kritisieren, als Türke, Erdogan! Hut ab!
    Aber, werther Herr Demir. Deutsche oder andere Politiker, auch nicht ein Erdogan oder Erbakan, spielen eine Rolle, ob die Türkei in die EU oder nicht kommt.
    Die Politiker sind völlig irrelevant. Sie sollten sich vielleicht mit der Bevölkerung Deutschlands und Europas beschäftigen. Gerade in Deutschland sehen diese Leute tagtäglich den turkoislamischen Beitrag der Türkei zu Deutschland. Und ich darf ihnen sagen, dieser Beitrag kommt so gut an, dass 84% der deutschen Bevölkerung in Deutschland, einen EU-Beitritt der Türkei rundweg ablehnen. Und das ist auch gut so.

  2. AntiErdogan sagt:

    Herr Erdogan ist ein Nationalist, er versucht halt sich bei den Auslandstürken Stimmen einzuheimsen, damit seine AKP-Partei wieder alleine regieren kann. Außerdem haben er und seine Mitstreiter Angst vor den Grauen Wölfen und der ultra-nationalistischen MHP-Partei.

  3. Realist sagt:

    Ich habe gerade den Spiegel gelesen und den Artikel über den Sultan von Almanya gelesen (Erdogan). Da gibt es auch eine schöne Grafik über die Integrationsleistung nach Herkunft. Das ist sehr interessant, was die Türken betrifft, weil es nähmlich jedes Vorurteil bestätigt. Es gibt einfach Menschen die es nicht verstehen wollen.

    Bei interesse kann man diese Studie hier nach lesen:

    http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Zuwanderung/090122_Zusammenfassung.pdf

    Und hier nur mal ein Auszug aus der Studie und dem Alltag wie man es tagtäglich sieht:

    Mit Abstand am schlechtesten integriert ist die Gruppe mit türkischem Hintergrund. Zwar sind die meisten schon lange im Land, aber ihre Herkunft, oft aus wenig entwickelten Gebieten im Osten der Türkei, wirkt sich bis heute aus: Als einstige Gastarbeiter kamen sie häufig ohne jeden Schul- oder Berufsabschluss, und auch die jüngere Generation lässt wenig Bildungsmotivation erkennen. Die in Deutschland geborenen Türken haben zwar doppelt so häufig das Abitur wie die selbst Zugewanderten, aber selbst der hoffnungsvolle Wert der Jüngeren liegt immer noch zu 50 Prozent unter dem Niveau der Einheimischen. Die hohe Erwerbslosigkeit unter der zugewanderten Generation bleibt bei den Jüngeren bestehen. Ein Nachteil dieser Gruppe ist ihre Größe: Weil es gerade in Städten so viele sind, fällt es ihnen leicht, unter sich zu bleiben. Das erschwert gerade zugewanderten Frauen, die häufig nicht erwerbstätig sind, die deutsche Sprache zu erlernen. Damit fehlt auch den Kindern eine wesentliche Voraussetzung für gute Integration. Ebenso kommt die Vermischung mit der Mehrheitsgesellschaft, die in den anderen Gruppen stetig voranschreitet, bei den Personen mit türkischem Hintergrund kaum voran: 93 Prozent der in Deutschland geborenen Verheirateten führen ihre Ehe mit Personen der gleichen Herkunftsgruppe.

