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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

TV-Tipps des Tages

09.02.2011 – Integration, Sport, Sarrazin, Tunesien, Adoption, Aussiedler, Ausländer

Die TV-Tipps des Tages sind: Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt; Die Goldmacher; Geheimnisvolle Königreiche in Afrika; Mittelmeer in Aufruhr; Adoption auf Probe; Auf euch wartet keiner; Herr Can mischt sich ein; Anna, Schmidt & Oskar

VONÜmit Küçük

DATUM9. Februar 2011

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Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
09:30 – 10:00, BR-alpha
Berufliche Integration – fast ein Jahr, lange vor Sarrazins Buch, reiste das Filmteam kreuz und quer durch die Bundesrepublik, immer der gelungenen Integration auf der Spur, auf der Suche nach ermutigenden Beispielen …

Integration und Integration durch Sport in unterschiedlichen deutschen Städten sowieam Beispiel der porträtierten Migrantinnnen und Migranten wird deutlich, welche Integrationsanstrengungen in Deutschland unternommen werden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen.

Der renommierte Bildungsjournalist Paul Schwarz hat sich u. a. zur Aufgabe gemacht, die vielen positiven Beispiele gelungener Integration in Deutschland zu zeigen, und stellt in seinen Filmen bemerkenswerte Initiativen und Projekte vor. Wie Integration in Deutschland gelingt, zeigt seine dreiteilige Dokumentation „Fremd und doch vertraut“.

Die Goldmacher
12:30 – 13:15, MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, MDR Thüringen
Sport in der DDR – „Diplomaten im Trainingsanzug“ nannte man sie, die Sportler der Deutschen Demokratischen Republik. Denn Sport hatte einen politischen Auftrag: Er sollte die internationale Anerkennung der DDR gerade in den Anfangsjahren vorantreiben.

Und er sollte durch Erfolge die Kunde von der Überlegenheit des sozialistischen Gesellschaftssystems verbreiten. In den Augen der SED-Spitze war jede Goldmedaille ein Wirkungstreffer im Kampf gegen den bösen Kapitalismus westlicher Prägung. Aber der Sport hatte auch eine nach innen gerichtete Funktion. Sport war in der DDR ein Pfeiler, auf dem das System ruhte, der Identifikation schuf. Wenn die Hymne erklang und die Fahne am Mast hing, dann wusste man, wer die kleine DDR war – so bringt es der ehemalige DDR-Ministerpräsident Hans Modrow auf den Punkt.

Die Sportler waren privilegiert, ein Staat im Staate. Das hatte seinen Preis. Militärisch inTon und Organisation sei der Sport gewesen – anders seien solche Leistungen nicht zuerzielen gewesen, meint der Skisprung-Olympiasieger Hans-Georg Aschenbach.

Geheimnisvolle Königreiche in Afrika
13:30 – 14:15, BR
Simbabwe – im dritten Teil der Reihe folgt Kunsthistoriker Gus Casely-Hayford den Spuren vor kolonialer Kulturen, die vor allem durch Gold handel zu Reichtum gelangten.

Die Reise geht nach Tansania, Mosambik, Südafrika und Simbabwe, von der Swahili-Küste im Osten Afrikas bis zu den Ruinen des legendären Königreichs Groß-Simbabwe. Von der Hafenstadt Kilwa Kisiwani, etwa 280 Kilometer südlich von Daressalam in Tansania gelegen, wurde das afrikanische Gold nach Indien und China verschifft. Im ausgehenden Mittelalter entwickelte sich der Stadtstaat zu einem internationalen Zentrum des Goldhandels. Eine aus Korallen erbaute Moschee spiegelte den Reichtumdes Landes wider. Sie war im 14. Jahrhundert das größte Bauwerk im südlichen Afrika.

Hintergrundinformationen: Die vierteilige Dokumentationsreihe „Geheimnisvolle Königreiche Afrikas“ rollt die Geschichte des Kontinents neu auf und zeigt die außer gewöhnliche Vielfalt der alten Kulturen Afrikas. Sie spürt den Mythen und Legenden nach, die diese Königreiche noch heute umgeben. Für die Reihe hat der Historiker und Kunstexperte Gus Casely-Hayford.

Mittelmeer in Aufruhr
20:15 – 21:15, arte
Ausgehend von den aktuellen politischen Ereignissen in Tunesien spricht Thomas Kausch mit Studio Gästen über die gesellschaftlichen Umwälzungen in der arabischen Welt.
Die geopolitischen Herausforderungen und die Rolle der USA und Europas stehen im Mittelpunkt der aus Reportagen und Live-Schalten zu auslandskorrespondentenbestehende Sondersendung.

