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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

26.02.2011 – Kapitalismus, Bundeswehr, Afghanistan, Ausländer, Kosovo, Piusbrüder, Hitler

Die TV-Tipps des Tages: Das Kreuz mit dem Kapitalismus; Cosmo TV; Anna, Schmidt & Oskar; Gebt mir meine Frau zurück; Abraham – Patriarch der Menschlichkeit; Horizonte; Ich war neunzehn; Kriegskinder auf Heimatsuche; Damals in Ostpreußen; O Fortuna! Mitsingen in der Türkei

VONÜmit Küçük

DATUM26. Februar 2011

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Das Kreuz mit dem Kapitalismus
„Grundsätzlich ist der Kapitalismus eine Wirtschaftsform, die mit dem Evangelium nicht vereinbar ist“, stellt Industriepfarrer Jürgen Widera fest. Die kirchlichen Wohlfahrtsverbände, Industriepfarrer und ehrenamtlichen Christen betreuen immer mehr Hartz-IV-Empfänger, die Hilfe bei Diakonie und Caritas suchen. Auch der arbeitslose Familienvater Stefan Liesack aus Wattenscheid ist dabei. Im Programm des „Sozialdienstes katholischer Männer“ wird er bei Bewerbungen unterstützt. Außerdem bekommt er Hilfe im kirchlichen Second-Hand-Laden und bei der kircheneigenen Tafel. (07:45 – 08:15, SWR BW, SWR RP, SWR SR)

Cosmo TV
Eine neue Bundeswehr – Inländer in den Wehrdienst. Die Bundeswehr steht vor einem historischen Wandel. Der verpflichtende Wehrdienst ist abgeschafft und nun sollen Ausländer die lichter werdenden Reihen der Bundeswehr füllen. Also, es sollen nicht wirklich Ausländer sein, sondern Menschen, die schon lange bei uns leben und schon so gut wie Inländer sind. So zumindest der Plan von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der damit die letzte Bastion nationaler Reinheit opfern will. Ob der Plan aufgeht? Zumal die größte Migrantengruppe in Deutschland – die Türken – als Nicht-EU-Bürger von der Regelung ausgeschlossen wären? Cosmo TV fragt nach Sinn und Unsinn des neuen Plans.

ESSEN – Mohamed – ein Inländer will nach Hause Mohamed Eke ist in Deutschland geboren. Seine Heimatstadt ist Essen. Er ist ein Ruhrgebietskind, ein deutscher Junge. Doch 2009 wird er von der Ausländerbehörde in die Türkei abgeschoben. Als seine Eltern vor über 20 Jahren einen Asylantrag gestellt hatten, hatten sie sich als Libanesen ausgegeben, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Das war eine Lüge. Die Familie stammt aus dem Osten der Türkei, gehörte dort… (09:00 – 9:30, WDR, 06:45 – 07:15, HR)

Anna, Schmidt & Oskar
Kirmes – Deutsch für ausländische Kinder – Die Reihe ist in erster Linie für Kinder von Aussiedlern und ausländischen Arbeitnehmern bestimmt. Sie orientiert sich an dem fakultativen Curriculum „Begegnung mit einer Fremdsprache in der Grundschule“. (09:15 – 09:30, BR-alpha)

Gebt mir meine Frau zurück
Ein Deutscher kämpft mit den Behörden – Seit drei Jahren kennt und liebt Dieter M. (54) seine Ajshe (41), eine gebürtige Kosovoalbanerin. Daran ändert sich auch nichts, als sie ihm gesteht, dass sie zwar vor 18 Jahren wegen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien legal nach Deutschland einreisen durfte, inzwischen aber ohne Papiere in Deutschland lebt. „Dann heiraten wir jetzt“, entscheidet der in Moers lebende Vermögensberater. Um dem deutschen Gesetz schnell Genüge zu tun, schreibt er einen Brief an die NRWLandesregierung mit der Bitte, Ajshe eine kurze Duldung zu gewähren, damit das Paar heiraten und seine Frau legal in Deutschland leben kann. „Kurz darauf wurde meine Freundin morgens um sechs von fünf Polizisten abgeholt und nach Neuss in Abschiebehaft gebracht“, erinnert sich Dieter M. Nach zwei Monaten im Gefängnis wird Ajshe ins Kosovo abgeschoben. Kurzerhand fliegt Dieter M. seiner Freundin hinterher und das Paar heiratet dort im August 2010. Die Ehe wird von den deutschen Ämtern anerkannt, eine Scheinehe offiziell ausgeschlossen, den notwendigen Sprachtest für die Einreise als Frau eines Deutschen besteht Ajshe leicht. „Für mich war damit endlich alles geregelt“, erzählt Dieter M. Aber das Ausländeramt Moers verhängt eine Einreisesperre. Begründung: Nach einer… (09:30 – 10:00, WDR)