  4. Kanacke sagt:

    Nehmen wir mal an das wir eine ganze ethische Zugehörigkeit vorverurteilen können. Machen wir es unserem Verstand einfach und verallgemeinern wir mal wild drauflos, damit schafen wir es auch unser rational kongnitives Wesen zu überlisten. Ansonsten wird es nicht funktionieren. Also fangen wir an: alle Türken sind Knoblauch esser. Jeder Türke hat mal in einer Döner Bude gearbeitet. Jeder Türke hat eine Frau mit Kopftuch zu hause und mindestens sieben Kinder. Jeder Türke ist ein schläger Typ und hat in seinem leben mindestens drei Straftaten begannen. Also könnte man sagen „alle Türken sind…..“ Ich als reinrassiger nicht Deutscher, könnte sagen „alle türken sind scheisse. Ich mag keine Türken, weil sie……(such dir was aus)“ Türken sind gehören wie die deutschen zur Gatung Homo Sapiens (ehrlich nicht gelogen) und wenn wir die Türken so gut stigmatisieren können, wird das wohl bei allen anderen Völkeren auch gehen oder? Machen wir mal einen Test mit den deutschen.
    Wie war das mit dem dritten Reich? Schauen wir mal welche Vorurteile bei den deutschen transparent verdeutlicht werden können. Wieviele deutsche Bürger haben während dem Nationalsozialismus den Führer verehrt und sind ihm gefolgt? Was hat das dritte Reich so gutes Vollbracht das ein ganzes deutsches Volk geschlossen hinter der „Führung“ stand? Muss ja wahnsinnig kultiviert gewesen sein. Was könnte man also dem gesamten deutschen Volk als eigenart zuschreiben? Die Schlussfolgerung solch irrationaler Talfahrten sind für kleingeister reserviert. Deswegen viel Spass bei eurem zukünftigem Kampf gegen Windmühlen. mein tipp: Baut eure Vorurteile ab indem ihr mit den leuten auch das gespräch sucht und unterschiedliche Meinungen auch respektiert. Vieleicht hilft auch ein guter Schwarz Tee. Die Briten nehmen gerne noch ein spritzer Zitronensaft dazu.

    freundliche Grüsse Kanacke

  5. schneider sagt:

    Lieber Kanacke,

    warum müsst ihr Türken eigentlich immer wieder mit dem dritten Reich anfangen? Wir werfen euch ja auch nicht die aggresssive Expansion des osmanischen Reiches mit wieviel hundert Millionen Toten, Versklavten und Ermordeten vor. Oder den Holocaust an den Armeniern. Nein, es geht um heute, um jetzt, um das 21. Jahrhundert. Es geht (hier) in erster Linie um Euer Integrationsversagen. Würdet ihr euch gut integrieren, bräuchte man kein Migazin, keine runden Tische, keine Integrationsbeauftragten.

    Aber vermutlich könnt ihr nichts dafür, ihr könnt euch schlicht und ergreifen in kein christliches Land integrieren, ihr werdet immer Türken, immer Fremde, immer die Gastarbeiter bleiben. Auch in 20 Generationen noch. Ich als Tscheche habe meine beiden Söhne mit deutschen Vornamen getauft, nur der zweite (unerwähnte) Name ist ein slavischer. Warum ich das tat? Weil ich ein Deutscher bin und ich will, dass meine Kinder Deutsche sind. Wir leben hier, nicht in Tschischer Republik.

  6. Leon sagt:

    Mit allen vom 3. Reich betroffenen Ländern und Völkerschaften gab es eine Aussöhnung – aber die Türken werden uns den Nationalsozialismus nie verzeihen …;-)

