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Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

TV-Tipps des Tages

01.03.2011 – Stasi, Ausländer, Nazi, John Lennon, Palästina, Dschihad

Die TV-Tipps des Tages sind: Orte des Erinnerns; Rom – Niedergang einer Weltmacht; dok‘ mal – Fragen an den Filmemacher von „Ednas Tag“; Die Narren und die Nazis; Weltbilder; Die Akte „USA gegen John Lennon“; So isst die Welt; Ein Dschihad für die Liebe

VONÜmit Küçük

DATUM1. März 2011

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Orte des Erinnerns
Deutschland. Das Stasi-Gefängnis Berlin Hohenschönhausen – In der Sendung kommen Zeitzeugen beider Seiten zu Wort: ein Stasi-Vernehmer, für den das Untersuchungsgefängnis ein ganz normaler Arbeitsplatz war, und Häftlinge, die sich hier zu verantworten hatten.

Kaum ein Ort in der DDR war so geheim wie das Gefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin Hohenschönhausen. Auf keinem Stadtplan war es verzeichnet. Die Untersuchungshäftlinge, die dort einsaßen, wussten nicht, wo sie sich befanden; oft wussten sie nicht einmal, in welcher Stadt sie waren. (07:30 – 8:00, SWR BW, SWR SR, SWR RP)

Rom – Niedergang einer Weltmacht
Das Ende des weströmischen Reichs – Der zweite Teil schildert die letzten Jahrzehnte des Weströmischen Reiches, das mit der Absetzung des letzten Kaisers durch einen germanischen Heerführer eine historische Zäsur erlebt.

Im fünften Jahrhundert nach Christus hat das Römische Reich nach langer Blütezeit eine noch längere Periode des langsamen Niedergangs hinter sich. Seit Jahrzehnten ist es in ein Weströmisches und ein Oströmisches Reich geteilt. Ein Kaiser residiert in Rom, dem alten Zentrum des Reichs. Ein zweiter Kaiser herrscht in Konstantinopel. Sein Reich wird noch fast ein Jahrtausend bestehen, bis die Türken im 15. Jahrhundert Konstantinopel erobern.

Im letzten Jahrhundert der Existenz des Weströmischen Reiches leben die Feinde von einst mitten im Reich. Rom hat die Germanen als Söldner angeworben, weil es seine Grenzen nicht mehr allein verteidigen kann. Bezahlt werden sie mit Ackerland, dem wertvollsten Schatz Roms. Aber die Germanen leben als Fremde unter Römern. (07:30 – 09:00, PHOENIX)

dok‘ mal – Fragen an den Filmemacher von „Ednas Tag“
Edna ist in der sechsten Klasse, erst seit Kurzem in Deutschland und spricht nur wenig Deutsch. Während des Unterrichts ihrer Mitschüler sitzt sie in der letzten Reihe an einem Extratisch und muss die Sprache lernen. Der Kontakt zwischen ihr und ihren Mitschülern ist schwierig. Edna wird schnell aggressiv oder zieht sich zurück. Viele lehnen sie deshalb ab. Was sie in ihrem Heimatland Bosnien erlebt hat und warum sie fliehen musste – darüber wissen die Mitschüler so gut wie nichts.

Der Film spricht u.a. Themen wie Integration, Toleranz und das Zusammenleben in der Schule an. Im anschließenden Interview mit dem Filmemacher berichtet Bernd Sahling über seine Themenfindung bzw. Protagonistensuche, die Bildsprache seines Films und die Zuschauerreaktionen bei der Premiere. So wird deutlich, wie der Profi arbeitet und wie sein Film entstanden ist. Wer mehr darüber wissen will, wie Filme gemacht werden, mit welchen filmischen Mitteln sie arbeiten, was einen Dokumentarfilm von Doku-Soaps unterscheidet, findet auf der Schülerplattform www.dokmal.de jede Menge attraktive Angebote. (07:55 – 08:19, WDR)

Windrose
Das Auslandsmagazin des MDR – Moderation: Eberhard Schneider – Die Windrose ist ein moderiertes Auslandsmagazin, das sich mit aktuellen politischen Themen und mit Hintergründen über Land und Leute beschäftigt. (10:53 – 11:18, MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen)

Die Narren und die Nazis
Die Geschichte von Karneval und Fastnacht im Nationalsozialismus gehört zu den verdrängten Kapiteln der Vergangenheit. Das leuchtet ein: Das Verhalten der meisten Vereine ab 1933 war alles andere als ein Ruhmesblatt.

