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Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

TV-Tipps des Tages

22.02.2011 – Ausbildung, Türkei, Tunesien, Zwangsheirat, PISA-Studie

Die TV-Tipps des Tages: Blutige Schätze; Geschlossene Gesellschaft; Überwintern unter Palmen – Rentnerparadies Türkei; Couscous mit Fisch; defacto; Lehrer am Limit

VONÜmit Küçük

DATUM22. Februar 2011

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Blutige Schätze
Dokumentation (Gesellschaft – Kultur allgemein) – Der Antikenhandel und der Terror Film von Rainer Fromm, Kristian Lüders und Michael Strompen – Römische Büsten, ägyptische Statuen, griechische Vasen, babylonische Münzen und gotische Waffen – zehntausende Sammler in aller Welt jagen nach den Schätzen vorchristlicher Kulturen, fasziniert von der Idee, ein echtes Stück Vergangenheit ihr Eigen zu wissen.

Auch als Statussymbol und Geldanlage taugen die bis zu mehrere tausend Jahre alten Kunstgegenstände. Doch fast überall auf der Welt ist die Ausfuhr historischer Stücke verboten. Dennoch werden Jahr für Jahr tausende neue und gänzlich unbekannte Antiken auf den Markt gespült. Nur schwer vorstellbar, dass all diese Objekte legal nach Deutschland gekommen sein sollen. Doch es gilt die Unschuldsvermutung: Niemand muss die Legalität seines Eigentums beweisen. Über ein Jahr rercherchierte ein ZDFAutorenteam bei Polizeifahndern, Kunstliebhabern, ehemaligen Schmugglern und aktiven Händlern. Das Ergebnis: Viele Branchenvertreter scheren sich nicht um die Herkunft ihrer Ware, sogar dann nicht, wenn sie aus dem Dunstkreis diktatorischer Warlords oder radikal-islamischer Rebellen stammt. Christian Manhart, bei der UNESCO Chef der Sektion für Museen und Kulturgüter, sieht hinter den konkreten Raubgrabungen. (21:00 – 21:45, ZDFinfokanal)

Geschlossene Gesellschaft
Rückzug ins Private – Thema: Die Mitte in Not – Die Mittelschicht fühlt sich zunehmend unter Druck. Die Angst, Job, Einkommen und damit auch den sozialen Status zu verlieren, führt bei vielen Familien zu einer Abgrenzung nach unten.

Man sucht ein ruhiges und kultiviertes Wohnumfeld und setzt verstärkt auf private Netzwerke. Insbesondere die Ausbildung des Nachwuchses rückt stärker in den Fokus, denn auf dem globalisierten Arbeitsmarkt sind erstklassige Abschlüsse wichtig.

Die Sorge, dass staatliche Einrichtungen in Zeiten von Finanzknappheit und Reformstau den Anforderungen nicht mehr gerecht werden, hat Konsequenzen. Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Dort erhoffen sie sich bessere Lernbedingungen, qualifizierteres Personal und gezielte Förderung – und damit den entscheidenden Vorteil für ihre Kinder im Konkurrenzkampf um Ausbildungs-und Arbeitsplätze. Soziologen prognostizieren, dass der soziale Klassenkampf künftig in der Schule beginnen werde. (21:10 – 22:05, arte)

Überwintern unter Palmen – Rentnerparadies Türkei
Reportage – Eine WELTWEIT-Reportage von Michael Höft – Schon früh ist Urlauber Jürgen Hartwig auf den Beinen. Der Kampf um die besten Sonnenliegen treibt den Rentner morgens aus den Federn. Der 71-jährige Ex-Polizist gehört mit seiner Frau Christel zur ständig größer werdenden Gruppe von Senioren, die regelmäßig der kalten Jahreszeit in ihrer Heimat entflieht. Etwa 50.000 Rentner verbringen inzwischen die Wintermonate im warmen Süden. Besonders günstig sind solche Langzeitferien in der Türkei. Oft ist ein Mittelklassehotel mit Vollpension nicht viel teurer als die Selbstversorgung zu Hause.