  7. Boli sagt:

    @Kanacke

    Sie sollten Ihre Zunge zügeln, denn im Gegensatz zu Deutschland schei..t sich die Türkei bis heute in die Hose wenn es um die Armier geht.
    Das heisst im Klartext ein Grund wieso ihr in der Gegenwart versagt ist die unverarbeitete Vergangenheit und so verbaut ihr Euch die Zukunft.
    Und wenn es um die Akzeptanz anderer Meinungen geht seid ihr die Letzten die andere belehren könnten. Zur Zeit wird auf ZDF diskutiert bezüglich Sprache bzw. welche „zuerst“ gelernt werden sollte.
    http://login.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,8058725,00.html?dr=1
    In dieser Runde hat sich auch ein Türke mit kurdischem Hintergrund gemeldet und sich zurecht darüber beklagt das Erdogan erst mal vor seiner eigenen Haustür kehren müsste bevor er anderen überhaupt irgendetwas vorwerfen darf. Zumal im Gegensatz zum türkischen in Deutschland das Kurdische in der Türkei immern noch einem Bann unterliegt was einem Verbot gleichkommt.
    Jedenfalls der nächste Beitrag kam dann gleich von einem „waschechten“ Türken der den Vorgänger sofort gemaßregelt hat, sich über sein deutsch lustig macht. Er hat eigentlich nur vergessen zu fragen ob er denn den Gesetzesartikel zur „Herabsetzung des Türkentums und der türkischen Nation wie seiner Institutionen“ nicht kennt und das solches Verhalten strafbar ist. Immer die Gleiche stereotype reaktion von Türken wenn es um sie selbst geht.
    Im Übrigen. Auf Migazin werden die Leute welche Innenminister Friedrich in der Frage der historischen Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland bzw. Europa groß und breit aufgeführt, aber KEINER der Widersprechenden hat wirklich dargelegt WIESO ihrer Meinung nach der Islam historisch dazu gehören sollte. KEINER! Denn ein Seitenverweis auf kulturell-wissenschaftlichen Austausch in Südeuropa hat mit der Religion Islam schon mal gar NICHTS zu tun weil es um Wissenschaft geht und Sizilien liebe Leute ist nicht Deutschland oder die Niederlande. Also wo sind die Beweise. Euch geht es doch nur darum nicht mit runter gelassenen Hosen da zu stehen. Aber wirkliche Belege? Fehlanzeige!
    Wenn hier also noch jemand dabei ist der glaubhaft widerlegen kann das der Islam nicht zu Deutschland gehört sollte sich auch erst mal diesen Artikel durchlesen:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,749307,00.html

    Und im Übrigen läuft die „demokratische“ Revolution in den Magrebstaaten auch nicht so wie ihr Euch das wünscht. Inzwischen wurden auch in Ägypten wieder ein koptischer Priester, Kirchen und Klöster angegriffen und entsprechend Menschen unter Einbezug der Armee angegriffen und Menschen verletzt wenn nicht gar getötet.
    http://www.google.de/search?q=Full+Video%3AVery+Ugly+Attack+by+Egyptian+Islamic+army+tanks+on+St.Bishoy+Coptic+monastery+23-2-2011+%2B+Youtube&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

    Und was den Beitrag von Schneider angeht. Er zeigt hier offensiv und deutlich das er in dem Land in das er eingewandert ist auch angekommen ist. Kein Schwein wird irgenwann mal fragen wo er denn eventuell ursprünglich mal her kam.
    UND DAS LIEBE TÜRKEN IST WAHRHAFTES VERHALTEN VON EUROPÄERN!! Es ist egal ob ein Deutscher nach Norwegen auswandert oder ein Italiener in die Slovakei oder ein Portugiese nach Kroatien. Die Menschen selbst entwickeln bzw. haben diese Fähigkeit schon längst entwickelt innerhalb von max. 2 Generationen als VOLLE Bürger des Landes zu gelten in das sie eingewandert sind. DAS IST EUROPA und so sollte es verstanden werden.
    Und soooo lange ihr das nicht könnt bzw. überhaupt wollt so lange habt ihr gleich dreimal nichts in der EU zu suchen. Da rate ich Euch an folgt Eurem hirngespinst des Pan-Turanismus und biedert Euch bei Euren Verwandten Richtung China an. Weil die Araber auch wenn Ihr das immer noch denkt werden Euch nicht bedenkenlos folgen oder nachahmen.

  8. Leser sagt:

    @boli:

    Sie und weitere […] haben nicht ansatzweise das Recht, mir in der 4.Generation angelangt, sowie meinen Vätern und Großvätern, die einst dieses Land ab 1961 MIT aufgebaut haben, zusagen, dass wir nichts in Deutschland zu suchen hätten!!!! Also zügeln sie selbst zuerst ihre Zunge. Ihre Moral- und Wertvorstellung ist nach Lesen einiger Kommentare auf dieser Internetpräsenz mehr als veranschaulich dargestellt.

    Und dieses hin und her schieben von „Wer ist der „schwarze Peter““ ist genauso armselig, wie die Schuld bei anderen zu suchen, statt vorerst zuzusehen, sich an die eigene Nase zu packen, wie in Vergangenheit ein Herr Hagen Rether in Bezug zur Thematik „Moslembashing“ zum Vorschau gebracht hat.