Zivilcourage gegen das neue braune Denken fand man kaum, umso mehr eilige Anpassung und freiwillige Unterwerfung. Seit dem Machtantritt Hitlers versuchten die Nationalsozialisten, den Karneval ideologisch für ihre Zwecke zu nutzen. Protest, gegen die vielen judenfeindlichen Maßnahmen etwa, gab es kaum, Selbstbehauptung erfolgte nur dann, wenn es um den Erhalt der organisatorischen Selbstbestimmung des Karnevals ging. Ansonsten biederten sich die Karnevalisten den neuen Herren an, oft sogar in Konsens und gegenseitigem Einvernehmen. (22:45 – 23:30, HR)

Weltbilder
Auslandsmagazin – Moderatorin Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARDKorrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts. (23:15 – 23:45, NDR Hamburg, NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein)

Die Akte „USA gegen John Lennon“
Ende der 60er-Jahre beginnt die politische Radikalisierung von John Lennon ander Seite seiner neuen Liebe Yoko Ono. Gemeinsam organisieren sie Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg.

David Leaf und John Scheinfeld, beide renommierte Dokumentarfilmer und Musikkenner, konzentrieren sich auf die „politischen Jahre“ Lennons Ende der 60er und Anfang der 70er, in denen er sich zusammen mit seiner großen Liebe Yoko Ono für die Friedensbewegung und gegen den Vietnamkrieg engagiert – mit Protesthymnen wie „Give Peace a Chance“, Happenings wie den „Bed-ins“ in Amsterdam und Montreal und als Sänger auf politischen Demonstrationen. Die Reaktion der Nixon-Regierung auf den widerspenstigen Ausländer und seinen wachsenden Einfluss auf die Öffentlichkeit kommt bald: Lennon wird vom FBI observiert, sein Telefon abgehört. Als sich er sich auch mit radikalen politischen Aktivisten wie Jerry Rubin, Abbie Hoffman und dem Black Panther Bobby Seale solidarisiert, entscheidet die Regierung, Lennon solle „neutralisiert“ werden und leitet seine Ausweisung als „unerwünschter Ausländer“ ein. Doch der Künstler und seine Anwälte wehren sich mit allen Mitteln. (23:45 – 01:20, NDR Hamburg, NDR Mecklenburg-Vorpommern, NDR Niedersachsen, NDR Schleswig-Holstein)

So isst die Welt
Falafel – Was viele nicht wissen – der Nahostkonflikt tobt auch an den Kochtöpfen: Viele Palästinenser beschuldigen die Israelis, ihnen ihr Nationalgericht gestohlen zu haben.

Was viele nicht wissen – der Nahostkonflikt tobt auch an den Kochtöpfen: Viele Palästinenser beschuldigen die Israelis, ihnen ihr Nationalgericht gestohlen zu haben. Die ursprünglich arabische wird von Imbissshops weltweit als „Israel’s National Snack“ vermarktet. Am heftigsten tobt der Kampf in den USA – jüdische und arabische Emigranten konkurrieren hier um das Urheberrecht an einer Speise, die schon zu biblischen Zeiten gegessen wurde. Inzwischen ist die zu einem Politikum geworden, das an Universitäten erforscht und in Hollywoodmusicals karikiert wird. Neben der Suche nach den Ursprüngen der geht der Film der Frage nach, warum die in den Ländern des Nahen Ostens so populär geworden ist. (02:15 – 03:00, PHOENIX)

Ein Dschihad für die Liebe
Dokumentarfilm – Berlinale 2011 – Filmemacher Pavez Sharma hat schwule und lesbische, gläubige Muslime aus verschiedenen Ländern getroffen läßt sie ihre zum Teil bewegenden Geschichten erzählen und erkundet gemeinsam mit ihnen das Verhältnis von Islam und Homosexualität.

Unter Berufung auf den Koran ist in vielen muslimischen Ländern Homosexualität ausdrücklich verboten. Abhängig von Regierung und Rechtsprechung, geht die Bandbreite der Strafen von der Auspeitschung bis hin zum Tod durch Steinigung. Das Verbot führt dazu, dass viele muslimische Lesben, Schwule und Bisexuelle die Scham, die sie in ihrer Familie und Gemeinschaft erfahren, verinnerlichen und – Verachtung und Bestrafung fürchtend – oft unfähig sind, ihre Sexualität zu leben.

Schwule und lesbische gläubige Muslime aus Südafrika, Ägypten, Pakistan, Indien, Iran, Frankreich und der Türkei berichten von den Problemen, mit denen sie als gleichgeschlechtlich Liebende konfrontiert sind. Filmemacher Parvez Sharma begleitet sie durch ihren Alltag und erzählt von ihren Wünschen, Ängsten und ihrem „Dschihad“, ihrem Kampf für die Liebe. (03:30 – 04:48, arte)

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