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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben in dieser Woche gerade einige Gesetze verabschiedet – zum Beispiel gegen die Scheinehe. Und wir wollen damit deutlich machen, dass wir solche Zwangsverheiratungen zum Beispiel nicht billigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Video-Podcast der Bundeskanzlerin #35/10 vom 30.10.2010

TV-Tipps des Tages

08.02.2011 – Religion, Tel Aviv, Integration, Kolumbien, Türkei, Migration

Die TV-Tipps des Tages sind: Baha’i – Religion für eine neue Zeit; Tel Aviv – Leben zwischen Himmel und Hölle; Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt; Hilfsprojekt Kolumbien; Die Türkei; Sitzenbleiber; Entweder Broder – Die Deutschland-Safari!; Die Klasse; Kommissar Wallander: Mörder ohne Gesicht

VONÜmit Küçük

DATUM8. Februar 2011

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Baha’i – Religion für eine neue Zeit
11:45 – 12:30, 3sat
Dokumentation (Gesellschaft – Religion, Kirche) – Film von Pia Patricia Schweizer (aus der ORF-Reihe „Kreuz & quer“) – für die fünf Millionen Anhänger der Baha’i-Religion sind die israelischen Nachbarstädte Haifa und Akká die heiligsten Orte auf Erden. Dort liegt das administrative und spirituelle Zentrum ihrer weltweiten Gemeinde, das alljährlich Tausende Baha’i-Pilger aus aller Welt besuchen. Über 700 Baha’i sind indiesem Weltzentrum tätig.

Die Baha’i vertreten eine handlungsorientierte Ethik, die sich einer humanitären Vision des sozialen Fortschritts verpflichtet fühlt. Es gibt wenigeRiten, Adressat fast aller Gebote ist das Individuum. Was zählt ist die geistigeGrundhaltung, nicht die äußere Form. Frieden hat einen sehr hohen Stellenwert inihrem Glauben. Die Baha’i werden im Iran, dem Ursprungsland ihrer Religion, diskriminiert und verfolgt. Seit der Islamische Revolution 1979 wurden mehr als 200Baha’i getötet, seit mehr als zwei Jahren ist das ehemalige Führungsgremium deriranischen Baha’i-Gemeinde im berüchtigten Evin-Gefängnis inhaftiert – trotz internationaler Proteste seitens der UNO und der EU. Der Film erzählt die Geschichte der Baha’i-Religion und stellt Anhänger der Baha’i vor.

Tel Aviv – Leben zwischen Himmel und Hölle
12:30 – 13:00, 3sat
Dokumentation (Gesellschaft – Stadtkultur/Landleben) – Film von Renata Schmidtkunz – „Was so traurig an dem Leben hier ist, ist, dass wir eine Insel mitten in derHölle sind. Denn draußen ist es höllisch. Und ich weiß nicht, wie lange wir dasüberleben können“, sagt der Schriftsteller Yoram Kaniuk, der 1930 in Tel Aviv geborenwurde. Angefangen hat alles auf den Dünen, ein paar Kilometer nördlich der 4.000Jahre alten Stadt Jaffa. 66 jüdische Einwandererfamilien erwarben im April 1909 per Los das Land, umgeben von arabischen Dörfern, um eine Gartenstadt zu errichten. Sieträumten von einer Stadt ohne Araber und nach europäischem Vorbild. In den 1930erJahren kamen viele deutsche und österreichische Immigranten nach Tel Aviv, und aus der kleinen Siedlung in den Dünen wurde das kulturelle und politische Zentrum desLandes. Aus Europa geflüchtete Architekten und Architektinnen brachten den Bauhaus-Stil mit in die Stadt am Mittelmeer, die deshalb seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Am 14. Mai 1948 rief David Ben Gurion in Tel Aviv den Staat Israel aus.

Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
19:00 – 19:30, BR-alpha
Berufliche Integration – fast ein Jahr, lange vor Sarrazins Buch, reiste das Filmteamkreuz und quer durch die Bundesrepublik, immer der gelungenen Integration auf derSpur, auf der Suche nach ermutigenden Beispielen …

Integration und Integration durch Sport in unterschiedlichen deutschen Städten sowieam Beispiel der porträtierten Migrantinnnen und Migranten wird deutlich, welcheIntegrationsanstrengungen in Deutschland unternommen werden, um diegleichberechtigte Teilhabe von Menschen an allen Bereichen des gesellschaftlichenLebens zu ermöglichen.

