Integration im 16:9 Format - Alternativlos, Parallelwelten und Nomen est Omen - MiGAZIN

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Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Münchner Merkur, 6.11.2013

Integration im 16:9 Format

Alternativlos, Parallelwelten und Nomen est Omen

Als alternativlos bezeichnete Bundeskanzlerin Merkel die Milliarden Finanzspritzen für Griechenland und sprach gleichzeitig von der Zukunft Europas, die bei einer unterlassenen Hilfeleistung aus Deutschland auf dem Spiel stände.

VONMartin Hyun

 Alternativlos, Parallelwelten und Nomen est Omen
Martin Hyun, 1979 in Krefeld geboren, Sohn koreanischer Gastarbeiter, studierte Politik, International Business und Relations in den USA und Belgien, war der erste koreanischstäm- mige Bundesligaspieler in der DEL und Junioren Nationalspieler Deutsch- lands. Im Europäischen Jahr des interkulturellen Dialog 2008 engagierte er sich als Botschafter in Deutschland. Er gehörte dem Leadership-Programm der Bertelsmann-Stiftung an und nahm als ein Vertreter der Koreaner in Deutschland an der Jahreskonferenz 2008 Forum Demographischer Wandel teil, die vom damaligen Bundespräsi- denten Horst Köhler initiiert wurde. Seit 2008 promoviert er zum Thema Arbeitsmi- gration. Sein Debüt-Buch „Lautlos-Ja Sprachlos-Nein: Grenzgänger zwischen Deutschland und Korea“ erschien im Eb-Verlag Hamburg.

DATUM3. März 2011

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RESSORTAktuell, Meinung

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Solch bekennende Worte der Solidarität hätte ich mir auch von der Bundeskanzlerin während der Debatten über die Neuregelungen des Hartz-IV-Regelsatzes gewünscht. Da ging es für Merkel nicht um die Zukunft des Landes. Abwertend sprach sie sogar von einem „Wünsch-Dir-Was-Konzert“.

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Schließlich können die rund 4,7 Millionen Hartz-IV Empfänger keine deutschen Leopard Kampfpanzer und U-Boote kaufen. Die von allen guten Finanzgöttern verlassenen Griechen müssen dies nun mit deutschen Euros tun. Wie steht die Bundeskanzlerin wohl im Herzen zur Integrationspolitik, fragte ich mich, weil sie in den Verruf gekommen ist als Symbolpolitik. Ist die Integrationspolitik für Merkel auch alternativlos, wie die monetäre Stütze nach Griechenland. Eine Antwort darauf werde ich wohl nie kriegen.

In der fabelhaften „Parallelwelt“ der Maria Böhmer jedenfalls gibt es viele Alternativen. Erst kürzlich errichtete Böhmer einen nationalen Integrationsbeirat. In der Pressemitteilung ließ sie verlauten, dass sich der Beirat aus bis zu 32 Mitgliedern zusammensetzen soll. Dabei gelten zehn Migrantenverbände als gesetzt. Unter „Böhmers zehn“ befinden sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, BAGIV e.V., die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V., Intercomites (italienische Migranten), der Verband Griechischer Gemeinden in der BRD e.V., der Bund der spanischen Elternvereine in Deutschland e.V., der Kroatische Weltkongress in Deutschland e.V., der Zentralrat der Serben e.V., der Club Dialog e.V. (russischsprachige Migranten), der Bundesverband Deutsch-arabischer Vereine und das Landesnetzwerk der Migrantenselbstorganisationen Sachsen-Anhalt.

Für die viel gelobten Musterschüler gelungener Integration, den Vietnamesen und den Koreanern war mal wieder kein Platz. Die Gründe der Nicht-Berücksichtigung können vielfältig sein. Es mag sein, dass für Böhmer die Teilnahme der Koreaner an zwei bedeutungslosen Integrationsgipfeln, in der der Nationale Integrationsplan bereits eine runde Sache war für den Rest der Zeit in Deutschland ausreichen sollte oder aber sie befürchtet eine immer größer werdende Kritik aus den Reihen der sonst so lautlosen Musterbeispiele gelungener Integration. Als Vorstandsmitglied der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft habe ich jedenfalls einen Brief an Maria Böhmer geschickt und bat um Stellungnahme, warum in ihrem Integrationsbeirat kein einziger koreanischer Verband berücksichtigt wurde. Auf eine Antwort warte ich heute noch. Grenzenlos vielfältig scheint nur der Samsung Galaxy Tab zu sein, so zumindest wirbt das koreanische Unternehmen mit seinem High-Tech Produkt.