So zahlen Jürgen Hartwig und seine Frau in ihrer Ferienanlage in Side ca. 25 Euro am Tag für Unterkunft, Vollpension und Getränke, alles inklusive. Die meisten Überwinterer sind über 70 Jahre alt. Darauf hat sich die Touristikbranche im Ferienort eingestellt. Ein Arzt kümmert sich täglich um die deutschen Gäste. Kreislaufkollaps, Schlaganfall und Herzinfarkt sind an der Tagesordnung. Fast täglich müssen Touristen ins örtliche Krankenhaus überwiesen werden. In jeder Wintersaison sterben in Side zwischen 10 und 20 Langzeiturlauber. (22:00 – 22:30, WDR)

Couscous mit Fisch
Spielfilm – La graine et le mulet – Der Tunesier Slimane lebt seit Jahrzehnten in der südfranzösischen Hafenstadt Sète. Als der 61-Jährige seinen Job bei einer Schiffswerft verliert, steht er zunächst vor dem Nichts – wer würde einen Immigranten seines Alters schon einstellen?

Doch anstatt sich in seiner nordafrikanischen Geburtsstadt zur Ruhe zu setzen, wie es ihm von seinem Sohn Kader geraten wird, möchte Slimane sich einen Traum erfüllen. Unterstützt von Rym, der jungen, lebenslustigen Tochter seiner Lebensgefährtin Latifa, möchte er ein Schiff renovieren und in ein schwimmendes Restaurant mit maghrebinischen Spezialitäten verwandeln. Die kulinarische Attraktion des Hauses soll Couscous mit Fisch werden – und zwar nach jenem köstlichen Rezept, nach dem Slimanes Exfrau Souad es noch immer jeden Sonntag für die gesamte Großfamilie zubereitet. Zunächst aber gilt es, jede Menge bürokratischer Hürden zu nehmen, was sich als kniffliges Unterfangen erweist. Slimane und Rym bekommen immer neue Steine in den Weg gelegt. Mit einem feierlichen Dinner auf ihrem rausgeputzten Schiff wollen sie die skeptischen Beamten der zuständigen Behörden schließlich von ihrer Idee… (22:45 – 01:10, RBB Berlin, RBB Brandenburg)

defacto
Das Landesmagazin – Moderation: Robert Hübner – Themen u.a.: Sportler in Gefahr – Tödliches Doping im Breitensport; Zwangsheirat in der Schule – Kultusministerium klärt auf; Schmerzpatienten in Not – Palliativmediziner werden kriminalisiert

defacto – wir informieren Sie über das, was wichtig für uns in Hessen ist. Wir sagen Ihnen, wie sich die Entscheidungen in Berlin und Wiesbaden auf unser Leben in Hessen auswirken.

„defacto“ sagt, was Fakt ist, was übrig bleibt, was wichtig ist, was alle betrifft. „defacto“ stellt Fragen: Was brennt den Menschen in Hessen auf den Nägeln? Wie verändern politische Entscheidungen aus Berlin oder Wiesbaden das Leben in Hessen? Warum tun Politiker, was sie tun? Das Landesmagazin erzählt in Reportagen, was scheinbar ferne politische Beschlüsse mit unserem Alltag zu tun haben. Die Sendung fragt nach, wenn die Zuschauer Probleme mit Ämtern, Behörden, Gesetzen oder Verordnungen haben, und sie hinterfragt bei Betroffenen und Verantwortlichen. (23:30 – 00:00, EinsExtra)

Lehrer am Limit
Aus der Reihe „45 Min“ – Thema: Schule heute – Die Zukunft unserer Kinder entscheidet sich im Klassenzimmer. Eine Verantwortung, die viele Lehrer überfordert. Kinder und Eltern klagen über schlechten Unterricht, mangelnde Förderung und ungerechte Noten.

Doch niemand benotet in Deutschland die Lehrer. Bildungsexperten streiten über Schulsysteme. Kaum jemand spricht über das Personal an den Schulen. Dabei hängt es ganz entscheidend von der Qualifikation des Lehrers ab, wie viel Kinder im Unterricht lernen.

Internationale Bildungsstudien haben in den vergangenen Jahren immer wieder untersucht, welche Länder die besten Schulen haben. Ein Ergebnis: In den Siegerländern dürfen nur die besten Absolventen Lehrer werden. Anders ist es bei uns. Hier darf fast jeder Lehrer werden, ungeachtet der pädagogischen Qualifikation. Die Folgen sind auch an der neuesten PISA-Studie wieder abzulesen: Deutsche Schüler bleiben im europäischen Vergleich weiterhin nur Mittelmaß. (06:45 – 07:30, EinsExtra)

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