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Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

TV-Tipps des Tages

02.03.2011 – Dakar, Mongolei, Istanbul, Frankreich, Gorbatschow

Die TV-Tipps des Tages sind: Karambolage; Städte und Landschaften; World Courier 2000; Hamam – In den Badehäusern von Istanbul; Serge und ich; Als Europa Französisch sprach; Wer ist dieser Gorbatschow?; Mythos Gorbatschow; „Das Einfachste von der Welt“

VONÜmit Küçük

DATUM2. März 2011

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Karambolage
Themen u.a.: Der Gegenstand: „Tesbih“; Die Lautmalerei: „Tür zuschlagen“; Der Ausdruck: Corneille-Wahl. Der Gegenstand: Tonguc Baykurt ist Türke und lebt in Hamburg. Er ist Drehbuch-Autor. Er stellt uns einen sehr persönlichen Gegenstand vor, den er stets bei sich trägt: Sein „Tesbih“.

Die Lautmalerei: Wie sagen die Deutschen, wenn Sie eine Tür zuschlagen, und wie sagen die Franzosen? Der Ausdruck: Franzosen stehen manchmal vor einer „choix cornélien“, einer Corneille-Wahl. Jeanette Konrad erzählt uns, was dieser Ausdruck bedeutet. (08:30 – 08:45, arte)

Städte und Landschaften
Dakar und Sounbel – Dakar, die Hauptstadt des Senegal, hat den größten Hafen an der westafrikanischen Küste. Von der vorgelagerten Insel Goree aus wurden Millionen Afrikaner als Sklaven nach Amerika gebracht.

Die Viertel am Hafen wirken wie eine moderne Großstadt, viele Gebäude erinnern an die französische Kolonialzeit. Doch die Armen der Stadt leben in Barackensiedlungen, die die Stadtverwaltung nach und nach mit Trinkwasser und Strom versorgt. Dakar ist eine der lebendigsten Städte in Westafrika, doch hat sie Probleme mit der Überbevölkerung, schlechten Wohnverhältnissen und Umweltverschmutzung.

Sounbel ist ein Dorf in der senegalesischen Savanne. Die 33 Einwohner wohnen in Hütten aus Lehm und Stroh, nur der Dorfälteste lebt in einem Steinhaus. Das Land wird nicht nur für die Viehzucht genutzt, sondern vor allem für den Anbau von Erdnüssen, der Haupteinnahmequelle des Dorfes. In Trockenzeiten bieten die Bäume um das Dorf noch Nahrungsmittel: Palmfrüchte, Blätter und die Samen des Affenbrotbaums. Nur wenige Kinder des Dorfes können zur Schule gehen. Sie ist weit entfernt und für die meisten Familien zu kostspielig. (08:45 – 09:00, BR-alpha)

World Courier 2000
Mongolei – Mit der Umstellung auf marktwirtschaftliche Prinzipien hat sich das Leben in der Mongolei stark verändert. Etwa 100 Kilometer von der Hauptstadt Ulan Bator entfernt ist in einer der typischen Jurten die Nomadenfamilie Sereeter zuhause.

Mit ihnen lebt auch der Großvater, ein ehemals berühmter Pferdetrainer. Die Familie hat ungefähr 500 Tiere – Rinder, Ziegen, Schafe, Kamele und Pferde. Nach der Privatisierung aller Herden sind diese Tiere heute ihr Eigentum. Sie bilden die bescheidene Lebensgrundlage der Familie – alles, was sie zum Leben brauchen, können die Sereeters selbst produzieren. Ihre Kinder wollen nicht alle als Nomaden leben. Zwei der Töchter möchten studieren und später in der Stadt wohnen. Der älteste Sohn jedoch, der die Schule vorzeitig abgebrochen hat, will Viehzüchter werden wie sein Vater. Höhepunkt im Jahresrhythmus ihres Nomadenlebens ist für die Sereeters das Nadaam-Fest, die bekannten Reiterspiele. Der neun Jahre alte Sohn reitet bei dem 25- Kilometer-Rennen mit und erreicht eine sehr gute Platzierung. Stolz nimmt er die Glückwünsche seiner Familie entgegen. Die neunteilige Reihe stellt rund um den Globus Länder und den Alltag von Menschen vor, die in diesen Ländern leben. (10:30 – 10:55, BR-alpha)