In Deutschland hat schon längst ein Prozess der Hierarchisierung von Migrantengruppen begonnen, in „the good, the bad and the ugly“. Die Asiaten sind als Musterbeispiele an der Tabellenspitze anzufinden, weil die arabisch- und türkischstämmigen auf einem bedrohlichen Abstiegsplatz stehen. Die Guten, das sind die Vietnamesen und Koreaner und die schlechten, die Araber und Türken. Die einen sind integrationswillig, die anderen nicht. Leider ist es keine Fußball Bundesliga Tabelle, in der den Koreanern und Vietnamesen eine automatische Teilnahme an der Champions League gewährt wäre.

Manche Politiker, allen voran Maria Böhmer, machen es sich mit der Hierarchisierung viel zu einfach. Das Leben ist bekannterweise schon kompliziert genug. Aber mit dieser Einstellung schotten sich die Politiker immer weiter von der realen Welt ab, dass man sich die berechtigte Frage stellen muss, wer von uns in einer Parallelwelt lebt. Gerade bei den Äußerungen zu den anonymisierten Bewerbungsverfahren kommt diese Erkenntnis zum Vorschein. Viele ernannte bzw. selbst ernannte Integrationspolitiker sprechen von Ali oder Mehmet, Murat und Aische, Fatima und Mohammed, die keinen Job bekommen, weil Peter und Hans, Anna und Alexander oder Christine und Klaus bevorzugt werden. Ich selber trage zum Beispiel einen deutschen Vornamen verpackt in einer asiatischen Silhouette. Meine Freundin Dani hat eine deutsche Bekannte mit dem Nachnamen Ölke, die bei der Jobsuche erhebliche Schwierigkeiten hatte, obwohl sie über keinerlei türkische Wurzeln verfügt. Mein erst vor Kurzem geborener Enkel Julian, ein Produkt deutsch-koreanisch-österreichischer Liebe hat zusätzlich zu seinem deutschen Vornamen, auch einen deutschklingenden Nachnamen.

Als ich kürzlich im Ikea in Lichtenberg war, stand vor mir ein einheimischer Deutscher, dessen Namensschild mich ein wenig verwirrte. Johannes Ngyuen stand drauf. Komisch dachte ich mir, denn irgendwelche vietnamesische Wurzeln konnte ich an ihm nicht entdecken. So fragte ich ihn höflich, ob er ein Vietnamese sei. „Ach so, wegen meinem Nachnamen“, antwortete er mir. „Ja!“ gab ich ihm zu verstehen. „Meine Frau ist Vietnamesin und ich habe aus Liebe ihren Nachnamen angenommen“, sagte Johannes Ngyuen. Und das in Lichtenberg, dachte ich mir, bedankte mich für seine Auskunft und verabschiedete mich. Auf dem Nachhauseweg dachte ich an Dschingis Khan und wie ein Geistesblitz erinnerte ich mich daran, als der ehemalige Fussballnationaltorwart Oliver Kahn und die Tennisspielerin Martina Hingis kurze Zeit ein Paar waren. Leider ist nie mehr daraus geworden. Aber stellen sie sich vor, wenn der Fußball-Titan und die slowakischstämmige Schweizerin geheiratet hätten. Aus den beiden wäre Hingis-Kahn geworden, ein Name, der für Furore gesorgt hätte.

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6 Kommentare
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  1. Daniel S. Lee sagt:

    In der deutschen Politk zählen nur knallharte Fakten, und die besagen, dass hier über 3 Mio. türkischstämmige Migranten leben, aber vielleicht mal rund 30.000 koreanischstämmige. So ganz genau weiß das ja niemand. Und bei einer so geringen Zahl spielen wir natürlich nur eine untergeordnete Rolle.

    Dass wir möglicherweise einen anderen Erfahrungsschatz besitzen, eine andere Perspektive in die Integrationsdebatte hineinbringen könnten, zählt offenbar nicht, weil dies weiche, nicht wirklich greifbare Faktoren sind.

    Die Erfahrung von “erfolgreich” integrierten Mustermigranten ist aus meiner Sicht aber auch deswegen nicht gefragt, weil wir möglicherweise aufzeigen würden, dass die Probleme nicht nur bei Migranten zu suchen sind, sondern auch bei der Mehrheitsgesellschaft selbst. Denn einer Frage gehen deutsche Politiker (und nicht nur die) gerne aus dem Weg:
    Wenn man sich erfolgreich integriert hat, ist man dann ein Deutscher?

    Denn Menschen wie wir, sogenannte “people of colour”, haben ja offenkundig ein Problem: “Man sieht ja, dass du kein Deutscher bist!”. Selbst wenn das nicht immer so gesagt wird, kann man am Verhalten ablesen, wann und dass ein Gegenüber (Deutsche UND Migranten übrigens) offenbar so denkt.
    Oder muss ich mir den Schuh anziehen und eingestehen: Nein, mein Integrationsprozess ist erst dann abgeschlossen, wenn ich mich auch optisch nicht mehr von den Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft unterscheide?