Der renommierte Bildungsjournalist Paul Schwarz hat sich u. a. zur Aufgabe gemacht, die vielen positiven Beispiele gelungener Integration in Deutschland zu zeigen, undstellt in seinen Filmen bemerkenswerte Initiativen und Projekte vor. Wie Integration inDeutschland gelingt, zeigt seine dreiteilige Dokumentation „Fremd und doch vertraut“.

Hilfsprojekt Kolumbien
19:20 – 19:35, ZDFinfokanal
Magazin (Gesellschaft – Politik Ausland) – Film von Uli Röhm

Die Türkei
19:30 20:15, arte
Vom Schwarzen Meer zum Ararat – der Film gibt einen Einblick in die vielfältigeNatur der Türkei. Auch die Tierwelt ist sowohl europäisch als auch asiatisch geprägt. Imzweiten Teil werden anatolische Wildschafe und Braunbären, aber auch Teepflückerund Bergbauern besucht.

Die Türkei liegt zwischen zwei Meeren und zwei Kontinenten. Das Land bildet dieNahtstelle zwischen Ost und West, zwischen Orient und Okzident, an der sich Völker aus Asien und Europa ansiedelten.

Der zweite Teil der Naturdokumentation führt in kaum bekannte Landstriche der Osttürkei, aber auch zu weltberühmten Orten wie Kappadokien und seinen Feenkaminenund dem heiligen Berg Ararat sowie zu den tanzenden Derwischen von Konya.

Weit im Osten Anatoliens, im Schatten des schneebedeckten Vulkanberges Ararat, erstrecken sich karge Lavafelder und Menschen leere Ebenen. Dies ist der lebensraumskurriler Krötenkopfagamen und farbenprächtiger Rosenstare. Das Land ist dünn.

Sitzenbleiber
22:15 – 22:45, ZDF
Dokumentation (Alltag und Lebensbewältigung – Schule, Erziehung, Ausbildung) – wenn Kinder in der Schule scheitern – Film von Tina Radke-Gerlach – Lisa ist 14 und besucht die 8. Klasse des Johannes-Scharrer-Gymnasiums in Nürnberg. Schon imvergangenen Jahr wäre sie beinahe sitzengeblieben – eine Nachprüfung hat sie geradenoch gerettet. Nun, ein Jahr später, steht sie in Latein auf 6 – Versetzung wiedergefährdet. Lisas ältere Schwester ist auch schon mal sitzengeblieben und ermuntert ihreSchwester, sich mehr anzustrengen. Bei allem Lernstress hat Lisa Glück. An ihrer Schulegibt es für versetzungsgefährdete Schüler eine besondere Förderungsmaßnahme. Lisanimmt dieses Angebot dankbar an und lernt in einem Seminar, wie sie ihreLeistungsprobleme in den Griff bekommen kann. Unterstützt wird sie dabei von Lehrernund Psychologen. Unter fachkundiger Anleitung entwickelt sie neue Lernstrategien undschöpft Hoffnung, dass sie es doch noch schafft. Der 14-jährige Marco ist schon einmal sitzengeblieben. Er geht in die Robert-Koch-Realschule in Stuttgart. Die Ehrenrunde hat ihm nicht geholfen. So wie ihm geht esvielen Sitzenbleibern. Nach dem Wiederholungsjahr sind sie oft wiederversetzungsgefährdet, meist in denselben Fächern wie vorher.

Entweder Broder – Die Deutschland-Safari!
22:45 -23:15, HR
Frieden oder Freiheit – Mitwirkende: Henryk M. Broder, Hamed Abdel-Samad – nie wieder Krieg!, ist eine ehrenwerte Parole. Aber muss es nicht eher heißen: nie wieder Unfreiheit!? Diese Frage stellen sich Henrykund Hamed. Wie sehr sorgt sich die deutsche Friedensindustrie wirklich umMenschenrechte?

Hupen für den Frieden, Lachen für den Frieden, Radfahren für den Frieden. Henryk undHamed treffen auf Hobby-Peaceniks und Friedensprofis, auf Friedensgewinnler undFriedenstreiber. Die sammeln sich auf dem Schlachtfeld von Verdun, halten sich an den Händen und singen für den Weltfrieden, denn mit nichts weniger wollen sie sichzufrieden geben. Staunend erfahren Henryk und Hamed, dass Frankreich ein Diktaturist, die Opposition in Deutschland nichts zu sagen hat und man schon bis nach Weißrussland fahren muss, um ein sozialistisches Musterland zu finden. SpielverderberHenryk und Hamed halten hartnäckig daran fest, dass Frieden und Menschenrechte nicht

Die Klasse
22:45 – 00:50, RBB Berlin, RBB Brandenburg
Spielfilm – Entre les murs – Cinemathek – der junge Lehrer François unterrichtetgern, doch seine Klasse stellt ihn vor Herausforderungen. Die Schüler reagieren sensibelauf Ungerechtigkeiten und provozieren gern. Als François der Geduldsfaden reißt, eskalieren die Geschehnisse.