    Um mal auf das Thema des vorliegenden Artikels zurück zu kommen, finde ich gut, dass Erdogan gesagt hat, dass WIR uns nicht assimilieren sollen, jedoch integrieren! Denn ich gebe ungern meine ursprüngliche Herkunft und Kultur gegenüber solchen Leuten wie sie auf, die mich vllt. als Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund formell wahrhaben, letztlich trotz dieser Tatsache ein lebenlang als TÜRKE deklarieren werden, wenn ich Sie mal auf der begegne. Denn ich werde niemals Schweinemett essen, Paulaner trinken, zum Christentum übertreten, damit ich dann auch nur ein Stück Akzeptanz von der Majoritätsgruppe erhalte. Deshalb ist es richtig, wenn ein Erdogan sagt, dass Assimilation ein Verbrechen gegen die Menscheit ist, genauso wie die seit 2001 deutlich spürbare, von den Medien angestachelte Islamphobie.

    Und ich lass mich nicht wie sie auf ein Niveau herunterfallen und zeige immer auf den anderen, der in Vergangenheit und in der Zukunft für alles an Elend, Trauer und Schmerz verantwortlich sein soll, wobei ich mich jedoch mit jeglicher Friedfertigkeit, Toleranz und Gutmenschlichkeit schmücke. Aus diesem Grunde werde ich keine geschichtlichen Belege dafür liefern (vor allem nicht aus irgendwelchen Internet-Quellen) dass auch SIE, Boli, nicht mit dem Reinen gewaschen sind.

    Von daher….Lassen Sie mich in Ruhe leben in Deutschland. Ich habe diese Kultur, die Werte als Türke bildungsferner Gastarbeiter mehr internalisiert und wurde sozialisiert, soweit können Sie gar nicht denken…Leider

  9. Kosmopolit sagt:

    Leser:
    Wen ich soll viel Widerwillen in ihrer Aufzählung lese, frage ich; Warum leben Sie eigentlich in einem Land, was im Grunde nicht mögen? Sie haben an vielen Dingen etwas auszusetzen. Boli hat aber recht ! Sie sollten sich in der Geschichte besser auskennen, bevor sie solchen Mist erzählen.
    Deutschland musste auf Druck der USA (Nato) Türken aufnehmen, aber nicht 1961, sondern viel, viel später. Im Gegensatz zu allen anderen Staaten, die Gastarbeiter gestellt hatten, hat sich die Türkei geweigert, ihre Landsleute zurück zu nehmen. Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts, füllt unnötig Foren wie diese.
    Hier meine Meinung und stellen sie sich mal bildlich vor, wenn andere in der Türkei solches tun würden, wie folgt beschrieben:
    Keine andere Ethnie focussiert ihre Andersartigkeit so wie muslimischen Türken, getrieben durch ein extremes Nationalbewusstsein, nach dem Motto: „Ne mutlu Türkum dyene“ Welches Glück wird dem zuteil, der sagen kann „ich bin ein Türke“. Damit verblassen alle anderen Ethnien, und werden zur Unkenntlichkeit degradiert. Solche Einstellungen, in der Tiefe, findet man bei keiner andere Migrantengruppe und das macht das Zusammenleben so schwierig. Deshalb, in der Opferrolle, in der sich die Türken oder Muslime gerne sehen, entbehrt hier jeder Grundlage. Keine andere Migrantengruppe hat in diesem Umfang seine innenpolitischen Probleme nach Deutschland exportiert. Möglicherweise haben viele die Kurdenprobleme in den 80er vergessen. Dann die religiösen und politischen Gruppierungen wie die DITIB, Milli Görüs, die grauen Wölfe, die abgeschotteten Türkencafes, u.v.a. die ein Affront gegen die hiesige Gesellschaft darstellen.