Abraham – Patriarch der Menschlichkeit
Der Film begibt sich auf eine spannende Spurensuche nach dem großen Patriarchen, der durch alle Epochen hindurch die Menschen fasziniert hat: Abraham. Er folgt dem biblischen Wanderweg des Erzvaters und begleitet Forscher bei ihrer Arbeit.

Der Film lässt mit vielen Spielszenen in grandioser Wüstenlandschaft das bewegende Leben des Mannes aufleuchten, dessen Überzeugung die Welt verändert hat. Als Gott ihn ruft, lässt er alles hinter sich, Heimat, Status, Besitz, und bricht auf, in das größte Abenteuer seines Lebens. Im Alter von 99 Jahren schließt Gott einen Bund mit ihm, segnet ihn und gibt ihm den Namen Abraham. Der Herr sagt ihm, dem Kinderlosen, dass er Vater vieler Völker sein wird. Hat es ihn gegeben, den Mann, der als erster an den „einen“ Gott glaubte? (13:30 – 14:15, PHOENIX)

Horizonte
Rebellen gegen Rom – Die Piusbrüder – Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard -Abtrünnig und stolz, so sehen sich die Piusbrüder selbst. Sie verstehen sich als die einzig rechtgläubigen Katholiken.

Für die 1970 gegründete Vereinigung traditionalistischer Priester hat die katholische Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine Anpassung an die moderne Zeit vollzogen, die sie nicht mitmachen wollen. Die nach dem konservativen Papst Pius X. benannte Bruderschaft lehnt alle kirchlichen Reformen und Erneuerungen der letzten Jahrzehnte strikt ab. Rom und der Weltkirche werfen sie Verrat an einer Jahrtausende alten Tradition vor.

Dem Papst verweigern sie den Gehorsam, ökumenische Annäherung, die evangelische und katholische Christen einander näher bringt, ist für sie eine sündhafte Verirrung. Kurzum: die Piusbrüder sind gegen alles, was den meisten Katholiken in Deutschland wichtig ist. Doch einer breiten Öffentlichkeit wurden die Piusbrüder erst bekannt, als Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009 die Exkommunikation von vier ihrer Bischöfe aufhob und dabei übersah, dass einer von ihnen, der Brite Richard Williamson, den Mord an… (16:30 – 17:00, HR)

Ich war neunzehn
Spielfilm – Zum 65. Geburtstag von Jaecki Schwarz – Konrad Wolfs Antikriegsfilm porträtiert einen jungen Deutschen, der als Leutnant der Roten Armee in den letzten Kriegstagen nach Deutschland zurückkehrt und versucht, die Menschen dieses Landes, das sein Heimatland ist, zu begreifen.

April 1945. In der Uniform eines sowjetischen Leutnants kommt der 19-jährige Deutsche Gregor Hecker in seine Heimat zurück. Er war acht, als seine Eltern mit ihm nach Moskau emigrierten. Vom 16. April bis 2. Mai fährt er im sowjetischen Militärfahrzeug auf dem Weg der 48. Armee von der Oder nördlich an Berlin vorbei. Mit einem Lautsprecher fordert Gregor die noch vereinzelt kämpfenden Soldaten zum Überlaufen auf. Einige kommen, andere antworten mit Schüssen. Täglich begegnet Gregor Menschen unterschiedlichster Art, hoffnungsvollen, verwirrten, verzweifelten. Bei seinen russischen Freunden fühlt er sich zu Hause, viele der Deutschen geben ihm Rätsel auf. Langsam begreift er, dass es „die Deutschen“ nicht gibt. Er trifft einfache Leute, Mitläufer, Rückversicherer, Überläufer, Durchhaltefanatiker, eingefleischte Faschisten. Die erste Begegenung mit aus dem Konzentrationslager befreiten Antifaschisten wird für ihn zu… (23:45 – 01:45, RBB Brandenburg)

Kriegskinder auf Heimatsuche
Von Afghanistan an die Ostsee – Fast täglich greift die Bundespolizei im Fährhafen von Puttgarden afghanische Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Skandinavien auf, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche.