In einer Schule des 20. Pariser Arrondissements, einem sozialen Brennpunkt, wartet aufden Französischlehrer François eine lärmende siebte Klasse von 24 Schülern, die meisten mit Migrationshintergrund. Bereits sein Ansinnen, jeder Schüler solle deneigenen Namen aufschreiben, erntet patzige Widerworte. Bis François zum eigentlichenThema kommt – dem „Tagebuch der Anne Frank“ -, ist die Stunde wieder einmal fastvorüber. Der Versuch des ambitionierten Pädagogen, Unterricht zu halten, scheitert aneinem unablässigen Kampf um Respekt, Disziplin und ein gedeihliches Miteinander. Auch die latente Arroganz des Paukers kommt nicht immer gut an. Die Schüler zeigenihm deutlich, dass sie wenig Sinn im Erlernen der gepflegten Schriftsprache sehen – dieFrage, ob er schwul sei, interessiert zumindest die Jungs mehr als alles andere. Nichtzufällig eskaliert die Situation durch ein Sprachproblem: Esmeralda und Louise, im …

Mit Nachbars Hilfe – ein türkischer Hauptschüler wird Forsch
00:30 – 01:00, EinsExtra
Der Film erzählt von ungewöhnlichem Engagement und bemerkenswerter Beharrlichkeit, vom Vertrauen in andere und dem Glauben an sich selbst.

„Ich hab‘ schon an dich geglaubt“, sagt Monika Schenk zu ihrem einstigen Schützling, der nun als Doktor Ozan Gökay vor ihr sitzt und Apfelkuchen isst. 13 Jahre alt war er, alssie die Vormundschaft für den türkischen Jungen übernahm, den Sohn von Fatma, die sie kennenlernte, als sie eine Putzfrau suchte – und die ihr bald zur Freundin wurde. Vom Ehemann im Stich gelassen, schuftete Fatma Gökay für ihre Kinder, die es einmalbesser haben sollten in Deutschland – dann verunglückte die Familie beim Urlaub in derTürkei, die Mutter starb. Allein zurück im schwäbischen Wannweil, mussten die drei Geschwister ihren Alltag in die Hand nehmen, der Traum vom sozialen Aufstieg schienin weite Ferne gerückt. Auf der Hauptschule ermuntert der Klassenlehrer Ozan weiter zumachen, er geht auf die Berufsfachschule, dann aufs Wirtschaftsgymnasium – studiertschließlich Chemie. Finanzielle Sorgen, private Probleme und ein weiterer schwerer Schicksalsschlag werfen ihn zeitweise aus der Bahn, aber sein Wille, es zu schaffen, iststärker. Und da sind die Menschen, die an ihn glauben, allen voran Monika Schenk, die …

Kommissar Wallander: Mörder ohne Gesicht
01:00 02:30, arte
Fernsehfilm – der brutale Doppelmord an einem alten Bauernehepaar stößt Wallander auf die Wirklichkeit des Ausländerhasses. Gegen den Willen des Kommissars gerät die vertrauliche Information an die Presse und schürt die fremdenfeindliche Stimmung.

Kurt Wallander ist gewiss nicht ausländerfeindlich. Als seine Tochter Linda ihm beimAbendessen ihren syrischen Freund Jamal vorstellt, kann er seine Befangenheit aberkaum verbergen. Ein Notruf befreit ihn aus der peinlichen Situation. Auf einem abgelegenen Bauernhof wurde ein altes Ehepaar überfallen und grausam zugerichtet. Der Mann ist bereits tot, mit ihren letzten Worten haucht die sterbende Frau dem Kommissar noch einen unverständlichen Hinweis auf die geflüchteten Täter ins Ohr. Wallander deutet den Kollegen gegenüber an, das Wort könnte sich auf ausländerbezogen haben. Ein unbekannter Informant gibt den vertraulichen Hinweis an die Presse weiter, die dasThema genüsslich ausschlachtet. Kurz darauf brennt ein Auffanglager für Asylbewerberund ein Migrant wird von einem fremdenfeindlichen Fanatiker erschossen.

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