Die enorme Hoffnungsbotschaft, die von der Revolution des tunesischen Volkes ausgeht, hat sich einem Lauffeuer gleich auch über die Grenzen des Landes hinaus verbreitet. Inzwischen hat sie den Jemen und Albanien, vor allem jedoch Ägypten erreicht. DerNiedergang von Hosni Mubaraks Dauer-Regime wäre geopolitisch wesentlich folgenreicher als der Machtwechsel in Tunesien. Ägypten mit seinen 85 MillionenEinwohnern ist Herzstück und Seele der arabischen Welt. Jeder Vorfall dort strahlt unmittelbar auf sämtliche arabischen Länder aus, vom Maghreb bis hin zu denGolfstaaten. Sowohl die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses als auch der Einfluss der …

Adoption auf Probe
22:30 – 23:00, SWR BW, SWR RP, SWR SR
Die neue zweiteilige SWR-Doku-Serie begleitet ein Paar aus Friedberg und einesaus Hamburg durch drei Wochen voller Krisen, Glück und Chaos.

Die Geschwister Yeimi, Jonathan und Yulieth stellen das Leben dieser „Eltern auf Probe“ völlig auf den Kopf – und treiben sie manchmal auch zur Verzweiflung. Von nullauf hundert müssen die jahrelang kinderlosen Paare Supernanny-Qualitäten entwickeln. Während Yeimi bei ihren Friedberger Eltern am Anfang fast nur weint, testen Jonathanund Yulieth bei ihren Gasteltern in Hamburg mit teils drastischen Mitteln die Grenzenau: Streits und Provokationen sind an der Tagesordnung – mit „Familienidylle“ hat dasnichts zu tun. Aber das war den Paaren eigentlich klar – zumindest theoretisch: VieleJahre haben sie sich mit dem Thema Auslandsadoption beschäftigt und wurden von derVermittlungsstelle vorbereitet. Trotzdem: Jan Storch, einer der „Väter auf Probe“, ist nach knapp zwei Wochen mit denkleinen Rabauken skeptisch: „Ich weiß nicht, ob wir das mit Zweien auf einmal Wirklichschaffe …“ Und Eva Schmittner, die „Mutter“ der kleinen Yeimi, fragt sich nach vielen Schlaflosen …

Auf euch wartet keiner
05:30 – 06:45, EinsExtra
Aus der Reihe „die Story“ – wenn man Schüler fragt, wie ihr Leben nach der Schule aussehen soll, sagen sie fast alle das Gleiche: Ausbildung, Wohnung, dann ein Job, eigenes Geld und später dann Familie, Kinder. Der ganz normale Traum von einemglücklichen Leben eben.

Aber der letzte Schultag der Schüler in diesem Film ist der letzte Schultag an einer Hauptschule. Und damit stehen ihre Chancen, mit diesem normalen Leben beginnen zukönnen, nicht gerade gut: Statt in einem Betrieb landen die allermeisten Hauptschülerinen einer Maschinerie, die der Bildungsbericht „Übergangssystem“ nennt, landen inTrainingsmaßnahmen, Berufsvorbereitungsmaßnahmen, Berufsgrundbildungskursen, Einstiegsqualifizierungskursen oder Berufsschulen für Schüler ohne Ausbildungsverträge. In diesem Übergangssystem lernen die Schüler vor allem zu warten.Wie sieht das Leben in dieser Warteschleife aus? Wie erleben die Schüler die vergebliche Suche nach einem Ausbildungsplatz? Wie geht es ihnen inTrainingsmaßnahmen und Vorbereitungskursen? Und verliert man irgendwann dieHoffnung, dass der Traum von Wohnung, Job und ein bisschen Geld doch noch in.

Herr Can mischt sich ein
06:15 – 06:45, EinsExtra
Vom türkischen Jungen zum deutschen Politiker – keine Frage: Herr Can mischt sichein. Sei es in seinem Stadtteil in Stuttgart-Degerloch, wo er sich um eindenkmalgeschütztes Gebäude kümmert, sei es als Gemeinderat oder alsBundesvorsitzender der türkischstämmigen Mandatsträger.

Seit seiner frühen Jugend in Schramberg – Ergun Can war fünf Jahre alt, als er dort mitseinen Eltern aus Istanbul ankam – sieht er sich als Teil dieser Gesellschaft und engagiert sich in Vereinen und Organisationen. In Schramberg etwa erlernte er, dergläubige Moslem, das Schnitzen von Fastnachtsmasken. Der Film beschreibt, wie es einjunger Türke schafft, in einem kleinen Schwarzwaldort in den 60er Jahren heimisch zuwerden und wie er später Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt, in der er lebt.

Anna, Schmidt & Oskar
07:00 – 07:15, BR
Raus aus der Stadt und schnell aufs Land – Deutsch für ausländische Kinder. ¬Die Reihe ist in erster Linie für Kinder von Aussiedlern und ausländischen Arbeitnehmern bestimmt. Sie orientiert sich an dem fakultativen Curriculum „Begegnung mit einer Fremdsprache in der Grundschule“.

Hintergrundinformationen: Lustige und überraschende Kurzszenen, Lieder, Spiele und Geschichten sollen Kindern von Aussiedlern und ausländischen Arbeitnehmern einen spielerischen Zugang zurdeutschen Sprache eröffnen.

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