    “In Deutschland hat schon längst ein Prozess der Hierarchisierung von Migrantengruppen begonnen”
    Begonnen? Das gibt es schon seit Jahrzehnten. Wobei ich mich schon frage, ob das noch mit der “Hierarchie der Hautfarben” zusammenhängt, die vor allem zu Kolonialzeiten vorherrschte. Insofern kein typisch deutsches Phänomen.

  2. Europa sagt:

    @Daniel S. Lee
    “Wobei ich mich schon frage, ob das noch mit der “Hierarchie der Hautfarben” zusammenhängt, die vor allem zu Kolonialzeiten vorherrschte. Insofern kein typisch deutsches Phänomen.”

    Na super! Noch einer, der sich mit der Kolonialzeit auskennt. Kennt eigentlich irgendjemand sich noch mit der Gegenwart aus?

  3. Karmel sagt:

    Letztlich ist diese ganze Integrationskiste nur dem muslimischen Teil unserer Mitbürger geschuldet. Überhaupt ist “Migrant” doch nur ein Codewort für “Muslim”.

    Diese ganzen Arbeitsgemeinschaften, Runden Tische, Konferenzen sind ja nicht eingerichtet worden, weil es ein generelles Problem mit Zuwanderern gäbe, sondern weil es ein augenscheinliches Problem mit muslimischen Zuwanderern gibt.

    Man sieht das auch sehr schön an dem Autor Martin Hyun und dem Kommentator Daniel S. Lee. Man staune: In der deutschen Gesellschaft durchaus gängige Vornamen! Dagegen wird bei unseren türkischstämmigen Mitbürgern ja teilweise schon die 4. Generation geboren. Wieviele deutsch klingende Namen werden da vergeben? Na? Na? Genau, keine.

    Seien sie doch froh, dass sie bei dieser Witzveranstaltung nicht dabei sind.

    Zitat: “In Deutschland hat schon längst ein Prozess der Hierarchisierung von Migrantengruppen begonnen, in „the good, the bad and the ugly“.”

    In der Tat. Und das hat Gründe.

  4. Karmel sagt:

    @Daniel S. Lee
    Zitat: “Wenn man sich erfolgreich integriert hat, ist man dann ein Deutscher?”

    Deutscher sind Sie, sobald Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

    Und “Integration” war jahrzehntelang kein Thema in Deutschland. Und das war auch in Ordnung so. Recht und Gesetz achten, mit den Nachbarn in Frieden leben und möglichst dem Staat nicht dauerhaft auf der Tasche liegen, das war und ist doch für die überwältigende Mehrheit der Leute völlig ausreichend.

    Als ob es noch vor einigen Jahren wirklich jemanden interessiert hat, ob jemand “Deutscher” ist oder nicht, sofern die obigen Kriterien zutreffen. Hätte Ihnen denn eine institutionalisierte “Integrationskonferenz” weitergeholfen?

    So halten es übrigens auch alle klassischen Einwandererländer: “Achte unsere Gesetze und verdiene Dir dein Auskommen selber. Trifft eins von beiden nicht zu, dann auf Wiedersehen!” Und in Deutschland hat man auf das “Auf Wiedersehen” größtenteils sogar noch gutherzig verzichtet. Und wer dann will kann auch irgendwann die Staatsbürgerschaft des entsprechenden Landes annehmen. Oder halt nicht.

    Als würde in Neuseeland irgendwer auf den Gedanken kommen, einen “Integrationsgipfel” zu veranstalten.

    Integration ist in Deutschland doch nur ein Thema, seitdem es sich nicht mehr leugnen lässt, dass es gerade im großstädtischen Bereich massive Probleme mit muslimischen Einwanderern gibt.

    Und die ganzen Arbeitsgemeinschaften, Runden Tische, Konferenzen gibt es jetzt nur, weil dieses Klientel, bzw. deren Interessenvertretungen, Deutschland und die Deutschen beschuldigt haben, dass man ja keinen Bohei um das Thema Integration gemacht hat. So kann man die Schuld weit von sich weisen.

    Hah! Letztlich haben wir uns ähnlich verhalten, wie alle anderen Einwandererländer. Mit zwei Ausnahmen: Wir haben zuwenig darauf geachtet, dass die Einwanderer fähig und willig sind, ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten und dies auch ihren Nachkommen zu lehren. Und wir haben zuviele Muslime ins Land gelassen. Auf beides haben erfolgreiche Einwandererländer geachtet.

    Nun haben wir das Problem.

  5. Daniel S. Lee sagt:

    @Europa
    Ich habe den Zusammenhang leider nicht ganz verstanden. Meinen Sie, Vergangenheit und Gegenwart haben nichts miteinander zu tun?
    Immerhin nett, dass Sie mir geschichtliche Kompetenzen attestieren, die ich gar nicht für mich in Anspruch genommen habe und nehme.
    Was meinen Sie denn zum Artikel selbst und meinem restlichen Kommentar?