Hamam – In den Badehäusern von Istanbul
Dokumentation (Gesellschaft – Alltagskultur) – Film von Elke Sasse – Die Strahlen der Sonne werden durch zahlreiche runde und sternenförmige Öffnungen in der Kuppel gebrochen. Auf einem großen Marmorstein liegen Frauen. Sie schöpfen aus kleinen Wasserbecken kaltes und heißes Wasser, mischen es und schütten es sich über Kopf und Körper. Dabei lachen und reden sie unaufhörlich, schreien quer durch den Raum und bekommen als Antwort ein schallendes Lachen. Reinigung des Körpers, Bad für die Seele – es ist Badetag im Hamam. Für Frauen ist das Hamam Badestube, Kosmetikstudio, Friseursalon, Massagepraxis, Gruppentherapie und Partnerschaftsberatung in einem. In der Männerabteilung, die streng von der der Frauen getrennt ist, geht es ruhiger zu. Die Männer möchten nur entspannen. Ohne viel zu reden, wollen sie den Stress des Alltags, die Verkrampfungen oder das Rheuma loswerden. Bademeister helfen ihnen dabei mit zupackenden Massagen und Seifenbehandlungen. Das Hamam ist für die Männer der „stumme Arzt“, wie das Bad auch genannt wird. Seitdem in Istanbul immer mehr Menschen ein eigenes Bad zu Hause haben, ist die Hamam-Kultur gefährdet. (14:00 – 14:45, 3sat)

Serge und ich
Dokumentation – Thema: Gainsbourg, je t’aime – Mit einem besonderen Film kann der Themenabend an den großen Chansonnier, Komponisten und Künstler Serge Gainsbourg aus Anlass seines 20. Todestages erinnern, ihm seine Referenz erweisen.

Hintergrundinformationen: Zu ihrem Film schreibt Jane Birkin: „Dies sind meine alten Super-8-Aufnahmen – persönliche Aufzeichnungen, die ich siebzehn Jahre lang nicht angeschaut und nun wiederentdeckt habe. Ich wurde wehmütig und war zugleich wie gelähmt, als ich sah, wie schön Serge gewesen war! Es kam mir vor, als sei das alles erst gestern passiert, oder vor hundert Jahren. Ich wollte den Serge aus der Zeit wiederfinden, als ich ihn kennenlernte. Und er ist so unwiderstehlich, so voller Witz, voller Überraschung, voller Zärtlichkeit im Umgang mit seiner Familie, seinen Kindern und mit mir selbst, so „alltäglich“ und gleichzeitig so außergewöhnlich – diese Bilder wollte ich zeigen, sie mit anderen teilen wie ein Geschenk. Er hätte sicherlich das Gleiche für mich getan, wenn ich vor ihm gestorben wäre. (15:35 – 16:15, arte)

Als Europa Französisch sprach
Dokumentation – Frankreich – Schaufenster Europas: Der Schriftsteller und Historiker Marc Fumaroli lädt ein, dem Europa der Aufklärung nachzuspüren – einem Europa, das französisch dachte, sprach, liebte und schrieb.

Denkart und Lebensqualität – schon in der Aufklärung verband man die französische Sprache mit Kultur, Zivilisation und Literatur: Im 18. Jahrhundert sprach fast ganz Europa Französisch. Vor dieser Zeit, die von der Herrschaft Ludwigs XIV. bis zum Ausbruch der Französischen Revolution dauerte, waren die dominierenden Sprachen Italienisch und Spanisch gewesen, eine Rolle, die heute weltweit dem Englischen zukommt.