  10. Leser sagt:

    @Kosmopolit:

    „Warum leben Sie eigentlich in einem Land, was im Grunde nicht mögen?“

    1. An welchem Punkt machen Sie fest, dass ich dieses Land nicht mag? Bitte interpretieren Sie nicht in das von mir Geschriebene irgendwelchen Unsinn! Diesen Unsinn (!!!) muss ich mir nicht anhören. Ich stehe zu diesem Land genauso wie zur Türkei! Ich wurde hier geboren, habe die Sprache besser als so manch Einheimischer frühzeitig (!!!) gelernt, beherrsche ebenso meine Muttersprache, ging zur Schule, habe mein Abitur erfolgreich absolviert und studiere jetzt. Also, was haben Sie für ein Problem mit mir?! Außerdem: Nicht dieses Land „würde“ mich „aufregen“ (sonst wäre ich schneller weg als Sie denken können), sondern Menschen wie Sie, die sich zu Wissenschaftlern aller Themengebiete erkoren haben, obwohl sie null Plan von der Wirklichkeit haben und stattdessen lautstark im Internet den Helden spielen. Vor allem unterstelle ich, weil ich es tagtäglich hautnah erlebe, solchen Leuten wie Ihnen, dass sie nicht mal den Kontakt zu Migranten etc. gesucht haben, nicht wissen, wie diese Leben, warum sie so sind, stattdessen jedoch durch Medien- und Internetwissen (da sind wir wieder angelangt) den Erleuchter der bösen bösen Ausländer / Migranten / Menschen mit Migrationshintergrund an den Tag legen.

    Und wieder kommt so eine Aussage, sorry, ich meinte BEHAUPTUNG, zur Geltung: „Deutschland musste auf Druck der USA (Nato) Türken aufnehmen, aber nicht 1961, sondern viel, viel später. Im Gegensatz zu allen anderen Staaten, die Gastarbeiter gestellt hatten, hat sich die Türkei geweigert, ihre Landsleute zurück zu nehmen.“

    Da muss ich jetzt schnell meinem Großvater erzählen, dass er mich angelogen hat. Er wanderte „viel viel“ später (Kosmopolit: 2011) in die Bundesrepublik ein.

    2. Ich habe doch ausdrücklich zu Leuten wie Ihnen gesagt „[…] .Aus diesem Grunde werde ich keine geschichtlichen Belege dafür liefern […].“ Bitte verstehen Sie die Intention meines Satzes. Apropos, wenn Sie schon so etwas von sich geben, dann belegen Sie doch bitte ihre Thesen.

    3. Und über Nationalismus brauche ich mich mit Ihnen gar nicht zu unterhalten. Dieser würde Sie wieder in den Größenwahn führen. Und an dieser Stelle wieder meine Meinung (die mir gem. Art. 5 GG zusteht), „[…] Und ich lass mich nicht wie sie auf ein Niveau herunterfallen und zeige immer auf den anderen, der in Vergangenheit und in der Zukunft für alles an Elend, Trauer und Schmerz verantwortlich sein soll, wobei ich mich jedoch mit jeglicher Friedfertigkeit, Toleranz und Gutmenschlichkeit schmücke […]“

    Und zu allen anderen Meinungsäußerungen Ihrer Person á la „Möglicherweise haben viele die Kurdenprobleme in den 80er vergessen. Dann die religiösen und politischen Gruppierungen wie die DITIB, Milli Görüs, die grauen Wölfe, die abgeschotteten Türkencafes, u.v.a. die ein Affront gegen die hiesige Gesellschaft darstellen.“ kann ich nur auf den Punkt 2 (s.o.) verweisen.

    „Wissen ist Macht, nichts wissen macht auch nichts, füllt unnötig Foren wie diese.“ Ihnen ist anscheinend Ihr Wissen zu Kopf gestiegen…Solange Sie mich in Ruhe lassen, bleibe ich gerne unwissend!

    Das „Fremde“ stellt das hiesige Problem dar. Da spielt es auch keine Rolle, ob die Türken oder sonst eine ethnische Gruppe über 40 Jahren in Deutschland BEHEIMATET ist.

    In diesen Sinne… PROST

    ——————————————————–

    „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.“
    (Albert Einstein)


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