Die Minderjährigen kommen, von Schlepperbanden in Containern, Lkw oder Bussen nach Europa geschmuggelt, völlig entkräftet und verzweifelt in Deutschland an. Oft sind sie seit Wochen unterwegs. Keines der Kinder hat jemals friedliche Zeiten erlebt, viele sind durch Kriegserlebnisse und Flucht schwer traumatisiert. Die Eltern sahen oft keinen anderen Ausweg, als ihre Kinder wegzuschicken. Zwischen 5.000 und 8.000 Dollar mussten sie dafür an Schleuserbanden zahlen.

Doch auch in Europa erwartet die jungen Menschen eine ungewisse Zukunft. „Die Reportage“ will wissen: Was passiert mit den minderjährigen Flüchtlingen, wenn sie in Schleswig-Holstein von der Polizei aufgegriffen werden? Bekommen sie in Deutschland eine Chance? Zuständig für die Flüchtlingskinder ist das Jugendamt in Eutin. Von hier aus werden sie an öffentliche Jugendhilfehäuser weitervermittelt. Sie sollen so schnell… (23:50 – 00:20, EinsExtra)

Damals in Ostpreußen
Das EinsExtra Thema: Ostpreußen, Krieg und Neubeginn – Seit dem Versailler Vertrag war Ostpreußen durch den sogenannten polnischen Korridor vom Reich getrennt. Das schürte Ressentiments gegen den polnischen Nachbarn. 1932 wurde Ostpreußen eine Hochburg der NSDAP.

„Ich lebte in einer fest gefügten Welt, ich kannte es nicht anders“, erinnert sich Hans Graf zu Dohna, Spross eines der ältesten Adelsgeschlechter in Ostpreußen. Doch die Menschen wenden sich einem neuen Propheten zu: Adolf Hitler.

Die Nationalsozialisten versprechen die „nationale Auferstehung“, schüren den Frust über die Demokratie. Mit Erfolg: Bei den Wahlen 1932 ist Ostpreußen eine Hochburg der NSDAP. Der Nationalsozialismus nimmt Ostpreußen im Sturm. Die verarmten Bauern versprechen sich Hilfe. Aber auch der Adel schlägt sich in der Mehrheit auf die Seite von Adolf Hitler. Ostpreußen gerät in den Sog von Terror und Krieg. 1938 brennt die Königsberger Synagoge. Regimegegner werden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. In Ostpreußen herrscht Gauleiter Erich Koch – ein Hitler im Provinzformat. (02:00 – 03:30, EinsExtra)

O Fortuna! Mitsingen in der Türkei
Dokumentation (Gesellschaft – Klassik) – Film von Steffen Prell und Jan Wiese – Das „Mitsingkonzert“, das der Rundfunkchor Berlin einmal pro Saison veranstaltet, ist schon lange ein großer Erfolg: Die Wartelisten mit interessierten Amateursängerinnen und -sängern sind lang. Zum Konzert im Februar 2010 strömten rund 1.300 Sangeslustige aus ganz Deutschland in die Berliner Philharmonie, um gemeinsam mit den Profis des Rundfunkchors und dem Chefdirigenten Simon Halsey innerhalb weniger Stunden eine Messe von Schubert einzustudieren und aufzuführen.

Das Faszinierende an diesen Projekten ist nicht nur die bloße Masse an Sängern, sondern auch die Qualität der Konzerte: Das in kurzer Zeit erreichte Niveau verblüfft regelmäßig Publikum und Kritik. Im Jahr 2010 steht ein ganz besonderes Projekt an: Der Rundfunkchor Berlin ist erstmals eingeladen, ein internationales Mitsingkonzert im Amphitheater von Aspendos zu gestalten. Das Konzert ist Teil des „International Opera and Ballett Festival“ in der Stadt nahe der türkischen Touristenhochburg Antalya. Gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern aus aller Welt wird der Chor dort Carl Orffs „Carmina Burana“ zur Aufführung bringen. Der Film begleitet Sängerinnen und Sänger aus Berlin und Brandenburg auf ihrem Weg zu diesem eindrucksvollen Abend – von ihren Vorbereitungen zu Hause bis zum Konzertereignis in der Türkei. (02:30 – 03:15, 3sat)

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