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D.O.C. – Denominazione di origine cornuto

Während den Menschenrechten auf Lampedusa die Lichter ausgehen, bewegt sich auch Silvio Berlusconi weiterhin in jener rechtlichen Grauzone, die er mit seinen strahlenden Beißern aufzuhellen versucht, bevor er endgültig im dunklen Moloch seiner Machenschaften versinkt.

D.O.C. (Denominazione di origine controllata) ist eine Ursprungsbezeichung, die dem Verbraucher helfen soll, Qualitätsprodukte wie beispielsweise Parmesan- und Pecorinokäse, wie aber auch Wein vom billigen Ramsch zu unterscheiden. So darf keine 5-Liter-Lambrusco-Pulle ein DOC-Siegel tragen. Auf welche Flaschen mit welchem Gebinde sich Trapattonis Wutausbruch damals bezog, scheint dem damaligen Marktwert der leeren Flaschen gemäß klar: Es waren D.O.C.-Spieler, deren Titel wahrscheinlich nicht Resultat eines Plagiats war.

Nein, es waren Spitzenspieler mit Spitzengehältern und: Hörsäle und Umkleidekabinen teilen, dass in beiden die besten Plätze begehrt sind und keiner gerne sitzenbleiben, sondern viel lieber aufrücken möchte.

Dies gilt im Übrigen auch für die Hinterbänkler und Regierungsbankdrücker in den Abgeordnetenhäusern, Parlamenten und anderen therapeutischen Einrichtungen.

Einer der Insassen und gleichzeitig Anführer im Stile von Einer flog über das Kuckucksnest. Schließlich sieht sich Silvio Berlusconi wie immer als Opfer politisierter Richter, also jener Nervensägen, die einfach nicht verstehen, wie besorgt er doch um die Nichte Mubaraks war und diese dann höchstpersönlich aus den Klauen der Mailänder Justiz befreite.

Was die langweiligen Ordnungs- und Gesetzeshüter auch nicht begreifen: Silvio Berlusconi ist zu groß, als dass er sich nur in einer Dimension bewegen und mit nur einer Funktion ausgestattet existieren könnte. Berlusconi ist doppelt P(otent): Präsident und Puffmutter. Medienmogul und Mafioso. Libertinär und bald im Knast.

Da ist es verständlich, dass er sich wohl gerne auf eines der Flüchtlingsboote Richtung Libyen flüchten und sich der Krankenschwester seines Freundes Gaddafi mit seinen altersbedingten Gebrechen anvertrauen würde.

Platz genug gibt es laut Italiens Innenminister Maroni dort auf jeden Fall, sieht der Separatist doch bereits Huntertausende nordafrikanische Flüchtlinge Richtung Lampedusa rudern. Dazu kommt noch, dass sein deutscher Amtskollege de Mizére einfach von den Italienern verlangt, sie sollten nicht wieder aufs Elfmeterschießen setzen und sich nicht so anstellen. So würden kopf- und führungslose Staaten wie Belgien viel mehr Flüchtlinge aufnehmen als Italien, dem ein Mann vorsitzt, der nicht nur seiner Frau Hörner aufsetzt, sondern auch das Verständnis von einem demokratischen Staat mit Stiefeln tritt. Da gehen den Menschenrechten nicht nur auf Lampedusa die Lichter aus.