    @Karmel
    Diese ganze Integrationskiste ist nicht allein die Schuld des muslimischen Teil unserer Mitbürger. Zum Beispiel: Wenn ich ein Deutscher bin, sobald ich die deutsche Staatsangehörigkeit habe, warum begegnet man mir mit der Einstellung: Ja, man sieht doch, dass Du kein Deutscher bist!
    Mit anderen Worten, selbst wenn ich juristisch ein Deutscher bin, werde ich trotzdem als Ausländer/Koreaner betrachtet. Ich hatte mir eine erfolgreiche Integration anders vorgestellt.

    Wir “Koreaner” (und Japaner und auch Vietnamesen) können ja von Glück sagen, dass man mit uns fast nur positive Attribute verknüpft. Und dass wir nicht so zahlreich sind wie türkischstämmige Migranten bzw. uns besser unsichtbar machen als andere. Aber ansonsten haben auch wir selbstverständlich unsere Parallelgesellschaft.

    Sie haben recht: Integration war früher bei mir auch deswegen kein Thema, weil man mir zugestand, ein Koreaner zu sein. Das war für mein deutschen Umfeld kein Problem.
    Doch mit Aufkommen der Integrationsdebatte wird von Migranten gefordert, sich zu integrieren, ohne auf den Punkt zu bringen, dass dies aus meiner Sicht bedeutet, dass Deutschsein nichts mehr mit dem Aussehen, der ethnischen Herkunft oder der Religion zu tun haben kann.
    Als ich noch ein Koreaner mit deutscher Staatsangehörigkeit war, war es normal für andere, wenn ich mich mit Korea beschäftigt habe. Heute frage ich mich, ob ich als integrationsunwillig gelte, wenn ich dies weiterhin tue. Wenn sich ein Deutscher ohne Zuwanderungsgeschichte sich für Korea interessieren würde und sogar Koreanisch lernen würde, würden wir ihn wahrscheinlich als einen offenen Menschen mit weitem Horizont bewundern. Bei Deutschen ohne Zuwanderungsgeschichte gibt es in der Regel keine Zweifel an ihrer Loyalität zu Deutschland, während Deutsche mit Zuwanderungsgeschichte dies in der Regel erst beweisen müssen. Die einen ständig, die anderen ab und zu. Da hilft leider auch keine deutsche Staatsangehörigkeit, weil man mir die einfach nicht ansieht.

    “Achte unsere Gesetze und verdiene Dir dein Auskommen selber. Trifft eins von beiden nicht zu, dann auf Wiedersehen!”
    Tja, wie Sie schreiben, ist man Deutscher, sobald man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Jeder Deutsche darf auch arbeitslos werden. Jeder Deutscher wird bestraft, wenn er die Gesetze nicht beachtet. Hier alle Einwanderer über einen Kamm zu scheren ist nicht hilfreich.

    Meine Beobachtung der letzten 20 Jahre bzw. mein Gefühl ist:
    Früher war ich ein Koreaner und man behandelte mich wie einen Deutschen.
    Heute bin ich ein Deutscher und man behandelt mich mehr und mehr wie einen Ausländer.

  6. Daniel S. Lee sagt:

    Ach ja, das Thema Vornamen.
    Ich habe auch einen deutschen Vornamen, weil meine Eltern nicht wollten, dass ich in der Schule diskriminiert werde. Nicht, weil sie Deutschland so toll fanden.
    Dass sich meine türkischstämmigen Freunde mit dem Gedanken schwer tun, ihren Kindern auch einen deutschen Vornamen zu geben, finde ich aber ebenfalls schade. Nicht, weil ich finde, dass alle Migranten “germanisiert” werden müssen, sondern, weil deutsche Vornamen Diskriminierung und Ablehnung aus meiner Sicht verringern.
    Mir persönlich hilft es, mich natürlich auch ein großes Stück weit mit Deutschland zu identifizieren.

    Viele türkischstämmige Menschen erzählen mir, dass sie bewusst alttestamentarische Namen für ihre Kinder wählen, um die Gemeinsamkeit der Moslems mit den Christen hervorzuheben. Unglücklicherweise nehmen sie die arabische Form, z.B. Ibrahim statt Abraham, Yusuf statt Josef oder Meryem statt Miriam/Maria, so dass der gut gemeinte Zweck aus meiner Sicht verfehlt wird. Mal abgesehen davon, dass die meisten Deutschen ihre Kinder wohl nicht mehr Abraham oder Josef nennen würden.
    Mich würde ja mal interessieren, ob Nicht-Moslems diese Bedeutung kennen und zu schätzen wissen. ^^



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