War die Vorherrschaft des Französischen lediglich historisch bedingt, oder verkörpert die Sprache Voltaires auch weiterhin allgemeingültige Werte? Die Dokumentation geht den Ursachen der damaligen Verbreitung des Französischen auf den Grund und bemüht dazu eine maßgebliche Figur der französischen Aufklärung: Voltaire. (22:00 – 22:50, arte)

Wer ist dieser Gorbatschow?
Unbekanntes zu seiner Biographie – Zum 80. Geburtstag von Michail Gorbatschow – Im Westen wird er bis heute verehrt. Doch in Russland können ihm viele nicht verzeihen, dass er mit „Glasnost“ und „Perestroika“ das Ende des Sowjetreichs einläutete. Michael Gorbatschow war das letzte Staatsoberhaupt der Sowjetunion.

Zum 80. Geburtstag von Michail Gorbatschow zeigt BR-alpha ein Porträt über den ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Es sind Bilder seiner Kindheit, seine Arbeit auf dem Kolchos, wie die Schulzeit und Moskauer Studentenzeit zu sehen. Das Porträt beschreibt wie Gorbatschows erste Begegnung mit seiner Frau Raissa, seine Reaktiones auf die Entstalinisierung wie seine ersten Aufgaben und Ämter in der KPdSU in Stawropol. (00:15 – 0:55, BR-alpha)

Mythos Gorbatschow
Der traurige Held der Perestroika Film von Ignaz Lozo – Dokumentation (Gesellschaft -Zeitgeschichte allgemein) – Anlässlich des dann 80. Geburtstages von Michail Gorbatschow. Vor 26 Jahren begann in Moskau eine Politik, die die Welt veränderte: Perestroika – auf deutsch: Umgestaltung. Untrennbar mit dem Begriff verbunden ist der Name Michail Gorbatschow. Gorbatschow gelangte am 11. März 1985 als Generalsekretär der KPdSU an die Spitze der damaligen Weltmacht Sowjetunion. Seine erklärten Ziele waren, den Sozialismus, die UdSSR sowie den Ostblock insgesamt zu stärken. Aber es kam ganz anders: am Ende seiner sechseinhalbjährigen Amtszeit standen die Einführung des Kapitalismus in Russland sowie der Zusammenbruch der Sowjetunion und die Auflösung des Ostblocks. Gorbatschow, im Westen gefeiert und zum Mythos gemacht, wird in seiner Heimat verachtet und gehasst, ein trauriger Held. Dramatischer Höhepunkt der Perestroika-Zeit war der Putsch kommunistischer Hardliner im August 1991 gegen Michail Gorbatschow. Damals hielt die Welt den Atem an. Gorbatschow wurde in diesen drei Tagen Zeit von den Putschisten isoliert, in seinem Urlaubsdomizil in einer Villa in Foros am Schwarzen Meer. Bilder von dort sind erstmals im ZDF zu sehen. (00:30 – 01:15, ZDFinfokanal)

„Das Einfachste von der Welt“
Dokumentation (Gesellschaft – Eltern/Kinder/Geschwister) – Nestwärme für Kinder in Not – Film von Astrid Schwarzenberger – Sieben Uhr morgens: Die Kinderpflegerinnen Ramona Löber und Gülten Ötztürk nehmen ihre Schützlinge im „Kinderglobus“ in Empfang. Erst einmal gibt es ein gemeinsames Frühstück, dann wird gespielt. Der Tag beginnt wie in vielen anderen Kindergärten auch. Aber der „Kinderglobus“ am südöstlichen Rand von München ist eine ganz besondere Einrichtung: Als Modell für multikulturelle Förderung werden in diesem städtischen Zentrum etwa 100 Kinder vom Säuglings-bis zum Schulalter betreut. Viele von ihnen kommen aus Familien, denen es finanziell schlecht geht und die es sozial schwer haben. Schon von klein auf werden die Kinder mit Geldsorgen, Suchtproblemen und Gewalt konfrontiert. Wenn sie es in ihrem Leben einmal besser haben sollen, dann muss von Außen geholfen werden. Das versucht der „Kinderglobus“. Die viel beschworene und immer wieder geforderte Integration ist dort Alltagsarbeit. Für Ramona Löber ist ihr Engagement etwas ganz Normales: „Es ist das Einfachste von der Welt, Kindern Liebe zu geben.“ Der Film zeigt den Alltag im Münchener „Kinderglobus“. (05:05 – 05:35, 3sat)

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